Waschmaschine riecht muffig? So entfernst du Rückstände und bringst wieder Frische in die Trommel
Waschmaschine riecht muffig? So entfernst du Rückstände und bringst wieder Frische in die Trommel
Die Wäsche ist frisch gewaschen, riecht aber trotzdem unangenehm? Häufig sammeln sich Waschmittelreste, Flusen und Feuchtigkeit in der Maschine. Besonders unter dem Deckel, im Waschmittelfach und an Dichtungen bleiben Ablagerungen leicht unbemerkt. Mit einer gründlichen, schonenden Reinigung lassen sich viele dieser Rückstände entfernen. Hier erfährst du, welche Stellen Aufmerksamkeit brauchen, wie du dabei vorgehst und weshalb die auf vielen Bildern gezeigte Kombination aus Essig und Natron keine verlässliche Standardlösung für jede Waschmaschine ist.

Erst die sichtbaren Ablagerungen entfernen, dann die Maschine reinigen
Der wichtigste Schritt beginnt mit einem feuchten Tuch. Ein Reinigungsprogramm erreicht nicht automatisch sämtliche Ränder, Deckelunterseiten und Vertiefungen. Sichtbaren Schmutz solltest du deshalb vorher von Hand entfernen.
Du benötigst:
- 1 Liter handwarmes Wasser, etwa 30 bis 40 °C;
- zwei weiche, saubere Tücher;
- eine weiche Zahnbürste für zugängliche Kunststoffritzen;
- bei Bedarf einen ausdrücklich für dein Gerät geeigneten Waschmaschinenreiniger, dosiert nach dessen Verpackung.
Für Gummidichtungen reichen zunächst warmes Wasser und ein weiches Tuch. Das empfiehlt auch Bosch. Verwende keine Scheuerschwämme oder scharfkantigen Werkzeuge. Bosch CH
- Maschine vorbereiten: Entferne sämtliche Wäsche, schalte das Gerät aus und ziehe vor der Reinigung von Hand den Netzstecker. Warte, bis die Trommel abgekühlt ist.
- Rückstände abwischen: Befeuchte ein Tuch mit dem Wasser und wringe es gut aus. Wische bei einem Toplader den oberen Trommelrand, die zugängliche Deckelunterseite und die Einfüllöffnung ab. Bei einem Frontlader reinigst du zusätzlich die vorsichtig auseinandergezogenen Dichtungsfalten.
- Festsitzenden Schmutz lösen: Halte das feuchte Tuch zwei bis drei Minuten auf die betroffene Stelle. Entferne gelöste Ablagerungen anschließend mit sanften Wischbewegungen. Bürste ausschließlich zugängliche, robuste Kunststoffritzen und drücke keinen Schmutz in Öffnungen.
- Nachwischen und kontrollieren: Wische mit dem zweiten, frisch angefeuchteten Tuch nach. Die Oberfläche sollte sich glatt statt schmierig anfühlen. Verbleibende Verfärbungen bedeuten allerdings nicht automatisch, dass noch Schmutz vorhanden ist.
- Pflegeprogramm starten: Stecke die Maschine wieder ein und wähle das in der Bedienungsanleitung vorgesehene Trommelreinigungsprogramm. Gib nur dann Reiniger hinzu, wenn die Anleitung dies vorsieht, und halte dessen Dosierung ein.
Plane für die Handreinigung ungefähr 15 bis 20 Minuten ein. Die anschließende Programmdauer hängt vom Gerät ab. Eine allgemeingültige Reinigerdosierung wäre hier unseriös: Produkte und Maschinen unterscheiden sich. AEG empfiehlt bei entsprechenden Geräten einen regelmäßigen Wartungsdurchlauf, häufig monatlich. AEG
Das Waschmittelfach gründlich von klebrigen Resten befreien
Im Waschmittelfach können sich Pulverkrusten und zähe Weichspülerreste ansammeln. Wasser weicht diese Ablagerungen auf; eine weiche Bürste löst sie anschließend mechanisch.
Nimm die Schublade oder den herausnehmbaren Einsatz ausschließlich nach Bedienungsanleitung ab. Lege einfache, dafür geeignete Kunststoffteile für zehn Minuten in eine Schüssel mit einem Liter handwarmem Wasser. Bürste die Ecken vorsichtig aus und spüle mit klarem Wasser nach. Wiederhole den Vorgang bei hartnäckigen Resten, statt mit einem Messer zu kratzen.
Den zugänglichen Schacht wischst du mit einem gut ausgewrungenen Tuch aus. Trockne die Teile vor dem Wiedereinsetzen ab. Automatische Dosiersysteme dürfen nicht ohne Weiteres eingeweicht werden: Hier gelten die speziellen Herstellervorgaben. Reinige das Fach spätestens dann, wenn sichtbare Krusten oder klebrige Beläge entstehen. AEG nennt bei verschiedenen Geräten einen Abstand von zwei Monaten. AEG
Dichtungen und Deckel nach jeder Wäsche trocknen
Feuchtigkeit bleibt besonders in Falten und unter geschlossenen Deckeln zurück. Regelmäßiges Trocknen nimmt diesem feuchten Milieu eine wichtige Grundlage und hilft, Gerüchen vorzubeugen.
