Polsterstühle reinigen: So verschwinden Flecken schonend, ohne den Stoff zu durchnässen
Polsterstühle reinigen: So verschwinden Flecken schonend, ohne den Stoff zu durchnässen
Esszimmerstühle mit hellem Stoffbezug sehen freundlich und elegant aus, doch Flecken, Staub und Essensspuren fallen darauf besonders schnell auf. Entscheidend beim Reinigen ist, nicht einfach möglichst viel Wasser und Reiniger zu verwenden. Zu starke Nässe kann tief in die Polsterung ziehen und Wasserflecken oder unangenehme Gerüche verursachen. Mit einer milden Reinigungslösung, wenig Feuchtigkeit und der richtigen Trocknung lassen sich viele alltägliche Verschmutzungen deutlich reduzieren. Wichtig ist allerdings: Vor jeder Behandlung sollte geprüft werden, welche Reinigung der Hersteller für den jeweiligen Bezugsstoff erlaubt.

Die wichtigste Methode: Polster mit wenig Feuchtigkeit reinigen
Für gewöhnliche, wasserverträgliche synthetische oder robuste Mischgewebe genügt meist eine sehr milde Seifenlösung. Zitronensaft oder Natron sollte man nicht pauschal auf unbekannten Polsterstoffen verwenden, da sie Farbe und Oberfläche verändern können.
Du brauchst:
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel, etwa 5 ml, mildes farbloses Spülmittel
- 2 saubere weiße Mikrofasertücher
- 1 weiche Polsterbürste
- 1 Schüssel
- Staubsauger mit Polsterdüse
So gehst du vor:
- Gründlich absaugen. Entferne zuerst Krümel, Staub und Haare mit der Polsterdüse. Besonders sorgfältig an Nähten und am Übergang zwischen Sitzfläche und Rückenlehne arbeiten.
- Reinigungslösung vorbereiten. 500 ml lauwarmes Wasser mit 5 ml mildem Spülmittel vermischen. Es reicht eine schwache Lösung; viel Schaum bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung.
- Verträglichkeit testen. Ein weißes Tuch leicht mit der Lösung befeuchten und an einer verdeckten Stelle tupfen. 15 Minuten warten. Gibt der Stoff Farbe ab oder verändert sich die Oberfläche, nicht fortfahren.
- Fleck bearbeiten. Das Tuch gut auswringen und den verschmutzten Bereich von außen nach innen abtupfen. Nicht durchnässen. Bei robustem Gewebe kann anschließend mit einer weichen Bürste sehr vorsichtig gearbeitet werden.
- Nachwischen und trocknen. Mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser leicht angefeuchteten Tuch Seifenreste aufnehmen. Anschließend bei geöffnetem Fenster vollständig trocknen lassen. Je nach Polsterung sind etwa 6 bis 12 Stunden realistisch.
Die Behandlung war erfolgreich, wenn der Stoff nach vollständiger Trocknung gleichmäßig aussieht und keine klebrigen Reinigungsmittelreste zurückbleiben.
Fettflecken zuerst trocken behandeln
Bei einem frischen Fettfleck sollte man nicht sofort mit Wasser schrubben. Zunächst überschüssiges Fett mit Küchenpapier vorsichtig aufnehmen, ohne es tiefer in das Gewebe zu drücken.
Bei einem dafür geeigneten, farbechten Stoff kann anschließend eine kleine Menge Natron als saugfähiges Pulver eingesetzt werden: etwa 1 Esslöffel auf einen handtellergroßen Fleck dünn verteilen und 30 bis 60 Minuten liegen lassen. Danach vollständig absaugen.
Natron entfernt nicht zwangsläufig einen bereits eingezogenen Fettfleck, kann aber oberflächliche fettige Rückstände aufnehmen. Anschließend lässt sich die Stelle mit der oben beschriebenen milden Seifenlösung behandeln. Vorher unbedingt an einer verdeckten Stelle testen. Auf empfindlichen Naturfasern, Samt, Seide oder Stoffen mit unbekannter Pflegekennzeichnung sollte diese Methode nicht verwendet werden.
Flüssigkeitsflecken sofort richtig aufnehmen
Kaffee, Saft oder andere Getränke sollten möglichst behandelt werden, bevor sie vollständig eintrocknen. Zuerst ein sauberes weißes Tuch auf die Stelle drücken und die Flüssigkeit aufsaugen. Nicht reiben, denn dadurch verteilt sich der Fleck seitlich und kann tiefer in die Fasern gelangen.
Danach 250 ml lauwarmes Wasser mit 2 bis 3 ml mildem Spülmittel mischen. Ein weißes Tuch darin anfeuchten, kräftig auswringen und den Fleck von außen zur Mitte tupfen. Nach einigen Durchgängen mit einem zweiten, leicht mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch nacharbeiten.
Den Stuhl anschließend vollständig an der Luft trocknen lassen. Keine direkte starke Hitze durch Föhn oder Heizlüfter einsetzen, da sich manche Bezugsstoffe verformen oder ungleichmäßig trocknen können.
