Fenster voller Schlieren? Mit Zeitungspapier werden die Scheiben wieder klar und glänzend
Fenster voller Schlieren? Mit Zeitungspapier werden die Scheiben wieder klar und glänzend
Schlieren auf Fensterscheiben sind besonders ärgerlich, wenn sie erst nach dem Putzen im Sonnenlicht sichtbar werden. Häufig liegt es nicht am Schmutz selbst, sondern an zu viel Reinigungsmittel, hartem Wasser oder einem Tuch, das Rückstände hinterlässt. Eine einfache Methode ist das Nachpolieren mit Zeitungspapier. Richtig angewendet kann es Feuchtigkeit und leichte Rückstände aufnehmen und die Scheibe streifenfrei trocknen. Entscheidend sind dabei eine sparsame Reinigungslösung, wenig Flüssigkeit und die richtige Reihenfolge.

Der Zeitungspapier-Trick gegen Schlieren
Für normal verschmutzte Fensterscheiben braucht man keine große Menge Fensterreiniger. Eine milde Mischung reicht meist völlig aus.
Das brauchst du:
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Spülmittel
- 1 saubere Sprühflasche oder Schüssel
- 1 weiches Mikrofasertuch
- einige Bögen Zeitungspapier
- ein trockenes Baumwolltuch für den Fensterrahmen
So gehst du vor:
- Entferne zuerst losen Staub von Scheibe, Rahmen und Fensterbank. Sonst kann beim feuchten Reinigen ein schmieriger Film entstehen.
- Vermische 500 ml lauwarmes Wasser mit nur 1 Teelöffel Spülmittel. Die Scheibe leicht einsprühen oder die Lösung mit einem feuchten Tuch auftragen. Sie soll feucht, aber nicht tropfnass sein.
- Wische die Scheibe mit dem Mikrofasertuch von oben nach unten ab. Bei stärkeren Verschmutzungen die Lösung etwa 2 bis 3 Minuten einwirken lassen, aber nicht antrocknen lassen.
- Zerknülle einige Bögen Zeitungspapier locker und poliere das noch leicht feuchte Glas mit kreisenden Bewegungen. Anschließend die letzten Bahnen von oben nach unten ziehen.
Fertig ist die Scheibe, wenn im seitlich einfallenden Licht keine milchigen Streifen mehr erkennbar sind.
Zeitungspapier funktioniert hier vor allem als mechanische Polierhilfe: Es nimmt die verbliebene Feuchtigkeit und einen Teil der Reinigungsrückstände auf. Bei empfindlichen oder speziell beschichteten Fenstern sollte man allerdings die Herstellerhinweise beachten und im Zweifel ein weiches Mikrofasertuch verwenden.
Bei Kalkflecken: Essig nur gezielt einsetzen
Weiße, fest sitzende Flecken auf Fenstern können von kalkhaltigem Wasser stammen. Hier kann verdünnter Haushaltsessig helfen.
Mische 100 ml weißen Haushaltsessig mit 400 ml Wasser. Trage die Lösung nur auf das Glas auf und lasse sie etwa 2 Minuten wirken. Anschließend mit klarem Wasser nachwischen und gründlich trocknen.
Essigsäure kann mineralische Kalkablagerungen lösen. Sie sollte jedoch nicht auf Naturstein-Fensterbänke wie Marmor oder Kalkstein gelangen. Auch empfindliche Dichtungen, beschichtete Gläser und bestimmte Metalloberflächen sollten nicht unnötig damit behandelt werden.
Essig außerdem niemals mit chlorhaltigen Reinigungsmitteln oder Bleichmitteln kombinieren.
Hartnäckige Fettspuren zuerst separat entfernen
Fingerabdrücke und fettige Stellen lassen sich manchmal nicht allein durch Polieren beseitigen. In diesem Fall ist eine punktuelle Vorreinigung sinnvoll.
Gib 1 bis 2 Tropfen Spülmittel auf 250 ml warmes Wasser. Befeuchte damit ein weiches Tuch und bearbeite ausschließlich die fettige Stelle für etwa 20 bis 30 Sekunden. Danach mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen.
Erst anschließend die gesamte Scheibe reinigen und mit Zeitungspapier oder einem sauberen Mikrofasertuch trocken polieren.
Mehr Spülmittel bringt keinen besseren Effekt. Im Gegenteil: Eine zu hohe Dosierung hinterlässt häufig genau den Film, der später als Schlieren sichtbar wird.
