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Haushaltstipps

Steckdosen sicher reinigen – erst die Sicherung, dann das Tuch

Schmutzige Steckdosen sicher reinigen – So werden vergilbte und staubige Steckdosenblenden wieder sauber

Eine frisch gestrichene Wand – und mittendrin eine Steckdose, deren Blende grau schimmert und rund um die Öffnungen dunkle Fingerspuren zeigt. Der Kontrast fällt oft erst auf, wenn der Rest des Zimmers wieder makellos ist. Anders als bei Fliesen oder Arbeitsplatten dürfen Sie hier allerdings nicht einfach mit dem Sprühreiniger anrücken: Hinter der Blende liegt Strom.

Diese Anleitung behandelt deshalb ausschließlich die sichere Vorgehensweise: welche Sicherung wann ausgeschaltet gehört, wie feucht ein Tuch höchstens sein darf, welche Geräte tabu sind und woran Sie erkennen, dass eine Steckdose nicht mehr in Ihre Hände gehört, sondern in die einer Elektrofachkraft. Welches Hausmittel gegen welche Art von Verfärbung hilft und wie Sie dabei Kratzer im Kunststoff vermeiden, ist ein eigenes Thema – das lesen Sie in der Anleitung zu vergilbten Steckdosen und Lichtschaltern.

Schmutzige Steckdosen sicher reinigen – So werden vergilbte und staubige Steckdosenblenden wieder sauber

Die Grundregel: erst die Sicherung, dann das Tuch

Gereinigt wird ausschließlich die äußere Kunststoffabdeckung. Alles, was ein Werkzeug erfordert – Blende abschrauben, Rahmen abnehmen, im Inneren nachsehen –, ist Sache einer Elektrofachkraft und keine Reinigungsarbeit. Und selbst für das reine Abwischen von außen gilt: Schalten Sie den Stromkreis vorher ab. Ein feuchtes Tuch an einer stromführenden Steckdose ist ein unnötiges Risiko, das sich mit einem Handgriff im Sicherungskasten vermeiden lässt.

Was Sie bereitlegen sollten

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Teelöffel mildes Spülmittel (ca. 5 ml)
  • 2 weiche Mikrofasertücher
  • 1 weiche Zahnbürste oder kleiner Pinsel
  • Wattestäbchen
  • Trockenes Baumwolltuch
  • Taschenlampe – im abgeschalteten Stromkreis funktioniert die Deckenlampe womöglich nicht

Schritt für Schritt erklärt

  1. Den richtigen Stromkreis finden und abschalten. Ziehen Sie zuerst alle Stecker aus der Steckdose. Schalten Sie dann die zugehörige Sicherung aus und überzeugen Sie sich, dass die Steckdose wirklich spannungsfrei ist – etwa mit einer eingesteckten Lampe, die nicht mehr leuchtet. Ist die Beschriftung im Sicherungskasten unklar, schalten Sie im Zweifel den Hauptschalter ab.
  2. Reinigungslösung vorbereiten. Vermischen Sie 500 ml lauwarmes Wasser mit 1 Teelöffel Spülmittel. Das Mikrofasertuch nur leicht anfeuchten und gründlich auswringen. Die Probe: Halten Sie das zusammengedrückte Tuch über das Waschbecken – fällt auch nur ein Tropfen, ist es zu nass.
  3. Kunststofffläche abwischen. Wischen Sie die gesamte Abdeckung mit sanften Bewegungen von oben nach unten ab, damit keine Feuchtigkeit an den Öffnungen entlangläuft. Besonders verschmutzte Stellen 2 bis 3 Minuten mit dem leicht feuchten Tuch bedecken und anschließend erneut abwischen.
  4. Kanten trocken säubern. Mit einer trockenen Zahnbürste oder einem kleinen Pinsel Staub aus den Fugen entfernen. Für enge Bereiche eignen sich trockene Wattestäbchen. In die Steckeröffnungen selbst gehört weder Feuchtigkeit noch ein Gegenstand.
  5. Trocknen und warten. Reiben Sie die Abdeckung mit einem trockenen Baumwolltuch nach und lassen Sie die Steckdose anschließend noch mindestens 30 Minuten offen trocknen, bevor Sie die Sicherung wieder einschalten. Restfeuchte in den Fugen ist von außen nicht zu sehen.

Woran erkennen Sie den Erfolg? Die Kunststoffoberfläche wirkt gleichmäßig sauber, Fingerabdrücke und graue Ablagerungen sind verschwunden, und die Steckdose fühlt sich rundherum trocken an – auch in den Fugen zur Wand.

Diese fünf Dinge sind tabu

  • Unter Spannung reinigen. Feuchtigkeit und anliegender Strom sind die gefährlichste Kombination bei dieser Arbeit.
  • Reiniger direkt aufsprühen. Sprühnebel dringt in Spalten ein, die Sie nicht sehen. Aufgetragen wird immer auf das Tuch, nie auf die Steckdose.
  • Dampfreiniger einsetzen. Heißer Dampf steht unter Druck und wird regelrecht in die Bauteile gepresst.
  • Mit Gegenständen in die Öffnungen gehen. Weder Wattestäbchen noch Zahnbürste haben dort etwas verloren – auch nicht bei ausgeschalteter Sicherung.
  • Reinigungsmittel mischen. Kombinationen aus Essig, Chlor- oder Bleichmitteln können gefährliche Dämpfe entwickeln.

