Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Hausmittel & Alltagstricks

Was bedeuten die Farben von Wasserflaschen-Verschlüssen wirklich? Dieser Irrtum hält sich hartnäckig

Was bedeuten die Farben von Wasserflaschen-Verschlüssen wirklich? Dieser Irrtum hält sich hartnäckig

Was bedeuten die Farben von Wasserflaschen-Verschlüssen wirklich? Dieser Irrtum hält sich hartnäckig

Blau für Quellwasser, Rot für besonders natriumreiches Mineralwasser und Violett für alkalisches Wasser? Solche Übersichten werden in sozialen Netzwerken häufig geteilt und wirken auf den ersten Blick praktisch. Doch die Farbe eines Flaschenverschlusses ist kein allgemein gültiges System, mit dem sich Wasserart, Mineralstoffgehalt, pH-Wert oder Qualität zuverlässig bestimmen lassen. Wer wissen möchte, welches Wasser tatsächlich in einer Flasche steckt, sollte andere Angaben prüfen. Mit einigen einfachen Schritten lässt sich die Kennzeichnung richtig lesen und ein Fehlkauf vermeiden.

Was bedeuten die Farben von Wasserflaschen-Verschlüssen wirklich? Dieser Irrtum hält sich hartnäckig

Nicht nach der Verschlussfarbe gehen – das Etikett ist entscheidend

Die wichtigste Regel ist einfach: Die Farbe des Deckels allein reicht nicht aus, um die Wasserart zu bestimmen. Hersteller verwenden Farben unter anderem für Produktlinien, Verpackungsdesign oder zur Unterscheidung verschiedener Varianten. Ein blauer Verschluss kann deshalb bei unterschiedlichen Marken etwas völlig anderes bedeuten.

Für die Kontrolle brauchst du lediglich:

  • die Wasserflasche mit vollständigem Etikett,
  • gutes Licht,
  • bei Bedarf eine Lupe oder die Vergrößerungsfunktion des Smartphones.

So gehst du vor:

  1. Suche auf dem Etikett zuerst nach der genauen Verkehrs- oder Produktbezeichnung.
  2. Prüfe anschließend Herkunft, Abfüller und gegebenenfalls die angegebene Quelle.
  3. Möchtest du den Mineralstoffgehalt beurteilen, suche nach der Mineralstoffanalyse beziehungsweise den Angaben zu Natrium, Calcium und Magnesium.
  4. Vergleiche erst danach verschiedene Flaschen miteinander.

Das dauert pro Flasche kaum 30 bis 60 Sekunden und liefert wesentlich mehr Informationen als die Deckelfarbe.

Mineralwasser, Quellwasser und Tafelwasser unterscheiden

Bezeichnungen rund um Trinkwasser sind nicht beliebig austauschbar. Welche rechtlichen Kategorien verwendet werden und welche Anforderungen gelten, hängt vom jeweiligen Land beziehungsweise Markt ab.

Deshalb sollte man beispielsweise nicht aus einem weißen, grünen oder blauen Verschluss automatisch schließen, dass es sich um Mineral-, Quell- oder Tafelwasser handelt.

Schau stattdessen direkt auf die Produktbezeichnung. Bei importiertem Wasser ist außerdem das Etikett für den jeweiligen Verkaufsmarkt relevant. Ein ähnliches Flaschendesign kann in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Kennzeichnungen verkauft werden.

Wenn du regelmäßig dieselbe Marke kaufst, kannst du dir natürlich deren Farbsystem merken. Dieses gilt dann aber nur für die betreffende Produktserie und sollte nicht auf sämtliche anderen Wassermarken übertragen werden.

Natriumgehalt direkt auf der Flasche prüfen

Besonders problematisch ist die Behauptung, ein roter oder andersfarbiger Deckel zeige automatisch einen hohen Natriumgehalt an. Dafür sollte man sich nicht auf die Verpackungsfarbe verlassen.

Suche auf der Mineralstoffanalyse nach Natrium beziehungsweise Na. Der Wert wird üblicherweise als mg/l angegeben. Nur diese konkrete Angabe ermöglicht einen sinnvollen Vergleich zwischen zwei entsprechend gekennzeichneten Wässern.

Beispiel: Stehen auf zwei Flaschen unterschiedliche Natriumwerte, ist dieser Unterschied relevant – nicht die Tatsache, dass eine Flasche einen roten und die andere einen blauen Verschluss besitzt.

Wer aus gesundheitlichen Gründen gezielt auf die Natriumzufuhr achten muss, sollte sich an die tatsächlichen Angaben auf dem Produkt und gegebenenfalls an medizinische Empfehlungen halten, statt Entscheidungen anhand der Verschlussfarbe zu treffen.

