Schluss mit trockenen Mikrowellenresten: Dieser einfache Wechsel macht das Aufwärmen leichter
Schluss mit trockenen Mikrowellenresten: Dieser einfache Wechsel macht das Aufwärmen leichter
Das Essen vom Vortag soll schnell warm werden, doch die Hähnchenstücke werden trocken, das Gemüse bleibt stellenweise kalt und unter der Abdeckung sammelt sich Dampf. Oft hilft schon eine andere Vorbereitung: ein geeignetes Glasgefäß, ein locker aufliegender Deckel und etwas zusätzliche Feuchtigkeit. Damit sparst du Einwegfolie und kannst deine Mahlzeit bequem kontrollieren. Hier erfährst du, wie du bereits gegarte Speisen gleichmäßiger aufwärmst, welche Mengen sinnvoll sind und woran du erkennst, dass auch die Mitte ausreichend heiß geworden ist.

Glasgefäß und lockerer Deckel statt Einwegfolie
Eine wiederverwendbare Glasschale mit passendem, mikrowellengeeignetem Deckel ist praktisch für das regelmäßige Aufwärmen. Entscheidend ist die ausdrückliche Eignung beider Teile. Nicht jeder Aufbewahrungsdeckel darf erhitzt werden. Auch bei geeignetem Geschirr müssen Temperaturgrenzen und Herstellerhinweise eingehalten werden. verbraucherzentrale.de
Für eine Portion von etwa 350 bis 450 Gramm brauchst du:
- eine flache, mikrowellengeeignete Glasschale mit ungefähr einem Liter Fassungsvermögen;
- einen dafür geeigneten Deckel mit Dampföffnung oder zur losen Auflage;
- einen Esslöffel Wasser oder Brühe, etwa 15 Milliliter;
- einen sauberen Löffel und trockene Topflappen;
- möglichst ein sauberes Lebensmittelthermometer.
Die Methode gilt für bereits gegarte, korrekt gekühlte Speisen, nicht als Anleitung zum Garen von rohem Geflügel.
- Essen flach verteilen: Entferne vorhandene Folie. Fülle die Portion in die Schale und verteile sie möglichst gleichmäßig. Schneide größere Hähnchenstücke mit sauberem Besteck in etwa zwei Zentimeter dicke Scheiben.
- Feuchtigkeit ergänzen: Gib 15 Milliliter Wasser oder Brühe über Gemüse und Beilagen. Bei einer bereits reichlich vorhandenen Soße ist zusätzliche Flüssigkeit meist unnötig.
- Locker abdecken: Öffne das vorgesehene Dampfventil oder lege den dafür geeigneten Deckel nach Herstellerangabe lose auf. Verriegele keinen luftdichten Aufbewahrungsdeckel.
- In Abschnitten erwärmen: Beginne bei etwa 600 Watt mit zwei Minuten. Rühre anschließend um, wende Fleischstücke und erwärme bei Bedarf in weiteren Abschnitten von jeweils 30 bis 60 Sekunden.
- Temperatur kontrollieren: Prüfe mehrere Stellen, besonders die dicksten Fleischstücke und die Mitte. Anschließend etwa zwei Minuten abgedeckt ruhen lassen und den Deckel vom Gesicht weg öffnen.
Die genannten Heizzeiten sind lediglich Startwerte. Für hygienisches Wiedererwärmen empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen. Eine Ruhezeit ersetzt dieses ausreichende Erhitzen nicht. BfR
Die Abdeckung begrenzt Spritzer und Feuchtigkeitsverlust. Das Ergebnis sollte durchgehend heiß sein, ohne dass die Ränder bereits stark austrocknen.
Mit kleinen Wassermengen trockene Beilagen auffrischen
Gekochte Kartoffeln und gegartes Gemüse verlieren beim Lagern und erneuten Erwärmen Feuchtigkeit. Ein kleiner Wasserzusatz kann ihre Oberfläche vor weiterem Austrocknen schützen. Verwende für etwa 250 Gramm dieser Beilagen zunächst einen Esslöffel Wasser, also 15 Milliliter.
Verteile das Wasser über die Speisen, decke sie locker ab und erwärme sie zunächst eine Minute bei ungefähr 600 Watt. Danach vorsichtig durchmischen und entsprechend der Temperatur weiter erhitzen. Es geht nicht darum, die Beilage erneut in Wasser zu kochen: Am Boden sollte keine größere Pfütze stehen. Für panierte oder knusprige Speisen eignet sich diese Methode weniger, weil Feuchtigkeit ihre Kruste aufweicht. Bereits stark ausgetrocknete Lebensmittel werden dadurch außerdem nicht vollständig wie frisch zubereitet.
