So wird ein abgegriffenes Lenkrad wieder sauber: Schonende Pflege gegen Schmutz und speckigen Glanz
So wird ein abgegriffenes Lenkrad wieder sauber: Schonende Pflege gegen Schmutz und speckigen Glanz
Ein Lenkrad wird täglich angefasst und sammelt deshalb besonders schnell Hautfett, Staub, Schweiß und Rückstände von Handcremes. Mit der Zeit wirkt die Oberfläche dunkel, fleckig oder unangenehm speckig. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Material dauerhaft beschädigt ist. Mit einer milden Reinigung lässt sich überraschend viel Schmutz entfernen. Wichtig ist, Leder, Kunstleder und Kunststoff nicht mit aggressiven Hausmitteln zu behandeln. So reinigen Sie das Lenkrad gründlich, ohne die Oberfläche unnötig zu strapazieren.
Die Hauptmethode: Mit milder Seifenlösung gründlich reinigen
Für ein Lenkrad aus beschichtetem Leder oder Kunstleder reicht häufig eine sehr milde Reinigungslösung.
Sie benötigen:
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel, etwa 5 ml, pH-neutrale Flüssigseife
- 2 weiche Mikrofasertücher
- 1 weiche Bürste, beispielsweise eine saubere Schuh- oder Lederbürste
- 1 trockenes Baumwolltuch
Gehen Sie anschließend so vor:
- Stellen Sie das Fahrzeug ab, schalten Sie die Zündung aus und lassen Sie ein stark aufgeheiztes Lenkrad zunächst abkühlen.
- Mischen Sie 500 ml lauwarmes Wasser mit 5 ml milder Flüssigseife. Feuchten Sie ein Mikrofasertuch damit an und wringen Sie es sehr gut aus. Das Tuch soll feucht sein, aber keinesfalls tropfen.
- Reinigen Sie jeweils nur einen etwa 10 bis 15 cm langen Abschnitt. Bei strukturierten Flächen können Sie mit der weichen Bürste ungefähr 20 bis 30 Sekunden ohne starken Druck arbeiten.
- Wischen Sie den gelösten Schmutz sofort mit einem zweiten, nur mit klarem Wasser leicht angefeuchteten Tuch ab.
- Trocknen Sie die Fläche gründlich und lassen Sie das Lenkrad anschließend mindestens 20 bis 30 Minuten vollständig trocknen.
Dass die Reinigung funktioniert hat, erkennen Sie nicht unbedingt an einer völlig neuen Farbe. Entscheidend ist, dass klebrige und speckig glänzende Ablagerungen verschwinden und die Oberfläche wieder gleichmäßiger und griffiger wirkt.
Diese Methode funktioniert bei vielen beschichteten Leder-, Kunstleder- und Kunststofflenkrädern. Bei Alcantara, Velours, offenporigem oder stark beschädigtem Leder sollte dagegen ein speziell dafür vorgesehenes Reinigungsmittel verwendet werden.
Hartnäckigen Schmutz lieber zweimal mild behandeln
Bei einem jahrelang vernachlässigten Lenkrad ist die Versuchung groß, kräftig zu schrubben. Genau das kann eine bereits geschwächte Oberflächenbeschichtung endgültig beschädigen.
Besser ist eine zweite milde Behandlung. Wiederholen Sie nach vollständigem Trocknen die Mischung aus 500 ml Wasser und 5 ml pH-neutraler Seife. Bearbeiten Sie stark verschmutzte Stellen mit einer weichen Bürste höchstens etwa 30 Sekunden und wischen Sie den gelösten Schmutz anschließend ab.
Lässt sich eine dunkle Stelle nach zwei vorsichtigen Durchgängen überhaupt nicht verändern, kann es sich statt Schmutz um Abrieb, Verfärbung oder fehlende Beschichtung handeln. Weiteres Schrubben bringt dann keinen Vorteil. Solche Schäden müssen gegebenenfalls professionell aufbereitet oder farblich restauriert werden.
Leder nach der Reinigung sparsam pflegen
Ist sicher bekannt, dass das Lenkrad mit echtem Glattleder bezogen ist, kann nach der vollständigen Reinigung eine geeignete Lederpflege sinnvoll sein.
Lassen Sie das Lenkrad zunächst mindestens 30 bis 60 Minuten trocknen. Geben Sie anschließend eine sehr kleine Menge Lederpflege – ungefähr erbsengroß – auf ein sauberes Tuch und verteilen Sie sie hauchdünn auf einem Abschnitt. Beachten Sie dabei immer die Dosierung des Herstellers.