Entferne nach jedem Waschgang die Wäsche möglichst zeitnah. Wische anschließend mit einem trockenen, weichen Tuch über die zugänglichen Dichtungen und den unteren Türbereich. Bei einem Toplader trocknest du den Einfüllrand und die erreichbare Deckelunterseite. Dafür genügen meist ein bis zwei Minuten; ein Reinigungsmittel ist nicht erforderlich.
Lass Tür beziehungsweise Deckel und, soweit vorgesehen, das Waschmittelfach danach offen, damit die Restfeuchtigkeit entweichen kann. AEG empfiehlt dieses Lüften nach dem Waschen. Wie lange das Trocknen dauert, hängt von Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Kinder und Tiere dürfen keinen Zugang zur offenen Trommel haben. AEG
Waschmittel richtig dosieren, statt immer mehr hineinzugeben
Mehr Waschmittel sorgt nicht automatisch für sauberere Wäsche. Bei Überdosierung können Rückstände und übermäßiger Schaum entstehen. Entscheidend sind die tatsächliche Beladung, der Verschmutzungsgrad und die örtliche Wasserhärte.
Prüfe vor der nächsten Wäsche die Dosiertabelle deines Waschmittels. Steht dort beispielsweise eine Menge für vier bis fünf Kilogramm Wäsche, gilt diese Angabe nicht unverändert für eine kleine Ladung. Nutze die passende Tabellenangabe für deine Beladung und miss Milliliter mit einem Dosierbecher beziehungsweise Gramm mit einer Waage ab.
Verwende Weichspüler ebenfalls nur in der angegebenen Menge und überschreite keine Markierung. Kontrolliere nach den nächsten zwei bis drei Waschgängen, ob weniger Rückstände im Fach bleiben. Bei anhaltend starker Schaumbildung empfiehlt AEG eine Grundreinigung und die Überprüfung der Dosierung. AEG
Fehler, die du vermeiden solltest
- Essig pauschal in die Maschine gießen: Säurehaltige Hausmittel können Gummiteile angreifen. Bosch rät deshalb von Essig zur Maschinenreinigung ab. bosch-home.com
- Essig und Natron als Wunderreiniger betrachten: Beide reagieren miteinander und neutralisieren sich teilweise. Das sichtbare Sprudeln beweist keine gründliche Reinigung.
- Reinigungsprodukte miteinander mischen: Verwende jeweils nur ein vorgesehenes Mittel. Besonders Essig und chlorhaltige Reiniger dürfen niemals zusammenkommen, weil gefährliche Gase entstehen können.
- Bedienfeld und Öffnungen durchnässen: Sprühe Flüssigkeit nicht direkt auf das Gerät. Ein gut ausgewrungenes Tuch verhindert, dass Wasser in elektrische Bereiche gelangt.
- Bleibende schwarze Flecken aggressiv bearbeiten: Beschädigte oder dauerhaft verfärbte Dichtungen lassen sich nicht zuverlässig wegschrubben. Lass auffällige Stellen fachlich beurteilen.
Für eine dauerhaft gepflegte Maschine
Prüfe bei einem gebrauchten Gerät zuerst die Bedienungsanleitung und reinige alle zugänglichen Bereiche. Baue keine fest montierten Trommelteile aus.
Kontrolliere in einem feuchten Badezimmer regelmäßig, ob die Maschine zwischen den Waschgängen vollständig trocknet. Lüfte auch den Raum.
Bleibt der Geruch trotz Reinigung bestehen, kommen unter anderem Ablaufprobleme oder schwer zugängliche Ablagerungen infrage. Wiederholtes Nachgießen von Reinigern ersetzt dann keine Ursachenprüfung.
Häufige Fragen
Muss ich Essig und Natron wie auf dem Bild verwenden?
Nein. Das Bild zeigt verbreitete Hausmittel, ersetzt aber keine Geräteanleitung. Für deine Maschine sind die Herstellervorgaben entscheidend.
Kann ich einfach ein beliebiges 90-Grad-Programm starten?
Nutze vorzugsweise das vorgesehene Pflegeprogramm. Temperatur, Zusätze und Ablauf sollten zur Anleitung deines Modells passen.
Woran erkenne ich eine erfolgreiche Reinigung?
Sichtbare Rückstände sind entfernt, zugängliche Flächen fühlen sich nicht mehr schmierig an und der Geruch lässt nach. Vollständige Desinfektion lässt sich daraus nicht ableiten.
Wann sollte ich professionelle Hilfe holen?
Wenn Geruch, stehendes Wasser oder auffällige Flecken trotz korrekter Pflege bleiben, oder wenn die Maschine schlecht abpumpt, sollte ein Fachbetrieb die Ursache prüfen.
