Schluss mit Geruch und Ablagerungen: Warum ein glatter Siphon unter dem Waschbecken die bessere Lösung ist
Schluss mit Geruch und Ablagerungen: Warum ein glatter Siphon unter dem Waschbecken die bessere Lösung ist
Ein geriffelter Flexschlauch unter dem Waschbecken lässt sich zwar schnell montieren, kann langfristig jedoch unangenehme Probleme verursachen. Fett, Seifenreste, Haare und Schmutz setzen sich leicht in seinen Vertiefungen fest. Die Folgen können schlechte Gerüche, langsamer Wasserablauf und undichte Verbindungen sein. Ein glatter, fachgerecht montierter Röhrensiphon ist hygienischer und lässt sich leichter reinigen. Hier erfahren Sie, wie der Austausch gelingt, worauf Sie bei der Montage achten müssen und wie Sie anschließend Undichtigkeiten zuverlässig erkennen.

Den geriffelten Ablaufschlauch durch einen glatten Siphon ersetzen
Für die meisten Waschbecken eignet sich ein Röhrensiphon aus glattem Kunststoff. Vor dem Kauf müssen der Durchmesser des Ablaufventils und der Abstand zum Wandanschluss gemessen werden. Üblich sind Anschlüsse mit 1¼ Zoll bei Waschbecken und 1½ Zoll bei Küchenspülen. Das Wandanschlussrohr hat häufig einen Durchmesser von 40 oder 50 Millimetern.
Benötigt werden:
- ein passender Kunststoff-Röhrensiphon mit Dichtungen,
- ein Zollstock oder Maßband,
- ein Eimer mit mindestens fünf Litern Fassungsvermögen,
- zwei saugfähige Tücher,
- eine kleine Kunststoffbürste,
- etwa 500 Milliliter warmes Wasser mit einem Teelöffel Spülmittel,
- bei Bedarf eine Kunststoff-Rohrsäge und feines Schleifpapier.
- Stellen Sie den Eimer unter den alten Schlauch und schließen Sie vorsichtshalber die Wasserhähne. Lösen Sie die Überwurfmuttern von Hand. Sitzen sie fest, verwenden Sie eine geeignete Zange mit einem Tuch als Schutz, ohne starken Druck auszuüben.
- Entfernen Sie den Flexschlauch langsam und lassen Sie das darin stehende Wasser in den Eimer laufen. Reinigen Sie Ablaufstutzen und Wandanschluss mit der warmen Spülmittellösung. Danach alles trockenwischen.
- Stecken Sie Überwurfmuttern und konische Dichtungen in der vom Hersteller vorgesehenen Reihenfolge auf die Rohre. Die schmale Seite einer konischen Dichtung zeigt normalerweise in Richtung der Verbindung. Beachten Sie jedoch immer die Montageanleitung des Siphons.
- Richten Sie den U-Bogen spannungsfrei aus. Rohre dürfen weder schräg eingezogen noch gewaltsam zusammengedrückt werden. Falls ein Rohr gekürzt werden muss, gerade absägen, die Schnittkante sorgfältig entgraten und erneut einsetzen. Ziehen Sie Kunststoffmuttern zunächst nur handfest an.
- Lassen Sie anschließend zwei bis drei Minuten Wasser laufen und füllen Sie das Becken einmal etwa zur Hälfte. Beim Ablassen prüfen Sie alle Verbindungen mit trockenem Küchenpapier. Bleibt es vollständig trocken, ist die Montage dicht.
Ein glatter Siphon funktioniert besser, weil das Abwasser ohne tiefe Rillen abfließen kann. Gleichzeitig bleibt im U-Bogen eine kontrollierte Wassermenge stehen. Diese Wassersperre verhindert, dass Kanalgerüche in den Raum gelangen.
Die richtige Höhe und Ausrichtung beachten
Der Siphon muss so montiert sein, dass der U-Bogen unterhalb des Ablaufventils liegt und eine dauerhafte Wassersperre bilden kann. Das waagerechte Rohr zum Wandanschluss sollte ohne Gegengefälle verlaufen. Ein leichtes Gefälle in Richtung Wand ist sinnvoll, sofern die vorhandenen Anschlüsse dies erlauben.
Messen Sie vor dem Zuschnitt zweimal. Zwischen den einzelnen Bauteilen sollten keine seitlichen Spannungen entstehen. Ein schräg sitzendes Rohr kann die Dichtung einseitig belasten und später tropfen. Verwenden Sie keine zusätzlichen Gummiringe, Hanf oder große Mengen Silikon, wenn das System mit passenden Steck- und Schraubdichtungen geliefert wurde. Solche Zusätze verdecken häufig nur eine falsche Montage.
