Die einfache Hausmethode, mit der deine Gartenschere wieder sauber und fast wie neu aussieht
Die einfache Hausmethode, mit der deine Gartenschere wieder sauber und fast wie neu aussieht
Eine Gartenschere kommt ständig mit Pflanzensaft, Erde und Feuchtigkeit in Kontakt. Mit der Zeit entstehen klebrige Ablagerungen, dunkle Flecken und manchmal sogar Rost. Das sieht nicht nur unschön aus: Eine verschmutzte Klinge schneidet schlechter und kann Pflanzengewebe unnötig quetschen. Mit wenigen einfachen Mitteln lässt sich eine robuste Gartenschere gründlich reinigen und anschließend wieder leichtgängig machen. Wichtig ist, Schmutz, Rost und Pflege nicht in einem einzigen Arbeitsschritt behandeln zu wollen.

Die Gartenschere gründlich reinigen und pflegen
Für eine normale Gartenschere aus Stahl oder Edelstahl braucht man keine aggressiven Spezialreiniger.
Du brauchst:
- 500 ml warmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Spülmittel
- 2 Esslöffel weißen Haushaltsessig, etwa 5 % Säure
- eine alte Zahnbürste oder kleine Nylonbürste
- ein weiches Tuch
- feine Stahlwolle der Stärke 0000 oder ein feines Schleifvlies
- 2 bis 3 Tropfen geeignetes Maschinen- oder Werkzeugöl
- Arbeitshandschuhe
So gehst du vor:
- Entferne zuerst trockene Erde und Pflanzenreste mit der Bürste. Danach 500 ml warmes Wasser mit einem Teelöffel Spülmittel mischen. Ein Tuch darin anfeuchten und Klingen, Griffe und Gelenk gründlich abwischen. Die Schere nicht komplett in Wasser einlegen.
- Bei klebrigem Pflanzensaft das feuchte Spülmitteltuch 5 Minuten auf die betroffene Stelle legen. Anschließend mit der Zahnbürste reinigen und mit einem nur mit Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen.
- Bei oberflächlichem Rost ein Tuch mit etwa 2 Esslöffeln weißem Essig anfeuchten und ausschließlich auf die rostige Metallstelle legen. 10 bis höchstens 15 Minuten wirken lassen. Danach vorsichtig mit sehr feiner Stahlwolle oder Schleifvlies in Richtung der Klinge reiben.
- Essigreste mit einem feuchten Tuch vollständig entfernen und die Gartenschere sofort sorgfältig trockenreiben. Besonders das Gelenk darf nicht feucht bleiben.
- Zum Schluss 2 bis 3 Tropfen Werkzeugöl an das Gelenk geben. Die Schere zehnmal öffnen und schließen und überschüssiges Öl abwischen.
Die Reinigung war erfolgreich, wenn keine klebrigen Pflanzenreste mehr vorhanden sind, oberflächliche Rostspuren deutlich reduziert wurden und sich die Schere ohne Ruckeln öffnen und schließen lässt.
Wichtig: Essig eignet sich nicht für jedes Metall. Bei beschichteten, lackierten, verchromten oder empfindlichen Oberflächen zuerst die Herstellerangaben beachten und an einer unauffälligen Stelle testen.
Hartnäckigen Pflanzensaft mit Alkohol entfernen
Harzige und klebrige Pflanzenrückstände lassen sich manchmal mit Wasser und Spülmittel nicht vollständig lösen. Dann kann 70-prozentiger Isopropylalkohol helfen, sofern die Klinge dafür geeignet ist.
Gib etwa 5 ml Alkohol auf ein Tuch – nicht direkt auf die Gartenschere. Reibe damit nur die verschmutzte Metallklinge ab und lasse das Mittel ungefähr eine Minute einwirken. Danach mit einem sauberen Tuch nachwischen und vollständig trocknen lassen.
Alkohol löst viele fettige und harzige Rückstände deutlich besser als Wasser. Er sollte jedoch nicht auf lackierten oder empfindlichen Kunststoffgriffen verwendet werden, da deren Oberfläche angegriffen werden kann.
Während der Anwendung nicht rauchen und Abstand zu Flammen oder anderen Zündquellen halten. Alkohol außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Leichten Rost gezielt behandeln
Bei einzelnen Rostpunkten ist es unnötig, die komplette Schere in Essig einzulegen. Eine lokale Behandlung ist materialschonender.
