Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: So werden die Fugen wieder ordentlich
Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: So werden die Fugen wieder ordentlich
Zwischen den Pflastersteinen sprießen Gräser, Löwenzahn und kleine Wildkräuter? Besonders nach feuchtem Wetter werden aus unscheinbaren Keimlingen schnell kräftige Pflanzen. Wer nur die Blätter abreißt, sieht häufig bald neues Grün. Mit einem passenden Fugenkratzer, etwas Geduld und regelmäßiger Pflege lässt sich der Bewuchs gezielt entfernen. Hier erfährst du, wie du dabei die Steine schonst, welche Nacharbeit sinnvoll ist und wie du verhinderst, dass sich Erde und Pflanzenreste erneut in den Fugen sammeln.
Die wichtigste Methode: Pflanzen samt Wurzeln herauslösen
Ein Fugenkratzer mit schmaler, abgewinkelter Metallklinge erreicht Pflanzen zwischen eng liegenden Steinen. Seine Spitze lockert den Bewuchs, sodass du möglichst viele Wurzeln mit herausziehen kannst. Auch die britische Gartenbaugesellschaft RHS empfiehlt solche Werkzeuge für bewachsene Pflasterfugen. RHS Advice
Das brauchst du für einen kleinen Arbeitsabschnitt von etwa einem Quadratmeter:
- einen zur Fugenbreite passenden Fugenkratzer;
- feste Gartenhandschuhe und ein Kniekissen;
- einen Handbesen und eine Kehrschaufel;
- einen Eimer für Pflanzenreste;
- bei sehr trockenen Fugen zunächst etwa 500 Milliliter Wasser.
Die Wassermenge ist ein praktischer Ausgangswert, keine notwendige Dosierung. Nach Regen brauchst du meist kein zusätzliches Wasser. Chemische Zusätze sind nicht erforderlich.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen. Arbeite vorzugsweise nach einem leichten Regen, sobald die Steine wieder trittsicher sind. Die Erde in den Fugen sollte leicht feucht, aber nicht schlammig sein. Bei trockenem Boden das Wasser langsam über die betroffenen Fugen verteilen und ungefähr zehn Minuten warten.
- Die Fuge vorsichtig lockern. Setze die schmale Klinge neben der Pflanze an. Bewege sie mit kurzen Zügen entlang der Fuge. Arbeite ohne kräftiges Hebeln gegen die Steinkanten und entferne nur so viel lockeres Material wie nötig.
- Die Pflanze am Ansatz greifen. Fasse Gräser oder Löwenzahn möglichst dicht über dem Boden. Ziehe langsam, während du die Wurzeln mit dem Werkzeug weiter lockerst. Bei tiefen Pfahlwurzeln gelingt die vollständige Entfernung nicht immer.
- Reste aufnehmen und kontrollieren. Sammle herausgezogene Pflanzen sofort ein und kehre lose Erde zusammen. Kontrolliere die Stelle nach sieben bis vierzehn Tagen. Neuer Austrieb wird erneut entfernt, solange er klein ist.
Das sichtbare Ergebnis entsteht unmittelbar: Die Pflanzen sind verschwunden und die Fugen wirken ordentlich. Plane für den ersten Quadratmeter zunächst etwa 20 bis 40 Minuten ein; starker Bewuchs kann länger dauern. Dauerhaft bewuchsfrei wird die Fläche dadurch nicht.
Diese Methode eignet sich für offene, ungebundene Fugen zwischen stabil liegenden Pflastersteinen. Bei festen Mörtelfugen, beschichteten Platten und bröckelnden Steinkanten darf die Metallklinge nicht über die Oberfläche kratzen.
Kleine Keimlinge mit einer passenden Bürste entfernen
Winzige Pflanzen lassen sich oft leichter beseitigen, bevor sie kräftige Wurzeln bilden. Eine Pflasterbürste kann junge Keimlinge und oberflächlichen Bewuchs mechanisch lösen. Für empfindliche Oberflächen ist eine feste Kunststoffbürste der vorsichtigere Einstieg; Drahtborsten können Kratzer verursachen. Teste deshalb zuerst eine unauffällige Stelle. RHS Advice
Bearbeite einen trockenen Abschnitt von ungefähr einem Quadratmeter für zwei bis fünf Minuten mit kurzen Bewegungen entlang der Fugen. Verwende zunächst kein Wasser und kein Reinigungsmittel. Kehre die gelösten Pflanzen anschließend vollständig auf. Bleiben fest verwurzelte Büschel stehen, entferne sie einzeln mit dem Fugenkratzer. Mehr Druck ersetzt diesen Schritt nicht. Wiederhole die Kontrolle während der Wachstumszeit wöchentlich und bürste nur dort, wo neuer Bewuchs erscheint.
