Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Wäsche & Textilien

Vergraute Gartenmöbel aus Holz reinigen, anschleifen und neu ölen

Vergraute Gartenmöbel aus Holz reinigen, anschleifen und neu ölen

Sonne, Regen und Temperaturschwankungen setzen Gartenmöbeln aus Holz sichtbar zu. Mit der Zeit wird die Oberfläche grau, rau und fleckig, obwohl das Möbelstück oft noch völlig stabil ist. Statt Stuhl oder Tisch vorschnell zu ersetzen, lässt sich unbehandeltes oder ehemals geöltes Holz häufig reinigen, leicht anschleifen und anschließend neu ölen. Entscheidend sind das richtige Vorgehen, ausreichend Trockenzeit und ein geeignetes Holzöl. So kommt die natürliche Maserung wieder zur Geltung und das Holz ist besser gegen Feuchtigkeit geschützt.

Verwitterte Gartenmöbel aus Holz auffrischen: So wird graues Holz wieder gepflegt und wetterfest

Graues Gartenholz reinigen, schleifen und neu ölen

Bei stark verwitterten Holzlatten ist eine Kombination aus Reinigung, leichtem Schleifen und anschließendem Ölen meist sinnvoller als das bloße Auftragen einer neuen Ölschicht.

Das wird benötigt:

  • 1 Liter lauwarmes Wasser
  • 10–15 ml mildes Spülmittel
  • weiche Bürste
  • Schleifpapier Körnung 120 und 180
  • trockenes Baumwolltuch
  • geeignetes Gartenmöbel- oder Terrassenöl
  • Pinsel oder fusselfreies Tuch
  • Schutzhandschuhe

So geht es:

  1. Reinigen: 10–15 ml Spülmittel mit 1 Liter lauwarmem Wasser vermischen. Das Holz mit einer weichen Bürste in Richtung der Maserung reinigen. Anschließend mit wenig klarem Wasser nachwischen.
  2. Trocknen lassen: Das Möbelstück mindestens 24 bis 48 Stunden an einem trockenen, luftigen Platz stehen lassen. Das Holz muss vor dem Schleifen vollständig trocken sein.
  3. Anschleifen: Stark aufgeraute Flächen zunächst vorsichtig mit Körnung 120 bearbeiten. Danach mit Körnung 180 glätten. Immer in Faserrichtung schleifen und anschließend sämtlichen Schleifstaub entfernen.
  4. Ölen: Das passende Holzöl nach Herstellerangabe dünn in Faserrichtung auftragen. Nach der angegebenen Einwirkzeit überschüssiges Öl vollständig mit einem fusselfreien Tuch abnehmen.
  5. Aushärten lassen: Das Möbelstück erst wieder benutzen, wenn die vom Hersteller angegebene Trocknungs- beziehungsweise Aushärtezeit erreicht ist.

Das Ergebnis ist gelungen, wenn die Oberfläche gleichmäßig aussieht, sich trocken statt klebrig anfühlt und die Holzmaserung wieder deutlich hervortritt.

Bei Grünbelag zuerst gründlich reinigen

Stehen Gartenmöbel lange im Schatten oder unter Bäumen, können sich auf feuchtem Holz grünliche Beläge bilden. Diese sollten vor jeder weiteren Behandlung entfernt werden.

Für leichte Verschmutzungen reichen 1 Liter warmes Wasser und etwa 15 ml mildes Spülmittel. Die Lösung mit einer weichen Bürste auftragen und das Holz entlang der Maserung bearbeiten. Etwa 5 Minuten feucht halten, aber nicht stundenlang einweichen. Danach mit klarem Wasser nachwischen.

Anschließend mindestens 24 Stunden trocknen lassen.

Bei starkem biologischem Bewuchs ist ein für die jeweilige Holzart geeigneter Außenholzreiniger nach Herstellerangabe die bessere Wahl. Erst wenn das Holz sauber und vollständig trocken ist, sollte geschliffen oder geölt werden.

Stark vergrautes Holz vorsichtig abschleifen

Die silbergraue Farbe von Gartenholz entsteht hauptsächlich durch die Bewitterung der obersten Holzschicht. Sie bedeutet nicht automatisch, dass das Holz beschädigt ist.

Wer den wärmeren ursprünglichen Holzton zurückholen möchte, kann die oberste verwitterte Schicht vorsichtig abschleifen.

Bei einem stabilen Massivholzmöbel zunächst mit Körnung 120 arbeiten. Nur so viel Material entfernen, bis die Oberfläche gleichmäßiger erscheint. Anschließend mit Körnung 180 nachschleifen.

Keine grobe Körnung verwenden, wenn sie nicht erforderlich ist. Besonders an Kanten kann sonst schnell zu viel Holz abgetragen werden.

Diese Methode eignet sich nicht ohne Weiteres für furnierte Bauteile. Auch lackierte Möbel müssen anders behandelt werden: Hier muss zunächst geklärt werden, welcher Altanstrich vorhanden ist und ob er vollständig entfernt werden soll.

