Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Bad & Sanitär

Haare und Schmutz aus dem Abflussloch im Waschbecken holen

Haare und Schmutz aus dem Abflussloch im Waschbecken holen

Ein kurzer Blick mit der Taschenlampe in die Ablauföffnung genügt meistens: Wenige Zentimeter unter dem Rand sitzt ein grauer, schmieriger Pfropf aus Haaren, Seifenresten und Hautfett. Er ist der Grund dafür, dass das Wasser nur noch zäh abläuft und beim Zähneputzen ein muffiger Geruch nach oben steigt. Scharfe Rohrreiniger braucht es dafür in aller Regel nicht, denn der Schmutz sitzt genau dort, wo man ihn erreichen kann. Heißes Wasser, eine schmale Bürste und ein Spritzer Spülmittel genügen für die übliche Verschmutzung.

Abflussloch im Waschbecken gründlich reinigen: So werden Haare, Schmutz und Gerüche entfernt

So lösen Sie das Problem: Haare entfernen und den Abfluss mechanisch reinigen

Für einen normal verschmutzten Waschbeckenabfluss braucht man keine komplizierte Mischung. Die Kombination aus mechanischer Reinigung, heißem Wasser und einem fettlösenden Spülmittel reicht häufig aus.

Benötigt werden:

  • 1 Paar Haushaltshandschuhe
  • eine Pinzette oder kleine Abflusszange
  • eine schmale Abfluss- oder Flaschenbürste
  • etwa 1 Liter heißes Wasser
  • 1 Esslöffel Spülmittel
  • ein sauberes Tuch

So geht es:

  1. Haare und groben Schmutz entfernen. Den Stopfen oder das herausnehmbare Sieb abnehmen. Sichtbare Haare mit einer Pinzette herausziehen und im Hausmüll entsorgen. Nicht weiter in den Abfluss drücken.
  2. Fettige Rückstände lösen. Einen Esslöffel Spülmittel direkt in den Abfluss geben. Anschließend langsam etwa 500 ml heißes Wasser nachgießen. Das Wasser sollte sehr heiß, aber nicht zwingend kochend sein. Fünf Minuten warten.
  3. Innenflächen bürsten. Mit einer schmalen Bürste die erreichbaren Innenwände und den Bereich unmittelbar unter der Ablauföffnung kräftig bearbeiten. Dort sitzt häufig ein dunkler Biofilm aus Seifen-, Haut- und Fettrückständen.
  4. Gründlich nachspülen. Weitere 500 ml heißes Wasser langsam nachgießen. Danach den sichtbaren Metallrand und das Waschbecken mit einem feuchten Tuch reinigen und trockenreiben.

Die Reinigung hat funktioniert, wenn sichtbare Ablagerungen verschwunden sind, das Wasser ungehindert abläuft und keine auffälligen Gerüche mehr aus der Ablauföffnung kommen.

Bei fettigen Seifenablagerungen zusätzlich Spülmittel einsetzen

Besonders in Badezimmerwaschbecken bildet sich eine Mischung aus Seife, Hautfett und Kosmetikprodukten. Spülmittel eignet sich dafür, weil seine Tenside fettige Rückstände in Wasser dispergierbar machen.

Geben Sie 1 Esslöffel Spülmittel auf 500 ml heißes Wasser und gießen Sie die Mischung langsam in den Abfluss. Lassen Sie sie 5 bis 10 Minuten einwirken. Anschließend mit einer schmalen Bürste nacharbeiten und mit etwa 1 Liter klarem heißem Wasser spülen.

Diese Methode eignet sich für übliche Waschbeckenabflüsse aus Edelstahl und viele Kunststoff-Abflussleitungen. Bei sehr alten oder unbekannten Rohrsystemen sollte kein kochendes Wasser verwendet werden. Bei einer vollständigen Verstopfung reicht Spülmittel normalerweise nicht aus; dann muss die Blockade mechanisch beseitigt werden.

Natron gegen leichte Gerüche richtig verwenden

Wenn der Abfluss frei ist, aber noch leicht unangenehm riecht, kann Natron bei der Reinigung zugänglicher Ablagerungen unterstützen. Zuerst müssen Haare und sichtbarer Schmutz entfernt werden.

Geben Sie 2 Esslöffel, etwa 30 g, Natron in den Abfluss und anschließend ungefähr 100 ml warmes Wasser, damit sich das Pulver verteilt. Lassen Sie es 15 bis 30 Minuten einwirken. Danach mit 1 Liter heißem Wasser nachspülen.

