So wird ein stark verschmutzter Backofen wieder sauber – ohne aggressives Schrubben
So wird ein stark verschmutzter Backofen wieder sauber – ohne aggressives Schrubben
Eingebrannte Fettspritzer, dunkle Krusten und festgebackene Essensreste gehören zu den unangenehmsten Verschmutzungen in der Küche. Besonders am Boden und an den Seitenwänden des Backofens kann sich mit der Zeit eine harte Schicht bilden, die sich mit einem feuchten Tuch kaum noch lösen lässt. Statt sofort zu sehr aggressiven Reinigern zu greifen, kann man zunächst mit warmem Wasser, Spülmittel und Natron arbeiten. Entscheidend sind dabei nicht möglichst viel Kraft, sondern eine ausreichend lange Einwirkzeit und die richtige Reinigungstechnik.

Die Hauptmethode: Eingebrannte Rückstände mit Natron lösen
Für einen stark verschmutzten Backofen eignet sich eine Natronpaste besonders gut. Natron unterstützt dabei, fettige und festgebackene Verschmutzungen aufzuweichen, sodass anschließend deutlich weniger geschrubbt werden muss.
Benötigt werden:
- 100 g Natron
- etwa 50–70 ml lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Spülmittel
- eine kleine Schüssel
- ein weicher Schwamm
- 2 Mikrofasertücher
- Küchenhandschuhe
- optional eine Kunststoff- oder Silikonspachtel
So geht es:
- Den Backofen vollständig ausschalten und abkühlen lassen. Roste und herausnehmbare Bleche entfernen. Lose Krümel zunächst mit einem trockenen Tuch aufnehmen.
- 100 g Natron mit zunächst 50 ml lauwarmem Wasser und 1 Teelöffel Spülmittel verrühren. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Es soll eine streichfähige, nicht zu flüssige Paste entstehen.
- Die Paste etwa 2–3 mm dick auf die verschmutzten, dafür geeigneten Innenflächen auftragen. Heizelemente, Lüfteröffnungen, Lampenfassungen, Dichtungen und elektrische Bauteile aussparen. Bei katalytischen oder selbstreinigenden Spezialbeschichtungen zuerst die Herstellerangaben beachten.
- Die Paste bei normalen Verschmutzungen etwa 30–60 Minuten, bei stark eingebrannten Ablagerungen mehrere Stunden einwirken lassen. Anschließend mit einem feuchten weichen Schwamm bearbeiten. Gelöste Krusten vorsichtig mit einer Kunststoffspachtel abheben.
- Mit klarem Wasser mehrfach nachwischen, bis keine Natron- oder Spülmittelreste mehr vorhanden sind. Anschließend trockenreiben und den Backofen bei geöffneter Tür vollständig austrocknen lassen.
Der Erfolg ist sichtbar, wenn sich die braunen Rückstände ohne starkes Kratzen ablösen und der Schwamm beim Wischen nicht mehr über harte Krusten gleitet.
Hartnäckige Stellen vorher mit Wasserdampf aufweichen
Bei alten, trockenen Verkrustungen hilft es häufig, sie vor der eigentlichen Reinigung anzufeuchten. Dafür etwa 500 ml heißes Wasser in eine hitzebeständige Schüssel oder Auflaufform geben.
Den Backofen auf 100 °C Ober-/Unterhitze einstellen und das Gefäß für ungefähr 20 Minuten hineinstellen. Danach ausschalten und weitere 10 Minuten warten. Die Tür vorsichtig öffnen – heißer Dampf kann Verbrennungen verursachen.
Sobald der Innenraum nur noch warm und sicher berührbar ist, die Verschmutzungen mit einem feuchten Tuch abwischen oder anschließend die Natronpaste verwenden.
Der Dampf entfernt eingebrannte Krusten nicht automatisch. Er spendet jedoch Feuchtigkeit und kann angetrocknete Speisereste aufweichen, wodurch die nachfolgende mechanische Reinigung leichter wird.
Leichte Fettfilme mit Spülmittellösung entfernen
Nicht jeder Backofen benötigt eine intensive Behandlung. Bei frischen Fettspritzern reicht oft eine einfache Spülmittellösung.
Dazu 1 Liter warmes Wasser mit 1 Esslöffel mildem Handspülmittel vermischen. Einen weichen Schwamm eintauchen und gut ausdrücken. Wände, Boden und Türinnenseite damit abwischen. Die Lösung etwa 5 Minuten auf fettigen Stellen feucht halten und anschließend nochmals darüberwischen.
