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Wäsche & Textilien

Handtücher wirken sauber – doch dieser einfache Tiefenreinigungs-Trick zeigt, was wirklich in den Fasern steckt

Handtücher wirken sauber – doch dieser einfache Tiefenreinigungs-Trick zeigt, was wirklich in den Fasern steckt

Handtücher können frisch gewaschen aussehen und trotzdem mit der Zeit hart werden, muffig riechen oder Wasser schlechter aufnehmen. Häufig stecken keine sichtbaren Verschmutzungen dahinter, sondern Rückstände von Waschmittel, Weichspüler, Hautfetten und mineralischen Ablagerungen. Im Internet wird dafür oft „Laundry Stripping“ mit Borax empfohlen. Für den Haushalt ist Borax jedoch keine gute Wahl. Eine gründliche und deutlich unkompliziertere Tiefenreinigung gelingt mit heißem Wasser, einem geeigneten Vollwaschmittel und – bei robusten weißen Textilien – Sauerstoffbleiche.

Handtücher wirken sauber – doch dieser einfache Tiefenreinigungs-Trick zeigt, was wirklich in den Fasern steckt

Die sichere Tiefenreinigung für Handtücher

Diese Methode eignet sich besonders für weiße oder farbechte Baumwollhandtücher, die trotz normaler Wäsche unangenehm riechen, steif geworden sind oder schlecht trocknen.

Sie brauchen:

  • 4–5 kg Baumwollhandtücher
  • 40–60 g pulverförmiges Vollwaschmittel, entsprechend der Herstellerdosierung für die Wasserhärte
  • bei weißen, bleichbaren Handtüchern zusätzlich 20–30 g Sauerstoffbleiche auf Natriumpercarbonat-Basis
  • Waschmaschine mit 60-°C-Programm

Bei bunten Textilien zuerst das Pflegeetikett kontrollieren. Sauerstoffbleiche nur verwenden, wenn das Material dafür geeignet und farbecht ist.

So gehen Sie vor:

  1. Handtücher sortieren. Weiße und farbige Wäsche trennen. Stark verschmutzte Handtücher nicht zusammen mit empfindlichen Textilien behandeln.
  2. Waschmaschine nicht überfüllen. Die Trommel höchstens zu etwa drei Vierteln beladen. Zwischen Wäsche und Trommeloberseite sollte noch eine Handbreit Platz bleiben. Nur so können Wasser und Waschmittel die Fasern ausreichend durchspülen.
  3. Richtig dosieren. Das Vollwaschmittel nach Wasserhärte und Verschmutzungsgrad dosieren. Für weiße, robuste Baumwollhandtücher können zusätzlich 20–30 g Sauerstoffbleiche ins dafür vorgesehene Waschmittelfach gegeben werden. Herstellerangaben haben immer Vorrang.
  4. Bei 60 °C waschen. Wenn das Pflegeetikett 60 °C erlaubt, ein vollständiges Baumwollprogramm wählen. Danach möglichst einen zusätzlichen Spülgang einstellen.
  5. Vollständig trocknen. Handtücher unmittelbar nach Programmende herausnehmen und vollständig trocknen lassen. Restfeuchtigkeit begünstigt erneut unangenehme Gerüche.

Eine Verbesserung erkennt man daran, dass die Handtücher nach dem Trocknen neutral riechen und wieder besser Wasser aufnehmen. Bei jahrelangen Ablagerungen kann ein zweiter Waschgang notwendig sein.

Bei Waschmittelrückständen hilft vor allem die richtige Dosierung

Mehr Waschmittel bedeutet nicht mehr Sauberkeit. Eine Überdosierung kann dazu führen, dass Tenside und andere Waschmittelbestandteile schlechter ausgespült werden. Zusammen mit Hautfetten können sie sich in dichten Frotteefasern festsetzen.

Prüfen Sie deshalb zunächst die Wasserhärte Ihres Wohnorts und richten Sie die Dosierung nach den Angaben auf der Waschmittelpackung. Bei einer normalen Trommelfüllung ist die dort angegebene Menge ausreichend.

Besteht der Verdacht auf starke Waschmittelrückstände, waschen Sie die Handtücher einmal bei der höchstmöglichen Temperatur laut Pflegeetikett und aktivieren Sie anschließend einen zusätzlichen Spülgang. Kein weiteres Hausmittel hinzufügen. Nach ein bis zwei Waschgängen sollten die Fasern weniger steif wirken.

Weichspüler weglassen, damit Handtücher saugfähig bleiben

Weichspüler kann Frottee angenehm weich erscheinen lassen, ist für Handtücher aber häufig kontraproduktiv. Seine pflegenden Bestandteile können sich auf den Fasern ablagern und dadurch deren Wasseraufnahme beeinträchtigen.