Befeuchte ein kleines Stück Küchenpapier mit ungefähr 1 Esslöffel weißem Essig und lege es 10 Minuten ausschließlich auf die rostige Stahlfläche. Anschließend entfernen und die Stelle mit feinem Schleifvlies vorsichtig bearbeiten. Danach mit einem feuchten Tuch nachwischen und sofort trocknen.
Die Säure hilft, oberflächliche Rostablagerungen zu lösen. Tiefe Rostnarben verschwinden dadurch allerdings nicht. Ist eine Klinge stark korrodiert, gerissen oder deutlich geschwächt, sollte sie ersetzt beziehungsweise fachgerecht aufgearbeitet werden.
Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder Bleichmitteln kombinieren.
Das Gelenk regelmäßig ölen
Eine saubere Klinge nützt wenig, wenn das Gelenk trocken und schwergängig ist. Nach jeder gründlichen Reinigung reichen normalerweise 2 bis 3 Tropfen Werkzeug- oder Feinmechaniköl.
Gib das Öl direkt an den Drehpunkt. Öffne und schließe die Schere anschließend zehn- bis fünfzehnmal. Dadurch verteilt sich der dünne Ölfilm im Gelenk. Überschüssiges Öl mit einem Tuch entfernen, damit später kein Staub daran haften bleibt.
Bei regelmäßig genutzten Gartenscheren lohnt sich diese Pflege ungefähr einmal im Monat während der Gartensaison und zusätzlich vor der Winterlagerung. Die Schere anschließend trocken lagern.
Fehler, die du vermeiden solltest
Die komplette Gartenschere lange in Essig einlegen: Säure kann Metalloberflächen, Beschichtungen und andere Bauteile angreifen. Rost besser punktuell und kurz behandeln.
Eine nasse Schere weglegen: Restfeuchtigkeit fördert neue Korrosion, besonders am Gelenk. Nach jeder Reinigung vollständig trocknen.
Grobes Schleifpapier verwenden: Es kann tiefe Kratzer verursachen und Beschichtungen entfernen. Für leichten Flugrost genügt sehr feines Schleifvlies oder Stahlwolle 0000.
Zu viel Öl auftragen: Ein tropfendes Gelenk zieht Erde und Staub an. Wenige Tropfen reichen vollkommen aus.
Essig mit chlorhaltigen Produkten mischen: Diese Kombination kann gefährliche Gase freisetzen und darf niemals verwendet werden.
Für noch bessere Ergebnisse
Nach Arbeiten an kranken Pflanzen sollte die Gartenschere zusätzlich entsprechend den Empfehlungen für das jeweilige Werkzeug desinfiziert werden, bevor eine gesunde Pflanze geschnitten wird.
Wer die Schere längere Zeit nicht benutzt, sollte sie sauber, vollständig trocken und leicht geölt an einem trockenen Ort lagern. Feuchte Gartenhäuser und offene Werkzeugkisten begünstigen Rost.
Ist die Klinge sauber, schneidet aber trotzdem schlecht, liegt das Problem wahrscheinlich an der Schneide. Dann muss sie fachgerecht geschärft oder bei starker Beschädigung ersetzt werden.
Häufige Fragen
Kann ich Backpulver oder Natron gegen Rost verwenden?
Eine milde Natronpaste kann bei manchen unbeschichteten Stahloberflächen mechanisch unterstützen, ist aber nicht immer notwendig. Für leichte Roststellen reichen häufig eine kurze lokale Essigbehandlung und sehr feines Schleifvlies.
Wie oft sollte eine Gartenschere gereinigt werden?
Groben Schmutz und Pflanzensaft am besten nach jeder intensiven Nutzung entfernen. Eine gründliche Reinigung und Gelenkpflege ist während der Gartensaison etwa einmal monatlich sinnvoll.
Muss ich die Gartenschere auseinanderbauen?
Für die normale Reinigung nicht. Das Zerlegen ist nur sinnvoll, wenn der Hersteller dies vorsieht und du anschließend alle Teile korrekt montieren kannst.
Kann eine stark verrostete Gartenschere wieder wie neu werden?
Oberflächlicher Rost lässt sich häufig gut reduzieren. Tiefe Korrosion, Materialverlust und beschädigte Schneiden können durch Hausmittel jedoch nicht rückgängig gemacht werden. In diesem Fall sind professionelles Schleifen oder der Austausch der betroffenen Teile die sicherere Lösung.
