Steckdosen und Lichtschalter richtig reinigen: So werden vergilbte und verschmutzte Abdeckungen wieder sauber
Steckdosen und Lichtschalter richtig reinigen: So werden vergilbte und verschmutzte Abdeckungen wieder sauber
Lichtschalter und Steckdosen werden täglich angefasst, beim Putzen aber leicht übersehen. Mit der Zeit sammeln sich Staub, Fingerabdrücke, Fett und dunkle Ränder auf den Kunststoffflächen. Besonders in Küche und Flur kann das schnell ungepflegt wirken. Für die regelmäßige Reinigung braucht es weder aggressive Reiniger noch große Mengen Wasser – bei elektrischen Installationen wäre beides sogar problematisch. Mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch und etwas mildem Spülmittel lassen sich viele Verschmutzungen sicher entfernen. Bei hartnäckigen Ablagerungen ist allerdings wichtig, zwischen oberflächlichem Schmutz und tatsächlich vergilbtem Kunststoff zu unterscheiden.

Informationen praktische
- Vorbereitung: 5 Minuten
- Einwirkzeit: 2 Minuten
- Reinigung: 15 bis 20 Minuten
- Gesamtzeit: etwa 25 Minuten
- Geeignet für: glatte Kunststoffabdeckungen von Lichtschaltern und Steckdosen
- Schwierigkeit: einfach
- Wichtig: Flüssigkeit niemals direkt auf Schalter oder Steckdosen sprühen
Zutaten
Für etwa 8 bis 10 Schalter oder Steckdosen:
- 500 ml lauwarmes Wasser
- 3 ml mildes Handspülmittel
- 2 weiche Mikrofasertücher
- 10 Wattestäbchen
Zubereitung
- Arbeitsbereich vorbereiten. Zuerst alle angeschlossenen Geräte aus den betreffenden Steckdosen ziehen. Da hier an elektrischen Installationen gereinigt wird, sollte möglichst trocken gearbeitet werden. Wer unmittelbar an den Abdeckungen und besonders nahe an Steckdosenöffnungen reinigt, schaltet den betreffenden Stromkreis am Sicherungskasten aus und stellt sicher, dass er nicht versehentlich wieder eingeschaltet wird. Steckdosen niemals auseinanderbauen, wenn man mit Elektroarbeiten nicht vertraut ist.
- Reinigungslösung ansetzen. 500 ml lauwarmes Wasser in eine saubere Schüssel geben und mit 3 ml mildem Spülmittel vermischen. Mehr Spülmittel ist nicht nötig: Eine zu konzentrierte Lösung hinterlässt leicht einen klebrigen Film, an dem neuer Staub schneller haften kann.
- Tuch richtig vorbereiten. Ein Mikrofasertuch kurz in die Reinigungslösung tauchen und anschließend sehr gründlich auswringen. Es darf lediglich leicht feucht sein und keinesfalls tropfen. Reiniger oder Wasser niemals aus einer Sprühflasche direkt auf Steckdosen oder Lichtschalter geben. Flüssigkeit könnte durch Öffnungen und Spalten in die elektrische Installation gelangen.
- Oberflächen reinigen. Die Kunststoffrahmen und Schalterflächen mit dem leicht feuchten Tuch abwischen. Bei fettigen Fingerabdrücken das Tuch für einige langsame Bewegungen über dieselbe Stelle führen. Hartnäckige oberflächliche Verschmutzungen können mit dem angefeuchteten Tuch etwa 1 bis 2 Minuten bearbeitet werden. Nicht versuchen, Flüssigkeit längere Zeit auf der Abdeckung einwirken zu lassen.
- Kanten vorsichtig säubern. Für kleine Ecken ein Wattestäbchen nur minimal mit der Lösung befeuchten und anschließend auf einem trockenen Tuch ausdrücken. Damit ausschließlich die äußeren Kunststoffkanten säubern. Nicht in Steckdosenöffnungen, Kontaktbereiche oder tiefe Spalten hineinfahren. Bei fest sitzendem Schmutz lieber mehrmals sanft darübergehen, statt kräftig zu scheuern.
- Trocken nachwischen. Mit dem zweiten, vollständig trockenen Mikrofasertuch sämtliche gereinigten Bereiche gründlich abreiben. Besonders an Kanten darf keine sichtbare Feuchtigkeit zurückbleiben. Die Oberfläche sollte sich anschließend sauber und trocken anfühlen und keine schmierigen Spülmittelspuren zeigen.
- Vollständig trocknen lassen. Wurde der Stromkreis für die Reinigung abgeschaltet, alles mindestens 10 bis 15 Minuten vollständig trocknen lassen und kontrollieren, dass keine Feuchtigkeit vorhanden ist, bevor der Strom wieder eingeschaltet wird. Ist Flüssigkeit versehentlich in eine Steckdose eingedrungen, den Stromkreis nicht wieder einschalten, sondern eine Elektrofachkraft hinzuziehen.
