Rost am Küchenmesser? Mit diesem einfachen Trick wird die Klinge wieder sauber – ohne sie zu ruinieren
Rost am Küchenmesser? Mit diesem einfachen Trick wird die Klinge wieder sauber – ohne sie zu ruinieren
Braune Rostpunkte auf einem Küchenmesser sehen nicht nur unschön aus. Bleiben sie länger auf der Klinge, kann Korrosion tiefer in die Oberfläche eindringen und kleine raue Stellen hinterlassen. Besonders Messer aus Kohlenstoffstahl reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, doch auch Edelstahl ist nicht vollkommen rostfrei. Für leichten Oberflächenrost braucht man normalerweise keinen aggressiven Spezialreiniger. Mit Natron, etwas Wasser und der richtigen Technik lassen sich viele Rostflecken schonend lösen. Wichtig ist anschließend vor allem eines: die Klinge vollständig trocknen.
Leichten Rost mit einer Natronpaste entfernen
Für oberflächliche Rostflecken auf einer unbeschichteten Edelstahlklinge ist eine milde Natronpaste ein guter erster Versuch.
Benötigt werden:
- 2 Esslöffel Natron
- 1 Esslöffel Wasser
- ein weiches Tuch oder ein nicht kratzender Schwamm
- eine alte weiche Zahnbürste
- etwas mildes Spülmittel
- ein trockenes Baumwoll- oder Mikrofasertuch
- Messer reinigen. Die Klinge zunächst mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel von Fett und Speiseresten befreien. Danach abspülen und trocknen.
- Paste anrühren. 2 Esslöffel Natron mit etwa 1 Esslöffel Wasser vermengen. Es soll eine dicke, streichfähige Paste entstehen.
- Rost bedecken. Die Paste nur auf die betroffenen Bereiche geben und 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Nicht stundenlang auf der Klinge lassen.
- Sanft bearbeiten. Mit einem weichen Tuch oder einer Zahnbürste vorsichtig in Richtung der vorhandenen Schleifstruktur arbeiten. Die scharfe Schneide dabei nicht mit den Fingern berühren.
- Abspülen und sofort trocknen. Alle Natronreste mit klarem Wasser entfernen und die Klinge unmittelbar vollständig trockenreiben.
Die Behandlung war erfolgreich, wenn die orangebraunen Ablagerungen verschwunden oder deutlich heller geworden sind und die Metalloberfläche wieder glatt wirkt. Bei tiefer Korrosion können dunkle Punkte oder kleine Vertiefungen zurückbleiben.
Warum Salz nicht einfach auf der Klinge bleiben sollte
In vielen Haushaltstipps wird grobes Salz direkt auf rostige Messer gestreut. Tatsächlich können Salzkristalle beim Reiben wie ein Scheuermittel wirken. Das bedeutet jedoch nicht, dass Salz automatisch ein guter Rostentferner ist.
Chlorid aus Kochsalz kann die Korrosion bestimmter Metalle fördern, wenn Salz und Feuchtigkeit längere Zeit auf der Oberfläche bleiben. Außerdem können grobe Körner polierte Klingen verkratzen.
Wer Salz überhaupt verwendet, sollte daher nur 1 Teelöffel feines Salz auf einem feuchten Tuch einsetzen, sehr sanft reiben und die Klinge anschließend sofort gründlich abwaschen und trocknen. Bei hochwertigen, polierten oder beschichteten Messern ist diese Methode besser zu vermeiden.
Salz niemals über Nacht auf einer feuchten Messerklinge liegen lassen.
Zitronensäure nur vorsichtig bei Edelstahl verwenden
Bei hartnäckigen Rostspuren auf unbeschichtetem Edelstahl kann eine schwache Zitronensäurelösung helfen. Säure kann oberflächliche Eisenoxide lösen, sollte aber kontrolliert eingesetzt werden.
1 Teelöffel Zitronensäurepulver in 250 ml lauwarmem Wasser vollständig auflösen. Ein Tuch damit anfeuchten und ausschließlich auf die rostige Stelle legen. Etwa 3 bis maximal 5 Minuten wirken lassen.
Danach sofort mit reichlich Wasser abspülen, mit einem Tropfen Spülmittel nachreinigen und gründlich trocknen.
Diese Behandlung nicht einfach auf Kohlenstoffstahl, Damastmesser, beschichtete Klingen oder unbekannte Legierungen übertragen. Säuren können Verfärbungen verursachen und spezielle Oberflächen verändern.
