Reinigungsspray auf Alkoholbasis selbst herstellen: einfache Rezeptur für den Haushalt
Unter so manchem Spülbecken stapeln sich fünf, sechs angebrochene Reinigerflaschen – eine für Glas, eine für die Küche, eine fürs Bad, jede mit eigener Duftwolke. Dabei deckt eine einzige Mischung aus Alkohol und Wasser einen großen Teil dieser Aufgaben ab: Sie löst Fett, trocknet streifenfrei und kostet nur einen Bruchteil. Eines vorweg, damit keine falschen Erwartungen entstehen: Eine zuverlässige Desinfektion gegen alle Krankheitserreger leistet auch die selbst gemischte Variante nicht – wohl aber eine gründliche, alltagstaugliche Reinigung. Wie Sie das Spray ansetzen, wo es wirkt und welche Alternativen für empfindliche Flächen infrage kommen, lesen Sie hier.

Ein einfaches Reinigungsspray mit Alkohol herstellen
Ein Haushaltsspray auf Alkoholbasis eignet sich gut zum Reinigen vieler glatter Oberflächen. Alkohol löst Fett und trocknet schnell, während Wasser die Lösung verdünnt.
Benötigte Materialien
- 500 ml Sprühflasche
- 250 ml Alkohol (Ethanol oder Isopropanol, mindestens 70 %)
- 250 ml destilliertes Wasser
- Messbecher
- Trichter
- Mikrofasertuch
In diesen Schritten gelingt es
- Reinigen Sie die leere Sprühflasche gründlich mit heißem Wasser und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Füllen Sie 250 ml Alkohol (70 % oder mehr) und anschließend 250 ml destilliertes Wasser mithilfe eines Trichters in die Flasche.
- Verschließen Sie die Flasche und schwenken Sie sie vorsichtig einige Sekunden, bis sich beide Flüssigkeiten vermischt haben.
- Besprühen Sie die zu reinigende Oberfläche leicht und verteilen Sie die Lösung mit einem sauberen Mikrofasertuch.
- Lassen Sie die Oberfläche an der Luft trocknen oder wischen Sie sie nach etwa 1 Minute trocken.
Woran erkennt man den Erfolg?
Die Oberfläche wirkt sauber, fettfrei und trocknet streifenfrei ab.
Geeignet für
- Arbeitsplatten aus Laminat
- Kunststoffoberflächen
- Fliesen
- Glas
- Türgriffe
- Lichtschalter
Nicht geeignet für
- Unbehandeltes Holz
- Gewachste Möbel
- Naturstein wie Marmor oder Kalkstein
- Empfindliche Lackoberflächen
Natron gegen Gerüche und leichte Verschmutzungen
Natron eignet sich hervorragend zum Neutralisieren unangenehmer Gerüche und zur schonenden Reinigung.
Mischen Sie 2 Esslöffel Natron (ca. 30 g) mit 500 ml warmem Wasser. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche und schütteln Sie sie vor jeder Anwendung gut. Besprühen Sie verschmutzte Flächen leicht, lassen Sie die Lösung 5 bis 10 Minuten einwirken und wischen Sie anschließend mit einem feuchten Mikrofasertuch nach.
Diese Mischung eignet sich besonders für Mülleimer, Kunststoffbehälter oder Arbeitsflächen mit leichten Gerüchen. Wenn der Abfalleimer trotz Reinigung immer wieder müffelt, helfen die Tipps in unserem Beitrag So bleibt Ihr Mülleimer dauerhaft frisch weiter.
Nicht auf empfindlichen Aluminiumoberflächen anwenden.
Essig sinnvoll einsetzen
Haushaltsessig entfernt Kalkablagerungen und löst Seifenreste besonders gut.
Mischen Sie 200 ml weißen Haushaltsessig (5 %) mit 300 ml Wasser. Verwenden Sie diese Lösung ausschließlich für kalkunempfindliche Oberflächen wie Armaturen, Duschkabinen oder Fliesen. Lassen Sie sie 10 Minuten einwirken und spülen Sie anschließend mit klarem Wasser nach.
Essig sollte niemals auf Naturstein, Marmor oder empfindlichen Metalloberflächen verwendet werden. Für stark verkalkte Armaturen zeigen wir separat, wie Sie Kalk von Wasserhähnen entfernen.
Oberflächen richtig reinigen
Nicht jede Oberfläche benötigt die gleiche Behandlung.
Für Küchenarbeitsplatten genügt meist ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch mit dem Alkoholreiniger. Badezimmerarmaturen profitieren von der Essiglösung gegen Kalk. Kunststoffoberflächen lassen sich gut mit der Natronlösung reinigen.
Verwenden Sie immer saubere Tücher und wechseln Sie diese regelmäßig. Stark verschmutzte Tücher verteilen Schmutz häufig nur weiter.
Daran scheitert es am häufigsten
Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder Bleichmitteln mischen. Dabei können gesundheitsschädliche Gase entstehen.
Natron und Essig nicht in derselben Flasche mischen. Beide Stoffe reagieren sofort miteinander und verlieren dabei einen Teil ihrer jeweiligen Reinigungswirkung.
Nicht zu viel Flüssigkeit auf Holz auftragen. Feuchtigkeit kann unbehandeltes Holz dauerhaft beschädigen.
Reinigungsmittel nicht auf heißen Oberflächen verwenden. Flüssigkeiten verdunsten dort zu schnell und können Rückstände hinterlassen.
Sprühflaschen beschriften. So vermeiden Sie Verwechslungen mit anderen Flüssigkeiten.
Damit gelingt es noch besser
- Verwenden Sie für Glasflächen immer ein trockenes Mikrofasertuch zum Nachpolieren.
- Reinigen Sie häufig berührte Flächen wie Türgriffe und Lichtschalter regelmäßig.
- Lagern Sie selbst hergestellte Reinigungsmischungen kühl und lichtgeschützt und verbrauchen Sie sie innerhalb weniger Wochen.
- Wer Gefallen am Selbermischen findet, kann übrigens auch Spülmittel selbst herstellen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Essig ein Desinfektionsmittel?
Essig eignet sich gut zum Entfernen von Kalk und Schmutz. Für eine zuverlässige Desinfektion aller Krankheitserreger ist er jedoch nicht geeignet.
Kann ich Natron und Alkohol mischen?
Davon ist abzuraten. Beide Mittel erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten getrennt verwendet werden.
Warum sollte ich destilliertes Wasser verwenden?
Destilliertes Wasser enthält kaum Mineralien und reduziert Kalkflecken sowie Ablagerungen in der Sprühflasche.
Kann ich ätherische Öle hinzufügen?
Das ist möglich, wenn lediglich ein angenehmer Duft gewünscht wird. Geben Sie höchstens 5 bis 10 Tropfen auf 500 ml Lösung hinzu. Ätherische Öle ersetzen jedoch keine Reinigungs- oder Desinfektionswirkung und sollten in Haushalten mit kleinen Kindern oder Haustieren nur mit Vorsicht verwendet werden.
