Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Haushaltstipps

Fenster putzen im oberen Stockwerk? So werden sie sauber – ohne gefährliches Hinauslehnen

Fenster putzen im oberen Stockwerk? So werden sie sauber – ohne gefährliches Hinauslehnen

Fenster putzen im oberen Stockwerk? So werden sie sauber – ohne gefährliches Hinauslehnen

Fenster von innen zu reinigen ist schnell erledigt. Schwieriger wird es bei Außenscheiben in einem oberen Stockwerk, wenn Balkon oder sicherer Zugang fehlen. Sich weit aus dem geöffneten Fenster zu lehnen, ist keine Lösung – schon ein kurzer Moment kann gefährlich werden. Mit einem Teleskop-Fensterwischer, der richtigen Reinigungslösung und einer sicheren Arbeitsweise lassen sich viele Fenster trotzdem gründlich säubern. Entscheidend sind Reichweite, wenig Reinigungsmittel und ein Abzieher, der keine Streifen hinterlässt.

Fenster putzen im oberen Stockwerk? So werden sie sauber – ohne gefährliches Hinauslehnen

Die sichere Hauptmethode: Teleskopwischer statt Hinauslehnen

Am praktischsten ist ein Fensterreinigungsgerät mit Teleskopstiel, dessen Waschbezug und Gummilippe sich vom sicheren Innenraum aus über die Außenscheibe führen lassen.

Das brauchen Sie:

  • 3 Liter lauwarmes Wasser
  • 1 Teelöffel mildes Spülmittel
  • 1 Eimer
  • 1 Teleskop-Fensterwischer mit Waschbezug
  • 1 Gummiabzieher, idealerweise am selben Teleskopstiel
  • 2 saubere Mikrofasertücher
  • optional: ein trockenes Tuch für den Fensterrahmen

So gehen Sie vor:

  1. Fenster vorbereiten. Entfernen Sie zunächst Staub und losen Schmutz am erreichbaren Rahmen mit einem leicht feuchten Tuch. Stellen Sie den Eimer sicher auf den Boden, niemals auf die Fensterbank.
  2. Reinigungslösung herstellen. Geben Sie nur 1 Teelöffel Spülmittel auf 3 Liter lauwarmes Wasser. Mehr Spülmittel reinigt nicht automatisch besser, sondern kann einen Film und Schlieren hinterlassen.
  3. Außenscheibe einwaschen. Befeuchten Sie den Waschbezug, drücken Sie überschüssiges Wasser aus und führen Sie ihn mit dem Teleskopstiel über die Scheibe. Bei angetrocknetem Schmutz die Fläche etwa 2 bis 3 Minuten feucht halten und anschließend erneut wischen.
  4. Wasser abziehen. Setzen Sie die Gummilippe oben an und ziehen Sie das Wasser möglichst in überlappenden Bahnen nach unten. Wischen Sie die Gummilippe nach jeder Bahn mit einem sauberen Tuch trocken.
  5. Ränder trocknen. Nur wenn sie vom Innenraum aus sicher erreichbar sind, können die Ränder mit einem trockenen Mikrofasertuch nachgewischt werden.

Sauber ist die Scheibe, wenn nach dem Trocknen keine milchigen Stellen oder deutlichen Wasserbahnen zurückbleiben.

Wichtig: Der Oberkörper bleibt während der gesamten Reinigung innerhalb der Wohnung. Wenn eine Stelle selbst mit einem geeigneten Teleskopgerät nicht sicher erreichbar ist, sollte sie nicht auf diese Weise gereinigt werden.

Bei Kalkflecken: verdünnten Essig gezielt einsetzen

Weiße Flecken auf Fenstern entstehen häufig durch getrocknete Wassertropfen. Bei normalem Fensterglas kann verdünnter Haushaltsessig helfen.

Mischen Sie 250 ml weißen Haushaltsessig mit 750 ml Wasser. Befeuchten Sie damit einen sauberen Waschbezug und behandeln Sie nur die betroffenen Glasstellen. Lassen Sie die Lösung etwa 2 bis 5 Minuten wirken, ohne sie auf der Scheibe eintrocknen zu lassen. Anschließend mit klarem Wasser nachwischen und mit dem Abzieher trocknen.

Die Säure kann mineralische Ablagerungen lösen. Verwenden Sie Essig jedoch nicht unkontrolliert auf Naturstein-Fensterbänken, kalkhaltigem Stein, empfindlichen Metalloberflächen oder beschädigten Beschichtungen. Im Zweifel zuerst die Herstellerhinweise des Fensters beachten.

Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder Bleichmitteln kombinieren.

Hartnäckigen Schmutz erst einweichen statt kräftig schrubben

Vogelkot, Pollen und festgetrocknete Verschmutzungen sollten nicht trocken abgekratzt werden. Sandkörner oder harte Partikel können beim Reiben Kratzer verursachen.

Geben Sie 1 Teelöffel mildes Spülmittel in 2 Liter lauwarmes Wasser. Tränken Sie den Waschbezug damit und halten Sie die verschmutzte Stelle mehrere Male feucht. Lassen Sie die Feuchtigkeit insgesamt etwa 5 Minuten einwirken.

Danach mit leichtem Druck wischen und bei Bedarf wiederholen. Anschließend mit sauberem Wasser nachwischen und abziehen.

Keine Scheuerschwämme, Stahlwolle oder Messer verwenden. Auch aggressive Scheuermittel sind für Fensterglas und beschichtete Rahmen ungeeignet.

Für große Glasflächen: mit zwei Eimern sauberer arbeiten

Bei stark verschmutzten Fenstern wird das Reinigungswasser schnell grau. Wer den schmutzigen Bezug ständig in dasselbe Wasser taucht, verteilt einen Teil des Schmutzes erneut auf der Scheibe.

Stellen Sie deshalb zwei stabile Eimer auf den Fußboden. In den ersten kommen 3 Liter Wasser und 1 Teelöffel Spülmittel, in den zweiten etwa 3 Liter klares Wasser.

Spülen Sie den verschmutzten Bezug zunächst im klaren Wasser aus, drücken Sie ihn aus und nehmen Sie erst danach wieder Reinigungslösung auf. Besonders bei mehreren Fenstern bleibt die Waschlösung dadurch deutlich länger sauber.

Auch hier gilt: Beide Eimer bleiben sicher im Raum und werden nicht auf Fensterbank oder Sims gestellt.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Sich aus dem Fenster lehnen: Auch für eine kleine Ecke lohnt sich das Risiko nicht. Verwenden Sie ausreichende Teleskopreichweite oder lassen Sie schwer zugängliche Außenflächen professionell reinigen.

Auf einen Stuhl steigen: Ein Stuhl oder Hocker unmittelbar vor einem geöffneten Fenster erhöht die Sturzgefahr erheblich.

Zu viel Spülmittel verwenden: Eine große Menge hinterlässt häufig einen schmierigen Film und sorgt gerade bei Sonnenlicht für sichtbare Streifen.

In praller Sonne putzen: Die Reinigungslösung trocknet zu schnell. Ein heller, bewölkter Tag oder eine Zeit ohne direkte Sonneneinstrahlung ist günstiger.

Schmutz trocken abkratzen: Harte Partikel können Glas und Beschichtungen beschädigen. Eingetrocknete Verschmutzungen zuerst einweichen.

Für ein noch besseres Ergebnis

Waschbezüge nach jeder größeren Fensterreinigung gründlich ausspülen. Eine verschmutzte Gummilippe ebenfalls reinigen, denn kleine Partikel verursachen schnell Streifen.

Bei Dreh-Kipp-Fenstern prüfen, ob sich der Fensterflügel nach Herstellerangaben in eine sichere Reinigungsposition bringen lässt. Beschläge niemals eigenmächtig lösen.

Sind Außenflächen konstruktionsbedingt nicht sicher erreichbar, ist ein professioneller Fensterreinigungsdienst die bessere Lösung.

Fragen häufig gestellt

Wie oft sollten Außenscheiben gereinigt werden?

Für viele Haushalte reichen zwei bis vier gründliche Reinigungen pro Jahr. An stark befahrenen Straßen oder bei viel Pollen kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein.

Kann ich heißes Wasser verwenden?

Besser ist lauwarmes Wasser. Sehr heißes Wasser ist unnötig und starke Temperaturunterschiede sollten bei kaltem Glas vermieden werden.

Brauche ich unbedingt speziellen Glasreiniger?

Nein. Für normalen Alltagsschmutz reichen Wasser und eine sehr kleine Menge mildes Spülmittel meistens aus.

Was mache ich, wenn der Teleskopstiel nicht bis zur ganzen Scheibe reicht?

Nicht improvisieren und nicht hinauslehnen. Verwenden Sie ein ausreichend langes, dafür vorgesehenes System oder lassen Sie die schwer erreichbare Außenseite professionell reinigen.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.