Natron ist kein Ersatz für die mechanische Entfernung von Haaren und löst keine massive Verstopfung auf. Es sollte außerdem nicht gleichzeitig mit anderen Reinigungschemikalien in den Abfluss gegeben werden. Besonders wichtig: Niemals unbekannte Reiniger miteinander kombinieren.

Den Ablauf regelmäßig bürsten, bevor sich neuer Schmutz festsetzt

Vorbeugung ist einfacher als das Entfernen einer dicken Ablagerung. Etwa einmal pro Woche sollte das herausnehmbare Sieb oder der Stopfen kontrolliert werden. Haare sofort entfernen und den sichtbaren Abflussbereich mit einer kleinen Bürste reinigen.

Bei stärkerer Nutzung des Waschbeckens können anschließend 500 ml heißes Wasser mit 1 Teelöffel Spülmittel langsam durch den Ablauf gegossen werden. Nach etwa fünf Minuten mit weiteren 500 ml klarem Wasser nachspülen.

Ein Haarsieb kann zusätzlich verhindern, dass größere Mengen Haare überhaupt in den Ablauf gelangen. Es sollte jedoch regelmäßig geleert und gereinigt werden, sonst entwickelt sich dort selbst ein unangenehmer Geruch.

Typische Fehler beim Abflussreinigen

Haare einfach hinunterspülen: Sie können sich tiefer im Siphon mit Seifenresten verbinden und eine hartnäckige Verstopfung bilden. Haare deshalb herausziehen und im Hausmüll entsorgen.

Aggressive Rohrreiniger vorsorglich verwenden: Starke chemische Rohrreiniger sind für eine normale Oberflächenreinigung unnötig und können bei falscher Anwendung gefährlich sein.

Reinigungsmittel miteinander mischen: Besonders Chlorbleiche niemals mit Essig, Säuren oder anderen Reinigern kombinieren. Dabei können gefährliche Gase entstehen.

Nur Wasser verwenden: Heißes Wasser kann lockere Rückstände wegspülen, entfernt aber festhängende Haare und Biofilm nicht zuverlässig. Mechanisches Bürsten ist deshalb entscheidend.

Die Bürste zu tief hineindrücken: Sie könnte stecken bleiben oder empfindliche Bauteile beschädigen. Nur gut erreichbare Bereiche reinigen.

Für andere Abflüsse angepasst

Bei einer Dusche funktioniert das gleiche Grundprinzip, allerdings müssen wegen der größeren Haarmenge zuerst Sieb und erreichbare Haaransammlungen besonders gründlich gereinigt werden. Wie Sie einen verstopften Duschabfluss schnell wieder frei bekommen, lesen Sie in der ausführlichen Anleitung.

In der Küche sind Fett- und Speiserückstände häufiger. Dort sollte vor allem mechanisch gereinigt und mit heißem Wasser und etwas Spülmittel nachgespült werden. Größere Fettmengen gehören niemals in den Abfluss – läuft das Wasser dort bereits schlecht ab, hilft die Anleitung, wie sich ein Küchenabfluss natürlich freibekommen lässt.

Bleibt ein Geruch trotz sauberer Ablauföffnung bestehen, kann die Ursache tiefer im Siphon liegen. Ein zugänglicher Siphon lässt sich nach Herstellerangaben demontieren und separat reinigen. Weitere Ursachen und Gegenmaßnahmen haben wir gesammelt, damit Gerüche aus dem Abfluss dauerhaft verschwinden.

Kurz gefragt, kurz beantwortet

Wie oft sollte ein Waschbeckenabfluss gereinigt werden?

Sichtbare Haare sollten sofort entfernt werden. Eine kurze Reinigung von Ablauf und Stopfen einmal pro Woche verhindert bei normaler Nutzung viele Ablagerungen.

Kann ich kochendes Wasser in den Abfluss gießen?

Bei Metallleitungen ist Hitze meist weniger problematisch, bei bestimmten Kunststoffleitungen oder älteren Installationen kann sehr heißes Wasser jedoch ungünstig sein. Heißes, nicht sprudelnd kochendes Wasser ist die vorsichtigere Wahl.

Hilft Essig gegen einen verstopften Abfluss?

Essig ist kein zuverlässiger Haarlöser. Bei einer Haarverstopfung ist mechanisches Entfernen wesentlich wirksamer. Außerdem darf Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln kombiniert werden.

Was tun, wenn das Wasser weiterhin langsam abläuft?

Wenn Haare aus dem sichtbaren Bereich entfernt wurden und das Wasser trotzdem schlecht abläuft, sitzt die Verstopfung wahrscheinlich tiefer. Dann sollte zunächst der Siphon kontrolliert oder eine geeignete mechanische Rohrreinigung durchgeführt werden, statt immer mehr Reinigungsmittel nachzugießen.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.