Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Haushaltstipps

So wird ein verschmutztes Terrassendach wieder sauber – ohne Kratzer und ohne aggressive Reiniger

So wird ein verschmutztes Terrassendach wieder sauber – ohne Kratzer und ohne aggressive Reiniger

Ein Terrassendach aus Polycarbonat oder Acrylglas sieht nach einigen Monaten im Freien oft milchig und ungepflegt aus. Staub, Pollen, Vogelkot, Algenreste und getrocknete Regentropfen bilden einen hartnäckigen Film. Wer jetzt mit Scheuerschwamm oder starkem Reiniger arbeitet, kann die Platten dauerhaft verkratzen oder beschädigen. Mit lauwarmem Wasser, einem milden Reinigungsmittel und dem richtigen Werkzeug lässt sich der typische Grauschleier jedoch schonend entfernen.

So wird ein verschmutztes Terrassendach wieder sauber – ohne Kratzer und ohne aggressive Reiniger

Die wichtigste Methode: lauwarmes Wasser und mildes Spülmittel

Für die regelmäßige Reinigung braucht man normalerweise keinen Spezialreiniger. Entscheidend ist, den Schmutz zunächst einzuweichen und anschließend mit möglichst wenig mechanischem Druck zu entfernen.

Benötigt werden:

  • 10 Liter lauwarmes Wasser
  • 20 bis 30 ml mildes, möglichst pH-neutrales Spülmittel
  • ein sauberer, weicher Schwamm oder ein weiches Mikrofasertuch
  • ein weicher Wischer mit Teleskopstiel
  • klares Wasser zum Nachspülen

So geht es:

  1. Das Dach zunächst gründlich mit klarem Wasser abspülen. Dadurch werden Sand, Staub und andere lose Partikel entfernt, die beim Wischen Kratzer verursachen könnten.
  2. 20 bis 30 ml mildes Spülmittel in 10 Liter lauwarmes Wasser geben. Sehr heißes Wasser ist nicht notwendig.
  3. Die Reinigungslösung großzügig auftragen und etwa 5 bis 10 Minuten einwirken lassen. Die Fläche währenddessen nicht vollständig antrocknen lassen.
  4. Mit einem weichen Wischer ohne starken Druck in langen Bahnen reinigen. Bei stärker verschmutzten Stellen lieber ein zweites Mal darübergehen, statt kräftig zu scheuern.
  5. Anschließend reichlich mit klarem Wasser nachspülen, bis keine Seifenreste mehr vorhanden sind.

Die Verbesserung ist unmittelbar sichtbar: Der schmierige oder graue Belag verschwindet und die Platten wirken wieder deutlich gleichmäßiger und lichtdurchlässiger.

Die Methode funktioniert, weil Wasser den angetrockneten Schmutz aufweicht und die Tenside des Spülmittels fettige und organische Ablagerungen von der Oberfläche lösen.

Wichtig: Bei Polycarbonat und Acrylglas immer zuerst die Pflegehinweise des Herstellers beachten. Scheuerpulver, harte Bürsten, Stahlwolle und Scheuerschwämme sind ungeeignet.

Hartnäckige Stellen lieber einweichen als abschrubben

Vogelkot, Insektenreste oder festgetrocknete Ablagerungen sollten niemals trocken abgekratzt werden. Einen weichen Lappen mit der oben beschriebenen Mischung aus 1 Liter lauwarmem Wasser und etwa 2 bis 3 ml mildem Spülmittel tränken und für 10 bis 15 Minuten auf die betreffende Stelle legen.

Danach den aufgeweichten Belag vorsichtig mit dem weichen Tuch abnehmen und mit reichlich Wasser nachspülen. Falls noch Rückstände vorhanden sind, den Vorgang wiederholen.

Keine Metallspachtel, Messer, Schaber oder harten Bürsten verwenden. Selbst kleine Kratzer können auf transparenten Kunststoffplatten später besonders deutlich sichtbar werden.

So verhindert man Kalk- und Wasserflecken

Nach dem Waschen entstehen manchmal erneut helle Flecken. Häufig liegt das nicht an verbliebenem Schmutz, sondern an Mineralien im Leitungswasser.

Deshalb die Fläche nach der Reinigung zunächst gründlich abspülen. Gut erreichbare Bereiche können anschließend mit einem sauberen, sehr weichen Abzieher oder einem fusselfreien Tuch vorsichtig getrocknet werden. Nicht kräftig trockenreiben.

Bei sehr kalkhaltigem Wasser kann für die letzte kleine Spülung entmineralisiertes Wasser sinnvoll sein. Auf Essig, Zitronensäure oder aggressive Kalklöser sollte man bei unbekanntem Kunststoff dagegen verzichten. Säuren können Beschichtungen, Dichtungen oder angrenzende Materialien angreifen. Die Herstellerfreigabe hat hier immer Vorrang.