Tipps für eine sichere und gründliche Reinigung
- Weniger Wasser ist besser: Bei elektrischen Installationen soll das Tuch nur leicht feucht sein. Tropfende Schwämme und nasse Lappen sind ungeeignet.
- Niemals direkt einsprühen: Auch ein feiner Sprühnebel kann durch Öffnungen oder Fugen gelangen. Reinigungslösung immer zuerst auf das Tuch geben.
- Sanft statt scheuernd reinigen: Scheuerpulver, raue Schwämme und harte Bürsten können glänzende Kunststoffoberflächen dauerhaft matt und zerkratzt zurücklassen.
- Vergilbung richtig erkennen: Bleibt eine gelbliche Verfärbung nach gründlicher Reinigung gleichmäßig bestehen, kann der Kunststoff selbst durch Alterung, UV-Licht oder andere Einflüsse verfärbt sein. Das lässt sich nicht einfach „wegputzen“.
- Keine aggressiven Lösungsmittel verwenden: Aceton, Nagellackentferner oder starke Lösemittel können Kunststoff anlösen, verfärben oder verspröden.
- Regelmäßig trocken abstauben: Ein kurzes Abwischen verhindert, dass sich Staub mit Fett und Hautrückständen zu hartnäckigen dunklen Rändern verbindet.
Varianten und Substitutionen
Bei leichten Fingerabdrücken reicht häufig ein Mikrofasertuch, das nur mit lauwarmem Wasser minimal angefeuchtet wurde. Das ist besonders sinnvoll, wenn kaum fettige Rückstände vorhanden sind.
Statt 3 ml Handspülmittel kann ein milder, für Kunststoff geeigneter Neutralreiniger verwendet werden. Die auf dem Produkt angegebene Verdünnung sollte dabei eingehalten werden. Nicht verschiedene Reinigungsmittel miteinander mischen.
Bei strukturierten Kunststoffrahmen kann ein Wattestäbchen die Vertiefungen besser erreichen als ein Tuch. Auch hier gilt: nur minimal anfeuchten und ausschließlich an der äußeren Oberfläche verwenden.
Sind ältere Abdeckungen dauerhaft gelb, rissig oder spröde, ist eine chemische Aufhellung nicht empfehlenswert. In diesem Fall ist der Austausch der passenden Abdeckungen meist die sinnvollere Lösung. Arbeiten, bei denen elektrische Bauteile freigelegt werden, gehören bei Unsicherheit in die Hände einer Elektrofachkraft.
Aufbewahrung
Die angesetzte Spülmittellösung muss nicht aufbewahrt werden. Nach der Reinigung kann sie entsorgt und bei Bedarf frisch hergestellt werden. Mikrofasertücher anschließend gründlich auswaschen und vollständig trocknen lassen. Spülmittel und andere Reinigungsprodukte verschlossen und außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren lagern. Da nur 500 ml Wasser und wenige Milliliter Spülmittel benötigt werden, lohnt es sich nicht, größere Mengen auf Vorrat anzumischen.
Häufige Fragen
Kann ich Essig zum Reinigen von Steckdosen verwenden?
Für die normale Reinigung ist das nicht nötig. Eine schwache Spülmittellösung entfernt typische Fingerabdrücke und fettige Ablagerungen ausreichend. Entscheidend ist ohnehin, so wenig Flüssigkeit wie möglich zu verwenden und nichts direkt auf die elektrische Installation zu sprühen.
Kann Natron vergilbte Lichtschalter wieder weiß machen?
Natron kann oberflächlichen Schmutz lösen, ist aber kein zuverlässiges Mittel gegen altersbedingt vergilbten Kunststoff. Außerdem kann eine Natronpaste durch ihre mechanische Wirkung empfindliche Hochglanzoberflächen mattieren. Für Schalterabdeckungen ist eine milde Reinigung daher die bessere erste Wahl.
Warum bleibt der Kunststoff nach der Reinigung gelb?
Dann liegt möglicherweise keine Schmutzschicht mehr vor, sondern eine Veränderung des Materials selbst. Alterung, Licht und Umwelteinflüsse können Kunststoff dauerhaft verfärben. Eine solche Vergilbung lässt sich durch normales Reinigen nicht entfernen.
Darf ich die Abdeckungen zum Reinigen abschrauben?
Nur wenn dies nach Herstellerangaben vorgesehen ist und sicher durchgeführt werden kann. Sobald für das Entfernen einer Abdeckung elektrische Komponenten zugänglich werden oder Unsicherheit über die Konstruktion besteht, sollte nicht selbst daran gearbeitet werden. Eine Elektrofachkraft kann verschmutzte oder beschädigte Teile sicher prüfen und gegebenenfalls ersetzen.