Fenster nicht in der heißen Sonne putzen
Auch die Tageszeit kann über das Ergebnis entscheiden. Wird eine stark aufgeheizte Scheibe gereinigt, verdunstet das Wasser sehr schnell. Reinigungsmittel können antrocknen, bevor man sie vollständig abgewischt hat.
Ideal ist deshalb ein trockener, heller Tag ohne direkte starke Sonneneinstrahlung auf die betreffende Scheibe. Am Morgen, am späteren Nachmittag oder bei leichter Bewölkung lässt sich meist angenehmer arbeiten.
Die Reinigungslösung immer nur auf einer überschaubaren Fläche verteilen und diese direkt fertig reinigen. Bei großen Fenstern arbeitet man besser abschnittsweise, statt die komplette Scheibe auf einmal einzusprühen.
Zeitungspapier richtig auswählen
Nicht jedes Papier eignet sich gleich gut. Verwende normales, saugfähiges Zeitungspapier und zerknülle es locker. Hochglänzende Werbeprospekte und stark beschichtetes Magazinpapier sind ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit schlechter aufnehmen.
Wechsle das Papier, sobald es sehr nass oder weich geworden ist. Mit einem völlig durchfeuchteten Bogen verteilt man Feuchtigkeit und gelösten Schmutz möglicherweise wieder auf der Scheibe.
Bei weißen oder empfindlichen Fensterrahmen sollte das Zeitungspapier möglichst nicht kräftig über den Rahmen gerieben werden, da Druckfarbe Spuren hinterlassen kann.
Fehler, die du vermeiden solltest
Zu viel Spülmittel: Eine große Menge erzeugt einen Film auf dem Glas. Für 500 ml Wasser genügt normalerweise etwa ein Teelöffel.
In praller Sonne reinigen: Die Flüssigkeit trocknet zu schnell und hinterlässt leichter sichtbare Rückstände.
Schmutziges Papier weiterverwenden: Sobald Zeitungspapier durchnässt oder stark verschmutzt ist, sollte ein frischer Bogen verwendet werden.
Trocken über starken Schmutz reiben: Sand und grobe Partikel müssen zuerst entfernt werden. Sonst können empfindliche Oberflächen beschädigt werden.
Essig überall einsetzen: Säure ist nicht für Naturstein und manche empfindlichen Materialien geeignet. Spritzer deshalb sofort mit Wasser entfernen.
Für noch bessere Ergebnisse
Reinige zuerst die Fensterrahmen und anschließend das Glas. Dadurch gelangt beim späteren Abwischen kein Schmutzwasser vom Rahmen auf die bereits gereinigte Scheibe.
Bei sehr großen Fensterflächen kann ein sauberer Fensterabzieher praktischer sein: von oben nach unten arbeiten und die Gummilippe nach jeder Bahn mit einem Tuch trocknen. Zeitungspapier eignet sich anschließend zum vorsichtigen Nachpolieren kleiner verbliebener Schlieren.
Innenflächen benötigen häufig nur wenig Reinigungslösung. Außenfenster sollten dagegen zunächst mit klarem Wasser von Staub und grobem Schmutz befreit werden.
Fragen häufig gestellt
Kann ich ausschließlich Wasser und Zeitungspapier verwenden?
Bei leichtem Staub und wenigen Schlieren kann das ausreichen. Bei Fett, Fingerabdrücken oder stärkerem Schmutz hilft eine kleine Menge Spülmittel.
Warum entstehen nach dem Fensterputzen neue Schlieren?
Häufig sind zu viel Reinigungsmittel, verschmutzte Tücher, hartes Wasser oder zu schnelles Antrocknen auf einer warmen Scheibe die Ursache.
Kann Zeitungspapier Fensterglas zerkratzen?
Normales Glas ist relativ widerstandsfähig, grobe Schmutzpartikel können jedoch Kratzer verursachen. Deshalb Sand und festen Schmutz immer zuerst mit Wasser entfernen. Bei Spezialbeschichtungen gelten die Pflegehinweise des Herstellers.
Muss ich jedes Fenster mit Essig reinigen?
Nein. Für normale Verschmutzungen ist Essig nicht erforderlich. Verdünnter Essig ist vor allem bei mineralischen Kalkspuren sinnvoll und sollte gezielt eingesetzt werden.
