Grünbelag an der Hauswand mit Wasser, Spülmittel und Bürste entfernen
Grünliche oder graue Ablagerungen auf einer Hausfassade entstehen besonders häufig auf schattigen, feuchten Seiten, an denen die Oberfläche nach Regen nur langsam trocknet. Algen, Staub und organische Verschmutzungen können eine ursprünglich helle Verkleidung dadurch erstaunlich schmutzig aussehen lassen. Zum Glück braucht man für leichte bis mittlere Beläge nicht automatisch einen Hochdruckreiniger oder aggressive Chemikalien. Entscheidend sind ein geeignetes Reinigungsmittel, die richtige Dosierung und eine schonende Arbeitsweise. So lässt sich die Fassade reinigen, ohne Oberfläche, Pflanzen oder Fenster unnötig zu gefährden.
Zieht sich der Belag bis aufs Dach, hilft die Anleitung zum schonenden Reinigen von Dachziegeln. Ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, klärt der Beitrag Dach reinigen: Lohnt sich das wirklich?, und für lichtdurchlässige Flächen gibt es eigene Tipps zum verschmutzten Terrassendach.

Die schonende Grundreinigung mit Wasser und Spülmittel
Bei Vinyl-, Kunststoff- und vielen beschichteten Fassaden ist eine milde Reinigung die beste erste Wahl. Sie entfernt Staub, Schmutzfilme und einen Teil oberflächlicher Algenbeläge, ohne das Material unnötig anzugreifen.
Benötigt werden:
- 5 Liter lauwarmes Wasser
- 2 Esslöffel mildes, möglichst unparfümiertes Handspülmittel
- ein weicher Schwamm oder eine weiche Fassadenbürste
- Gartenschlauch oder mehrere Eimer mit klarem Wasser
- Handschuhe
So gehst du vor:
- Spüle die verschmutzte Fläche zunächst von oben nach unten mit klarem Wasser ab. Dadurch werden loser Staub und Sand entfernt, die beim Schrubben Kratzer verursachen könnten.
- Vermische 5 Liter lauwarmes Wasser gründlich mit 2 Esslöffeln Spülmittel.
- Trage die Lösung mit Schwamm oder weicher Bürste auf einen überschaubaren Abschnitt von etwa ein bis zwei Quadratmetern auf. Etwa 5 bis 10 Minuten einwirken lassen, aber nicht antrocknen lassen.
- Bearbeite den Belag anschließend mit leichtem Druck in Richtung der Fassadenelemente.
- Spüle sofort gründlich mit klarem Wasser nach.
Die Reinigung war erfolgreich, wenn der grünliche Film verschwunden ist und beim Abwischen kein schmieriger Belag mehr zurückbleibt.
Spülmittel funktioniert hier vor allem deshalb, weil seine Tenside fettige und organische Verschmutzungen von der Oberfläche lösen. Bei hartnäckigem biologischem Bewuchs reicht diese Methode allerdings möglicherweise nicht vollständig aus.
Hartnäckige Stellen gezielt mit Sauerstoffbleiche behandeln
Bleiben nach der Grundreinigung deutlich grüne oder dunkle Stellen zurück, kann auf geeigneten, farbechten Oberflächen ein Reiniger auf Basis von Natriumpercarbonat beziehungsweise Sauerstoffbleiche helfen. Dabei immer die Dosierung des Herstellers beachten, da Konzentrationen unterschiedlich sind.
Bei einem pulverförmigen Produkt, dessen Hersteller diese Anwendung erlaubt, wird beispielsweise häufig eine Lösung von etwa 20 bis 30 Gramm auf 1 Liter warmes Wasser verwendet. Die Herstellerangabe hat jedoch grundsätzlich Vorrang.
Die Lösung zunächst an einer unauffälligen Stelle testen. Anschließend nur auf die verschmutzten Bereiche auftragen und entsprechend der Produktanleitung, typischerweise etwa 10 bis 15 Minuten, feucht einwirken lassen. Danach mit einer weichen Bürste nacharbeiten und sehr gründlich mit klarem Wasser abspülen.
Sauerstoffbleiche kann organische Verfärbungen oxidativ abbauen. Sie ist jedoch nicht für jede Farbe, Beschichtung, Holzoberfläche oder jedes Metall geeignet. Fensterrahmen und angrenzende empfindliche Materialien sollten deshalb geschützt werden.
Essig ist nicht automatisch die beste Lösung
Weißer Haushaltsessig wird häufig als universeller Fassadenreiniger empfohlen. Gerade im Außenbereich sollte man damit jedoch vorsichtig sein.
Säure kann mineralische Materialien wie Kalkstein, Marmor, bestimmte Putze, Fugen und zementhaltige Flächen angreifen. Außerdem sollte größere Menge Essigwasser nicht in Beete oder auf Rasen gelangen. Für eine unbekannte Fassade ist Essig deshalb keine sinnvolle Standardlösung.
Bei einer eindeutig säurebeständigen Kunststoffoberfläche kann für eine kleine Teststelle eine stark verdünnte Lösung aus 1 Teil Haushaltsessig und 4 Teilen Wasser ausprobiert werden. Nach höchstens 5 Minuten gründlich abspülen.
