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Urin in der Matratze: aufsaugen, reinigen, mit Natron nachtrocknen

Urin in der Matratze: aufsaugen, reinigen, mit Natron nachtrocknen

Ein Urinfleck auf der Matratze ist unangenehm, aber kein Grund, die Matratze gleich zu ersetzen. Entscheidend ist, möglichst schnell zu handeln und die Feuchtigkeit nicht noch tiefer ins Polster zu drücken. Mit saugfähigen Tüchern, einem geeigneten Reiniger und Natron lassen sich frische Flecken meist deutlich reduzieren und Gerüche zuverlässig bekämpfen. Auch ältere Stellen können behandelt werden. Wichtig sind dabei eine sparsame Flüssigkeitsmenge und eine vollständige Trocknung, damit sich im Inneren der Matratze keine dauerhafte Feuchtigkeit bildet.

Urinflecken aus der Matratze entfernen: So wird sie wieder sauber und frisch

Die wichtigste Methode: Urin aufnehmen, reinigen und mit Natron trocknen

Bei einem frischen Fleck besteht der erste Schritt immer darin, so viel Flüssigkeit wie möglich aufzunehmen.

Benötigt werden:

  • mehrere saubere, helle Baumwoll- oder Papiertücher
  • 250 ml kaltes bis lauwarmes Wasser
  • 250 ml weißer Haushaltsessig mit etwa 5 % Säure
  • eine Sprühflasche
  • 100–200 g Natron, abhängig von der Größe des Flecks
  • Staubsauger

So geht es:

  1. Bettwäsche sofort entfernen. Den Urinfleck mit trockenen Tüchern kräftig abtupfen. Nicht reiben: Dadurch verteilt sich die Flüssigkeit und kann tiefer in die Matratze gelangen.
  2. 250 ml Wasser und 250 ml Haushaltsessig mischen. Zuerst an einer unauffälligen Stelle testen. Die betroffene Fläche anschließend nur leicht besprühen. Die Matratze darf nicht durchnässt werden.
  3. Etwa 10–15 Minuten einwirken lassen und die Feuchtigkeit anschließend erneut gründlich mit sauberen Tüchern aufnehmen.
  4. Die noch leicht feuchte Stelle gleichmäßig mit 100–200 g Natron bedecken. Mindestens 8 Stunden, besser über Nacht, einwirken lassen.
  5. Das vollständig trockene Natron gründlich absaugen und die Matratze weiter offen auslüften lassen.

Die Behandlung war erfolgreich, wenn die Stelle nach vollständiger Trocknung weder deutlich riecht noch feucht ist. Essig hilft dabei, geruchsbildende Rückstände zu lösen, während Natron Feuchtigkeit aufnimmt und Gerüche bindet.

Bei empfindlichen Naturmaterialien, Latexmatratzen oder Matratzen mit speziellen Herstellerbeschichtungen sollte vorher die Pflegeanleitung geprüft werden.

Bei hartnäckigem Uringeruch einen Enzymreiniger verwenden

Bleibt nach dem Trocknen ein deutlicher Uringeruch zurück, ist ein für Matratzen oder Polster geeigneter Enzymreiniger oft die bessere Wahl. Enzyme können organische Bestandteile des Urins abbauen, statt den Geruch lediglich zu überdecken.

Zuerst die Gebrauchsanweisung des Produkts prüfen und an einer verdeckten Stelle testen. Den Reiniger nur in der vom Hersteller angegebenen Menge auf die betroffene Fläche geben. Viele Produkte benötigen 10–30 Minuten, einige deutlich länger. Deshalb gilt hier die auf dem Etikett angegebene Einwirkzeit.

Anschließend überschüssige Feuchtigkeit mit einem sauberen Tuch aufnehmen und die Matratze vollständig trocknen lassen. Enzymreiniger sind besonders bei älteren Flecken sowie wiederholten Verschmutzungen durch Kinder oder Haustiere sinnvoll.

Enzymreiniger nicht gleichzeitig mit Essig, Desinfektionsmitteln oder anderen Reinigern verwenden, da diese die Enzyme beeinträchtigen können.

Eingetrocknete Flecken richtig behandeln

Bei einem alten Fleck sollte die Matratze ebenfalls möglichst wenig durchnässt werden. Zunächst 200 ml lauwarmes Wasser mit 200 ml weißem Haushaltsessig mischen und die betroffene Fläche sparsam anfeuchten.

Nach 15 Minuten die Flüssigkeit mit einem trockenen Tuch aufnehmen. Anschließend eine etwa 2–3 mm dünne Schicht Natron aufstreuen und mindestens 8–12 Stunden liegen lassen. Danach gründlich absaugen.

Ist der Fleck zwar heller geworden, riecht aber weiterhin nach Urin, die Matratze zunächst vollständig trocknen lassen und erst danach einen geeigneten Enzymreiniger verwenden. Mehrere verschiedene Mittel unmittelbar nacheinander aufzutragen ist dagegen keine gute Idee.

