Zahnpasta nicht nur fürs Zähneputzen: Diese 4 Haushaltstricks funktionieren wirklich – und hier solltest du vorsichtig sein
Zahnpasta nicht nur fürs Zähneputzen: Diese 4 Haushaltstricks funktionieren wirklich – und hier solltest du vorsichtig sein
Eine Tube Zahnpasta steht in fast jedem Badezimmer. Im Internet wird sie allerdings auch als Allzweckmittel gegen Flecken, angelaufenes Metall, schmutzige Fugen oder Kratzer empfohlen. Manche dieser Anwendungen können tatsächlich funktionieren, andere können empfindliche Oberflächen dauerhaft beschädigen. Entscheidend ist vor allem, welche Zahnpasta und welches Material verwendet werden. Für Haushaltstricks eignet sich am ehesten eine einfache weiße Zahnpasta ohne Gelpartikel, Aktivkohle oder stark färbende Zusätze. Hier erfährst du, wo eine kleine Menge sinnvoll sein kann und wo du besser darauf verzichtest.

Weiße Zahnpasta gegen kleine Verschmutzungen auf robusten Oberflächen
Der wichtigste Effekt einfacher Zahnpasta im Haushalt beruht auf ihren feinen Putzkörpern. Sie können oberflächliche Ablagerungen mechanisch lösen. Genau deshalb muss man aber vorsichtig arbeiten: Was Schmutz entfernt, kann auf empfindlichen Materialien auch feine Kratzer hinterlassen.
Du brauchst:
- 1 erbsengroße Menge einfache weiße Zahnpasta
- 1 weiches, feuchtes Baumwoll- oder Mikrofasertuch
- etwa 200 ml klares Wasser zum Nachwischen
- 1 trockenes weiches Tuch
So gehst du vor:
- Reinige die betreffende Stelle zunächst mit einem feuchten Tuch von Staub und losem Schmutz.
- Teste eine winzige Menge Zahnpasta an einer unauffälligen Stelle und warte etwa 5 Minuten.
- Ist keine Veränderung sichtbar, gib eine erbsengroße Menge auf das feuchte Tuch und reibe die verschmutzte Stelle 20–30 Sekunden mit sehr leichtem Druck.
- Zahnpastareste anschließend vollständig mit einem sauberen, feuchten Tuch entfernen und trockenreiben.
Der Vorgang hat funktioniert, wenn die oberflächliche Ablagerung verschwunden oder sichtbar schwächer geworden ist, ohne dass Glanz oder Struktur der Oberfläche verändert wurden.
Fliesenfugen punktuell reinigen
Auf hellen, mineralischen Fliesenfugen können sich Seifenreste und oberflächlicher Schmutz festsetzen. Für eine kleine Stelle kann weiße Zahnpasta als mechanische Reinigungshilfe dienen.
Gib ungefähr ½ Teelöffel Zahnpasta auf eine alte, weiche Zahnbürste. Befeuchte die Fuge vorher leicht mit Wasser und bürste einen Bereich von etwa 10–15 cm für 30–60 Sekunden vorsichtig ab. Anschließend mit klarem Wasser gründlich nachwischen.
Die Methode eignet sich eher für einzelne verschmutzte Stellen als für ein komplettes Badezimmer.
Wichtig: Zahnpasta beseitigt keinen Schimmelbefall in porösen Fugen oder Silikon. Dunkle Verfärbungen mit Schimmelverdacht benötigen eine dafür geeignete Behandlung. Auf empfindlichen Natursteinen wie Marmor sollte man solche Experimente ebenfalls vermeiden.
Angelaufenes, robustes Metall vorsichtig polieren
Die feinen Putzkörper einer einfachen Zahnpasta können leichte oberflächliche Beläge auf bestimmten unbeschichteten Metallgegenständen entfernen. Bei wertvollem Silber, Antiquitäten oder beschichteten Schmuckstücken ist diese Methode dagegen keine gute Wahl, weil durch Polieren Material beziehungsweise Patina abgetragen werden kann.
Für einen robusten Gegenstand genügt eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf einem angefeuchteten weichen Tuch.
Reibe eine kleine Teststelle ungefähr 15–20 Sekunden mit sehr wenig Druck. Ist das Ergebnis unproblematisch, kannst du den restlichen Bereich ebenso behandeln. Danach die Zahnpasta vollständig mit Wasser entfernen und das Metall sofort trockenreiben.
Bei Schmuck mit Perlen, empfindlichen Steinen, Beschichtungen oder geklebten Elementen solltest du stattdessen die dafür vorgesehene Reinigungsmethode verwenden.
