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Bad & Sanitär

Abfluss verschmutzt oder langsam? So reinigst du ihn gründlich – ohne riskante Hausmittel-Mischungen

Abfluss verschmutzt oder langsam? So reinigst du ihn gründlich – ohne riskante Hausmittel-Mischungen

Abfluss verschmutzt oder langsam? So reinigst du ihn gründlich – ohne riskante Hausmittel-Mischungen

Ein langsam ablaufender Abfluss, unangenehme Gerüche oder dunkle Ablagerungen rund um das Sieb sind im Bad keine Seltenheit. Haare, Seifenreste und Hautfette sammeln sich mit der Zeit im Ablauf und können den Wasserfluss deutlich behindern. Grobes Salz und heißes Wasser können bei leichten Ablagerungen unterstützen, ersetzen bei einer echten Verstopfung aber nicht die mechanische Reinigung. Mit der richtigen Reihenfolge lässt sich ein verschmutzter Abfluss meist schnell säubern, ohne aggressive oder unnötig komplizierte Mischungen einzusetzen.

Abfluss verschmutzt oder langsam? So reinigst du ihn gründlich – ohne riskante Hausmittel-Mischungen

Die wichtigste Methode: Erst mechanisch reinigen, dann heiß nachspülen

Der wirksamste erste Schritt besteht darin, sichtbare Haare und Ablagerungen tatsächlich aus dem Abfluss zu entfernen.

Du brauchst:

  • Gummihandschuhe
  • einen schmalen Abflussreiniger aus Kunststoff oder eine kleine Reinigungsbürste
  • 1–2 Liter heißes, aber nicht kochendes Wasser
  • 1 Teelöffel mildes Spülmittel
  • einen alten Lappen

So gehst du vor:

  1. Entferne das Abflusssieb, sofern es sich problemlos herausnehmen lässt. Ziehe sichtbare Haare und Seifenreste mit Handschuhen oder einem geeigneten Kunststoffwerkzeug heraus.
  2. Reinige Sieb und erreichbare Bereiche mit warmem Wasser und der Bürste.
  3. Gib 1 Teelöffel Spülmittel in etwa 1 Liter heißes Wasser und gieße es langsam in den Abfluss. Das hilft besonders bei fettigen Seifenablagerungen.
  4. Warte etwa 5 Minuten und spüle anschließend mit einem weiteren Liter warmem bis heißem Wasser nach.

Der Unterschied sollte unmittelbar erkennbar sein: Das Wasser läuft schneller ab und sichtbare Ablagerungen am Ablauf sind verschwunden.

Bei Kunststoffrohren sollte kein kochendes Wasser verwendet werden. Sehr heißes Wasser aus dem Wasserhahn reicht normalerweise aus.

Grobes Salz: sinnvoll nur bei leichten Ablagerungen

Grobes Salz wird traditionell zur Abflussreinigung empfohlen. Man sollte seine Wirkung allerdings realistisch einschätzen: Es löst weder Haare noch eine massive Verstopfung auf.

Bei einem frei laufenden, aber leicht verschmutzten Abfluss kannst du 2 Esslöffel grobes Salz direkt in den Ablauf geben. Anschließend langsam etwa 500 ml heißes Wasser nachgießen. Lass das Ganze ungefähr 10 Minuten stehen und spüle danach mit weiteren 500 ml warmem Wasser nach.

Das Salz kann zusammen mit dem Wasser lose Ablagerungen wegspülen. Bei einem vollständig blockierten Rohr bringt diese Methode dagegen wenig.

Wiederhole sie nicht ständig in der Hoffnung, eine tiefe Verstopfung aufzulösen. Bleibt das Wasser stehen, ist eine mechanische Reinigung die bessere Wahl.

Natron gegen leichte Gerüche einsetzen

Wenn der Abfluss normal funktioniert, aber unangenehm riecht, kann Natron hilfreich sein.

Gib etwa 2 Esslöffel beziehungsweise 30 g Natron in den trockenen Ablauf. Lass es ungefähr 15–30 Minuten liegen und spüle anschließend mit 1 Liter heißem Wasser nach.

Natron ist leicht alkalisch und kann bei bestimmten organischen und fettigen Rückständen unterstützen. Es ist jedoch kein Ersatz für das Entfernen von Haaren oder größeren Ablagerungen.

Es ist auch nicht notwendig, anschließend Essig darüberzugießen. Natron und Essig reagieren zwar sichtbar miteinander, neutralisieren sich dabei aber teilweise. Das eindrucksvolle Sprudeln bedeutet deshalb nicht automatisch eine bessere Rohrreinigung.

