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Fliesenfugen wieder hell bekommen: So löst du dunklen Schmutz mit Natron und wenig Aufwand

Fliesenfugen wieder hell bekommen: So löst du dunklen Schmutz mit Natron und wenig Aufwand

Fliesenfugen wieder hell bekommen: So löst du dunklen Schmutz mit Natron und wenig Aufwand

Dunkle oder vergraute Fliesenfugen lassen einen eigentlich sauberen Boden schnell ungepflegt wirken. Besonders in Küche, Bad und Eingangsbereich sammeln sich dort Staub, Fett und Reinigungsrückstände. Für mineralische, intakte Zementfugen reicht häufig eine einfache Natronpaste, kombiniert mit einer kleinen Bürste und etwas Einwirkzeit. Wichtig ist, nicht zu aggressiv zu schrubben und die Methode vorher an einer unauffälligen Stelle zu testen. Bei Schimmelbefall oder beschädigten Fugen reicht eine normale Reinigung dagegen nicht immer aus.

Fliesenfugen wieder hell bekommen: So löst du dunklen Schmutz mit Natron und wenig Aufwand

Fugen mit Natronpaste reinigen

Für ungefähr 2 bis 3 m² geflieste Fläche brauchst du:

  • 60 g Natron
  • etwa 30–40 ml lauwarmes Wasser
  • 1 kleine Fugenbürste oder alte Zahnbürste mit mittelfesten Borsten
  • etwa 1 Liter klares, lauwarmes Wasser zum Nachspülen
  • 2 saubere Mikrofasertücher

Das Wasser wird nur nach und nach zum Natron gegeben. Ziel ist eine dicke, streichfähige Paste, die auf den Fugen liegen bleibt und nicht sofort davonläuft.

  1. Groben Schmutz entfernen. Den Boden zunächst gründlich saugen oder fegen. Anschließend die Fugen mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. So vermischt sich die Natronpaste nicht unnötig mit losem Staub.
  2. Paste herstellen. 60 g Natron in eine Schüssel geben und zunächst 30 ml lauwarmes Wasser hinzufügen. Verrühren. Falls die Mischung noch zu trocken ist, jeweils 5 ml Wasser ergänzen. Die fertige Paste sollte ungefähr die Konsistenz einer dicken Creme haben.
  3. Auf die Fugen auftragen. Die Paste mit der Bürste direkt auf die verschmutzten Fugen verteilen. Etwa 10 Minuten einwirken lassen. Nicht vollständig eintrocknen lassen.
  4. Bürsten und abnehmen. Mit mäßigem Druck längs der Fugen schrubben. Anschließend die gelösten Rückstände mit einem feuchten Mikrofasertuch aufnehmen. Mit klarem Wasser nachwischen und vollständig trocknen lassen.

Der tatsächliche Farbton lässt sich erst nach dem Trocknen beurteilen. Stark verfärbte alte Fugen werden durch eine Reinigung nicht zwangsläufig wieder reinweiß.

Bei Fett und Küchenschmutz etwas Spülmittel verwenden

Natron allein ist nicht für jede Verschmutzung ideal. Bei Küchenfliesen sitzt häufig ein Fettfilm auf und in den Fugen. Hier hilft eine kleine Menge Spülmittel.

Mische 500 ml warmes Wasser mit 5 ml mildem Spülmittel. Trage die Lösung mit einem Schwamm oder Tuch auf und lasse sie etwa 5 Minuten wirken. Danach die Fugen mit einer kleinen Bürste bearbeiten.

Anschließend mit klarem Wasser gründlich nachwischen, damit keine Tensidrückstände zurückbleiben.

Erst wenn die Fläche wieder trocken ist, solltest du beurteilen, ob zusätzlich die Natronpaste notwendig ist. Diese zweistufige Vorgehensweise ist oft sinnvoller, als immer größere Mengen verschiedener Hausmittel miteinander zu vermischen.

Wasserstoffperoxid nicht automatisch für jede Fuge verwenden

Für das Aufhellen von Fugen wird häufig Wasserstoffperoxid empfohlen. Dabei ist mehr Vorsicht erforderlich als bei einer einfachen Natron-Wasser-Paste.

Wasserstoffperoxid kann Materialien aufhellen und sollte deshalb nicht ungeprüft auf farbigen Fugen, Naturstein, empfindlichen Oberflächen oder angrenzenden Textilien verwendet werden. Wer es einsetzen möchte, sollte ausschließlich ein geeignetes Haushaltsprodukt nach Herstellerangabe verwenden und zuerst eine kleine, verdeckte Stelle testen.

