Schweißflecken und Gerüche aus der Matratze bekommen
Gelbliche Ränder, Schweißflecken oder kleine Verschmutzungen lassen selbst eine noch gute Matratze schnell ungepflegt aussehen. Einfach viel Wasser und Reiniger daraufzugeben ist jedoch keine gute Lösung: Zu viel Feuchtigkeit kann tief in den Schaum eindringen und die Trocknung erheblich verlängern. Besser ist eine gezielte Reinigung mit wenig Flüssigkeit. Mit Natron, einem milden Reinigungsmittel und der richtigen Technik lassen sich viele alltägliche Verschmutzungen deutlich reduzieren, ohne die Matratze vollständig zu durchnässen.
Für gelbliche Ränder gibt es die eigene Anleitung Gelbe Flecken aus der Matratze entfernen. Ist die Matratze insgesamt vergilbt, hilft diese schonende Methode weiter, und bei älteren Verfärbungen lohnt der Beitrag Alte Matratze voller Flecken.

Die Grundreinigung: Flecken lösen, ohne die Matratze nass zu machen
Für normale Schweiß-, Staub- und leichte Gebrauchsspuren braucht man keine aggressiven Haushaltschemikalien.
Benötigt werden:
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes, farbloses Flüssigwaschmittel
- 3 bis 4 Esslöffel Natron
- 2 saubere weiße Baumwoll- oder Mikrofasertücher
- eine kleine Schüssel
- ein Staubsauger
So geht es:
- Bettwäsche und Matratzenschoner entfernen. Die trockene Matratze gründlich absaugen, besonders Nähte und Vertiefungen.
- 500 ml lauwarmes Wasser mit 1 Teelöffel Flüssigwaschmittel mischen. Ein Tuch eintauchen und anschließend sehr kräftig auswringen. Es soll nur feucht sein.
- Flecken von außen nach innen vorsichtig abtupfen. Nicht kräftig reiben, da dadurch Schmutz tiefer in das Gewebe gelangen kann. Die behandelte Stelle anschließend mit einem zweiten, nur mit Wasser angefeuchteten und gut ausgewrungenen Tuch abtupfen.
- Die Oberfläche 20 bis 30 Minuten antrocknen lassen. Danach 3 bis 4 Esslöffel Natron dünn über die behandelte Zone verteilen und mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, liegen lassen.
- Das vollständig trockene Natron gründlich absaugen. Die Matratze erst wieder beziehen, wenn auch im Inneren keine Restfeuchtigkeit mehr spürbar ist.
Das Waschmittel hilft, fett- und schmutzhaltige Rückstände aus den oberflächlichen Fasern zu lösen. Natron eignet sich anschließend vor allem dazu, Gerüche zu reduzieren und oberflächliche Restfeuchtigkeit aufzunehmen.
Bei Latex-, Spezial- oder empfindlichen Schaummatratzen sollten immer zuerst die Pflegehinweise des Herstellers geprüft werden.
Gelbliche Schweißflecken gezielt behandeln
Bei älteren gelblichen Stellen reicht eine allgemeine Reinigung manchmal nicht aus. Dann 250 ml lauwarmes Wasser mit ½ Teelöffel mildem Flüssigwaschmittel mischen.
Ein weißes Tuch damit befeuchten, sehr gut auswringen und den Fleck wiederholt abtupfen. Etwa 10 Minuten einwirken lassen. Danach mit einem zweiten, leicht mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch die Reinigungsmittelreste aufnehmen.
Nicht versuchen, einen alten Fleck mit großen Mengen Wasser vollständig „auszuwaschen“. Besonders bei dicken Schaumstoffmatratzen kann eingeschlossene Feuchtigkeit nur langsam verdunsten.
Die behandelte Matratze anschließend bei guter Luftzirkulation mehrere Stunden trocknen lassen. Ein geöffnetes Fenster und eine aufrecht gestellte Matratze beschleunigen die Trocknung.
Natron gegen unangenehme Gerüche verwenden
Riecht die Matratze etwas muffig, obwohl keine starke Verschmutzung sichtbar ist, kann trockenes Natron helfen.
Für eine Einzelmatratze reichen ungefähr 100 bis 150 g Natron. Das Pulver möglichst gleichmäßig und dünn auf der vollständig trockenen Oberfläche verteilen. Mindestens 4 bis 6 Stunden liegen lassen; bei stärkeren Gerüchen kann es über Nacht einwirken.
Anschließend langsam und sorgfältig absaugen.
Natron neutralisiert bestimmte Geruchsstoffe und nimmt etwas Feuchtigkeit auf. Es desinfiziert eine Matratze jedoch nicht zuverlässig und ersetzt bei Schimmel oder hygienisch problematischen Verunreinigungen keine fachgerechte Behandlung.