Danach mindestens zweimal mit einem sauberen, nur mit Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen.
Diese Methode eignet sich besonders für die regelmäßige Reinigung nach dem Backen. Sie ist jedoch keine gute Lösung für monatelang eingebrannte schwarze Ablagerungen. Wer frische Spritzer früh entfernt, verhindert, dass sie beim nächsten Aufheizen immer stärker einbrennen.
Backbleche separat einweichen
Stark verschmutzte Bleche sollten möglichst außerhalb des Backofens gereinigt werden.
Eine ausreichend große Spüle oder Wanne mit 3 Litern heißem Wasser füllen und 2 Esslöffel Spülmittel darin verteilen. Das abgekühlte Blech 30–60 Minuten einweichen, sofern Material und Herstellerangaben dies erlauben.
Danach die aufgeweichten Rückstände mit einem weichen Schwamm entfernen. Für einzelne hartnäckige Stellen kann eine kleine Menge Natronpaste verwendet werden.
Bei beschichteten Blechen niemals Stahlwolle, Metallspachtel oder Scheuerschwämme verwenden. Schon kleine Kratzer können die Beschichtung dauerhaft beschädigen. Bei Aluminium ist ebenfalls Vorsicht mit stark alkalischen Reinigungsmitteln geboten.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Mit Metallwerkzeugen kratzen: Messer, Stahlwolle und Metallschaber können Emaille und Beschichtungen zerkratzen. Besser sind Kunststoff- oder Silikonwerkzeuge.
Heizelemente mit Paste bedecken: Reinigungsmittel sollten nicht auf elektrische Komponenten, Heizstäbe oder Anschlüsse aufgetragen werden.
Natron und Essig gleichzeitig vermischen: Das sichtbare Sprudeln wirkt spektakulär, neutralisiert aber einen Teil der jeweiligen Eigenschaften. Für diese Methode ist die Kombination nicht erforderlich.
Reinigungsmittelreste im Ofen lassen: Rückstände können beim späteren Erhitzen Gerüche verursachen. Deshalb gründlich mit klarem Wasser nachwischen.
Verschiedene Reiniger wahllos kombinieren: Besonders chlorhaltige Reiniger niemals mit Säuren wie Essig oder Zitronensäure mischen, da gefährliche Gase entstehen können.
Für die nächste Reinigung vorbeugen
Wischen Sie frische Spritzer ab, sobald der Backofen vollständig abgekühlt ist. Das dauert oft nur wenige Minuten und verhindert hartnäckige Krusten.
Bei Gerichten, die stark spritzen oder überlaufen können, sollte ein ausreichend großes Backblech oder eine geeignete Form verwendet werden. Den Ofenboden nicht einfach mit Aluminiumfolie auslegen, wenn der Hersteller dies nicht ausdrücklich erlaubt.
Eine kurze Kontrolle alle zwei bis vier Wochen verhindert außerdem, dass aus einzelnen Fettspritzern eine dicke eingebrannte Schicht entsteht.
Fragen häufig
Kann ich Natron über Nacht einwirken lassen?
Bei geeigneten emaillierten Flächen kann eine längere Einwirkzeit bei starken Verschmutzungen hilfreich sein. Prüfen Sie jedoch vorher die Bedienungsanleitung des Backofens. Spezialbeschichtungen können andere Pflegevorschriften haben.
Funktioniert die Methode bei einem selbstreinigenden Backofen?
Nicht automatisch. Pyrolyse-, katalytische und andere Spezialbeschichtungen haben eigene Reinigungsvorschriften. Hier sollte immer die Anleitung des Herstellers Vorrang haben.
Muss der Backofen für die Natronpaste warm sein?
Nein. Die Paste sollte aus Sicherheitsgründen auf einem ausgeschalteten und abgekühlten Backofen angewendet werden. Wärme ist dafür nicht notwendig.
Wie oft sollte der Backofen gründlich gereinigt werden?
Das hängt von der Nutzung ab. Sichtbare Fettspritzer sollten möglichst zeitnah entfernt werden. Eine gründlichere Reinigung ist sinnvoll, sobald sich Ablagerungen bilden, damit diese nicht bei jedem Backvorgang weiter einbrennen.