Auch der pH-Wert lässt sich nicht am Deckel erkennen

Ein dunkelblauer oder violetter Verschluss bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass das enthaltene Wasser einen hohen beziehungsweise alkalischen pH-Wert besitzt.

Wenn der Hersteller einen pH-Wert angibt, muss dieser konkrete Wert betrachtet werden. Fehlt eine entsprechende Angabe, lässt sich der pH-Wert nicht seriös aus der Farbe der Verpackung ableiten.

Wer ihn aus einem bestimmten Grund selbst bestimmen möchte, benötigt geeignete pH-Teststreifen oder ein kalibriertes Messgerät und muss die jeweilige Anleitung befolgen. Für den normalen Einkauf ist das meistens gar nicht erforderlich.

Auch sichtbare Bläschen sagen nicht zuverlässig etwas über pH-Wert oder Mineralstoffgehalt aus: Bei Wasser mit Kohlensäure sind sie in erster Linie ein Hinweis auf gelöstes Kohlendioxid.

Verschiedene Deckelfarben derselben Marke richtig vergleichen

Innerhalb einer bestimmten Marke können verschiedene Verschlussfarben durchaus eine praktische Bedeutung haben. Beispielsweise kann ein Hersteller damit stilles und kohlensäurehaltiges Wasser oder unterschiedliche Produktvarianten optisch voneinander abgrenzen.

Die sichere Methode bleibt trotzdem dieselbe: Stelle die Flaschen nebeneinander und vergleiche die Bezeichnungen auf den Etiketten.

Bei fünf verschiedenen Herstellern können fünf blaue Verschlüsse vorkommen, ohne dass alle Flaschen dieselbe Wasserart enthalten. Umgekehrt können zwei unterschiedliche Deckelfarben Produkte kennzeichnen, die hinsichtlich bestimmter Eigenschaften sehr ähnlich sind.

Die Farbe ist deshalb am besten als Gestaltungs- oder markenspezifisches Orientierungselement zu verstehen – nicht als universeller Code.

Fehler, die du vermeiden solltest

Infografiken ungeprüft übernehmen: Eine übersichtlich gestaltete Grafik wirkt überzeugend, ist aber nicht automatisch fachlich korrekt. Besonders allgemeine Aussagen wie „Rot bedeutet immer …“ sollten überprüft werden.

Die Deckelfarbe mit der Wasserqualität gleichsetzen: Aus Blau, Weiß, Grün, Rot oder Violett lässt sich nicht pauschal ableiten, ob ein Wasser besser oder schlechter ist.

Mineralstoffgehalt erraten: Calcium, Magnesium und Natrium sollten anhand der angegebenen Werte beurteilt werden. Die Verpackungsfarbe ersetzt keine Analyse.

Den pH-Wert aus der Farbe ableiten: Zwischen Deckelfarbe und pH-Wert besteht kein universeller Zusammenhang.

Etiketten verschiedener Länder gleich behandeln: Kennzeichnungsvorschriften und Produktbezeichnungen können sich unterscheiden. Entscheidend sind die Informationen auf der konkret gekauften Flasche.

Für noch bessere Orientierung

Fotografiere bei einem Wasser, das du regelmäßig kaufst, einmal das Etikett mit Produktbezeichnung und Mineralstoffanalyse. So kannst du die Werte später schnell vergleichen.

Beim Wechsel der Marke die Angaben erneut kontrollieren. Das Farbsystem eines Herstellers lässt sich nicht automatisch auf einen anderen übertragen.

Achte außerdem auf eine unbeschädigte Originalverpackung, das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum und die empfohlenen Lagerbedingungen.

Häufige Fragen

Bedeutet ein blauer Deckel immer Quellwasser?

Nein. Es gibt keinen universellen Farbcode, nach dem ein blauer Flaschenverschluss grundsätzlich Quellwasser kennzeichnet.

Zeigt ein roter Deckel einen hohen Natriumgehalt?

Nicht zuverlässig. Entscheidend ist der auf dem Etikett angegebene Natriumwert, normalerweise in mg/l.

Bedeutet ein violetter Deckel alkalisches Wasser?

Nein. Aus der Verschlussfarbe allein lässt sich der pH-Wert nicht bestimmen.

Warum verwenden Hersteller dann unterschiedliche Farben?

Farben können verschiedene Produkte einer Marke leichter unterscheidbar machen und gehören häufig zum Verpackungsdesign. Welche Bedeutung eine bestimmte Farbe tatsächlich hat, muss deshalb für das jeweilige Produkt geprüft werden.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.