Bei Handtüchern lassen Sie den Weichspüler daher am besten vollständig weg. Waschen Sie Baumwollhandtücher mit der normalen Menge Waschmittel und, sofern erlaubt, bei 60 °C. Anschließend gut ausschütteln und luftig trocknen.

Wer einen Wäschetrockner verwendet, kann die Handtücher entsprechend dem Pflegeetikett bei moderater Temperatur trocknen. Die mechanische Bewegung lockert die Faserschlingen und macht Frottee häufig weicher, ohne dass dafür zusätzliche Produkte erforderlich sind.

Sauerstoffbleiche gegen hartnäckige Verfärbungen und Gerüche

Für robuste weiße Baumwollhandtücher kann Sauerstoffbleiche sinnvoll sein. Natriumpercarbonat setzt im Waschwasser unter geeigneten Bedingungen aktiven Sauerstoff frei und unterstützt die Entfernung oxidierbarer Flecken und Verfärbungen.

Geben Sie etwa 20–30 g Sauerstoffbleiche zusätzlich zum Waschmittel und waschen Sie die Handtücher bei 60 °C, sofern das Pflegeetikett dies zulässt. Beachten Sie immer die konkrete Dosierungsanleitung des Produkts.

Nicht für Wolle, Seide, Leder oder Textilien verwenden, deren Pflegeetikett Bleichen ausschließt. Bei farbigen Handtüchern vorher an einer unauffälligen Stelle auf Farbechtheit testen. Pulver trocken, verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren. Kontakt mit Augen und Haut vermeiden.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Zu viel Waschmittel: Eine Überdosierung kann Rückstände fördern und erschwert das vollständige Ausspülen aus dichtem Frottee.

Weichspüler bei jeder Wäsche: Dadurch können Handtücher langfristig weniger saugfähig werden.

Borax aus Internet-Rezepten übernehmen: Viele amerikanische „Laundry-Stripping“-Anleitungen enthalten Borax. Für eine wirksame Handtuchpflege ist es nicht notwendig; in Europa bestehen zudem erhebliche gesundheitliche Bedenken hinsichtlich borathaltiger Stoffe.

Essig mit anderen Reinigungsmitteln mischen: Säuren niemals mit chlorhaltigen Bleichmitteln kombinieren. Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen. Auch wahlloses Mischen verschiedener Reiniger bringt keinen zusätzlichen Reinigungsvorteil.

Feuchte Handtücher liegen lassen: Selbst frisch gewaschene Wäsche kann schnell muffig werden, wenn sie längere Zeit feucht in der Trommel oder im Wäschekorb bleibt.

Für noch bessere Ergebnisse

Reinigen Sie regelmäßig Waschmittelschublade, Türdichtung und Flusensieb beziehungsweise Pumpenfilter Ihrer Waschmaschine nach Herstelleranleitung. Eine verschmutzte Maschine kann selbst frisch gewaschene Textilien unangenehm riechen lassen.

Lassen Sie außerdem nach dem Waschen Tür und Waschmittelschublade geöffnet, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Neue Handtücher sollten Sie vor der ersten Benutzung separat entsprechend dem Pflegeetikett waschen.

Bleibt danach noch ein Grauschleier zurück, führt der Beitrag über weiße Handtücher ohne Flecken und unangenehme Gerüche weiter. Oft liegt die Ursache aber in der Maschine selbst – dazu passt die Anleitung zu schwarzen Ablagerungen in Gummidichtung und Trommel.

Kurz beantwortet

Muss das Wasser nach einer Tiefenreinigung braun werden?

Nein. Dunkles Wasser ist kein zuverlässiger Beweis dafür, wie schmutzig ein Handtuch war. Farbstoffe, Waschmittelbestandteile und gelöste Ablagerungen können das Wasser verfärben.

Kann ich jedes Handtuch bei 60 °C waschen?

Nein. Entscheidend ist immer das Pflegeetikett. Viele Baumwollhandtücher vertragen 60 °C, empfindliche Fasern oder bestimmte Farben möglicherweise nicht.

Wie oft ist eine Tiefenreinigung notwendig?

Bei korrekt dosiertem Waschmittel und ohne Weichspüler normalerweise nur selten. Sie ist vor allem sinnvoll, wenn Handtücher dauerhaft muffig riechen, ungewöhnlich steif sind oder deutlich schlechter Wasser aufnehmen.

Sollte ich Natron und Essig zusammen verwenden?

Nein. Für diese Anwendung bringt die Kombination keinen sinnvollen Vorteil. Säure und Natriumhydrogencarbonat reagieren miteinander und neutralisieren sich weitgehend. Eine passende Waschmitteldosierung, ausreichend Wasser, die zulässige Waschtemperatur und gründliches Spülen sind für saubere Handtücher wesentlich wichtiger.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.