Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Haushaltstipps

Stark verschmutzte Fliesen reinigen: So werden Boden und Fugen wieder sichtbar sauber

Stark verschmutzte Fliesen reinigen: So werden Boden und Fugen wieder sichtbar sauber

Stark verschmutzte Fliesen reinigen: So werden Boden und Fugen wieder sichtbar sauber

Auf Fliesen können sich mit der Zeit Staub, Fett, Straßenschmutz und alte Reinigungsmittelreste zu einem grauen oder bräunlichen Film verbinden. Besonders in Küche, Flur und Eingangsbereich reicht normales Wischen dann oft nicht mehr aus. Statt immer stärkere Reiniger einzusetzen, hilft eine gründliche Reinigung in mehreren Schritten: erst losen Schmutz entfernen, anschließend den Fettfilm lösen und die Fugen gezielt bearbeiten. Die folgende Methode eignet sich vor allem für robuste, glasierte Keramik- und Feinsteinzeugfliesen. Bei Naturstein gelten andere Regeln.

Stark verschmutzte Fliesen reinigen: So werden Boden und Fugen wieder sichtbar sauber

Grundreinigung mit warmem Wasser und mildem Reiniger

Für stark verschmutzte Keramikfliesen ist warmes Wasser mit einem geeigneten neutralen Boden- oder Spülreiniger ein sinnvoller erster Schritt.

Sie benötigen:

  • 3 Liter warmes Wasser
  • 10 ml mildes Handspülmittel
  • 1 Eimer
  • 1 Mikrofaser-Wischbezug oder weichen Schrubber
  • 1 weiche Bürste
  • 1 zweiten Eimer mit klarem Wasser
  • 1 trockenes Tuch

So gehen Sie vor:

  1. Boden gründlich saugen oder kehren. Sand und kleine Steinchen müssen zuerst entfernt werden, damit sie beim Schrubben keine Kratzer verursachen.
  2. 3 Liter warmes Wasser mit 10 ml Spülmittel mischen. Mehr Reiniger ist nicht besser: Eine zu hohe Dosierung kann einen klebrigen Film hinterlassen.
  3. Die Lösung gleichmäßig auf einen überschaubaren Bereich auftragen. Bei fest sitzendem Fett und Schmutz 5 Minuten feucht einwirken lassen, aber nicht antrocknen lassen. Anschließend mit einem weichen Schrubber bearbeiten.
  4. Mit klarem Wasser gründlich nachwischen und danach trocknen lassen.

Das Ergebnis erkennt man daran, dass die ursprüngliche Fliesenfarbe wieder gleichmäßiger erscheint und die Oberfläche nach dem Trocknen weder klebrig noch schmierig ist.

Verschmutzte Fugen mit Natron gezielt bearbeiten

Sind die Fliesen sauber, die Zementfugen aber weiterhin grau oder braun, können sie separat behandelt werden. Natron eignet sich für robuste, intakte Zementfugen als mildes Scheuermittel.

Mischen Sie 3 Esslöffel Natron mit etwa 2 Esslöffeln Wasser, bis eine streichfähige Paste entsteht. Tragen Sie sie dünn auf die verschmutzten Fugen auf und lassen Sie sie etwa 5–10 Minuten feucht einwirken.

Anschließend mit einer kleinen Nylonbürste sanft entlang der Fuge schrubben. Mit reichlich klarem Wasser abnehmen und vollständig trocknen lassen.

Die Paste entfernt vor allem oberflächliche Verschmutzungen mechanisch. Eine stark verfärbte oder dauerhaft beschädigte Fuge wird dadurch allerdings nicht automatisch wieder schneeweiß.

Nicht auf empfindlichem Naturstein anwenden, ohne zuvor die Materialverträglichkeit geprüft zu haben.

Fettige Küchenfliesen mit stärkerer Spülmittellösung reinigen

In der Küche besteht der dunkle Belag häufig nicht nur aus Staub, sondern auch aus Fett. Dort darf die Spülmittellösung etwas konzentrierter sein.

Mischen Sie 1 Liter warmes Wasser mit 5 ml Handspülmittel. Tragen Sie die Lösung mit einem weichen Mikrofasertuch oder Wischbezug auf die keramischen Fliesen auf.

Lassen Sie sie bei hartnäckigem Fettfilm etwa 3–5 Minuten wirken und bearbeiten Sie die Fläche anschließend mit einem weichen Schrubber. Danach unbedingt ein- bis zweimal mit klarem Wasser nachwischen.

Spülmittel enthält Tenside, die fettigen Schmutz von der Oberfläche lösen und im Wasser verteilen. Das anschließende Nachspülen ist deshalb wichtig: Bleiben Tenside zurück, kann der Boden nach dem Trocknen stumpf wirken und neuen Schmutz schneller festhalten.

