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Alte Obstkisten aus Kunststoff nicht wegwerfen: 5 praktische Ideen für Garten und Balkon

Alte Obstkisten aus Kunststoff nicht wegwerfen: 5 praktische Ideen für Garten und Balkon

Leere Obst- und Gemüsekisten aus Kunststoff landen häufig im Abstellraum oder werden entsorgt. Dabei können stabile, unbeschädigte Kisten im Garten oder auf dem Balkon durchaus weiterverwendet werden. Ihre durchbrochenen Seiten sorgen für Luftzirkulation und lassen überschüssiges Wasser ablaufen. Mit einem geeigneten Vlies und passendem Substrat lässt sich eine robuste Kiste beispielsweise in einen Pflanzbehälter verwandeln. Wichtig ist allerdings, nur saubere, geruchsfreie und mechanisch intakte Kisten zu verwenden und ihre ursprünglichen Eigentumsverhältnisse zu beachten.

Alte Obstkisten aus Kunststoff nicht wegwerfen: 5 praktische Ideen für Garten und Balkon

Aus einer Kunststoffkiste einen Pflanzkasten machen

Für Salate, Radieschen und viele Küchenkräuter eignet sich eine ausreichend tiefe Kunststoffkiste als einfacher Pflanzbehälter. Das Vlies verhindert, dass Erde durch die Öffnungen fällt, ohne den Wasserabfluss vollständig zu blockieren.

Sie benötigen:

  • 1 stabile Kunststoffkiste, möglichst mindestens 20–25 cm tief
  • etwa 1 m² wasserdurchlässiges Pflanz- oder Gartenvlies
  • 15–25 Liter hochwertige Pflanzerde, je nach Kistengröße
  • Schere
  • 1 bis 2 Liter Wasser zum ersten Angießen
  • passende Jungpflanzen oder Saatgut

So geht es:

  1. Reinigen Sie die Kiste mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, spülen Sie gründlich nach und lassen Sie sie vollständig trocknen.
  2. Legen Sie das Vlies so hinein, dass Boden und Seiten bedeckt sind. Die vorhandenen Öffnungen dürfen weiterhin Wasser abführen.
  3. Füllen Sie die Kiste bis etwa 3 cm unter den Rand mit Pflanzerde.
  4. Setzen Sie die Pflanzen entsprechend ihrem empfohlenen Abstand ein und drücken Sie die Erde leicht an.
  5. Gießen Sie langsam mit etwa 1 bis 2 Litern Wasser, bis unten die ersten Tropfen austreten.

Die Konstruktion funktioniert, wenn das Substrat feucht bleibt, überschüssiges Wasser aber problemlos ablaufen kann.

Ideal für Pflücksalat und Radieschen

Flach wurzelnde Gemüsearten sind besonders praktisch, weil sie keine extrem tiefen Gefäße benötigen. Für Pflücksalat sollte die Kiste ungefähr 20 cm Substrattiefe bieten.

Säen Sie Pflücksalat entsprechend den Angaben auf der Saatgutpackung und halten Sie die Erde während der Keimung gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Radieschen benötigen ebenfalls lockeres Substrat; die Samen werden üblicherweise etwa 1 cm tief gesät und später auf den sortentypischen Abstand vereinzelt.

Stellen Sie die Kiste an einen hellen Platz. Im Hochsommer ist bei Salat leichte Beschattung während der heißesten Stunden günstig, weil starke Hitze das Schossen fördern kann.

Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit im Sommer täglich. Kleine Behälter trocknen erheblich schneller aus als Gartenboden.

Eine Kräuterkiste für den Balkon anlegen

Auch Petersilie, Schnittlauch und Basilikum können in einer ausreichend großen Kiste wachsen. Pflanzen mit deutlich unterschiedlichen Ansprüchen sollten allerdings nicht wahllos kombiniert werden.

Füllen Sie eine mit Vlies ausgekleidete Kiste mit mindestens 20 cm geeigneter Pflanzerde. Setzen Sie beispielsweise drei bis vier kleine Kräuterpflanzen mit ungefähr 15–20 cm Abstand ein. Anschließend langsam angießen, bis etwas Wasser unten austritt.

Basilikum bevorzugt Wärme und gleichmäßige Feuchtigkeit, während mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Thymian trockenere Bedingungen benötigen. Deshalb ist es sinnvoller, Pflanzen mit ähnlichen Wasseransprüchen gemeinsam zu kultivieren.

Eine Kunststoffkiste ohne funktionierenden Wasserabzug darf nicht verwendet werden: Staunässe verdrängt Luft aus dem Wurzelraum und kann Wurzelschäden fördern.

Als luftige Aufbewahrung für Gartenzubehör nutzen

Eine Kiste muss nicht zwingend bepflanzt werden. Die durchbrochenen Seiten machen sie auch zur praktischen Aufbewahrung für leere Pflanztöpfe, Handschuhe oder robuste Gartenutensilien.