Natron außerdem niemals gleichzeitig mit handelsüblichen chemischen Abflussreinigern verwenden.

Das Abflusssieb regelmäßig separat säubern

Ein sauberer Abfluss beginnt bereits am Sieb. Dort sammeln sich Haare, Seifenreste und Schmutz, bevor sie tiefer in das Rohr gelangen.

Nimm das herausnehmbare Sieb etwa einmal pro Woche heraus. Weiche es für 10 Minuten in einer Schüssel mit etwa 1 Liter warmem Wasser und 1 Teelöffel Spülmittel ein.

Danach mit einer alten Zahnbürste oder kleinen Reinigungsbürste die Öffnungen bearbeiten, gründlich abspülen und wieder einsetzen.

Bei Edelstahl funktioniert diese milde Methode sehr gut. Bei beschichteten oder empfindlichen Metallteilen sollte auf Scheuerschwämme und abrasive Pulver verzichtet werden, da diese sichtbare Kratzer verursachen können.

Bei einer echten Verstopfung hilft Mechanik besser

Steht das Wasser bereits in Dusche oder Waschbecken, sollte nicht immer mehr Salz, Natron oder Reiniger hineingeschüttet werden.

Entferne zuerst erreichbare Haare. Bei einem Waschbecken kann anschließend ein Pümpel eingesetzt werden. Etwas Wasser sollte dabei den Gummiteller bedecken. Verschließe einen vorhandenen Überlauf mit einem feuchten Tuch und bewege den Pümpel etwa 10–15 Mal kräftig auf und ab.

Bei tieferen Verstopfungen kann eine geeignete Rohrreinigungsspirale erforderlich sein. Wer damit keine Erfahrung hat oder bei alten Rohrleitungen unsicher ist, sollte einen Fachbetrieb beauftragen.

Fehler, die du vermeiden solltest

Kochendes Wasser ungeprüft verwenden: Sehr hohe Temperaturen können bestimmte Kunststoffleitungen, Dichtungen oder empfindliche Installationen belasten.

Essig mit chlorhaltigem Reiniger mischen: Dabei kann gefährliches Chlorgas entstehen. Diese Produkte niemals miteinander kombinieren.

Mehrere Abflussreiniger nacheinander einsetzen: Unterschiedliche chemische Produkte können gefährlich miteinander reagieren.

Salz als Lösung für jede Verstopfung betrachten: Haare und kompakte Pfropfen müssen normalerweise mechanisch entfernt werden.

Das Problem nur mit Duftmitteln überdecken: Wiederkehrender Geruch kann auf Ablagerungen, einen trockenen Geruchsverschluss oder ein anderes Sanitärproblem hinweisen.

Für ein dauerhaft sauberes Abflussrohr

Ein feines Haarsieb verhindert, dass größere Mengen Haare überhaupt in den Duschablauf gelangen.

Entferne sichtbare Haare möglichst nach jedem Duschen und reinige das Sieb wöchentlich. Das ist wesentlich effektiver als eine aufwendige Behandlung erst dann, wenn das Wasser kaum noch abläuft.

Bei längerer Nichtbenutzung kann außerdem Wasser im Geruchsverschluss verdunsten. Etwas Wasser in den Abfluss zu geben kann dann bereits gegen Kanalgeruch helfen.

Häufige Fragen

Kann grobes Salz einen verstopften Abfluss öffnen?

Bei einer echten Verstopfung meistens nicht. Salz eignet sich höchstens als unterstützende Maßnahme bei leichten Ablagerungen. Haare und feste Pfropfen sollten mechanisch entfernt werden.

Sollte ich Salz, Natron und Essig gleichzeitig verwenden?

Nein. Eine komplizierte Mischung ist nicht nötig. Verwende die Mittel gezielt und niemals zusammen mit chemischen Abflussreinigern.

Wie oft sollte ich einen Duschabfluss reinigen?

Sichtbare Haare am besten nach Bedarf beziehungsweise nach dem Duschen entfernen. Eine gründlichere Reinigung des Siebs etwa einmal pro Woche verhindert größere Ablagerungen.

Wann sollte ein Installateur kommen?

Wenn Wasser trotz Entfernung sichtbarer Ablagerungen und mechanischer Reinigung weiterhin kaum abläuft, mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen sind oder ungewöhnliche Kanalgerüche und Geräusche auftreten, sollte die Ursache fachgerecht überprüft werden.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.