Matratze reinigen ohne teure Spezialmittel: So verschwinden Flecken und Gerüche schonend
Matratze reinigen ohne teure Spezialmittel: So verschwinden Flecken und Gerüche schonend
Eine Matratze bekommt im Alltag mehr ab, als man denkt: Schweiß, Hautfett, verschüttete Getränke oder kleine Missgeschicke können gelbliche bis braune Flecken und unangenehme Gerüche hinterlassen. Starkes Durchnässen oder aggressive Reiniger sind jedoch keine gute Lösung, denn Feuchtigkeit kann tief in die Matratze eindringen und Schimmel begünstigen. Mit Natron, wenig Wasser und einem milden Reinigungsmittel lassen sich viele alltägliche Verschmutzungen schonend behandeln. Wichtig sind die richtige Dosierung, kurze Einwirkzeiten und vor allem gründliches Trocknen.

Die Hauptmethode: Flecken lösen und Gerüche mit Natron reduzieren
Natron eignet sich besonders gut zur trockenen Nachbehandlung einer Matratze. Es kann Gerüche binden und hilft dabei, oberflächliche Feuchtigkeit aufzunehmen. Hartnäckige Flecken müssen allerdings zuerst mit einer kleinen Menge Reinigungslösung behandelt werden. Natron allein ist kein zuverlässiges Desinfektionsmittel.
Das benötigen Sie:
- 250 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes, farbloses Flüssigwaschmittel oder Spülmittel
- 80–100 g Natron
- 1 sauberes weißes Baumwoll- oder Mikrofasertuch
- eine Sprühflasche
- einen Staubsauger
So gehen Sie vor:
- Saugen Sie die trockene Matratze zunächst gründlich ab. Testen Sie die Reinigungslösung anschließend an einer unauffälligen Stelle und warten Sie etwa 15 Minuten.
- Mischen Sie 250 ml Wasser mit einem Teelöffel mildem Reinigungsmittel. Sprühen Sie nur wenig davon auf den Fleck. Die Matratze soll leicht feucht, niemals nass werden.
- Tupfen Sie den Fleck mit einem sauberen Tuch von außen nach innen ab. Nicht kräftig reiben, da sich die Verschmutzung dadurch tiefer im Gewebe verteilen kann.
- Streuen Sie anschließend eine dünne Schicht Natron auf die noch leicht feuchte Stelle. Lassen Sie es mindestens 4 Stunden, bei stärkeren Gerüchen 6–8 Stunden, einwirken.
- Saugen Sie das vollständig trockene Natron sorgfältig ab und lassen Sie die Matratze bei guter Luftzirkulation komplett trocknen, bevor sie wieder bezogen wird.
Die Behandlung war erfolgreich, wenn die Stelle nach dem Trocknen sichtbar heller beziehungsweise sauber ist und der unangenehme Geruch deutlich nachgelassen hat. Alte, tief eingezogene Flecken können sichtbar bleiben und eine zweite Behandlung benötigen.
Frische Flüssigkeitsflecken sofort richtig behandeln
Bei einem frisch verschütteten Getränk zählt vor allem Geschwindigkeit. Legen Sie ein saugfähiges, weißes Handtuch auf die Stelle und drücken Sie es etwa 30 Sekunden fest an. Wiederholen Sie das mit einer trockenen Stelle des Tuchs, bis kaum noch Flüssigkeit aufgenommen wird.
Danach können Sie 200 ml lauwarmes Wasser mit einem halben Teelöffel mildem Flüssigwaschmittel mischen. Geben Sie die Lösung nicht direkt in großen Mengen auf die Matratze, sondern befeuchten Sie damit ein Tuch. Tupfen Sie den Fleck einige Minuten vorsichtig ab. Anschließend mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser leicht angefeuchteten Tuch nacharbeiten.
Lassen Sie die Matratze mehrere Stunden vollständig trocknen. Ein Ventilator oder ein weit geöffnetes Fenster kann den Vorgang beschleunigen.
Natron gegen unangenehme Gerüche
Wenn keine sichtbaren Flecken vorhanden sind, ist eine Nassreinigung meist unnötig. Saugen Sie die Matratze zuerst ab und verteilen Sie anschließend etwa 100–150 g Natron gleichmäßig auf der Oberfläche.
Lassen Sie das Pulver 6–8 Stunden aufliegen. Danach mit einem sauberen Staubsaugeraufsatz langsam und gründlich absaugen. Diese Methode eignet sich für viele textile Matratzenoberflächen, sofern die Pflegehinweise des Herstellers nichts anderes vorgeben.
