Der vergessene Schmutz im Kofferraum: So wird die Reserveradmulde wieder sauber
Der vergessene Schmutz im Kofferraum: So wird die Reserveradmulde wieder sauber
Der Kofferraum sieht ordentlich aus, doch unter dem Ladeboden sammeln sich Staub, Sand, trockene Blätter und manchmal Feuchtigkeit. Besonders die Reserveradmulde wird beim Autoputzen leicht übersehen. Dort verschmutzen nicht nur das Blech, sondern auch Reifen, Werkzeughalter und Wagenheber. Mit einem Staubsauger, einer milden Reinigungslösung und sorgfältigem Trocknen lässt sich dieser Bereich gründlich säubern. Hier erfährst du, wie du vorgehst, welche Teile besondere Vorsicht brauchen und wann Wasser oder Rost auf ein anderes Problem hinweisen.

Die Reserveradmulde mit wenig Wasser gründlich reinigen
Der wichtigste Schritt ist, losen Schmutz zuerst trocken zu entfernen. So vermeidest du, Sand beim Wischen über den Lack zu ziehen. Eine schwache Spülmittellösung löst anschließend gewöhnlichen Schmutz; das Mikrofasertuch nimmt ihn auf.
Du brauchst:
- einen Staubsauger mit schmaler Düse;
- einen weichen Pinsel;
- drei saubere Mikrofasertücher;
- 1 Liter lauwarmes Wasser;
- 2 Milliliter mildes Handspülmittel ohne Scheuerzusätze;
- eine weiche Bürste für den Reifen;
- Haushaltshandschuhe.
Plane etwa 30 bis 45 Minuten, bei feuchten Einlagen zusätzlich mehrere Stunden Trocknungszeit. Arbeite bei trockenem Wetter, im Schatten und an einem gut belüfteten Platz.
- Alles zugänglich machen. Stelle das Auto eben ab, schalte die Zündung aus und sichere es gegen Wegrollen. Hebe den Ladeboden an. Fotografiere die Anordnung und entnimm Werkzeughalter sowie Reserverad entsprechend der Fahrzeuganleitung. Das Rad ist schwer: Hole Hilfe, wenn du es nicht sicher herausheben kannst.
- Trockenen Schmutz entfernen. Sammle größere Blätter und Steinchen von Hand auf. Sauge die Mulde, ihre Ränder und den Kofferraumschweller gründlich ab. Löse Staub aus Vertiefungen mit dem weichen Pinsel. Stopfen, Kabel und Abdeckungen bleiben an ihrem Platz.
- Das lackierte Blech auswischen. Vermische 2 Milliliter Spülmittel mit 1 Liter Wasser. Tauche ein Tuch hinein und wringe es kräftig aus. Wische die intakten Lackflächen nebelfeucht ab. Auf anhaftendem Schmutz kannst du das feuchte Tuch etwa eine Minute auflegen; anschließend vorsichtig nachwischen. Nicht fluten und nichts auf elektrische Bauteile sprühen.
- Rückstände entfernen und trocknen. Wische mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch nach. Trockne anschließend mit dem dritten Tuch, besonders entlang von Nähten und Vertiefungen. Lass den Bereich mindestens 30 Minuten offen und länger, falls noch Feuchtigkeit vorhanden ist.
- Kontrollieren und wieder einbauen. Die Reinigung war erfolgreich, wenn keine losen Krümel oder schmierigen Rückstände bleiben und sämtliche Flächen trocken sind. Setze Rad und Werkzeughalter wieder ein und befestige sie nach Fahrzeuganleitung. Reinigung entfernt Schmutz, repariert aber keine Roststellen oder beschädigten Lackflächen.
Reserverad und Stahlfelge ohne Glanzmittel säubern
Auch das Reserverad lässt sich mit derselben milden Lösung reinigen: 2 Milliliter Handspülmittel auf 1 Liter Wasser. Bürste zuerst trockenen Staub vorsichtig ab. Reinige die Reifenflanke anschließend mit einer angefeuchteten weichen Bürste, die lackierte Stahlfelge mit einem Mikrofasertuch. Arbeite abschnittsweise und wische nach spätestens zwei Minuten mit einem klar angefeuchteten Tuch nach. Danach sorgfältig abtrocknen.
Die Methode eignet sich für gewöhnlichen Schmutz auf Gummi und intakten lackierten Felgen. Verzichte auf aggressive Lösungsmittel, Scheuerpulver und ölhaltige Hausmittel. Reifenglanz ist hier unnötig; der Reifen muss nicht glänzen, um sauber zu sein. Kontrolliere vor dem Verstauen außerdem auf sichtbare Risse und prüfe den Luftdruck anhand der Fahrzeugvorgaben. Für ein Notrad können andere Druckwerte gelten als für die montierten Reifen.