Essig niemals mit Chlorbleiche oder chlorhaltigen Reinigern kombinieren. Dabei können gefährliche Chlorgase entstehen. Auch verschiedene Fassadenreiniger sollten grundsätzlich nicht miteinander gemischt werden.
Mit einer weichen Bürste statt mit maximalem Wasserdruck arbeiten
Bei dem starken Vorher-nachher-Effekt einer gereinigten Fassade liegt der Gedanke an einen Hochdruckreiniger nahe. Hoher Druck kann jedoch Wasser hinter Fassadenverkleidungen drücken, Beschichtungen beschädigen und ältere Oberflächen aufrauen.
Sicherer ist häufig eine weiche Bürste mit langem Stiel. Die Wand zunächst anfeuchten, die milde Reinigungslösung auftragen und nach 5 bis 10 Minuten mit mäßigem Druck bürsten. Danach mit normalem Wasserdruck gründlich abspülen.
Bei horizontalen Vinylverkleidungen den Wasserstrahl möglichst nicht von unten nach oben unter die einzelnen Paneele richten. Ziel ist es, den Schmutz abzuspülen und nicht Wasser hinter die Fassade zu drücken.
Ein Hochdruckreiniger sollte nur eingesetzt werden, wenn der Fassadenhersteller dies ausdrücklich zulässt und Druck, Abstand und Düse entsprechend eingestellt werden können.
Pflanzen und Umgebung vor der Reinigung schützen
Auch ein vergleichsweise mildes Reinigungsmittel sollte nicht unnötig auf Pflanzen gelangen. Vor Beginn Sträucher, Blumen und Rasen unmittelbar an der Wand gründlich mit klarem Wasser anfeuchten. Empfindliche Pflanzen können während der eigentlichen Reinigung kurzfristig abgedeckt werden.
Nach Abschluss die Umgebung erneut mit klarem Wasser abspülen. Reinigungsmittellösung nicht konzentriert in Beete, Teiche oder Regenwasserbehälter schütten.
Für die Arbeit eignet sich ein trockener, bewölkter Tag mit Temperaturen von ungefähr 10 bis 20 °C besonders gut. In praller Sonne trocknet Reinigungslösung zu schnell auf der Fassade und kann Schlieren hinterlassen.
Fehler, die du vermeiden solltest
Zu viel Reinigungsmittel verwenden: Eine höhere Konzentration bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung. Rückstände können Schlieren bilden und Pflanzen oder Beschichtungen belasten.
Die Lösung antrocknen lassen: Eingetrocknetes Reinigungsmittel ist schwieriger abzuspülen. Deshalb immer kleine Abschnitte bearbeiten.
Mit harter Drahtbürste schrubben: Sie kann Kunststoff, Farbe und Beschichtungen dauerhaft zerkratzen.
Unbekannte Mittel miteinander mischen: Besonders Chlorreiniger dürfen niemals mit Essig, Säuren oder ammoniakhaltigen Produkten kombiniert werden.
Sofort maximalen Hochdruck einsetzen: Dadurch können Wasser und Schmutz hinter die Fassadenverkleidung gelangen oder die Oberfläche beschädigt werden.
Für eine länger saubere Fassade
Kontrolliere besonders schattige Nordseiten ein- bis zweimal pro Jahr. Ein leichter Belag lässt sich wesentlich einfacher entfernen als eine jahrelang gewachsene Schicht.
Zurückgeschnittene Äste und Sträucher können außerdem die Luftzirkulation verbessern und dafür sorgen, dass die Wand nach Regen schneller trocknet. Auch überlaufende Dachrinnen, defekte Fallrohre und dauerhaft tropfende Stellen sollten repariert werden, weil permanente Feuchtigkeit neuen Bewuchs begünstigt.
Bei gestrichenem Holz, Naturstein, historischem Mauerwerk oder beschädigtem Putz sollte die Reinigungsmethode dagegen immer speziell auf das Material abgestimmt werden.
Was oft gefragt wird
Wie schnell sieht man einen Unterschied?
Bei oberflächlichem Schmutz ist der Unterschied unmittelbar nach dem Abspülen sichtbar. Hartnäckige Verfärbungen können eine zweite, materialgerechte Behandlung benötigen.
Kann ich Natron oder Backpulver verwenden?
Für große Fassadenflächen ist es meist unnötig. Pulver kann Rückstände hinterlassen, und starkes Scheuern kann empfindliche Oberflächen mattieren. Eine milde Tensidlösung ist als erster Schritt kontrollierbarer.
Wie oft sollte eine Außenwand gereinigt werden?
Es gibt keinen festen Rhythmus. Eine jährliche Sichtkontrolle reicht meist aus. Gereinigt wird, sobald sich ein deutlicher Belag entwickelt – besonders auf dauerhaft schattigen und feuchten Wandseiten.
Wann sollte ein Fachbetrieb übernehmen?
Bei großflächigem schwarzem oder ungewöhnlichem Bewuchs, beschädigter Fassade, Feuchtigkeitsschäden, schwer erreichbaren Bereichen oder unbekannten historischen Materialien ist eine professionelle Beurteilung sinnvoll. Auch Arbeiten in größerer Höhe sollten nicht mit improvisierten Leitern durchgeführt werden.
