Schwarze Fugen im Bad? So entfernen Sie Schimmel und hartnäckige Beläge richtig
Schwarze Fugen im Bad? So entfernen Sie Schimmel und hartnäckige Beläge richtig
Dunkle Flecken zwischen den Badezimmerfliesen entstehen häufig dort, wo Feuchtigkeit lange stehen bleibt und die Luft schlecht zirkuliert. Nicht jede Verfärbung ist automatisch Schimmel, doch schwarze oder punktförmige Beläge sollten ernst genommen werden. Bei kleinen, oberflächlichen Stellen kann eine gründliche Reinigung helfen. Wichtig ist, Fugen und Silikon unterschiedlich zu behandeln und anschließend die Ursache der Feuchtigkeit zu reduzieren. Mit wenigen Mitteln lässt sich das Badezimmer sauber halten, ohne wahllos verschiedene Reiniger miteinander zu mischen.
Kleine verschmutzte Fugen mit Natron und Spülmittel reinigen
Für keramische Fliesen mit klassischen zementären Fugen eignet sich zunächst eine milde mechanische Reinigung. Benötigt werden 3 Esslöffel Natron, 1 Esslöffel mildes Spülmittel, 1 bis 2 Esslöffel Wasser, eine alte Zahnbürste, Haushaltshandschuhe und zwei saubere Tücher.
- Bad gut lüften. Fenster öffnen oder die Lüftung einschalten. Die betroffene Fläche zunächst mit einem feuchten Tuch von losem Schmutz befreien.
- Reinigungspaste herstellen. Natron, Spülmittel und zunächst 1 Esslöffel Wasser verrühren. Nur so viel weiteres Wasser hinzufügen, dass eine streichfähige Paste entsteht.
- Fugen behandeln. Die Paste dünn auf verschmutzte zementäre Fugen auftragen und etwa 10 Minuten einwirken lassen. Sie sollte nicht vollständig antrocknen.
- Vorsichtig bürsten. Mit einer weichen Zahnbürste entlang der Fuge arbeiten. Anschließend gründlich mit klarem Wasser nachwischen und trockenreiben.
Die Methode entfernt vor allem Seifenreste und oberflächlichen Schmutz. Natron unterstützt durch seine leicht abrasive Wirkung die mechanische Reinigung. Bei tief sitzendem Schimmel reicht diese Methode dagegen möglicherweise nicht aus.
Wichtig: Nicht auf Naturstein wie Marmor oder anderen empfindlichen Oberflächen anwenden, ohne vorher die Herstellerhinweise zu prüfen. Auch empfindliche Hochglanzflächen können durch Scheuern matt werden.
Bei echtem Schimmel reicht normales Putzen nicht immer aus
Bleiben nach der Reinigung schwarze oder grünliche Punkte sichtbar oder kehren sie schnell zurück, kann tatsächlich Schimmel vorliegen. Bei einer kleinen, oberflächlichen Stelle auf einer geeigneten, nicht porösen Oberfläche kann ein ausdrücklich für Badezimmer und die betreffende Oberfläche zugelassener Schimmelentferner verwendet werden.
Dabei ausschließlich nach Etikett dosieren und die angegebene Einwirkzeit einhalten. Handschuhe tragen, intensiv lüften und Kinder sowie Haustiere während der Anwendung fernhalten.
Ganz wichtig: Schimmelreiniger niemals mit Essig, Zitronensäure, Ammoniak oder anderen Reinigungsmitteln mischen. Insbesondere chlorhaltige Produkte können in Verbindung mit Säuren gefährliche Gase freisetzen.
Bei großflächigem, wiederkehrendem oder tief in Wand beziehungsweise Fugen eingedrungenem Befall sollte die Feuchtigkeitsursache geklärt und gegebenenfalls professionelle Hilfe hinzugezogen werden.
Silikonfugen müssen anders behandelt werden
Die elastische Fuge zwischen Waschbecken, Dusche, Badewanne und Wand besteht häufig aus Silikon. Befinden sich schwarze Flecken bereits im Material, können sie sich trotz gründlicher Oberflächenreinigung nicht vollständig entfernen lassen.
Zunächst 500 ml lauwarmes Wasser mit 1 Teelöffel Spülmittel mischen. Ein Tuch damit anfeuchten, die Silikonfuge reinigen und anschließend trockenreiben. Bei oberflächlichem Schmutz genügt das häufig.
Sind dunkle Punkte anschließend weiterhin tief im Silikon sichtbar, sollte man nicht minutenlang aggressiv schrubben. Stark befallenes oder beschädigtes Silikon muss häufig fachgerecht entfernt und erneuert werden.