Algen und grünliche Beläge schonend entfernen

Auf schattigen Terrassendächern können sich mit der Zeit grünliche Ablagerungen bilden. Auch hier sollte zunächst die milde Reinigung versucht werden. Denselben grünen Belag an der Wand behandelt Grüner Belag an der Hauswand? So wird die Fassade wieder sauber.

Die Fläche mit Wasser vollständig anfeuchten. Anschließend 30 ml mildes Spülmittel auf 10 Liter lauwarmes Wasser geben, verteilen und etwa 10 Minuten feucht einwirken lassen. Danach mit einem weichen Wischer reinigen und sorgfältig nachspülen.

Reicht das nicht aus, sollte ausschließlich ein Reiniger verwendet werden, den der Hersteller ausdrücklich für die vorhandenen Polycarbonat- oder Acrylplatten freigibt. Chlorreiniger und andere aggressive Chemikalien sind keine gute improvisierte Lösung. Außerdem darf Reinigungswasser mit entsprechenden Chemikalien nicht unkontrolliert in Beete oder Teiche gelangen.

Der richtige Zeitpunkt macht die Reinigung leichter

Am besten wird das Terrassendach an einem milden, bewölkten Tag gereinigt. Bei direkter Mittagssonne erwärmt sich die Oberfläche stark und die Reinigungslösung trocknet möglicherweise schon während der Arbeit ein.

Praktisch sind zwei gründliche Reinigungen pro Jahr: einmal im Frühjahr nach der Hauptphase von Winterverschmutzung und Pollenflug und bei Bedarf nochmals im Herbst. Laub sollte häufiger entfernt werden, damit sich in Rinnen und an den Profilen keine dauerhaft feuchten Schmutznester bilden. Wer bei der Gelegenheit nach oben schaut: Dachziegel schonend reinigen erklärt, worauf es dort ankommt.

Fehler, die man vermeiden sollte

Trocken über den Staub wischen: Feine Sandpartikel können wie Schleifpapier wirken und sichtbare Kratzer hinterlassen.

Scheuerschwämme benutzen: Die raue Oberfläche kann Kunststoffplatten dauerhaft mattieren.

Ungeprüfte Lösungsmittel verwenden: Aceton, Verdünnung und ähnliche Mittel können Kunststoffe und Beschichtungen beschädigen.

Einen Hochdruckreiniger aus kurzer Entfernung einsetzen: Ein harter Wasserstrahl kann Dichtungen, Anschlussbereiche oder empfindliche Oberflächen beschädigen. Sicherer ist ein normaler Gartenschlauch mit moderatem Wasserdruck.

Auf das Dach steigen: Viele Terrassenplatten sind nicht für das direkte Betreten ausgelegt. Für schwer erreichbare Bereiche einen Teleskopstiel verwenden und die Vorgaben des Herstellers zur Begehbarkeit beachten.

Für noch bessere Ergebnisse

Regenrinnen und Abläufe bei der Dachreinigung gleich mit kontrollieren. Angesammeltes Laub hält Feuchtigkeit fest und fördert neue Verschmutzungen. Ob sich der Aufwand lohnt, wägt Dach reinigen: Lohnt sich das wirklich? ab.

Bei älteren, dauerhaft trüben Platten zunächst eine kleine unauffällige Stelle reinigen. Bleibt die Trübung bestehen, kann es sich um Alterung oder Oberflächenveränderungen handeln, die sich durch Putzen nicht entfernen lassen.

Auch Wintergärten und transparente Vordächer können nach demselben Grundprinzip gereinigt werden, sofern deren Hersteller Wasser und mildes pH-neutrales Reinigungsmittel ausdrücklich zulässt.

Kurz beantwortet

Kann ich Essig zum Reinigen des Terrassendachs verwenden?

Nicht pauschal. Die Verträglichkeit hängt vom Plattenmaterial, einer möglichen Beschichtung sowie von Dichtungen und Profilen ab. Ohne ausdrückliche Herstellerfreigabe ist mildes Spülmittel die sicherere Wahl.

Kann ich einen normalen Schrubber benutzen?

Nur wenn dessen Reinigungskopf wirklich weich und sauber ist. Harte Borsten können Kunststoff zerkratzen. Ein weicher Wischer oder Schwamm ist vorzuziehen.

Warum bleibt mein Terrassendach nach dem Putzen milchig?

Sind oberflächliche Ablagerungen vollständig entfernt, kann eine verbleibende Trübung durch Alterung, feine Kratzer oder Veränderungen des Materials verursacht sein. Diese lassen sich durch stärkeres Scheuern nicht beseitigen.

Muss das Dach nach jeder Reinigung getrocknet werden?

Nicht zwingend. Gründliches Nachspülen reicht häufig aus. Bei sehr kalkhaltigem Wasser kann vorsichtiges Abziehen oder eine letzte Spülung mit mineralarmem beziehungsweise entmineralisiertem Wasser sichtbare Wasserflecken reduzieren.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.