Omas Eiermilch aus dem Ofen

Omas Eiermilch aus dem Ofen

Diese gebackene Eiermilch ist ein unkompliziertes Dessert aus wenigen Zutaten, das mit seiner weichen, cremigen Konsistenz und dem feinen Vanillegeschmack überzeugt. Eier und Vollmilch bilden eine zarte Creme, während eine dünne Karamellschicht für eine angenehm süße, leicht herbe Note sorgt. Im Ofen stockt die Masse langsam, bis die Oberfläche goldbraun und das Innere noch sanft weich ist. Besonders wichtig ist eine moderate Backtemperatur: So bleibt die Eiermilch cremig und wird nicht trocken oder gummiartig. Das Dessert lässt sich sehr gut vorbereiten und schmeckt nach vollständigem Abkühlen besonders harmonisch.

Praktische Informationen

  • Vorbereitung: 20 Minuten
  • Ruhezeit: 2 Stunden zum Abkühlen und Kühlen
  • Backzeit: 45–50 Minuten
  • Gesamtzeit: etwa 3 Stunden 10 Minuten
  • Portionen: 8
  • Schwierigkeitsgrad: einfach
  • Form: rechteckige Glas- oder Keramikform, etwa 20 × 28 cm
  • Backofen: 160 °C Ober-/Unterhitze

Zutaten

  • 80 g Zucker für das Karamell
  • 1.000 ml Vollmilch
  • 1 Vanilleschote
  • 6 Eier, Größe M
  • 110 g Zucker
  • 25 g brauner Zucker

Zubereitung

  1. Karamell vorbereiten. Die 80 g Zucker gleichmäßig in einen kleinen Topf geben und bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen. Zunächst möglichst wenig rühren, sondern den Topf gelegentlich vorsichtig schwenken. Nach etwa 5–7 Minuten sollte der Zucker vollständig geschmolzen sein und eine goldene bis hellbraune Farbe angenommen haben. Nicht zu dunkel werden lassen, da Karamell schnell bitter schmeckt. Das flüssige Karamell sofort vorsichtig in die etwa 20 × 28 cm große Auflaufform gießen und durch leichtes Schwenken auf dem Boden verteilen. Vorsicht: geschmolzener Zucker ist extrem heiß.
  2. Vanillemilch erhitzen. Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark mit der Rückseite eines kleinen Messers herauskratzen. Vollmilch, Vanillemark und die ausgekratzte Schote in einen Topf geben. Bei mittlerer Hitze 6–8 Minuten erwärmen, bis die Milch deutlich heiß ist und am Rand leicht zu dampfen beginnt. Sie soll jedoch nicht sprudelnd kochen. Den Topf vom Herd nehmen, die Vanilleschote entfernen und die Milch etwa 5 Minuten abkühlen lassen.
  3. Eiermasse anrühren. Die 6 Eier in eine große Schüssel schlagen und mit den 110 g Zucker etwa 1–2 Minuten mit einem Schneebesen verrühren. Die Masse nicht stark aufschlagen, denn zu viel eingearbeitete Luft führt später zu vielen kleinen Bläschen und einer weniger gleichmäßigen Oberfläche. Der Zucker sollte sich zumindest teilweise auflösen und die Eiermasse homogen aussehen.
  4. Milch und Eier verbinden. Die warme Vanillemilch langsam und in einem dünnen Strahl zur Eiermischung gießen. Währenddessen ständig mit dem Schneebesen rühren, damit die Eier durch die Wärme nicht stocken. Anschließend den braunen Zucker einrühren. Die fertige Mischung sollte glatt, dünnflüssig und gleichmäßig hellgelb sein. Falls sich an der Oberfläche viel Schaum gebildet hat, diesen vorsichtig mit einem Löffel abnehmen.
  5. Form füllen und Ofen vorbereiten. Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Eiermilch langsam auf die inzwischen fest gewordene Karamellschicht in der Form gießen. Die Form anschließend einmal vorsichtig auf die Arbeitsfläche stellen, damit größere Luftblasen aufsteigen können. Die Oberfläche sollte möglichst glatt sein.
  6. Eiermilch langsam backen. Die Form auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen und die Eiermilch 45–50 Minuten bei 160 °C Ober-/Unterhitze backen. Gegen Ende die Konsistenz kontrollieren: Die Ränder sollten vollständig gestockt sein, während die Mitte beim vorsichtigen Bewegen der Form noch leicht wackeln darf. Die Oberfläche kann goldgelb bis stellenweise hellbraun werden. Die Creme nicht so lange backen, bis sie vollständig fest und trocken erscheint.
  7. Abkühlen und fest werden lassen. Die Form aus dem Ofen nehmen und zunächst etwa 30 Minuten bei Raumtemperatur abkühlen lassen. Anschließend abdecken und für mindestens 1 Stunde 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Während dieser Zeit stabilisiert sich die Konsistenz deutlich. Die Eiermilch gekühlt oder leicht temperiert in rechteckige Portionen schneiden und direkt aus der Form servieren.