Waschen Sie eine verschmutzte Kiste mit 5 Litern warmem Wasser und etwa 20 ml mildem Spülmittel. Verwenden Sie eine weiche Bürste und reinigen Sie insbesondere Ecken und Gitteröffnungen. Danach gründlich mit klarem Wasser abspülen und vollständig trocknen lassen.

Diese Verwendung eignet sich besonders für trockene, geschützte Bereiche auf Terrasse, Balkon oder im Gartenschuppen.

Bewahren Sie darin keine Pflanzenschutzmittel, scharfen Werkzeuge oder andere gefährliche Gegenstände offen auf, wenn Kinder oder Haustiere Zugang zum Bereich haben.

Mehrere Kisten nur mit Vorsicht stapeln

Stabile Kisten können bei der Gartenorganisation Platz sparen. Allerdings ist nicht jede Kiste für hohe Stapel oder schwere Belastungen ausgelegt.

Stapeln Sie ausschließlich baugleiche, unbeschädigte Kisten, die konstruktiv dafür vorgesehen sind. Stellen Sie sie auf einen ebenen, tragfähigen Untergrund und halten Sie schwere Gegenstände möglichst weit unten.

Bepflanzte Kisten sollten nicht übereinander stehen, wenn dadurch Licht, Bewässerung oder Stabilität beeinträchtigt werden. Nasse Pflanzerde ist außerdem überraschend schwer: 20 Liter feuchtes Substrat können viele Kilogramm wiegen.

Für Balkone gilt zusätzlich: Die zulässige Belastung des Balkons darf nicht überschritten werden. Bei größeren Konstruktionen sollte man auf improvisierte Stapellösungen verzichten.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Kisten unbekannter Herkunft verwenden: Mehrweg- oder Pfandkisten können Eigentum eines Unternehmens sein. Verwenden Sie nur Kisten, über die Sie rechtmäßig verfügen dürfen.

Erde direkt in grobe Gitter füllen: Das Substrat fällt heraus und trocknet an den Rändern schnell aus. Wasserdurchlässiges Vlies verhindert das.

Abflussöffnungen verschließen: Ohne ausreichende Drainage entsteht nach starkem Regen Staunässe.

Zu große Pflanzen einsetzen: Tomaten, Zucchini oder andere stark wachsende Kulturen benötigen je nach Sorte wesentlich mehr Wurzelraum als eine kleine Obstkiste bieten kann.

Beschädigte Kisten weiterverwenden: Spröder Kunststoff oder gebrochene Kanten können unter dem Gewicht feuchter Erde nachgeben und Verletzungen verursachen.

Für noch mehr Möglichkeiten

Stellen Sie bepflanzte Kisten auf kleine Füße oder stabile Abstandshalter. Dadurch kann Wasser besser ablaufen und der Boden darunter trocknet schneller.

Auf sehr sonnigen Balkonen sollte die Substratfeuchtigkeit morgens und an heißen Tagen zusätzlich am späten Nachmittag kontrolliert werden.

Nach der Saison lässt sich das Vlies herausnehmen und die leere Kiste reinigen. Eine intakte Kiste kann dadurch mehrere Jahre wiederverwendet werden.

Häufige Fragen

Muss eine Drainageschicht aus Kies hinein?

Nicht grundsätzlich. Wichtiger sind ausreichend Abflussöffnungen und ein durchlässiges Substrat. Eine dicke Kiesschicht reduziert lediglich den verfügbaren Wurzelraum.

Welche Pflanzen eignen sich besonders gut?

Pflücksalat, Radieschen und viele kompakte Kräuter sind gute Kandidaten. Entscheidend sind ausreichende Substrattiefe, Licht und eine zur jeweiligen Pflanze passende Bewässerung.

Kann die Kiste den ganzen Winter draußen bleiben?

Das hängt vom Kunststoff und seinem Zustand ab. UV-Strahlung und Frost können manche Kunststoffe mit der Zeit spröde machen. Leere Kisten halten länger, wenn sie trocken und geschützt gelagert werden.

Kann ich jede alte Obstkiste verwenden?

Nein. Verwenden Sie nur stabile, saubere und unbeschädigte Kisten, die Ihnen gehören beziehungsweise legal weiterverwendet werden dürfen. Kisten mit unbekannten Rückständen, starkem Geruch, Rissen oder sprödem Kunststoff sollten nicht als Pflanzgefäße eingesetzt werden.

Damit die Kisten nicht vergilbt wirken, helfen die 5 wirksamen Tipps, um vergilbten Kunststoff wieder weiß zu bekommen. Für Sitzmöbel gibt es die Anleitung zu vergilbten Gartenstühlen aus Kunststoff, und wenn Sie ohnehin draußen aufräumen, passt der Beitrag über Unkraut zwischen Pflastersteinen.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.