Haustiere und kleine Kinder sollten während der Einwirkzeit nicht mit dem Pulver spielen oder es einatmen.
Körperflüssigkeiten möglichst schnell entfernen
Bei frischen Flecken durch Urin, Erbrochenes oder andere Körperflüssigkeiten zählt vor allem schnelles Handeln.
Zunächst möglichst viel Flüssigkeit mit saugfähigem Küchenpapier oder einem alten weißen Handtuch abtupfen, nicht reiben. Anschließend kann ein für Matratzen und Polster geeigneter Enzymreiniger verwendet werden. Er ist besonders bei organischen Rückständen sinnvoll.
Dosierung und Einwirkzeit unterscheiden sich je nach Produkt und sollten deshalb exakt nach Herstellerangabe eingehalten werden. Den Reiniger zunächst an einer unauffälligen Stelle testen.
Die Matratze danach vollständig trocknen lassen. Bleiben starke Gerüche bestehen oder ist viel Flüssigkeit tief eingedrungen, ist eine professionelle Reinigung sinnvoller als wiederholtes Durchnässen mit Hausmitteln.
Erneute Flecken mit einem Matratzenschoner verhindern
Nach der Reinigung spart ein waschbarer Matratzenschoner viel Arbeit. Besonders praktisch sind atmungsaktive Modelle, die bei mindestens 60 °C gewaschen werden dürfen, sofern Material und Pflegeetikett diese Temperatur zulassen.
Der Schoner sollte regelmäßig zusammen mit der Bettwäsche kontrolliert und bei sichtbaren Verschmutzungen sofort gewaschen werden. Zusätzlich hilft es, die Matratze morgens einige Zeit unbelastet auslüften zu lassen, bevor das Bett vollständig abgedeckt wird.
So kann während der Nacht entstandene Feuchtigkeit leichter entweichen.
Fehler, die man vermeiden sollte
Die Matratze durchnässen: Viel Wasser gelangt tief in Schaum und Polsterung. Dadurch verlängert sich die Trocknungszeit und ein dauerhaft feuchtes Inneres kann problematisch werden.
Flecken kräftig schrubben: Starkes Reiben kann Verschmutzungen verteilen und die Bezugsfasern beschädigen. Abtupfen ist normalerweise schonender.
Natron auf eine nasse Oberfläche geben: Es kann verklumpen und lässt sich anschließend schlechter entfernen. Die Oberfläche vorher antrocknen lassen.
Verschiedene Reiniger wahllos mischen: Haushaltschemikalien sollten grundsätzlich nicht miteinander kombiniert werden. Insbesondere Essig oder andere Säuren niemals mit chlorhaltiger Bleiche mischen, da gefährliches Chlorgas entstehen kann.
Eine noch feuchte Matratze beziehen: Erst Bettwäsche aufziehen, wenn die Matratze vollständig durchgetrocknet ist.
Für eine dauerhaft gepflegte Matratze
Die Matratze beim Wechseln der Bettwäsche kurz absaugen und auf neue Flecken kontrollieren. Frische Verschmutzungen sind wesentlich leichter zu entfernen als eingetrocknete.
Bei abnehmbarem Matratzenbezug gelten die Angaben auf dem Pflegeetikett. Manche Bezüge dürfen in die Waschmaschine, andere können einlaufen oder dürfen nur professionell gereinigt werden.
Wer stark schwitzt, Kinder im Bett schlafen lässt oder Haustiere hat, profitiert besonders von einem waschbaren Schutzbezug.
Kurz beantwortet
Kann Natron mehrere Stunden auf der Matratze bleiben?
Ja. Auf einer trockenen Matratze kann Natron normalerweise 4 bis 8 Stunden oder über Nacht einwirken. Danach muss es gründlich abgesaugt werden.
Verschwinden alte gelbe Flecken vollständig?
Nicht immer. Oberflächliche Rückstände lassen sich häufig deutlich aufhellen, tief eingezogene oder ältere Verfärbungen können jedoch sichtbar bleiben. Mehr Reiniger bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis.
Darf ich die Matratze mit sehr heißem Wasser reinigen?
Besser nicht. Lauwarmes Wasser reicht für die beschriebene Methode. Hitze und viel Feuchtigkeit können je nach Matratzenmaterial problematisch sein.
Wann sollte die Matratze nicht selbst gereinigt werden?
Bei sichtbarem Schimmel, großflächiger Durchfeuchtung, unbekannten starken Verschmutzungen oder tief eingedrungenen Körperflüssigkeiten ist eine professionelle Beurteilung sinnvoll. Bei ausgeprägtem Schimmelbefall kann aus hygienischen Gründen sogar ein Austausch erforderlich sein.