Das richtige Öl macht den Unterschied

Nach dem Schleifen benötigt Außenholz einen geeigneten Oberflächenschutz. Dafür sollte ein für Gartenmöbel und die jeweilige Holzart vorgesehenes Außenöl verwendet werden.

Die benötigte Menge hängt vom Produkt und von der Saugfähigkeit des Holzes ab. Deshalb ist hier die Herstellerangabe genauer als eine pauschale Dosierung.

Öl immer sehr dünn auftragen. Nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit – je nach Produkt beispielsweise 10 bis 30 Minuten – nicht eingezogenes Öl mit einem fusselfreien Tuch vollständig abnehmen.

Zu dick aufgetragenes Öl schützt nicht besser. Stattdessen kann eine klebrige, ungleichmäßige Oberfläche entstehen.

Ölgetränkte Lappen können sich unter ungünstigen Bedingungen selbst erhitzen. Sie deshalb niemals zusammengeknüllt liegen lassen. Die Entsorgungs- und Sicherheitshinweise des Ölherstellers genau beachten.

So bleibt das Holz länger schön

Gartenmöbel müssen nicht jedes Frühjahr komplett abgeschliffen werden. Eine regelmäßige Pflege verhindert, dass die Oberfläche überhaupt so stark verwittert.

Zu Beginn und Ende der Gartensaison das Holz kontrollieren. Ist die Oberfläche trocken, rau oder nimmt Wasser sofort auf, kann eine erneute Pflege sinnvoll sein.

Vor jedem Nachölen muss das Möbelstück sauber und trocken sein. Eine neue Ölschicht auf Schmutz oder feuchtem Holz führt häufig zu einem fleckigen Ergebnis.

Im Winter Möbel möglichst trocken und luftig unterstellen. Eine Abdeckung sollte nicht dauerhaft luftdicht am Holz anliegen, da eingeschlossene Feuchtigkeit Schimmel und Verfärbungen begünstigen kann.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Öl direkt auf graues, schmutziges Holz streichen: Verschmutzungen bleiben darunter sichtbar und das Öl zieht ungleichmäßig ein.

Feuchtes Holz behandeln: Eingeschlossene Feuchtigkeit kann die Trocknung beeinträchtigen und zu einem ungleichmäßigen Ergebnis führen.

Gegen die Maserung schleifen: Dadurch entstehen sichtbare Schleifspuren, die nach dem Ölen sogar stärker auffallen können.

Zu viel Öl verwenden: Eine dicke Schicht trocknet schlechter und kann klebrig bleiben. Überschüsse deshalb immer entfernen.

Einen Hochdruckreiniger aus kurzer Entfernung einsetzen: Ein zu harter Wasserstrahl kann Holzfasern aufstellen und die Oberfläche beschädigen.

Für eine noch bessere Pflege

Bei einem Tisch oder einer kompletten Sitzgruppe zuerst eine unauffällige Stelle behandeln. So lässt sich prüfen, wie stark sich der Farbton durch Schleifen und Öl verändert.

Armlehnen und waagerechte Flächen besonders kontrollieren, da dort Wasser länger stehen bleiben kann.

Metallrahmen separat reinigen. Holzöl sollte nicht unnötig auf lackierten oder pulverbeschichteten Metallteilen verteilt werden.

Fragen und Antworten

Muss vergrautes Gartenholz immer geschliffen werden?

Nein. Die graue Patina kann belassen werden, wenn sie gefällt und das Holz gesund ist. Schleifen ist vor allem sinnvoll, wenn wieder ein gleichmäßigerer natürlicher Holzton gewünscht wird oder die Oberfläche stark aufgeraut ist.

Wie lange muss das Holz nach dem Waschen trocknen?

Bei trockenem Wetter mindestens 24 Stunden, bei hoher Luftfeuchtigkeit oder dickeren Holzteilen besser 48 Stunden oder länger.

Kann ich Speiseöl für Gartenmöbel verwenden?

Besser nicht. Verwenden Sie ein ausdrücklich für Außenholz beziehungsweise Gartenmöbel vorgesehenes Pflegeöl. Speiseöle sind nicht als dauerhafter Holzschutz formuliert.

Wie oft sollte ein Gartenstuhl neu geölt werden?

Das hängt von Holzart, Standort, Witterung und verwendetem Produkt ab. Statt nach einem starren Kalender vorzugehen, sollte die Oberfläche regelmäßig kontrolliert und entsprechend den Herstellerangaben des Pflegeöls nachbehandelt werden.

Stehen daneben Kunststoffmöbel, hilft der Beitrag Vergilbte Gartenmöbel aus Kunststoff wieder weiß bekommen. Für die Tischplatte gibt es eine eigene Methode, mit der eine vergraute Kunststoff-Gartentischplatte wieder sauber wird, und Grünbelag auf glatten Außenflächen ist beim GFK-Boot ausführlich beschrieben.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.