Für gewöhnlichen grauen Alltagsschmutz ist es meist sinnvoll, zunächst bei Natron, Wasser und mechanischer Reinigung zu bleiben.

Vor allem gilt: Wasserstoffperoxid niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder anderen Haushaltschemikalien experimentell kombinieren.

Was bei schwarzen Punkten in den Fugen wichtig ist

Schwarze Stellen im Badezimmer sind nicht immer gewöhnlicher Schmutz. Besonders in dauerhaft feuchten Bereichen können sie auf Schimmel hindeuten.

Eine Natronpaste kann oberflächliche Verschmutzungen entfernen, beseitigt aber nicht automatisch die Ursache eines Schimmelproblems. Tauchen schwarze Flecken nach kurzer Zeit erneut auf, sollte die Feuchtigkeitsquelle geklärt werden.

Nach dem Duschen Wasser von Fliesen und Fugen entfernen und den Raum gut lüften. Silikonfugen sind ein Sonderfall: Wenn Schimmel tief in das Silikon eingedrungen ist, lässt sich die Verfärbung häufig nicht dauerhaft wegputzen. Stark befallenes oder beschädigtes Silikon muss gegebenenfalls fachgerecht erneuert werden.

Empfindliche Fliesen vorher prüfen

Nicht jedes Hausmittel eignet sich für jeden Boden. Bei normalen glasierten Keramik- und Feinsteinzeugfliesen ist eine milde Natronpaste häufig problemlos einsetzbar, sofern die Fugen intakt sind.

Bei Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin solltest du dagegen keine beliebige Methode aus dem Internet übernehmen. Auch Scheuermittel und Säuren können empfindliche Oberflächen verändern.

Essig und Zitronensäure sind für zementgebundene Fugen ebenfalls keine gute Standardlösung. Säure kann mineralische Fugen bei wiederholter oder konzentrierter Anwendung angreifen.

Bei unbekanntem Material gilt deshalb: erst Herstellerhinweise prüfen und anschließend an einer verdeckten Stelle testen.

Fehler, die du vermeiden solltest

Zu viel Wasser verwenden: Eine dünnflüssige Natronmischung läuft von den Fugen und lässt sich schlechter gezielt einsetzen. Eine dicke Paste ist praktischer.

Mit einer Metallbürste schrubben: Sie kann Fugen und Fliesenoberflächen beschädigen. Eine Kunststoff-Fugenbürste ist die bessere Wahl.

Mit maximalem Druck arbeiten: Alte oder bereits bröckelige Fugen können dadurch weiter beschädigt werden. Bei sichtbaren Rissen sollte zuerst geprüft werden, ob eine Reparatur notwendig ist.

Essig als Universalreiniger einsetzen: Säure ist insbesondere bei Naturstein und mineralischen Fugen problematisch.

Verschiedene Reiniger mischen: Chlorreiniger niemals mit Säuren, Ammoniak oder anderen Reinigungsmitteln kombinieren.

Für länger saubere Fugen

Nach dem Wischen sollte kein schmutziges Reinigungswasser in den Fugen stehen bleiben. Ein zweiter Durchgang mit klarem Wasser hilft, gelösten Schmutz und Reinigungsmittelreste zu entfernen.

Im Badezimmer reduziert regelmäßiges Lüften die Zeit, in der Fugen feucht bleiben. In stark beanspruchten Bereichen ist außerdem eine kurze regelmäßige Reinigung sinnvoller als eine aggressive Grundreinigung erst nach Monaten.

Fragen häufig

Wie lange sollte die Natronpaste einwirken?

Etwa 10 Minuten reichen für normalen Alltagsschmutz meist aus. Sie sollte dabei nicht vollständig hart eintrocknen.

Kann ich Essig zusätzlich über das Natron geben?

Das ist nicht nötig. Essig reagiert mit Natron und neutralisiert einen Teil seiner alkalischen Wirkung. Außerdem kann Säure mineralische Fugen und Naturstein angreifen.

Warum bleiben manche Fugen trotz Reinigung grau?

Der ursprüngliche Fugenmörtel kann grau sein oder dauerhaft verfärbt beziehungsweise abgenutzt sein. Reinigung entfernt Schmutz, verändert aber nicht zuverlässig die ursprüngliche Materialfarbe.

Wie oft darf ich die Methode anwenden?

Eine intensive Reinigung sollte nur bei Bedarf erfolgen. Für die laufende Pflege reichen meist Wasser und ein geeigneter milder Bodenreiniger. So werden die Fugen weniger mechanisch belastet.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.