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Küche & Geschirr

Kichererbsen bleiben hart? So werden sie gleichmäßig weich und zart

Kichererbsen bleiben hart? So werden sie gleichmäßig weich und zart

Kichererbsen bleiben hart? So werden sie gleichmäßig weich und zart

Außen weich, innen noch fest: Bei getrockneten Kichererbsen ist das ein häufiges Problem. Manchmal kochen sie lange und erreichen trotzdem nicht die gewünschte Konsistenz. Entscheidend sind ausreichend Einweichzeit, frisches Kochwasser und der richtige Zeitpunkt für saure Zutaten. Mit einer einfachen Grundmethode gelingen zarte Kichererbsen für Salate, Suppen oder cremige Aufstriche. Hier erfährst du, welche Mengen du brauchst, woran du den Garzustand erkennst und welche kleinen Anpassungen bei hartem Wasser oder älteren Vorräten helfen.

Die wichtigste Grundlage: gründlich einweichen und vollständig garen

Für eine überschaubare Vorratsmenge benötigst du:

  • 250 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 Liter kaltes Trinkwasser zum Einweichen
  • etwa 1,5 Liter frisches Trinkwasser zum Kochen
  • eine große Schüssel, ein Sieb und einen ausreichend großen Kochtopf

Plane etwa zwölf Stunden zum Einweichen und anschließend ungefähr 60 bis 120 Minuten zum Kochen ein. Sorte, Lagerdauer und Wasserhärte beeinflussen die tatsächliche Garzeit.

  1. Verlesen und abspülen: Kichererbsen auf einem hellen Teller ausbreiten. Kleine Steinchen und beschädigte oder auffällige Exemplare entfernen. Anschließend im Sieb gründlich unter fließendem Wasser abspülen.
  2. Über Nacht einweichen: Mit einem Liter kaltem Wasser in die Schüssel geben. Die Kichererbsen brauchen reichlich Platz, weil sie aufquellen. Abgedeckt etwa zwölf Stunden im Kühlschrank stehen lassen.
  3. Wasser wechseln: Das Einweichwasser wegschütten und die Kichererbsen erneut abspülen. In den Topf geben und mit etwa 1,5 Litern frischem Wasser bedecken. Über den Kichererbsen sollten mehrere Zentimeter Wasser stehen. Einweichen und anschließendes Garen in frischem Wasser gehören zu den empfohlenen Vorbereitungsschritten. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
  4. Aufkochen und weitergaren: Zum sprudelnden Kochen bringen, anschließend bei kleinerer Hitze stetig köcheln lassen. Den Deckel leicht geöffnet auflegen. Bei Bedarf heißes Wasser nachgießen, damit nichts trockenliegt.
  5. Konsistenz prüfen: Nach etwa 60 Minuten mehrere Kichererbsen herausnehmen und abkühlen lassen. Sie sollen sich leicht mit einer Gabel zerdrücken lassen und innen keinen festen, kreidigen Kern mehr haben. Falls nötig, jeweils weitere 15 Minuten garen.

Beim Einweichen nehmen die Samen Wasser auf; beim anschließenden Kochen wird ihre Struktur weich. Wichtig: Einweichen allein macht rohe Kichererbsen nicht verzehrfertig. Sie müssen ausreichend erhitzt und vollständig gegart werden. BfR

Bei hartem Wasser: mit weicherem Kochwasser beginnen

Wenn Kichererbsen trotz Einweichen regelmäßig lange fest bleiben, kann hartes Leitungswasser mitverantwortlich sein. Calcium und Magnesium können das Weichwerden der pflanzlichen Zellstruktur erschweren. Ein einfacher Vergleich hilft, bevor du Zusätze verwendest.

Bereite 250 g Kichererbsen nach der Grundmethode vor und verwende zum Kochen 1,5 Liter mineralarmes, stilles Trinkwasser. Achte besonders auf niedrige Calcium- und Magnesiumwerte. Auch Wasser aus einem ordnungsgemäß gewarteten Filter, der tatsächlich die Wasserhärte reduziert, kommt infrage.

Prüfe die Konsistenz erstmals nach 60 Minuten und danach alle 15 Minuten. Die Methode kann die Garzeit verbessern, ersetzt aber keine ausreichende Kochdauer. Verwende niemals destilliertes Wasser für technische Geräte oder Wasser mit Entkalkungsmitteln. Sehr alte Kichererbsen können auch mit weichem Wasser lange brauchen.