Wann die Elektrofachkraft übernehmen sollte

Manche Verfärbungen sind kein Schmutzproblem, sondern ein Warnsignal. Lassen Sie die Steckdose prüfen, wenn Ihnen beim Putzen eines dieser Anzeichen auffällt:

  • bräunliche oder schwarze Verfärbungen rund um die Steckeröffnungen, die sich nicht abwischen lassen – ein möglicher Hinweis auf Hitzeentwicklung
  • ein Geruch nach verschmortem Kunststoff, auch wenn er nur kurz auftritt
  • Risse in der Blende oder ein Rahmen, der sich beim Wischen bewegt
  • Stecker, die auffällig locker sitzen oder sich nur mit Kraft lösen lassen
  • Steckdosen, die sich im Betrieb spürbar warm anfühlen

Auch der Austausch einer stark vergilbten Blende gehört in Fachhände, sobald dafür Schrauben gelöst werden müssen. Neue Abdeckungen sind zwar günstig, doch hinter dem Rahmen liegen stromführende Klemmen.

Sonderfälle: Bad, Außenbereich und Steckdosenleisten

Im Badezimmer arbeiten Sie besonders sparsam mit Feuchtigkeit und lüften anschließend gründlich. Steckdosen in Feuchträumen sind normalerweise über einen Fehlerstromschutzschalter abgesichert – ein Grund mehr, den Stromkreis vor dem Putzen abzuschalten, statt sich darauf zu verlassen.

Außensteckdosen haben eine Klappe mit Dichtung. Reinigen Sie diese Dichtung nur trocken oder mit einem kaum feuchten Tuch und fetten Sie sie nicht ein – beschädigte oder verhärtete Dichtungen sind ein Fall für die Fachkraft, weil sonst der Wetterschutz fehlt.

Kindersicherungen und Abdeckstöpsel nehmen Sie zum Reinigen heraus, waschen sie separat im Spülwasser und setzen sie erst vollständig getrocknet wieder ein. Für Steckdosenleisten gilt dieselbe Reihenfolge in einfacherer Form: erst den Netzstecker ziehen, dann reinigen, dann trocknen lassen.

Das hilft zusätzlich

  • Erledigen Sie alle Steckdosen eines Stromkreises in einem Durchgang – dann müssen Sie die Sicherung nur einmal schalten.
  • Nehmen Sie bei der Gelegenheit gleich die Lichtschalter und Schalterabdeckungen mit dazu; dort sammeln sich die meisten Fingerspuren.
  • Verzichten Sie auf aggressive Allzweckreiniger und harte Schwämme. Welche Mittel welche Oberfläche vertragen, steht ausführlich in der Anleitung gegen Vergilbungen und Kratzer.
  • Notieren Sie sich beim ersten Mal, welche Sicherung zu welchem Raum gehört – das spart bei jeder weiteren Reinigung Zeit.

Antworten auf typische Fragen

Muss ich wirklich die Sicherung ausschalten, wenn ich nur außen wische?

Ja, das ist die sichere Vorgehensweise. Sobald Feuchtigkeit im Spiel ist, kann sie über Fugen und Spalten dorthin gelangen, wo Sie nicht hinsehen können. Der abgeschaltete Stromkreis kostet Sie zwei Minuten und nimmt dem gesamten Vorgang das Risiko.

Darf ich einen Dampfreiniger benutzen?

Nein. Heißer Dampf steht unter Druck und kann Feuchtigkeit tief in die Steckdose treiben. Das gilt auch für Dampfaufsätze, die als besonders schonend beworben werden.

Wie lange muss ich warten, bis ich den Strom wieder einschalten darf?

Planen Sie nach dem Trockenreiben mindestens 30 Minuten ein. War das Tuch nur leicht feucht, ist die Oberfläche längst trocken – die Fugen zwischen Blende und Wand brauchen aber etwas länger.

Darf ich die Blende zum Reinigen abnehmen?

Nein, das sollten Sie nicht selbst tun. Unter der Abdeckung liegen die Klemmen frei, und schon eine falsch wieder eingesetzte Blende kann zur Gefahrenstelle werden. Wenn eine Blende ohnehin ersetzt werden soll, beauftragen Sie damit eine Elektrofachkraft.

Ist ein feuchtes Tuch überhaupt nötig, oder reicht trockenes Abstauben?

Für lockeren Staub reicht ein trockenes Mikrofasertuch völlig aus, und das ist auch die risikoärmste Variante für zwischendurch. Zur Sicherung greifen müssen Sie erst, wenn Fett- oder Fingerabdruckfilme eine feuchte Reinigung erfordern.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.