Fliesen mit Natron reinigen: So werden schmutzige Böden wieder sauber – ohne aggressive Reiniger
Fliesen mit Natron reinigen: So werden schmutzige Böden wieder sauber – ohne aggressive Reiniger
Fettspuren, Straßenschmutz und festgetretener Staub können helle Fliesen schnell stumpf und ungepflegt aussehen lassen. Für viele robuste Keramik- und Feinsteinzeugfliesen reicht bereits eine einfache Reinigung mit warmem Wasser und etwas Natron. Wichtig ist allerdings die richtige Dosierung: Zu viel Pulver kann einen weißen Film hinterlassen, während zu viel Wasser empfindlichen Fugen oder angrenzenden Materialien schaden kann. Mit der folgenden Methode reinigst du einen verschmutzten Fliesenboden gründlich und ohne unnötig aggressive Mittel.

Fliesenboden mit Natron und warmem Wasser reinigen
Natron ist leicht alkalisch und kann deshalb fettige sowie organische Verschmutzungen lösen. Gleichzeitig besitzt das Pulver eine leicht scheuernde Wirkung. Für die regelmäßige Bodenreinigung sollte es deshalb gut im Wasser verteilt und nicht als trockenes Scheuermittel verwendet werden.
Du brauchst:
- 5 Liter warmes Wasser
- 2 EL Natron, etwa 30 g
- einen Eimer
- einen Wischmopp oder eine weiche Bodentuch-Halterung
- bei Bedarf eine weiche Bürste
- klares Wasser zum Nachwischen
So funktioniert es
- Boden vorbereiten: Zuerst gründlich saugen oder fegen. Sand und kleine Steinchen müssen entfernt werden, damit sie beim Wischen keine Kratzer verursachen.
- Reinigungslösung herstellen: 2 EL Natron in 5 Liter warmes, nicht kochendes Wasser geben und gründlich umrühren. Das Pulver sollte sich möglichst gut verteilen.
- Boden wischen: Den Mopp eintauchen und sorgfältig auswringen. Die Fliesen abschnittsweise feucht wischen. Stark verschmutzte Stellen können mit einer weichen Bürste vorsichtig bearbeitet werden.
- Kurz wirken lassen: Bei hartnäckigem Schmutz die Lösung etwa 5 Minuten feucht auf der betreffenden Stelle lassen. Nicht vollständig antrocknen lassen.
- Nachwischen: Anschließend einmal mit klarem Wasser wischen und trocknen lassen. Der Boden sollte danach sauber aussehen und keinen weißen oder körnigen Film aufweisen.
Diese Methode eignet sich vor allem für robuste, wasserbeständige Keramik- und viele Feinsteinzeugfliesen. Bei unbekannten Oberflächen zunächst an einer unauffälligen Stelle testen.
Bei fettigem Küchenschmutz etwas Spülmittel ergänzen
In der Küche besteht der Schmutz häufig nicht nur aus Staub, sondern auch aus Fett. Dann kann eine kleine Menge Spülmittel die Natronlösung unterstützen.
Mische 5 Liter warmes Wasser, 1 EL Natron und 1 TL mildes Spülmittel. Mehr Spülmittel ist nicht notwendig: Eine zu hohe Dosierung produziert viel Schaum und kann einen klebrigen Film auf dem Boden hinterlassen.
Mit einem gut ausgewrungenen Mopp wischen und stark verschmutzte Bereiche einige Minuten feucht halten. Danach unbedingt mit klarem Wasser nachwischen.
Spülmittel enthält Tenside, die Fett von der Oberfläche lösen und im Wasser verteilen. Das Natron unterstützt die Reinigung alkalisch.
Bei glänzenden oder speziell beschichteten Fliesen empfiehlt sich grundsätzlich ein vorheriger Test an einer wenig sichtbaren Stelle.
Dunkle Fugen gezielt mit einer Natronpaste bearbeiten
Sind hauptsächlich die Fugen verschmutzt, muss nicht der gesamte Boden intensiv behandelt werden.
Vermische 3 EL Natron mit etwa 1 EL Wasser, bis eine dicke Paste entsteht. Trage eine dünne Schicht ausschließlich auf verschmutzte, intakte Zementfugen auf. Etwa 5 bis 10 Minuten einwirken lassen und anschließend mit einer weichen alten Zahnbürste vorsichtig bearbeiten.
Danach die Paste vollständig mit sauberem Wasser entfernen und trockenwischen.
