Ein Korken im Kühlschrank: Was er tatsächlich kann – und was gegen Feuchtigkeit und Gerüche besser hilft
Ein Weinkorken im Kühlschrank wird häufig als einfacher Haushaltstrick gegen Feuchtigkeit oder unangenehme Gerüche empfohlen. Naturkork besitzt tatsächlich eine poröse Struktur und kann geringe Mengen Feuchtigkeit beziehungsweise Geruchsstoffe aufnehmen. Seine Wirkung in einem ganzen Kühlschrank ist jedoch begrenzt. Wer Kondenswasser, muffige Gerüche oder verdorbene Lebensmittel vermeiden möchte, sollte den Korken deshalb höchstens als Ergänzung betrachten. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Problem wesentlich zuverlässiger beheben.

Einen Naturkorken richtig im Kühlschrank verwenden
Für diesen Versuch sollte ausschließlich ein sauberer, trockener Naturkorken verwendet werden. Kunststoff- oder Verbundstopfen besitzen nicht dieselben Materialeigenschaften. Ein einzelner Korken kann aufgrund seiner kleinen Oberfläche allerdings keine große Menge Feuchtigkeit aufnehmen oder starke Kühlschrankgerüche beseitigen.
Benötigt werden:
- 1 sauberer Naturkorken
- etwas warmes Wasser
- ein sauberes Tuch
- eine kleine Untertasse
So geht es:
- Den Korken zunächst kontrollieren. Er darf weder Schimmel noch einen muffigen Geruch aufweisen.
- Verschmutzungen kurz mit warmem Wasser abspülen und den Korken anschließend mindestens 24 Stunden vollständig trocknen lassen.
- Den trockenen Korken auf eine kleine Untertasse legen und auf einer freien Kühlschrankablage platzieren.
- Nach 3 bis 7 Tagen prüfen, ob er feucht geworden ist oder selbst unangenehm riecht.
- Einen feuchten, verfärbten oder muffigen Korken entfernen und entsorgen.
Die poröse Zellstruktur von Naturkork erklärt, warum er geringfügig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Einen deutlich feuchten Kühlschrank kann ein einzelner Stopfen jedoch nicht trocknen. Bei regelmäßigem Kondenswasser muss deshalb die Ursache gesucht werden.
Natron gegen leichte Kühlschrankgerüche einsetzen
Für Gerüche ist Natron in der Regel sinnvoller als ein Korken. Natriumhydrogencarbonat kann bestimmte geruchsbildende saure Verbindungen neutralisieren und bietet als Pulver in einer offenen Schale eine wesentlich größere Oberfläche.
Etwa 50 bis 100 g Natron in eine breite, flache Schale geben und diese auf eine stabile Ablage stellen. Das Pulver nicht direkt neben unverpackte feuchte Lebensmittel stellen und darauf achten, dass Kinder es nicht erreichen können.
Die Schale kann mehrere Wochen im Kühlschrank bleiben. Sobald das Pulver feucht oder verschmutzt ist, sollte es ausgetauscht werden. Bei starken Gerüchen zunächst nach der Ursache suchen: Verdorbene Lebensmittel müssen entsorgt und ausgelaufene Flüssigkeiten entfernt werden.
Wichtig: Natron überdeckt verdorbene Lebensmittel nicht und ersetzt keine Reinigung. Das verwendete Pulver anschließend nicht zum Kochen oder Backen benutzen.
Kondenswasser mit der richtigen Kühlschranktemperatur reduzieren
Wenn sich regelmäßig Wassertropfen an Rückwand oder Ablagen bilden, liegt das Problem normalerweise nicht daran, dass ein saugfähiges Material fehlt. Häufig gelangen zu viel warme Luft oder feuchte Lebensmittel in den Innenraum.
Die Temperatur im mittleren Bereich des Kühlschranks sollte ungefähr 4 bis 5 °C betragen. Am zuverlässigsten lässt sich das mit einem Kühlschrankthermometer kontrollieren. Stellen Sie dafür ein Thermometer auf die mittlere Ablage und prüfen Sie die Anzeige nach etwa 12 bis 24 Stunden.
Warme Speisen sollten erst nach ausreichendem Abkühlen in den Kühlschrank gestellt werden. Verderbliche Speisen dabei aus hygienischen Gründen nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen lassen. Feuchte oder angeschnittene Lebensmittel gehören in geeignete geschlossene Behälter.
Auch langes Offenstehen der Kühlschranktür bringt warme, feuchte Raumluft hinein. Kondenswasser kann dann trotz Korken entstehen.
Ablauföffnung und Türdichtung kontrollieren
Bei vielen Kühlschränken läuft Kondenswasser über eine kleine Öffnung an der Rückwand ab. Ist dieser Ablauf verstopft, kann sich Wasser am Boden oder unter den Gemüsefächern sammeln.
