Waschmaschine riecht muffig? Mit dieser einfachen Reinigung wird Trommel und Dichtung wieder hygienisch sauber
Waschmaschine riecht muffig? Mit dieser einfachen Reinigung wird Trommel und Dichtung wieder hygienisch sauber
Eine Waschmaschine soll für frische Wäsche sorgen – doch mit der Zeit sammeln sich in Trommel, Gummidichtung und Waschmittelfach Waschmittelreste, Flusen, Hautfette und Feuchtigkeit. Das kann zu unangenehmen Gerüchen und dunklen Ablagerungen führen. Häufig hilft bereits eine gründliche Reinigung, ohne aggressive Spezialmittel einzusetzen. Wichtig ist dabei, Hausmittel richtig anzuwenden und nicht wahllos miteinander zu mischen. Mit den folgenden Schritten lässt sich die Waschmaschine systematisch reinigen und anschließend mit wenig Aufwand sauber halten.

Waschmaschine gründlich reinigen: Schritt für Schritt
Für die Grundreinigung braucht man nicht viele Mittel. Entscheidend ist, besonders die Stellen zu säubern, an denen dauerhaft Feuchtigkeit stehen bleibt.
Das wird benötigt:
- 2–3 saubere Mikrofasertücher
- eine weiche Bürste oder alte Zahnbürste
- etwa 500 ml warmes Wasser
- 1–2 EL mildes Spülmittel
- 2 EL Natron oder Haushaltsnatron
- optional 100 ml Haushaltsessig mit etwa 5 % Säure
- Haushaltshandschuhe
Essig und Natron sollten nicht gleichzeitig miteinander vermischt werden. Die bekannte Schaumbildung sieht zwar eindrucksvoll aus, entsteht aber durch eine Säure-Base-Reaktion, bei der sich beide Stoffe teilweise gegenseitig neutralisieren. Für eine gezielte Reinigung ist die getrennte Anwendung sinnvoller.
1. Gummidichtung zuerst reinigen
Die Maschine ausschalten und die Tür vollständig öffnen. Die Falten der Türmanschette vorsichtig auseinanderziehen. Dort befinden sich häufig Haare, Flusen, Waschmittelreste oder stehendes Wasser.
500 ml warmes Wasser mit 1–2 EL mildem Spülmittel vermischen. Ein Tuch darin anfeuchten und die gesamte Gummidichtung auswischen. Hartnäckige Ablagerungen können mit einer weichen Zahnbürste gelöst werden.
Etwa 5 Minuten einwirken lassen, anschließend mit einem nur mit Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen und gründlich trocknen.
2. Natron gegen fettige und geruchsbildende Rückstände verwenden
Bei einer leeren Maschine etwa 2 EL Natron direkt in die Trommel geben. Natron ist leicht alkalisch und kann dabei helfen, bestimmte fettige Rückstände und Gerüche zu lösen.
Anschließend ein leeres Pflegeprogramm oder ein Waschprogramm bei 60 °C starten. Wenn der Hersteller für die betreffende Maschine ein spezielles Trommelreinigungsprogramm vorsieht, sollte dieses bevorzugt werden.
Nach Programmende die Tür öffnen und Trommel sowie Dichtung trocknen lassen.
Bei Waschmaschinen mit besonderen Beschichtungen oder speziellen Herstelleranforderungen sollte vor der Verwendung von Hausmitteln immer die Bedienungsanleitung geprüft werden.
Waschmittelschublade nicht vergessen
Ein sauberer Edelstahlkorb allein reicht nicht. Gerade im Waschmittelfach können sich Waschmittel- und Weichspülerreste festsetzen und einen schmierigen Belag bilden.
Die Schublade entsprechend der Herstelleranleitung herausnehmen. In einem Waschbecken 2 Liter warmes Wasser mit 1 EL Spülmittel mischen und das Fach darin etwa 15 Minuten einweichen.
Anschließend Ecken, Düsen und kleine Zwischenräume mit einer alten Zahnbürste bearbeiten. Mit klarem Wasser gründlich abspülen und vollständig trocknen.
Auch den Einschubbereich der Maschine mit einem feuchten Tuch auswischen. Wasser niemals unkontrolliert in Öffnungen oder elektrische Bereiche gießen.
Essig nur vorsichtig und nicht regelmäßig einsetzen
Haushaltsessig kann mineralische Ablagerungen lösen, sollte bei Waschmaschinen jedoch zurückhaltend verwendet werden. Säuren können je nach Gerät auf Dauer bestimmte Dichtungen, Schläuche oder Metallteile beeinträchtigen.