Wichtig: Stark beschädigte, bröckelnde oder bereits poröse Fugen sollten nicht kräftig geschrubbt werden. Auch bei farbigen Fugen empfiehlt sich zuerst ein Test, da intensives Bürsten die Oberfläche optisch verändern kann.
Natron entfernt zudem keine dauerhaft in das Material eingedrungenen Verfärbungen.
Leichte Verschmutzungen besser nur mit Wasser behandeln
Nicht jeder Boden braucht bei jedem Wischen Natron. Bei Staub, leichten Schuhspuren und alltäglichem Schmutz genügt häufig warmes Wasser oder eine kleine Menge eines für den Boden vorgesehenen Neutralreinigers.
Das ist besonders sinnvoll, wenn der Boden mehrmals pro Woche gewischt wird.
Bei einer einfachen Unterhaltsreinigung den Mopp mit warmem Wasser anfeuchten, kräftig auswringen und den Boden abschnittsweise reinigen. Das Wasser wechseln, sobald es deutlich grau wird.
Diese Methode vermeidet unnötige Rückstände und ist für viele Oberflächen schonender. Natron sollte eher dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich Fett oder festhaftende Verschmutzungen vorhanden sind.
Wo Natron nicht die richtige Wahl ist
Bei Naturstein ist Vorsicht angebracht. Marmor, Kalkstein und andere empfindliche oder polierte Natursteinoberflächen sollten grundsätzlich mit einem ausdrücklich für das jeweilige Material geeigneten Reiniger gepflegt werden.
Auch geölte oder gewachste Holzböden, Parkett und Laminat sollten nicht mit einer solchen Natronlösung behandelt werden. Feuchtigkeit und alkalische Reinigungsmittel können Beschichtungen beziehungsweise Holzwerkstoffe beeinträchtigen.
Bei Vinyl, Linoleum und beschichteten Böden sollte man ebenfalls die Pflegehinweise des Herstellers beachten. Nicht jedes Produkt reagiert gleich auf alkalische Reiniger.
Fehler, die du vermeiden solltest
Zu viel Natron verwenden: Eine hohe Konzentration reinigt nicht automatisch besser. Überschüssiges Natron kann einen weißen, matten Film hinterlassen.
Trockenes Pulver auf den Boden streuen: Die Kristalle können auf empfindlichen oder hochglänzenden Oberflächen wie ein Scheuermittel wirken.
Den Boden zu nass machen: Besonders an Übergängen zu Holz, Sockelleisten oder Laminat kann stehendes Wasser Schäden verursachen.
Natron mit verschiedenen Reinigern mischen: Unnötige Mischungen bringen keinen zusätzlichen Nutzen. Chlorhaltige Produkte dürfen insbesondere niemals mit sauren Reinigern kombiniert werden.
Auf unbekanntem Material sofort großflächig beginnen: Erst eine kleine, versteckte Stelle behandeln und vollständig trocknen lassen.
Für noch bessere Ergebnisse
Wechsle das Wischwasser, sobald es sichtbar verschmutzt ist. Sonst verteilst du einen Teil des gelösten Schmutzes erneut auf dem Boden.
In stark beanspruchten Bereichen wie vor dem Herd oder im Eingangsbereich lohnt sich eine punktuelle Vorbehandlung, statt den gesamten Boden stärker zu dosieren.
Ein sauberer, gut ausgewrungener Mikrofasermopp verbessert das Ergebnis zusätzlich, sofern der Bodenhersteller Mikrofasern für die betreffende Oberfläche zulässt.
Fragen häufig
Wie viel Natron brauche ich für 5 Liter Wasser?
Für eine normale Reinigung reichen etwa 2 Esslöffel beziehungsweise 30 Gramm. Eine stärkere Konzentration ist für die regelmäßige Bodenpflege normalerweise nicht erforderlich.
Muss ich nach der Reinigung mit klarem Wasser nachwischen?
Ja, besonders bei sichtbaren Natronresten. Ein abschließendes Wischen mit klarem Wasser reduziert Schlieren und weiße Ablagerungen.
Kann ich Natron auf Parkett verwenden?
Für Parkett ist diese Methode nicht empfehlenswert. Verwende einen Reiniger, der ausdrücklich für die vorhandene Versiegelung, Ölung oder Wachsschicht vorgesehen ist.
Warum bleibt manchmal ein weißer Schleier zurück?
Meist wurde zu viel Natron verwendet oder nicht ausreichend nachgewischt. Mit sauberem, warmem Wasser erneut wischen und anschließend trocknen lassen.