Gerüche an den Händen: Seife bleibt die bessere Lösung
Nach dem Schneiden von Knoblauch oder Zwiebeln wird gelegentlich empfohlen, Zahnpasta auf den Händen zu verteilen. Das ist jedoch nicht notwendig.
Wasche deine Hände zunächst 20–30 Sekunden mit Wasser und normaler Handseife. Dabei Fingerspitzen, Nagelränder und Zwischenräume gründlich reinigen. Anschließend gut abspülen.
Zahnpasta enthält Inhaltsstoffe, die für Zähne und Mund entwickelt wurden, nicht für die regelmäßige Hautreinigung. Menthol kann zwar kurzfristig einen frischen Geruch erzeugen, entfernt aber nicht automatisch die Ursache stärkerer Gerüche.
Besonders bei trockener, gereizter oder rissiger Haut solltest du Zahnpasta deshalb nicht als Handreiniger einsetzen.
Brillengläser besser nicht mit Zahnpasta behandeln
Ein besonders verbreiteter Tipp lautet, Zahnpasta könne Kratzer entfernen oder das Beschlagen von Brillengläsern verhindern. Bei modernen Brillen ist davon abzuraten.
Viele Gläser besitzen Entspiegelungs-, Hart-, UV- oder andere funktionelle Beschichtungen. Die abrasiven Bestandteile einer Zahnpasta können solche Oberflächen beeinträchtigen und feine Kratzer verursachen.
Besser: Brillengläser unter lauwarmem Wasser abspülen, einen kleinen Tropfen mildes Spülmittel zwischen den Fingern verteilen, beide Seiten vorsichtig reinigen und anschließend gründlich abspülen. Mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen.
Auch Smartphone-Displays, Fernseher und beschichtete Spiegel solltest du nicht mit Zahnpasta polieren.
Fehler, die du vermeiden solltest
Zu kräftig schrubben: Zahnpasta kann leicht abrasiv sein. Starker Druck erhöht das Risiko matter Stellen und feiner Kratzer.
Gel- oder Aktivkohle-Zahnpasta verwenden: Farbige oder stark formulierte Produkte sind für Haushaltstricks besonders ungeeignet und können Rückstände hinterlassen.
Zahnpasta auf empfindliche Displays geben: Schutz- und Antireflexbeschichtungen können beschädigt werden.
Damit Hautunreinheiten behandeln: Zahnpasta ist kein Hautpflegeprodukt. Sie kann die Haut reizen und sollte nicht als Mittel gegen Pickel verwendet werden.
Jeden Fleck auf Textilien damit behandeln: Inhaltsstoffe und Farbstoffe können zusätzliche Rückstände verursachen. Für Kleidung ist eine zum Gewebe und zur Fleckenart passende Fleckenbehandlung zuverlässiger.
Für noch bessere Ergebnisse
Bei Fliesen und anderen robusten Oberflächen solltest du grundsätzlich zuerst die mildeste Methode ausprobieren: warmes Wasser und wenige Tropfen Spülmittel reichen überraschend häufig aus.
Wenn du Zahnpasta als leichte Polierhilfe verwendest, teste sie immer an einer versteckten Stelle. Bereits nach wenigen Sekunden lässt sich erkennen, ob sich Glanz oder Farbe verändern.
Für wertvolle Gegenstände, Naturstein, lackierte Flächen, Displays und beschichtetes Glas solltest du dagegen grundsätzlich einen materialgeeigneten Reiniger verwenden.
Fragen häufig gestellt
Welche Zahnpasta eignet sich für Haushaltstricks?
Wenn überhaupt, eignet sich eine einfache weiße Zahnpasta ohne Aktivkohle, farbige Gelpartikel oder besondere Zusätze am besten. Trotzdem immer zuerst eine kleine Stelle testen.
Kann Zahnpasta Kratzer entfernen?
Sie kann eine Oberfläche durch ihre feinen Putzkörper polieren und dadurch manche sehr oberflächlichen Spuren optisch verändern. Einen echten tiefen Kratzer repariert sie jedoch nicht.
Kann ich mit Zahnpasta meine Brille reinigen?
Besser nicht. Moderne Brillengläser besitzen häufig empfindliche Beschichtungen, die durch abrasive Zahnpasta beschädigt werden können.
Hilft Zahnpasta gegen Pickel?
Davon ist abzuraten. Zahnpasta ist für die Mundpflege formuliert und kann auf der Haut Reizungen oder starke Trockenheit verursachen. Für Hautunreinheiten sind dafür entwickelte Hautpflegeprodukte die geeignetere Wahl.