Nach der angegebenen Einwirkzeit wird überschüssiges Produkt mit einem trockenen Tuch vollständig abgenommen. Das Lenkrad darf danach keinesfalls rutschig oder fettig sein.
Verwenden Sie keine Möbelpolitur, Speiseöle, Vaseline oder stark fettende Universalpflege. Auf einem Lenkrad ist sichere Griffigkeit wichtiger als auffälliger Glanz.
Kunststoffbereiche separat reinigen
Viele Lenkräder bestehen nicht ausschließlich aus Leder. Speichen, Tasten und Abdeckungen können aus Kunststoff bestehen.
Für diese Bereiche genügen 250 ml lauwarmes Wasser und 2 bis 3 ml milde Flüssigseife. Tauchen Sie niemals Schalter oder Tasten direkt in Flüssigkeit. Geben Sie die Lösung auf ein Tuch, wringen Sie es gründlich aus und wischen Sie damit die Kunststoffflächen ab.
Für enge Übergänge kann ein leicht angefeuchtetes Wattestäbchen verwendet werden. Anschließend alles sofort trockenwischen.
Besonders bei Multifunktionstasten muss verhindert werden, dass Flüssigkeit in Spalten oder elektronische Bauteile gelangt.
Erneute Verschmutzung reduzieren
Eine kurze regelmäßige Pflege verhindert, dass sich dicke Schmutzschichten bilden. Wischen Sie das Lenkrad etwa alle ein bis zwei Wochen mit einem sauberen, leicht mit Wasser angefeuchteten Mikrofasertuch ab.
Bei intensiver Nutzung kann eine häufigere Reinigung sinnvoll sein. Handcreme, Sonnencreme und Desinfektionsmittel sollten möglichst vollständig in die Haut eingezogen beziehungsweise getrocknet sein, bevor Sie fahren. Rückstände können sich sonst auf dem Lenkrad ablagern und manche Oberflächen langfristig beeinträchtigen.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Zu stark schrubben: Kräftiger Druck kann die Farbschicht oder Beschichtung abtragen. Ein beschädigtes Lenkrad wird durch weiteres Reinigen nicht wieder neu.
Unverdünnten Alkohol verwenden: Hoch konzentrierter Alkohol oder aggressive Lösungsmittel können bestimmte Beschichtungen austrocknen, verfärben oder anlösen.
Zu viel Wasser nehmen: Flüssigkeit kann in Nähte, Tasten und elektrische Komponenten eindringen. Reinigungstücher deshalb immer gründlich auswringen.
Natron oder Scheuermittel einsetzen: Abrasive Pulver können feine Kratzer verursachen und matte oder beschichtete Oberflächen dauerhaft verändern.
Essig als Universalreiniger verwenden: Säure ist für diese Anwendung unnötig und kann empfindliche Oberflächen oder Beschichtungen beeinträchtigen.
Für noch bessere Ergebnisse
Testen Sie jedes unbekannte Reinigungs- oder Pflegeprodukt zuerst an einer möglichst unauffälligen Stelle.
Reinigen Sie gleichzeitig Schalthebel und häufig berührte Kunststoffflächen im Innenraum, verwenden Sie dafür aber jeweils ein frisches Tuch.
Ist das Material bereits rissig, klebrig, abgeplatzt oder stark entfärbt, sollte zuerst geklärt werden, ob überhaupt noch Schmutz vorliegt oder bereits eine Reparatur notwendig ist.
Fragen häufig
Kann ein stark abgenutztes Lenkrad durch Reinigung wieder wie neu aussehen?
Nur wenn die dunklen Stellen hauptsächlich aus Schmutz und Fett bestehen. Fehlende Farbe, Risse und abgeriebene Beschichtungen lassen sich nicht wegputzen.
Darf ich Spülmittel verwenden?
Ein sehr mildes, pH-neutrales Produkt kann stark verdünnt funktionieren. Bei hochwertigem oder empfindlichem Leder ist ein ausdrücklich geeigneter Lederreiniger die sicherere Wahl.
Warum glänzt ein ursprünglich mattes Lenkrad plötzlich?
Häufig bilden Hautfett, Schweiß und Pflegeprodukte einen glänzenden Film. Glanz kann allerdings auch durch mechanischen Verschleiß entstehen.
Wie oft sollte das Lenkrad gereinigt werden?
Eine leichte Reinigung alle ein bis zwei Wochen verhindert starke Ablagerungen. Eine intensivere Reinigung ist nur nötig, wenn sich tatsächlich hartnäckiger Schmutz angesammelt hat.