Bei Kalkablagerungen Säure nur materialgerecht einsetzen

Weiße oder graue mineralische Ablagerungen in Bad und Dusche sind ein anderes Problem als Fett. Auf säurebeständigen keramischen Fliesen kann ein geeigneter Kalkreiniger nach Herstellerdosierung eingesetzt werden.

Bei Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin sind Essig, Zitronensäure und viele handelsübliche saure Kalkreiniger dagegen ungeeignet. Säure kann die kalkhaltige Oberfläche chemisch angreifen und matte Stellen verursachen, die sich nicht einfach wegputzen lassen.

Auch bei Zementfugen sollte Säure nicht regelmäßig eingesetzt werden, da sie mineralische Bestandteile angreifen kann.

Wer das Material nicht sicher kennt, sollte deshalb zuerst an einer unauffälligen Stelle testen oder einen für den jeweiligen Belag freigegebenen Reiniger verwenden.

Alte Reinigungsmittelreste mit klarem Wasser entfernen

Manchmal wird ein Fliesenboden trotz häufigen Wischens immer stumpfer. Ursache kann eine Überdosierung von Bodenreiniger sein.

In diesem Fall lohnt sich ein einfacher Test: Einen kleinen Bereich ausschließlich mit warmem klarem Wasser mehrfach wischen und jedes Mal einen frisch ausgespülten Wischbezug verwenden.

Bei etwa einem Quadratmeter Fläche reichen 1–2 Liter Wasser. Zwei bis drei Durchgänge durchführen und das Wasser wechseln, sobald es sichtbar trüb wird.

Sieht der Testbereich nach dem Trocknen klarer aus und fühlt sich weniger klebrig an, waren wahrscheinlich Reinigungsmittelreste beteiligt. Dann den restlichen Boden ebenfalls gründlich mit klarem Wasser nacharbeiten.

Fehler, die Sie vermeiden sollten

Zu viel Reiniger verwenden: Eine hohe Dosierung reinigt nicht automatisch besser. Rückstände können Schlieren und einen klebrigen Film verursachen.

Essig auf jeden Boden geben: Säure ist insbesondere für Marmor, Travertin, Kalkstein und andere säureempfindliche Materialien ungeeignet.

Mit Metallbürsten schrubben: Sie können Fliesenoberflächen beschädigen und Fugen unnötig abtragen. Eine Nylonbürste ist wesentlich schonender.

Reinigungsmittel mischen: Chlorhaltige Reiniger niemals mit Essig, Entkalkern oder anderen Säuren kombinieren. Dabei können gefährliche Gase entstehen.

Den Boden durchnässen: Bei beschädigten Fugen oder angrenzenden feuchtigkeitsempfindlichen Materialien kann zu viel Wasser problematisch werden.

Für ein dauerhaft sauberes Ergebnis

In stark frequentierten Bereichen hilft regelmäßiges Saugen, bevor feiner Schmutz festgetreten wird. Anschließend genügt für die normale Unterhaltsreinigung meist eine sparsam dosierte, materialgerechte Reinigungslösung.

Behandeln Sie Fugen separat, statt bei jeder Bodenreinigung den gesamten Belag aggressiv zu schrubben.

Bei strukturierten Fliesen kann ein weicher Schrubber sinnvoller sein als ein glatter Wischmopp, weil er Vertiefungen besser erreicht.

Fragen fréquentes

Kann ich Natron auf allen Fliesen verwenden?

Nein. Auf robusten Keramikfliesen beziehungsweise Zementfugen kann es vorsichtig eingesetzt werden. Bei polierten, beschichteten oder empfindlichen Oberflächen zuerst die Herstellerhinweise beachten und an einer unauffälligen Stelle testen.

Warum sehen die Fliesen nach dem Wischen noch schmierig aus?

Häufig wurde zu viel Reinigungsmittel verwendet oder nicht ausreichend mit klarem Wasser nachgewischt. Ein oder zwei zusätzliche Durchgänge mit sauberem Wasser können Rückstände entfernen.

Darf ich Essig für die Fugen benutzen?

Für die regelmäßige Fugenreinigung ist Essig keine gute Standardlösung. Säure kann mineralische Zementfugen auf Dauer angreifen. Eine milde Reinigung und eine Nylonbürste sind schonender.

Was tun, wenn die Fugen trotz Reinigung dunkel bleiben?

Sind sie sauber, aber dauerhaft verfärbt, hilft weiteres Schrubben möglicherweise nicht. Bei beschädigten, bröckelnden oder stark verfärbten Fugen sollte geprüft werden, ob eine fachgerechte Erneuerung notwendig ist.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.