Natron neutralisiert beziehungsweise bindet bestimmte Gerüche, ersetzt aber keine Desinfektion und beseitigt weder Schimmel noch einen Schädlingsbefall. Bei dauerhaft muffigem Geruch sollte deshalb nach einer Feuchtigkeitsquelle gesucht werden.
Waschbaren Matratzenbezug separat reinigen
Besitzt die Matratze einen abnehmbaren Bezug, ist die Waschmaschine häufig die wirksamste Lösung. Prüfen Sie zuerst das Pflegeetikett. Manche Bezüge dürfen bei 60 °C gewaschen werden, andere lediglich bei 30 oder 40 °C.
Verwenden Sie die normale, für die Maschine und den Stoff vorgesehene Menge Waschmittel. Überdosieren Sie nicht, da Waschmittelreste im Gewebe verbleiben können.
Der Bezug muss vollständig trocken sein, bevor er wieder aufgezogen wird. Bei nicht abnehmbaren Bezügen sollte möglichst wenig Flüssigkeit eingesetzt werden.
Erhöhte Hygiene nach Krankheit oder stärkeren Verunreinigungen
Hausmittel wie Natron oder Zitronensaft können eine Matratze nicht zuverlässig desinfizieren. Ist eine echte Desinfektion erforderlich, sollte ein für textile Oberflächen geeignetes Desinfektionsprodukt exakt nach Herstellerangabe verwendet werden – sofern der Matratzenhersteller dies erlaubt.
Bei Blut, Erbrochenem oder anderen Körperflüssigkeiten Einmalhandschuhe tragen und die Verschmutzung zunächst vorsichtig aufnehmen. Bei großen Verunreinigungen, Schimmel oder einer bis in den Matratzenkern eingedrungenen Flüssigkeit ist eine professionelle Reinigung beziehungsweise ein Austausch oft sinnvoller als wiederholtes Durchnässen.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Die Matratze durchnässen: Zu viel Wasser gelangt in Schaumstoff und Polsterung. Dort trocknet es nur langsam und kann muffigen Geruch oder Schimmelbildung fördern.
Natron und Essig als „Wundermischung“ verwenden: Beim direkten Vermischen reagieren Säure und Natron miteinander. Das eindrucksvolle Schäumen bedeutet nicht, dass dadurch automatisch eine besonders starke Reinigungs- oder Desinfektionswirkung entsteht.
Flecken kräftig schrubben: Starkes Reiben kann Flecken vergrößern und die textile Oberfläche beschädigen. Tupfen ist meistens schonender.
Zitronensaft bedenkenlos einsetzen: Säure kann Farben und bestimmte Materialien verändern. Gerade auf dunklen oder empfindlichen Matratzenbezügen sollte darauf verzichtet werden.
Die Matratze zu früh beziehen: Bleibt Restfeuchtigkeit eingeschlossen, entsteht ein günstiges Milieu für unerwünschte Mikroorganismen.
Für noch bessere Ergebnisse
Ein waschbarer Matratzenschoner verhindert, dass Schweiß und Flüssigkeiten direkt in die Matratze gelangen. Waschen Sie ihn entsprechend dem Pflegeetikett regelmäßig.
Beim Bettwäschewechsel kann die Matratze außerdem einige Stunden offen auslüften. Saugen Sie ihre Oberfläche gelegentlich mit einem sauberen Polsteraufsatz ab.
Bei jeder Fleckenbehandlung gilt: lieber zweimal sparsam reinigen als die Matratze bei einem einzigen Versuch vollständig zu durchnässen.
Fragen und Antworten
Wie lange muss Natron auf der Matratze bleiben?
Für eine reine Geruchsbehandlung sind etwa 6–8 Stunden sinnvoll. Danach muss das Pulver gründlich abgesaugt werden.
Kann ich Essig auf die Matratze sprühen?
Davon ist bei unbekannten Materialien eher abzuraten. Säure kann empfindliche Fasern, Farben oder andere Bestandteile beeinträchtigen. Beachten Sie immer die Pflegehinweise des Herstellers.
Kann Natron eine Matratze desinfizieren?
Nein. Natron ist nützlich gegen Gerüche und kann Feuchtigkeit aufnehmen, ist aber kein zuverlässiges Mittel zur Desinfektion.
Wann sollte eine Matratze nicht mehr selbst gereinigt werden?
Bei sichtbarem Schimmel, starkem und dauerhaftem Modergeruch, großflächigen Körperflüssigkeiten oder tief durchnässtem Matratzenkern reicht eine oberflächliche Hausmittelbehandlung nicht aus. In solchen Fällen sind professionelle Reinigung oder Austausch die sichereren Möglichkeiten.