Wenn der Hersteller Essig ausdrücklich erlaubt, können beispielsweise 100 ml Haushaltsessig mit etwa 5 % Säure in 500 ml Wasser verdünnt werden. Damit lassen sich geeignete, säurebeständige Außenflächen oder bestimmte Kalkablagerungen punktuell abwischen.
Danach immer mit klarem Wasser nachwischen.
Nicht verwenden sollte man Essig unverdünnt auf empfindlichen Gummiteilen, Natursteinflächen oder säureempfindlichen Metallen.
Ganz wichtig: Essig niemals mit Chlor- beziehungsweise Bleichmitteln mischen. Dabei können gefährliche Gase entstehen. Reinigungsmittel grundsätzlich getrennt und nach Herstellerangaben verwenden.
Flusensieb regelmäßig kontrollieren
Auch ein verschmutztes Pumpenfilter kann für unangenehme Gerüche verantwortlich sein.
Vor dem Öffnen die Maschine ausschalten und – wenn möglich – den Netzstecker ziehen. Ein flaches Gefäß und mehrere Handtücher bereitlegen, da Restwasser austreten kann.
Das Filter ausschließlich nach der Bedienungsanleitung des Geräts öffnen. Fremdkörper wie Münzen, Haare oder Flusen entfernen und das Filter unter fließendem Wasser reinigen.
Je nach Nutzung ist eine Kontrolle ungefähr alle ein bis drei Monate sinnvoll. Bei ungewöhnlichen Abpumpgeräuschen oder zurückbleibendem Wasser sollte das Filter früher überprüft werden.
Fehler, die man vermeiden sollte
Zu viel Waschmittel verwenden: Eine höhere Dosierung macht Wäsche nicht automatisch sauberer. Überschüssiges Waschmittel kann Ablagerungen fördern. Die Dosierung sollte sich an Wasserhärte, Wäschemenge und Verschmutzungsgrad orientieren.
Die Tür nach dem Waschen sofort schließen: Restfeuchtigkeit bleibt eingeschlossen und schafft günstige Bedingungen für Gerüche. Tür und Waschmittelfach nach Möglichkeit offen beziehungsweise angelehnt trocknen lassen.
Essig und Natron zusammenmischen: Das starke Sprudeln vermittelt den Eindruck besonders hoher Reinigungskraft, tatsächlich neutralisieren sich Säure und Base teilweise.
Chlorreiniger mit Säuren kombinieren: Das ist gefährlich. Bleichmittel niemals mit Essig, Zitronensäure oder anderen sauren Reinigern mischen.
Dichtungen mit harten Scheuerschwämmen bearbeiten: Dadurch können kleine Beschädigungen entstehen, in denen sich später erneut Schmutz festsetzt.
Für dauerhaft mehr Frische
Nach dem letzten Waschgang des Tages die Gummidichtung kurz trockenwischen und die Tür angelehnt lassen. Auch das Waschmittelfach sollte regelmäßig trocknen können.
Waschmittel möglichst nach Herstellerangabe dosieren. Wer überwiegend bei niedrigen Temperaturen wäscht, sollte zusätzlich in den vom Gerätehersteller empfohlenen Abständen ein heißeres Pflege- oder Trommelreinigungsprogramm durchführen.
Bleibt trotz gründlicher Reinigung ein starker fauliger Geruch bestehen, sollte auch Ablaufschlauch, Filter und Abwassersystem kontrolliert werden. Ein technischer Defekt gehört in die Hände eines Fachbetriebs.
Fragen häufig gestellt
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Bei normaler Nutzung ist eine gründlichere Reinigung etwa alle ein bis zwei Monate sinnvoll. Dichtung und Waschmittelfach können deutlich häufiger ausgewischt werden.
Hilft Natron wirklich gegen Gerüche?
Natron kann bestimmte Gerüche und fettige Rückstände reduzieren. Es ersetzt jedoch nicht die mechanische Reinigung von Dichtung, Waschmittelfach und Filter.
Kann ich einfach eine Tasse Essig in die Maschine geben?
Das ist nicht pauschal empfehlenswert. Säure kann manche Materialien langfristig beeinträchtigen. Entscheidend sind die Pflegehinweise des jeweiligen Geräteherstellers.
Warum riecht die Maschine nach kurzer Zeit wieder?
Häufig bleiben Feuchtigkeit, Waschmittelreste oder Verschmutzungen in Dichtung, Waschmittelschublade oder Filter zurück. Regelmäßiges Trocknen, korrekt dosiertes Waschmittel und eine gelegentliche gründliche Reinigung helfen deshalb meist nachhaltiger als große Mengen eines einzelnen Hausmittels.