Pflanzenreste und Erde regelmäßig wegkehren
Zwischen den Steinen sammeln sich Blätter, Staub und Erde aus benachbarten Beeten. Eine regelmäßige Reinigung entfernt dieses Material, bevor sich dickere Ablagerungen bilden. Dafür reichen ein normaler Außenbesen, eine Kehrschaufel und wenige Minuten.
Kehre eine kleine Terrasse während der Wachstumszeit einmal pro Woche und zusätzlich nach starkem Laubfall. Arbeite möglichst bei trockenem Wetter, damit feuchte Erde nicht über die Steine verschmiert. Für etwa zehn Quadratmeter kannst du zunächst fünf bis zehn Minuten einplanen. Reinige besonders die Ränder unter Pflanzkübeln und neben Beeten. Dort bleibt Schmutz leicht liegen. Nimm ihn mit der Kehrschaufel auf, statt ihn in die nächste Fuge zu schieben. Wasser und Zusätze sind dafür nicht nötig.
Hartnäckigen Neuaustrieb frühzeitig nacharbeiten
Manche mehrjährigen Pflanzen treiben aus verbliebenen Wurzeln erneut aus. Das bedeutet nicht automatisch, dass die erste Arbeit vergeblich war. Entscheidend ist, den neuen Austrieb regelmäßig zu entfernen. Wiederholtes Abschneiden oder Herauslösen schwächt solche Pflanzen mit der Zeit; eine feste Erfolgsfrist lässt sich jedoch nicht versprechen. RHS Advice
Kontrolliere bekannte Problemstellen alle sieben Tage. Sobald neue Blätter erscheinen, lockere den Ansatz vorsichtig und entferne erreichbare Wurzelstücke. Wo das Werkzeug nicht sicher hineinpasst, schneide den Austrieb knapp über der Fuge ab. Dafür genügen eine kleine Gartenschere und wenige Minuten pro Stelle. Arbeite über mehrere Wochen konsequent weiter. Hebe keine fest sitzenden Steine an, nur um einer einzelnen Wurzel zu folgen.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Nur die Blattspitzen abreißen: Der Pflanzenansatz bleibt stehen. Greife möglichst tief und lockere zuerst die Wurzeln.
- Die Fugen vollständig auskratzen: Dabei geht unnötig Fugenmaterial verloren. Entferne gezielt den Bewuchs.
- Mit Metall über die Steine schaben: Das kann sichtbare Spuren hinterlassen. Halte die Klinge innerhalb der Fuge.
- Beliebige Hausmittel verteilen: Salz, Essig oder Natron gehören nicht zu dieser mechanischen Methode. Verzichte auf selbst gemischte Sprühlösungen.
- Werkzeuge offen liegen lassen: Spitze Klingen und herausstehende Borsten können Kinder und Tiere verletzen. Räume sie nach der Arbeit weg.
So passt du die Pflege an deine Fläche an
Bearbeite größere Wege abschnittsweise, beispielsweise jeweils einen Quadratmeter. So bleibt die Arbeit überschaubar.
Bei tief ausgespülten Fugen solltest du vor dem Nachfüllen klären, welches Fugenmaterial zum vorhandenen Pflasteraufbau passt. Eine allgemeine Kilogrammangabe wäre dafür unzuverlässig.
Konzentriere dich im Frühjahr auf kleine Neuaustriebe und im Herbst auf liegen gebliebenes Laub. In milden Regionen kann auch außerhalb dieser Zeiten Bewuchs erscheinen.
Häufige Fragen
Muss ich vor dem Kratzen immer wässern?
Nein. Leicht feuchte Fugen lassen sich häufig gut bearbeiten. Nach Regen ist zusätzliches Wasser meist überflüssig.
Wie lange bleibt das Pflaster sauber?
Das hängt von Samenflug, Feuchtigkeit und verbliebenen Wurzeln ab. Kontrolliere die Fläche regelmäßig, statt eine feste Wirkungsdauer zu erwarten.
Darf ich einen Hochdruckreiniger verwenden?
Prüfe vorher die Pflegehinweise des Pflasterherstellers. Ein kräftiger Wasserstrahl kann Fugenmaterial ausspülen; für einzelne Pflanzen genügt meist ein Handwerkzeug.
Muss wirklich jedes Pflänzchen verschwinden?
Nein. Entferne vor allem Bewuchs, der stört oder die Nutzung beeinträchtigt. In wenig begangenen Randbereichen darf passendes Grün bleiben.