Bei sehr alten Verfärbungen kann trotz erfolgreicher Geruchsentfernung ein leichter Schatten im Stoff zurückbleiben. Gegen solche gelblichen Ränder hilft Gelbe Flecken aus der Matratze entfernen: So wird sie wieder sichtbar sauber.

Die Matratze nach der Reinigung vollständig trocknen

Dieser Schritt wird häufig unterschätzt. Eine Matratze kann sich an der Oberfläche bereits trocken anfühlen, obwohl tiefer liegende Schichten noch feucht sind.

Nach der Reinigung die Matratze möglichst hochkant oder gut belüftet aufstellen. Fenster öffnen und für Luftzirkulation sorgen. Ein Ventilator kann den Vorgang beschleunigen. Je nach verwendeter Flüssigkeitsmenge sollte die Matratze 12–24 Stunden trocknen.

Erst wieder Bettwäsche aufziehen, wenn die behandelte Stelle auch bei kräftigem Druck mit einem trockenen Tuch keine Feuchtigkeit mehr abgibt.

Keine starke Hitze direkt auf Schaumstoff oder Latex richten. Sehr heiße Föhnluft kann Materialien und Verklebungen beschädigen.

Erneute Verschmutzungen einfacher verhindern

Nach vollständiger Trocknung lohnt sich ein waschbarer, wasserdichter Matratzenschoner. Er verhindert zwar keine Missgeschicke, schützt aber den Matratzenkern und lässt sich wesentlich leichter reinigen.

Der Schoner sollte atmungsaktiv sein und entsprechend dem Pflegeetikett regelmäßig gewaschen werden. Bei Kindern oder Pflegebedürftigen kann es sinnvoll sein, einen zweiten sauberen Schoner griffbereit zu halten.

Bei Haustieren sollte außerdem geprüft werden, warum wiederholt dieselbe Stelle benutzt wird. Ein verbleibender Uringeruch kann Tiere dazu veranlassen, erneut dort zu urinieren. In diesem Fall ist eine gründliche Behandlung mit einem geeigneten Enzymreiniger besonders wichtig.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Den Fleck kräftig reiben: Dadurch verteilt sich die Flüssigkeit und kann tiefer in die Matratze eindringen. Immer tupfen und Flüssigkeit aufnehmen.

Die Matratze durchnässen: Zu viel Wasser verlängert die Trocknungszeit erheblich und erhöht das Risiko für Feuchtigkeit im Matratzenkern.

Essig und Chlorbleiche mischen: Diese Kombination ist gefährlich, weil giftiges Chlorgas entstehen kann. Chlorbleiche sollte für diese Methode überhaupt nicht verwendet werden.

Natron auf einer nassen Matratze absaugen: Es kann verklumpen und sich im Gewebe festsetzen. Erst absaugen, wenn alles vollständig trocken ist.

Die Matratze zu früh beziehen: Eingeschlossene Restfeuchtigkeit begünstigt unangenehme Gerüche und kann Schimmelbildung fördern.

Für andere Situationen

Bei einem kleinen frischen Fleck genügt häufig die Hälfte der angegebenen Reinigungsmenge. Entscheidend ist, die Matratze nicht unnötig nass zu machen.

Abnehmbare Matratzenbezüge sollten nach Herstellerangabe separat gewaschen werden. Vorher unbedingt das Pflegeetikett kontrollieren.

Bei großflächiger Durchfeuchtung oder einem Fleck, der tief in eine dicke Matratze eingezogen ist, kann eine professionelle Polsterreinigung sinnvoller sein als wiederholtes Einweichen zu Hause.

Fragen und Antworten

Kann man Natron über Nacht auf der Matratze lassen?

Ja. 8–12 Stunden Einwirkzeit sind sinnvoll. Die Matratze sollte währenddessen gut belüftet sein. Anschließend das trockene Pulver sorgfältig absaugen.

Verschwindet ein alter Urinfleck vollständig?

Nicht immer. Geruch und Rückstände lassen sich häufig deutlich reduzieren, eine ältere Verfärbung kann jedoch sichtbar bleiben. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Reinigung wirkungslos war. Wie weit sich ältere Verfärbungen noch aufhellen lassen, zeigt Vergilbte Matratze? Mit dieser einfachen Methode werden Flecken schonend entfernt.

Ist heißes Wasser besser gegen Urin?

Nein. Kaltes bis lauwarmes Wasser ist für die erste Behandlung ausreichend. Außerdem sollte möglichst wenig Flüssigkeit verwendet werden, damit die Matratze schnell wieder vollständig trocknet.

Was hilft am besten gegen hartnäckigen Uringeruch?

Ein für Matratzen und Polster geeigneter Enzymreiniger ist besonders zweckmäßig, weil er organische Urinrückstände abbauen kann. Er sollte genau nach Herstellerangabe verwendet und nicht gleichzeitig mit anderen Reinigungsmitteln gemischt werden.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.