Backofen voller Fett? Mit diesem einfachen Trick wird er wieder sauber – ohne stundenlanges Schrubben
Backofen voller Fett? Mit diesem einfachen Trick wird er wieder sauber – ohne stundenlanges Schrubben
Ein verschmutzter Backofen gehört zu den unangenehmsten Aufgaben in der Küche. Eingebrannte Fettspritzer, dunkle Krusten und klebrige Rückstände lassen sich mit einem feuchten Tuch kaum entfernen. Trotzdem braucht es nicht automatisch aggressive Backofenreiniger. Mit Natron oder Backnatron, etwas Wasser, Spülmittel und genügend Einwirkzeit lassen sich viele Verschmutzungen deutlich leichter lösen. Entscheidend sind die richtige Konsistenz, Geduld und eine materialschonende Vorgehensweise.
Die Hauptmethode: Eingebrannten Backofen mit Natronpaste reinigen
Natron ist leicht alkalisch und kann fettige sowie viele organische Verschmutzungen anlösen. Bei alten Verkrustungen ist vor allem die lange Einwirkzeit wichtig.
Das wird benötigt
- 100 g Natron
- etwa 50–70 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Handspülmittel
- eine kleine Schüssel
- weicher Schwamm oder Mikrofasertuch
- Kunststoff- oder Silikonschaber
- 500 ml klares Wasser zum Nachwischen
So geht es
- Backofen vorbereiten: Den Backofen vollständig ausschalten und abkühlen lassen. Roste und Bleche herausnehmen. Lose Krümel mit einem feuchten Tuch entfernen.
- Paste anrühren: 100 g Natron mit zunächst 50 ml Wasser und einem Teelöffel Spülmittel vermischen. Falls die Masse zu trocken ist, esslöffelweise Wasser ergänzen. Sie soll streichfähig sein und nicht sofort von senkrechten Flächen herunterlaufen.
- Verschmutzungen bedecken: Die Paste etwa 2–3 mm dick auf eingebrannte Stellen an Boden und Seitenwänden auftragen. Heizstäbe, Lüfteröffnungen, elektrische Kontakte, Türdichtungen und unbehandeltes Aluminium aussparen.
- Einwirken lassen: Bei normaler Verschmutzung reichen etwa 2–3 Stunden. Bei stark eingebrannten Rückständen kann die Paste 8–12 Stunden auf der kalten Oberfläche bleiben. Den Backofen währenddessen nicht einschalten.
- Gründlich entfernen: Die angelösten Ablagerungen mit einem feuchten Schwamm aufnehmen. Hartnäckige Stellen vorsichtig mit einem Kunststoffschaber bearbeiten. Anschließend zwei- bis dreimal mit klarem Wasser nachwischen, bis keine Natronreste mehr vorhanden sind.
Die Methode hat funktioniert, wenn die braunen Beläge weich geworden sind und sich ohne kräftiges Kratzen lösen. Sehr alte, verkohlte Rückstände können einen zweiten Durchgang benötigen.
Wichtig: Bei selbstreinigenden, katalytischen oder speziell beschichteten Backöfen zuerst die Herstellerhinweise beachten. Solche Oberflächen dürfen teilweise nicht mit Pasten oder Reinigungsmitteln behandelt werden.
Backofenrost separat mit Spülmittel einweichen
Roste sind häufig mit einer Mischung aus Fett und eingebrannten Speiseresten bedeckt. Hier hilft Einweichen besser als aggressives Scheuern.
Den Rost in eine ausreichend große Wanne oder Spüle legen und mit möglichst heißem Wasser bedecken. Pro 5 Liter Wasser etwa 1 Esslöffel Handspülmittel hinzufügen. 30–60 Minuten einweichen lassen.
Danach die gelösten Rückstände mit einer Spülbürste oder einem nicht kratzenden Schwamm entfernen und mit klarem Wasser abspülen.
Keine Stahlwolle auf empfindlichen oder beschichteten Rosten verwenden. Sie kann Kratzer verursachen und Schutzschichten beschädigen. Vor dem Wiedereinsetzen den Rost vollständig trocknen.