Zitrone, Essig und Tomaten erst nach dem Weichwerden zugeben

Saure Zutaten passen geschmacklich hervorragend zu Kichererbsen. Während des Garens können sie jedoch das Weichwerden verzögern. Deshalb lohnt es sich, die Kichererbsen zunächst nur in Wasser vollständig zu garen und erst anschließend abzuschmecken.

Für die gekochte Menge aus 250 g trockenen Kichererbsen zunächst einen Esslöffel Zitronensaft, also etwa 15 ml, unterrühren. Alternativ mit einem Teelöffel Speiseessig, etwa 5 ml, beginnen. Probieren und bei Bedarf nachwürzen.

Für ein Tomatengericht die bereits weichen Kichererbsen in die fertige Sauce geben und noch zehn bis fünfzehn Minuten sanft erhitzen. So nehmen sie Geschmack an, ohne dass die Säure ihre vorherige Garung erschwert. Diese Reihenfolge gilt für getrocknete Kichererbsen; vorgegarte Ware aus Dose oder Glas kann direkt in die Sauce.

Für eine feinere Konsistenz: gegarte Häutchen vorsichtig lösen

Für Salate dürfen die dünnen Häutchen meist bleiben. Bei einem besonders glatten Aufstrich kann es helfen, einen Teil davon zu entfernen. Dafür brauchst du ausschließlich vollständig gegarte Kichererbsen, eine große Schüssel und etwa einen Liter lauwarmes Trinkwasser.

Die abgetropften Kichererbsen ins Wasser geben und mit sauberen Händen vorsichtig zwischen den Handflächen bewegen. Nicht kräftig drücken: Die weichen Kerne sollen möglichst ganz bleiben. Gelöste Häutchen steigen teilweise auf und lassen sich mit einem kleinen Sieb abschöpfen.

Wiederhole den Vorgang zwei- bis dreimal und plane fünf bis zehn Minuten ein. Anschließend abgießen und zeitnah weiterverarbeiten. Das Ergebnis ist eine feinere Textur, keine grundsätzlich andere Lebensmittelqualität. Bei noch festen Kichererbsen hilft Schälen nicht gegen den harten Kern; sie müssen zunächst weitergaren.

Fehler, die du vermeiden solltest

  • Nur nach der Uhr gehen: Eine feste Kochzeit passt nicht zu jeder Charge. Prüfe mehrere Kichererbsen, bevor du den gesamten Topf abgießt.
  • Den Topf trockenkochen lassen: Zu wenig Wasser führt zu ungleichmäßiger Garung und angebranntem Boden. Kontrolliere den Wasserstand regelmäßig.
  • Unbekannte Pulver verwenden: Waschsoda und Reinigungsprodukte gehören niemals ins Kochwasser. Für die Grundmethode sind überhaupt keine Zusätze nötig.
  • Rohe oder halbgare Kichererbsen probieren: Warte mit der Geschmacksprobe bis zur vollständigen Garung. Halte trockene Samen außerdem von kleinen Kindern fern.
  • Alte und neue Vorräte mischen: Unterschiedliche Lagerzeiten können unterschiedliche Garzeiten bedeuten. Verarbeite angebrochene Packungen möglichst getrennt.

Für den Alltag weitergedacht

Koche eine größere Menge, wenn du ohnehin Zeit zu Hause verbringst. Teile gegarte Kichererbsen anschließend in kleine Portionen und kühle sie zügig ab.

Für Salate die Garung beenden, sobald die Kerne weich sind und ihre Form halten. Für Aufstriche dürfen sie etwas weicher werden.

Beschrifte trockene Vorräte mit dem Kaufdatum und lagere sie kühl, trocken und gut verschlossen. So verbrauchst du ältere Packungen zuerst.

Häufige Fragen

Müssen Kichererbsen aus der Dose eingeweicht werden?

Nein. Sie sind bereits gegart. Abgießen, nach Wunsch abspülen und direkt verwenden oder erwärmen.

Warum sind einige Kichererbsen weich und andere noch fest?

Unterschiedliche Größe, Lagerdauer oder eine gemischte Charge können die Ursache sein. Prüfe mehrere Exemplare und gare weiter, bis alle weich sind.

Ist der Schaum beim Kochen ein schlechtes Zeichen?

Eine gewisse Schaumbildung ist üblich. Schöpfe überschüssigen Schaum ab und reduziere die Hitze, wenn der Topf überzukochen droht.

Brauche ich unbedingt Natron?

Nein. Ausreichendes Einweichen und vollständiges Kochen reichen häufig aus. Prüfe zunächst Wasserhärte und Alter deiner Vorräte, bevor du zusätzliche Mittel ausprobierst.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.