Dabei sollte gleichzeitig geklärt werden, warum die Stelle dauerhaft feucht bleibt. Andernfalls kann der neue Fugendichtstoff ebenfalls schnell wieder betroffen sein.
Essig ist nicht die Universallösung für Badezimmerfugen
Essig wird häufig gegen Kalk empfohlen, ist aber für verschmutzte Fugen nicht automatisch die beste Wahl. Vor allem zementhaltige Fugen und kalkhaltige Natursteine können durch Säure angegriffen werden.
Wer Kalk auf säurebeständigen keramischen Fliesen oder Glas entfernen möchte, kann einen dafür vorgesehenen Badreiniger nach Herstellerangabe benutzen. Dabei darauf achten, dass das Mittel nicht unnötig lange auf den Fugen verbleibt.
Außerdem ist es wenig sinnvoll, Essig und Natron miteinander zu einer vermeintlich besonders starken Paste zu vermischen: Säure und Natron reagieren miteinander und neutralisieren einen Teil ihrer jeweiligen Wirkung.
Für verschmutzte Fugen ist deshalb eine Natron-Spülmittel-Paste oft einfacher und kontrollierbarer.
Feuchtigkeit reduzieren, damit schwarze Stellen nicht zurückkommen
Die nachhaltigste Maßnahme beginnt nach dem Putzen. Nach Duschen oder Baden sollten nasse Fliesen mit einem Abzieher behandelt werden. Das dauert meist weniger als eine Minute, reduziert aber die Wassermenge erheblich.
Danach das Badezimmer 5 bis 10 Minuten intensiv lüften, sofern ein Fenster vorhanden ist. Bei fensterlosen Räumen sollte die vorhandene Abluftanlage genutzt werden.
Nasse Handtücher nicht dauerhaft direkt an der feuchten Wand hängen lassen. Duschvorhang oder Duschtür möglichst geöffnet trocknen lassen.
Bleiben bestimmte Fugen trotz Lüftung ständig feucht, sollte nach einer baulichen Ursache wie einer undichten Silikonfuge, einem Wasserleck oder unzureichender Lüftung gesucht werden.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Essig mit Chlorreiniger kombinieren: Das ist gefährlich, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann. Reinigungsmittel grundsätzlich nicht miteinander mischen.
Schimmel einfach überstreichen: Die Verfärbung verschwindet optisch, die Feuchtigkeitsursache bleibt jedoch bestehen.
Mit einer Metallbürste schrubben: Sie kann Fugen, Fliesen und Armaturen dauerhaft beschädigen. Eine weiche Bürste genügt.
Säure auf Naturstein verwenden: Marmor, Kalkstein und andere säureempfindliche Materialien können matte oder dauerhaft beschädigte Stellen bekommen.
Das Bad nach der Reinigung geschlossen lassen: Ohne ausreichendes Trocknen bleibt die Luftfeuchtigkeit hoch und neue Beläge können schneller entstehen.
Für noch bessere Ergebnisse
Reinigen Sie besonders beanspruchte Duschfugen regelmäßig mit mildem Spülwasser, bevor sich dicke Ablagerungen bilden.
Trocknen Sie auch Ecken, Fensterbereiche und den Übergang zwischen Badewanne oder Waschbecken und Wand. Dort bleibt Wasser besonders lange stehen.
Bei ständig wiederkehrendem Schimmel sollte nicht immer stärker gereinigt, sondern nach der Feuchtigkeitsquelle gesucht werden.
Häufige Fragen
Kann ich Natron und Essig gleichzeitig verwenden?
Besser nicht. Beide reagieren miteinander und neutralisieren sich teilweise. Außerdem ist Essig für bestimmte Fugen und Natursteine ungeeignet.
Wie lange sollte die Natronpaste einwirken?
Bei normalen verschmutzten Zementfugen reichen ungefähr 10 Minuten. Danach vorsichtig bürsten und gründlich mit klarem Wasser nachwischen.
Warum bleiben schwarze Flecken im Silikon sichtbar?
Schimmel kann in das weiche Material eindringen. Ist die Verfärbung tief im Silikon vorhanden, kann ein Austausch der betroffenen Fuge erforderlich sein.
Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?
Wenn der Befall großflächig ist, immer wiederkehrt, hinter Fliesen oder Wandverkleidungen vermutet wird oder eine dauerhafte Feuchtigkeitsquelle beziehungsweise ein Wasserschaden vorliegt, sollte die Ursache professionell untersucht werden.