Frische Fettspritzer sofort entfernen
Die einfachste Backofenreinigung beginnt direkt nach dem Kochen. Frische Fettspritzer sind wesentlich leichter zu beseitigen als Rückstände, die bei mehreren Backvorgängen immer wieder erhitzt werden.
Sobald der Backofen vollständig abgekühlt ist, 500 ml warmes Wasser mit 1 Teelöffel Handspülmittel mischen. Ein Mikrofasertuch darin anfeuchten, gut auswringen und Boden sowie glatte Innenflächen abwischen.
Anschließend mit einem zweiten, nur mit Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen und trockenreiben.
Diese kurze Reinigung nach besonders fettigen Gerichten verhindert zwar nicht jede Verkrustung, reduziert aber den Aufwand bei der späteren Grundreinigung erheblich.
Backofentür und Glas schonend reinigen
Auf der Innenseite der Backofenscheibe entstehen häufig braune Fettschleier. Für gewöhnliches Glas reicht zunächst warmes Spülwasser.
In 500 ml warmes Wasser 1 Teelöffel Spülmittel geben. Die Scheibe damit abwischen und hartnäckige Stellen fünf Minuten feucht halten. Anschließend mit einem weichen Schwamm bearbeiten, mit klarem Wasser nachwischen und trockenreiben.
Bei stärker eingebrannten Rückständen kann eine kleine Menge Natronpaste punktuell verwendet werden, sofern der Hersteller dies erlaubt.
Keine Messer, Metallschaber oder grobe Scheuerschwämme verwenden. Außerdem darf Flüssigkeit nicht zwischen die Glasscheiben oder in die Türmechanik laufen.
Fehler, die man vermeiden sollte
Natron und Essig gleichzeitig mischen: Die typische Schaumbildung sieht eindrucksvoll aus, neutralisiert aber einen großen Teil der alkalischen Wirkung des Natrons. Für diese Reinigung ist die Natronpaste allein sinnvoller.
Backofen während der Einwirkzeit erhitzen: Eine Reinigungspaste sollte nicht auf elektrischen Bauteilen erhitzt werden. Die hier beschriebene Methode wird ausschließlich im kalten, ausgeschalteten Backofen angewendet.
Stahlwolle benutzen: Sie kann Emaille, Glas und Beschichtungen dauerhaft zerkratzen.
Dichtungen kräftig schrubben: Türdichtungen sind empfindlich. Sie sollten lediglich entsprechend den Herstellerangaben vorsichtig feucht abgewischt werden.
Reinigungsmittel kombinieren: Niemals Haushaltsreiniger wahllos mischen. Insbesondere chlorhaltige Reiniger dürfen nicht mit Säuren wie Essig oder Zitronensäure kombiniert werden.
Für noch bessere Ergebnisse
Eine kurze Reinigung alle ein bis zwei Wochen verhindert, dass sich Fettspritzer über Monate einbrennen. Bei Aufläufen und Braten sollte außerdem ein ausreichend großes Gefäß verwendet werden, damit Fett und Flüssigkeit nicht überlaufen.
Für Bleche gilt grundsätzlich dieselbe Regel: erst einweichen, dann schonend reinigen. Bei beschichteten Backblechen jedoch keine scheuernden Pulver oder harten Schwämme einsetzen.
Häufige Fragen
Kann die Natronpaste über Nacht einwirken?
Bei geeigneter Emaille und starken Verschmutzungen sind etwa 8–12 Stunden möglich. Bei Spezialbeschichtungen müssen jedoch die Herstellerangaben beachtet werden.
Funktioniert Backpulver genauso?
Backpulver enthält neben Natron weitere Bestandteile. Reines Natron lässt sich für diese Anwendung genauer dosieren und ist deshalb die bessere Wahl.
Wie oft sollte der Backofen gründlich gereinigt werden?
Das hängt von der Nutzung ab. Sichtbare Fettablagerungen sollten möglichst früh entfernt werden, bevor sie durch wiederholtes Erhitzen stärker einbrennen.
Darf Natron auf jede Backofenoberfläche?
Nein. Besonders katalytische, selbstreinigende, Aluminium- oder speziell beschichtete Flächen können besondere Pflegevorgaben haben. Im Zweifel zuerst die Bedienungsanleitung prüfen und die Methode an einer unauffälligen Stelle testen.