Den Kühlschrank zunächst gemäß Herstellerhinweisen sichern beziehungsweise ausschalten. Die Ablauföffnung suchen und sichtbare Lebensmittelreste vorsichtig entfernen. Zum Reinigen reichen häufig 100 bis 200 ml handwarmes Wasser und ein weiches Tuch beziehungsweise ein dafür vorgesehenes Reinigungswerkzeug.
Keine scharfen Metallgegenstände tief in die Öffnung stecken. Sie könnten Bauteile beschädigen.
Anschließend die Türdichtung kontrollieren. Sie sollte sauber, elastisch und rundherum dicht anliegen. Verschmutzungen mit 500 ml warmem Wasser und etwa 5 ml mildem Spülmittel abwischen, danach mit klarem Wasser nachwischen und trocknen.
Bleibt ungewöhnlich viel Wasser zurück, obwohl Ablauf und Dichtung in Ordnung sind, sollte die Bedienungsanleitung des Geräts geprüft oder ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Kühlschrankgerüche an der Quelle beseitigen
Ein Geruchsabsorber hilft wenig, solange die eigentliche Ursache im Kühlschrank bleibt. Deshalb zuerst sämtliche Lebensmittel kontrollieren und verdorbene Produkte entsorgen.
Herausnehmbare Ablagen können entsprechend den Herstellerangaben mit warmem Wasser und etwas Spülmittel gereinigt werden. Für 1 Liter Wasser reichen etwa 5 ml mildes Handspülmittel. Anschließend mit sauberem Wasser nachwischen und vollständig trocknen.
Bei Glasplatten sollte man starke Temperatursprünge vermeiden: Eine sehr kalte Glasablage nicht unmittelbar mit heißem Wasser behandeln.
Unnötige Kombinationen verschiedener Hausmittel sind ebenfalls zu vermeiden. Insbesondere dürfen chlorhaltige Reiniger niemals mit Säuren wie Essig oder Zitronensäure vermischt werden, da gefährliches Chlorgas entstehen kann.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Vom Korken eine starke Entfeuchtung erwarten: Seine Aufnahmekapazität ist viel zu gering, um ein echtes Feuchtigkeitsproblem im Kühlschrank zu beheben.
Einen gebrauchten, feuchten Korken hineinlegen: Ein verschmutzter oder muffiger Stopfen kann selbst unerwünschte Gerüche oder Verunreinigungen einbringen.
Gerüche nur überdecken: Ein ungewöhnlicher Geruch kann auf ausgelaufene Flüssigkeiten oder verdorbene Lebensmittel hinweisen. Die Ursache muss zuerst entfernt werden.
Die Temperatur extrem niedrig einstellen: Kälter ist nicht automatisch besser. Lebensmittel können teilweise gefrieren, während die Ursache von Kondenswasser bestehen bleibt.
Reinigungsmittel miteinander mischen: Haushaltsreiniger grundsätzlich nur entsprechend ihrer Gebrauchsanweisung verwenden.
Für noch bessere Ergebnisse
Lagern Sie stark riechende Lebensmittel in gut schließenden Behältern. Das verhindert Geruchsübertragung wirksamer als ein einzelner Korken.
Kontrollieren Sie außerdem regelmäßig Lebensmittelreste unter Gemüsefächern und an schwer sichtbaren Stellen. Kleine ausgelaufene Mengen können dort lange unbemerkt bleiben.
Wer den Korkentrick ausprobieren möchte, kann ihn als zusätzliche Maßnahme verwenden. Bei dauerhaftem Kondenswasser sollte jedoch immer die technische oder nutzungsbedingte Ursache geklärt werden.
Häufige Fragen
Entfernt ein Korken wirklich schlechte Gerüche?
Ein Naturkorken kann aufgrund seiner porösen Oberfläche geringe Mengen bestimmter Stoffe aufnehmen. Für eine zuverlässige Geruchsbeseitigung im gesamten Kühlschrank ist seine Wirkung jedoch zu begrenzt.
Wie lange darf der Korken im Kühlschrank bleiben?
Kontrollieren Sie ihn nach 3 bis 7 Tagen. Wird er feucht, verfärbt oder riecht muffig, sollte er entfernt werden.
Kann ich mehrere Korken verwenden?
Das vergrößert zwar die Oberfläche, löst aber weder einen verstopften Kondenswasserablauf noch eine undichte Tür oder verdorbene Lebensmittel. Mehr Korken ersetzen deshalb keine Ursachenbehebung.
Was hilft bei dauerhaftem Wasser im Kühlschrank?
Prüfen Sie zuerst Temperatur, Türdichtung, Kondenswasserablauf und die Lagerung feuchter Lebensmittel. Tritt weiterhin ungewöhnlich viel Wasser auf, sollten die Herstellerhinweise beachtet und gegebenenfalls ein Fachbetrieb eingeschaltet werden.