Tipps für eine gelungene Eiermilch

  • Vollmilch verwenden: Mit Vollmilch wird die Eiermilch deutlich cremiger als mit sehr fettarmer Milch.
  • Die Milch nicht kochen: Sehr heiße, kochende Milch kann beim Vermischen Teile der Eier sofort gerinnen lassen.
  • Eier nur verrühren: Starkes Aufschlagen bringt unnötig viel Luft in die Masse und kann eine löchrige Textur verursachen.
  • Karamell aufmerksam beobachten: Zwischen goldbraunem und verbranntem Zucker liegen oft nur wenige Sekunden.
  • Nicht zu lange backen: Eine leicht wackelnde Mitte ist erwünscht. Beim Abkühlen stockt die Eiermilch weiter.
  • Vor dem Anschneiden kühlen: Warm ist die Creme noch sehr empfindlich. Nach dem Kühlen lassen sich deutlich sauberere Portionen schneiden.

Varianten und Substitutionen

Vanillezucker statt Vanilleschote: Die Vanilleschote kann durch 8 g Vanillezucker ersetzt werden. Dafür die Zuckermenge für die Eiermasse von 110 g auf 102 g reduzieren. Das Aroma wird etwas weniger intensiv, die Konsistenz verändert sich jedoch nicht.

Weniger süße Variante: Die 110 g Zucker in der Eiermasse können auf 90 g reduziert werden. Das Karamell sollte in der angegebenen Menge bleiben, da eine zu kleine Zuckermenge schwieriger gleichmäßig im Topf karamellisiert.

Ohne braunen Zucker: Die 25 g braunen Zucker können durch 25 g weißen Zucker ersetzt werden. Die Eiermilch wird dadurch etwas weniger karamellig und geschmacklich neutraler, die Konsistenz bleibt gleich.

Einzelportionen: Statt einer großen Form kann die Eiermilch auf 8 ofenfeste Förmchen verteilt werden. Wegen der kleineren Portionen bereits nach etwa 30–35 Minuten prüfen, ob die Creme am Rand gestockt ist und in der Mitte noch leicht wackelt.

Aufbewahrung

Da Eier und Milch enthalten sind, sollte die Eiermilch nach dem Abkühlen nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen. Gut abgedeckt hält sie sich im Kühlschrank bei höchstens 4 °C etwa 2–3 Tage. Zum Einfrieren eignet sich dieses Dessert nur eingeschränkt, da die Creme nach dem Auftauen wässrig oder leicht körnig werden kann. Am besten wird sie frisch beziehungsweise gut gekühlt gegessen. Ein erneutes Erwärmen ist nicht erforderlich; wer sie lieber weniger kalt mag, kann die Portion etwa 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.

Häufige Fragen

Warum ist meine Eiermilch nach dem Backen noch weich?

Eine leichte Bewegung in der Mitte ist unmittelbar nach dem Backen normal. Die Eiermasse festigt sich beim Abkühlen weiter. Erst nach mindestens 1 Stunde 30 Minuten im Kühlschrank sollte die endgültige Konsistenz beurteilt werden.

Warum hat meine Eiermilch kleine Löcher?

Eine löchrige oder schwammige Struktur entsteht häufig, wenn die Eier zu stark aufgeschlagen oder die Creme bei zu hoher Temperatur gebacken wurde. Die Eier deshalb nur glatt rühren und bei 160 °C Ober-/Unterhitze garen.

Kann ich nur fünf Eier verwenden?

Bei 1 Liter Milch sind 6 Eier der Größe M empfehlenswert. Mit nur fünf Eiern wird die Creme weicher und benötigt möglicherweise eine längere Backzeit, um ausreichend zu stocken.

Muss die Eiermilch warm oder kalt serviert werden?

Beides ist grundsätzlich möglich, die beste Schnittfestigkeit erreicht sie jedoch nach dem vollständigen Abkühlen im Kühlschrank. Leicht temperiert wirkt die Textur besonders weich und cremig.

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ÜBER MARGARETE
Margarete Schneider
Willkommen in meiner Küche! Ich bin Margarete und koche seit über 45 Jahren traditionelle deutsche Familienrezepte. Hier teile ich einfache, herzhafte und liebevoll zubereitete Gerichte, die Generationen von Familien begleitet haben. Mein Ziel ist es, die Wärme und den Geschmack von Zuhause auf Ihren Tisch zu bringen.
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