Werkzeughalter und Wagenheber gezielt reinigen
In den Aussparungen des Werkzeughalters sitzen häufig Sand und kleine Blattreste. Sauge jede Vertiefung einzeln aus und lockere festsitzenden Staub mit einem weichen Pinsel. Bei einem festen Kunststoffhalter kannst du ein Tuch mit der Reinigungslösung aus 2 Millilitern Spülmittel und 1 Liter Wasser befeuchten, kräftig auswringen und die Oberfläche abwischen. Anschließend klar nachwischen und trocknen.
Schaumstoffhalter nur trocken absaugen, wenn ihre Waschbarkeit unbekannt ist. Sie können Wasser aufnehmen und innen länger feucht bleiben. Wagenheber und Abschleppöse zunächst trocken abwischen; hartnäckigen Schmutz außen mit einem leicht feuchten Tuch lösen und sofort abtrocknen. Gewinde, Gelenke und vorhandene Schmierstellen nicht entfetten. Diese Methode dient der Oberflächenreinigung, nicht der Wartung. Beschädigtes oder stark korrodiertes Werkzeug sollte fachgerecht geprüft werden.
Die Kofferraummatte separat auffrischen
Eine herausnehmbare Gummi- oder Kunststoffmatte lässt sich außerhalb des Autos leichter reinigen. Schüttle sie aus und bürste Sand trocken ab. Vermische 5 Milliliter mildes Handspülmittel mit 2 Litern lauwarmem Wasser. Bürste die Matte damit, lass die Lösung zwei Minuten wirken und spüle sie mit klarem Wasser ab. Stelle sie zum Abtropfen auf und lege sie erst vollständig trocken zurück, auch auf der Unterseite.
Bei textilen Matten oder Ladeböden mit Pappe, Holz oder verklebten Schichten ist Einweichen ungeeignet. Sauge sie gründlich ab und behandle kleine Flecken nur nebelfeucht, nach einer Probe an unauffälliger Stelle. Beachte die Pflegehinweise. Durchfeuchtete Trägerplatten können aufquellen; deshalb lässt sich die Methode für Gummimatten nicht einfach auf den Ladeboden übertragen.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Sand sofort nass verreiben: Die Körner können den Lack verkratzen. Zuerst absaugen, danach wischen.
- Wasser in die Mulde gießen: Es kann unter Einlagen oder in schwer erreichbaren Bereichen stehen bleiben. Benutze ausgewrungene Tücher.
- Essig, Salz oder Scheuerpulver einsetzen: Sie sind hier unnötig und können Materialien oder Oberflächen angreifen.
- Feuchte Teile wieder verstauen: Eingeschlossene Nässe begünstigt muffige Gerüche und Korrosion. Auch Unterseiten müssen trocken sein.
- Werkzeug lose zurücklegen: Wagenheber und Rad müssen sicher befestigt werden, damit sie beim Bremsen nicht verrutschen.
Für eine dauerhaft saubere Mulde
Kontrolliere den Bereich bei deiner regelmäßigen Kofferraumreinigung und nach ausgelaufenen Getränken. Entferne verschüttete Flüssigkeit sofort.
Bewahre schmutzige Gartenutensilien in einer herausnehmbaren, abwaschbaren Transportwanne auf. Nasse Gegenstände anschließend herausnehmen.
Halte Reinigungslösung und Werkzeug von Kindern und Haustieren fern. Stelle Reinigungsmittel immer in ihren beschrifteten Originalbehältern zurück.
Häufige Fragen
Darf ich einen Hochdruckreiniger benutzen?
Nicht in der eingebauten Reserveradmulde. Der Wasserstrahl kann Feuchtigkeit in Verkleidungen, Anschlüsse und Zwischenräume drücken.
Warum steht nach Regen wieder Wasser darin?
Wiederkehrendes Wasser deutet auf einen möglichen Wassereintritt hin. Lass Dichtungen und Karosseriebereiche prüfen, statt nur erneut auszuwischen.
Verschwindet Rost durch diese Reinigung?
Nein. Oberflächlicher Schmutz verschwindet, Korrosion bleibt. Lose Lackstellen, Rostblasen oder tiefere Schäden brauchen eine gesonderte Beurteilung.
Was hilft gegen einen muffigen Geruch?
Zuerst die Feuchtigkeitsquelle suchen und alle betroffenen Teile trocknen. Bleibt der Geruch bestehen oder ist Schimmel sichtbar, sollte die Ursache fachgerecht untersucht werden.