Undichte Stellen zuverlässig kontrollieren
Legen Sie nach der Montage ein trockenes Blatt Küchenpapier unter jede Verbindung. Lassen Sie zunächst kaltes, danach warmes Wasser jeweils etwa eine Minute laufen. Füllen Sie das Waschbecken anschließend zur Hälfte und öffnen Sie den Ablauf vollständig. Dadurch wird der Siphon kurzzeitig stärker belastet.
Kontrollieren Sie die Verbindungen sofort und noch einmal nach 30 Minuten. Dunkle oder feuchte Stellen auf dem Papier zeigen selbst kleine Tropfmengen deutlich. Ist eine Verbindung undicht, lösen Sie sie, prüfen Sie die Dichtung auf Verdrehung und setzen Sie alles neu zusammen. Ziehen Sie Kunststoffmuttern nicht mit Gewalt fest: Zu hoher Druck kann Dichtungen verformen oder Gewinde beschädigen.
Ablagerungen im neuen Siphon vermeiden
Spülen Sie einmal pro Woche für etwa 30 Sekunden warmes, jedoch nicht kochendes Wasser nach. Bei einem Badezimmerwaschbecken können Sie zuvor sichtbare Haare aus dem Ablauf entfernen. In der Küche sollten Speiseöl, Fett, Kaffeesatz und größere Lebensmittelreste nicht in den Abfluss gelangen.
Für die regelmäßige Reinigung genügen meist zwei Liter etwa 50 bis 60 °C warmes Wasser und ein Teelöffel Spülmittel. Langsam eingießen und fünf Minuten nachspülen. Kein kochendes Wasser verwenden, da manche Kunststoffrohre und Dichtungen dadurch beschädigt werden können. Chemische Rohrreiniger sollten nur nach Herstellerangabe eingesetzt werden; verschiedene Reiniger dürfen niemals miteinander vermischt werden.
Gerüche richtig beurteilen
Tritt trotz sauberem Siphon ein unangenehmer Geruch auf, prüfen Sie zuerst, ob Wasser im U-Bogen steht. Bei selten benutzten Waschbecken kann die Wassersperre verdunsten. Lassen Sie dann 30 Sekunden Wasser laufen. Der Geruch sollte innerhalb kurzer Zeit nachlassen.
Bleibt er bestehen, können eine fehlerhafte Dichtung, ein verschmutzter Überlauf oder ein Problem in der Gebäudeentlüftung vorliegen. Reinigen Sie den Überlauf mit warmem Spülwasser und einer schmalen Bürste. Bei wiederkehrendem Kanalgeruch, gluckernden Leitungen oder zurücklaufendem Abwasser sollte ein Sanitärfachbetrieb die Installation kontrollieren.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Einen Flexschlauch stark zusammenzudrücken erzeugt zusätzliche Falten, in denen sich noch schneller Schmutz sammelt.
- Fehlende oder falsch herum eingesetzte Dichtungen führen häufig zu langsamem Tropfen.
- Zu fest angezogene Kunststoffmuttern können reißen oder das Gewinde beschädigen.
- Kochendes Wasser kann Kunststoffteile verformen und Dichtungen vorzeitig altern lassen.
- Säuren, chlorhaltige Reiniger und andere Chemikalien dürfen niemals gemischt werden, da gefährliche Gase entstehen können.
Für noch mehr Sicherheit
Fotografieren Sie die vorhandenen Anschlüsse vor dem Ausbau und notieren Sie alle Durchmesser. Kontrollieren Sie den Schrankboden während der ersten Woche täglich auf Feuchtigkeit. In einem selten genutzten Gäste-WC sollten Sie außerdem alle ein bis zwei Wochen kurz Wasser laufen lassen, damit die Geruchssperre nicht austrocknet.
Fragen und Antworten
Kann ein vorhandener Flexschlauch einfach gereinigt werden?
Eine Reinigung kann Ablagerungen vorübergehend reduzieren. Wegen der tiefen Rillen lässt sich ein alter Flexschlauch jedoch selten vollständig säubern. Bei wiederkehrendem Geruch ist der Austausch meist sinnvoller.
Braucht man für die Montage Silikon?
Bei einem passenden Röhrensiphon normalerweise nicht. Die mitgelieferten Dichtungen sorgen für die Abdichtung. Silikon ersetzt keine korrekt eingesetzte Dichtung.
Wie oft sollte ein Siphon gereinigt werden?
Bei normaler Nutzung genügt eine Kontrolle alle drei bis sechs Monate. Fließt das Wasser langsamer ab oder entsteht Geruch, sollte er früher geöffnet und gereinigt werden.
Wann muss ein Fachbetrieb kommen?
Bei beschädigten Wandanschlüssen, wiederholten Leckagen, starkem Rückstau oder unklaren Rohrmaßen ist professionelle Hilfe ratsam. Auch Arbeiten an verdeckten Leitungen gehören in fachkundige Hände.