Auch Zitronensaft sollte nicht minutenlang oder gar über Nacht auf einer Messerklinge verbleiben.
Kohlenstoffstahl braucht eine andere Pflege
Messer aus Kohlenstoffstahl entwickeln mit der Zeit häufig eine graue oder dunkelblaue Patina. Diese natürliche Verfärbung ist nicht dasselbe wie orangefarbener Rost und sollte nicht unbedingt entfernt werden.
Bei kleinen orangefarbenen Rostpunkten zunächst die Natronmethode an einer unauffälligen Stelle ausprobieren und nur minimalen Druck verwenden.
Nach der Reinigung die Klinge sofort trocknen. Wird das Messer längere Zeit nicht benutzt, kann auf geeigneten Kohlenstoffstahlklingen eine sehr dünne Schicht lebensmittelechtes Mineralöl aufgetragen werden. Wenige Tropfen auf einem Tuch reichen aus; die Oberfläche soll nicht sichtbar ölig sein.
Kein normales Pflanzenöl zur langfristigen Lagerung verwenden, da es mit der Zeit oxidieren und klebrig oder ranzig werden kann.
So verhindern Sie neue Rostflecken
Vorbeugung ist bei Messern wesentlich einfacher als spätere Rostentfernung. Nach dem Schneiden die Klinge möglichst zeitnah mit warmem Wasser und wenig Spülmittel reinigen.
Anschließend nicht im Abtropfgestell stundenlang feucht liegen lassen, sondern sofort trockenreiben.
Küchenmesser sollten außerdem nicht längere Zeit in einem feuchten Spülbecken liegen. Wasser, Salz und säurehaltige Lebensmittel wie Zitrone oder Tomate können bestimmte Stähle schneller angreifen.
Ob ein Messer spülmaschinengeeignet ist, hängt vom Hersteller ab. Hochwertige Küchenmesser werden jedoch meist besser von Hand gereinigt, da Hitze, aggressive Reiniger und lange Feuchtigkeitseinwirkung Material und Schneide belasten können.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Salz über Nacht einwirken lassen: Feuchtigkeit und Salz können Korrosion fördern statt sie zu stoppen.
Mit Stahlwolle schrubben: Dadurch können deutliche Kratzer entstehen und die Oberflächenstruktur beschädigt werden.
Die Schneide mit den Fingern bearbeiten: Beim Reinigen immer vom scharfen Bereich weg arbeiten und das Messer sicher ablegen.
Säure für jede Klinge verwenden: Kohlenstoffstahl, Damast, Beschichtungen und Spezialoberflächen können sich verfärben oder beschädigt werden.
Das Messer nach der Reinigung feucht liegen lassen: Schon kleine Wasserreste begünstigen neue Rostpunkte.
Für noch bessere Ergebnisse
Bei hochwertigen Messern zunächst feststellen, aus welchem Stahl und welcher Oberflächenbehandlung die Klinge besteht. Die Herstellerhinweise haben Vorrang vor allgemeinen Hausmitteln.
Kleine Rostpunkte möglichst früh behandeln. Oberflächlicher Rost lässt sich deutlich leichter entfernen als bereits entstandene Korrosionsgruben.
Messer trocken und luftig lagern. In feuchten Schubladen können auch scheinbar rostträge Edelstahlklingen Flecken entwickeln.
Häufige Fragen
Kann Salz Rost wirklich entfernen?
Durch seine abrasive Wirkung kann Salz oberflächliche Ablagerungen mechanisch lösen. Als dauerhafte Rostbehandlung ist es jedoch ungeeignet, weil Salzreste in Verbindung mit Feuchtigkeit Korrosion fördern können.
Wie lange darf Natron auf der Klinge bleiben?
Bei leichtem Rost reichen normalerweise 10 bis 15 Minuten. Danach sanft reinigen, gründlich abspülen und sofort trocknen.
Darf ich Essig verwenden?
Säure kann Rost lösen, ist aber nicht für jede Messerlegierung geeignet. Bei hochwertigen, beschichteten oder Kohlenstoffstahlmessern sollte man ohne Herstellerfreigabe darauf verzichten.
Was tun, wenn kleine Löcher im Metall bleiben?
Dann hat die Korrosion bereits Material angegriffen. Eine Reinigung entfernt den Rost, kann die entstandenen Vertiefungen aber nicht rückgängig machen. Bei starker Beschädigung sollte das Messer von einem Fachbetrieb beurteilt werden.