Durch Umrühren und Umlegen kalte Stellen reduzieren
In der Mikrowelle erwärmt sich eine Mahlzeit nicht überall gleichzeitig. Deshalb ist eine Unterbrechung während des Aufwärmens sinnvoller als eine lange Heizphase ohne Kontrolle.
Verteile etwa 400 Gramm Essen möglichst in einer flachen Schicht. Beginne mit zwei Minuten bei ungefähr 600 Watt. Rühre Gemüse und Beilagen anschließend gründlich durch. Lege feste Stücke aus der Mitte nach außen und äußere Stücke weiter nach innen; wende sie dabei. Danach folgen kürzere Heizabschnitte und erneute Temperaturkontrollen. Zusätzliche Produkte brauchst du dafür nicht. Das Umverteilen unterstützt eine gleichmäßigere Erwärmung, garantiert sie jedoch nicht. Besonders bei Fleisch bleibt die Temperaturmessung an mehreren Stellen wichtig. Verwende ein Einstichthermometer nur außerhalb des laufenden Geräts, sofern es nicht ausdrücklich dafür zugelassen ist.
Nur die benötigte Portion aufwärmen
Wer eine große Schale mehrfach erwärmt und wieder zurückstellt, macht die Handhabung unnötig kompliziert. Teile größere Mengen deshalb bereits nach dem Zubereiten mit sauberem Besteck in flache Behälter auf. Für eine normale Einzelportion sind beispielsweise 350 bis 450 Gramm ein praktischer Ausgangspunkt.
Lass gekochte Speisen zügig abkühlen und stelle sie zeitnah gekühlt bereit; große Mengen nicht stundenlang im Topf stehen lassen. Bewahre sie abgedeckt im Kühlschrank auf und entnimm erst unmittelbar vor dem Aufwärmen die benötigte Portion. Vorgekochte Mahlzeiten sollten üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden, sofern keine kürzere Haltbarkeit gilt. Gute Kühlung bleibt wichtig: Erneutes Erhitzen kann falsche Lagerung nicht zuverlässig ausgleichen. Ausgabe 2/2025
Fehler, die du vermeiden solltest
- Beliebige Frischhaltefolie verwenden: Nutze Folie nur bei ausdrücklicher Mikrowellenfreigabe und entsprechend ihren Anwendungshinweisen. Eine wiederverwendbare Abdeckung spart diese Prüfung bei jeder neuen Folienpackung.
- Behälter luftdicht verschließen: Beim Erwärmen entsteht Dampf, der entweichen können muss. Ein verriegelter Deckel ist dafür ungeeignet.
- Nur auf sichtbaren Dampf achten: Eine dampfende Oberfläche beweist keine ausreichend heiße Mitte. Kontrolliere mehrere Stellen.
- Ungeeignetes Geschirr einsetzen: Metallverzierungen, beschädigtes Glas oder nicht freigegebene Kunststoffdeckel gehören nicht in diesen Ablauf.
- Heißen Dampf unterschätzen: Öffne die Abdeckung vom Körper weg. Halte Kinder fern und verwende trockene Topflappen.
Für unterschiedliche Mahlzeiten anpassen
Bei Suppen und Eintöpfen ist meist kein zusätzliches Wasser nötig. Rühre dafür besonders gründlich vom Rand zur Mitte.
Erwärme knusprige Bestandteile bei Bedarf getrennt im geeigneten Backofen. Stelle heiße Glasschalen außerdem auf einen trockenen, hitzebeständigen Untersetzer und vermeide abrupte Temperaturwechsel.
Häufige Fragen
Ist jede Glasschale mikrowellengeeignet?
Nein. Prüfe die Herstellerangabe für Schale und Deckel getrennt. Das Material allein genügt als Nachweis nicht.
Muss immer Wasser dazu?
Nein. Bei trockenen Beilagen kann wenig Wasser helfen. Bei Suppen oder soßenreichen Gerichten ist es meistens überflüssig.
Warum gibt es keine feste Gesamtzeit?
Menge, Ausgangstemperatur, Form und Geräteleistung unterscheiden sich. Deshalb entscheiden die Temperatur im Essen und die gleichmäßige Erwärmung.
Darf ich den Deckel vollständig schließen?
Nur entsprechend seiner vorgesehenen Mikrowellenfunktion, etwa mit geöffnetem Dampfventil. Ein luftdicht verschlossener Aufbewahrungsbehälter eignet sich nicht.
