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Keimende Kartoffeln: Wann du sie besser aussortierst

Keimende Kartoffeln: Wann du sie besser aussortierst

Keimende Kartoffeln: Wann du sie besser aussortierst

Kartoffeln treiben oft aus, wenn sie zu lange oder zu hell gelagert werden. Ein kleiner Keim sieht zunächst harmlos aus, doch grüne Stellen, lange Triebe und schrumpelige Knollen sind ein wichtiges Warnzeichen. Denn Kartoffeln können natürliche Glykoalkaloide wie Solanin enthalten, besonders in den Keimen, den „Augen“ und der Schale. Hier erfährst du, woran du problematische Knollen erkennst, wie du sie richtig aussortierst und wie Kartoffeln länger frisch bleiben.

Keimende Kartoffeln: Wann du sie besser aussortierst

Die wichtigste Regel: stark keimende oder grüne Kartoffeln aussortieren

Du brauchst: eine helle Arbeitsfläche, eine Schüssel für unauffällige Kartoffeln und einen Abfallbehälter. Nimm dir für etwa 1 kg Kartoffeln zwei bis drei Minuten Zeit und prüfe jede Knolle einzeln.

  1. Lege die Kartoffeln nebeneinander und drehe sie im Licht, damit auch die Unterseite sichtbar wird.
  2. Sortiere Knollen aus, die deutlich grün, schrumpelig, weich, beschädigt oder stark ausgetrocknet sind.
  3. Wirf Kartoffeln mit langen oder zahlreichen Keimen ebenfalls weg. Besonders bei mehreren grünen Stellen solltest du nicht versuchen, die Knolle durch großzügiges Schälen zu retten.
  4. Wasche die übrigen Kartoffeln erst unmittelbar vor der Zubereitung. Verwende zum Kochen frische, feste Knollen ohne grüne Stellen und auffällige Keime.

Keime und Augen können besonders viele Glykoalkaloide enthalten; grüne Bereiche weisen auf erhöhte Gehalte hin. Diese Stoffe werden durch Kochen nicht zuverlässig zerstört. Das BfR rät deshalb, alte, eingetrocknete oder keimende Kartoffeln sowie Knollen mit grünen Stellen nicht zu verzehren.

Kleine Keime richtig beurteilen

Bei einer festen, ansonsten unauffälligen Kartoffel mit nur einem winzigen Keimansatz empfiehlt die Verbraucherzentrale, Keime und Augen großzügig zu entfernen und die Knolle zu schälen. Das lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit am Aussehen allein beurteilen. Wenn die Kartoffel grünlich, schrumpelig, weich oder deutlich gekeimt ist, sortiere sie aus. Für kleine Kinder ist besondere Vorsicht sinnvoll: Kartoffeln sollten für sie geschält werden.

Zum Entfernen kleiner Augen eignet sich ein sauberes Schälmesser. Schneide den Keimansatz samt dem umliegenden Bereich heraus, statt nur die Spitze abzubrechen. Bereite die Kartoffel danach zeitnah zu. Diese Methode ist für feste Knollen ohne grüne Stellen gedacht; sie macht alte, stark keimende oder grüne Kartoffeln nicht wieder geeignet.

Kartoffeln sicher zubereiten

Schäle die ausgewählten Knollen mit einem sauberen Sparschäler und schneide kleine, verdächtige Stellen großzügig weg. Koche sie anschließend wie gewohnt in frischem Wasser. Das Kochwasser solltest du wegschütten und nicht für Suppe, Soße oder Püree weiterverwenden, denn ein Teil der Glykoalkaloide kann beim Kochen ins Wasser übergehen. Schmeckt ein Kartoffelgericht bitter oder verursacht es ein brennendes Gefühl im Mund, iss es nicht weiter.

Kartoffeln richtig lagern, damit sie weniger schnell keimen

Lagere Kartoffeln kühl, dunkel und trocken. Ein luftiger Vorratsschrank oder Keller ist besser als eine sonnige Fensterbank. Prüfe den Vorrat einmal pro Woche und nimm weiche, verschimmelte oder stark keimende Knollen heraus, damit sie die übrigen nicht berühren. Wasche Kartoffeln vor dem Einlagern nicht: Feuchtigkeit kann den Verderb beschleunigen. Eine lichtundurchlässige Papiertüte oder ein belüfteter Korb schützt vor Licht; eine geschlossene Plastiktüte hält Feuchtigkeit zurück. Im Kühlschrank sollten Kartoffeln laut Verbraucherzentrale nicht gelagert werden.

Fehler, die du vermeiden solltest

  • Keime einfach abbrechen und die Kartoffel ungeprüft kochen: Grüne, alte oder stark gekeimte Knollen können dadurch trotzdem auf dem Teller landen.
  • Grüne Stellen nur dünn abschneiden: Bei mehreren oder ausgedehnten grünen Bereichen ist Aussortieren die sichere Wahl.
  • Bittere Kartoffeln weiteressen: Bitterkeit oder Brennen im Mund sind Warnzeichen; iss das Gericht nicht weiter.
  • Kochwasser weiterverwenden: Ein Teil der Glykoalkaloide kann ins Wasser übergehen.
  • Kartoffeln hell und warm lagern: Licht und Wärme begünstigen die Bildung von Keimen und grünen Stellen.

Für eine längere Haltbarkeit

  • Kaufe nur so viele Kartoffeln, wie du in absehbarer Zeit verbrauchst.
  • Nimm beim Kontrollieren auch die Knollen am Boden des Korbs heraus.
  • Lagere Kartoffeln getrennt von Obst, wenn dein Vorratsschrank warm oder schlecht belüftet ist.

Häufige Fragen

Reicht es, Keime abzuschneiden?

Bei einer festen, nicht grünen Knolle mit einem kleinen Keimansatz können Keim und Auge großzügig entfernt werden. Alte, schrumpelige, grüne oder stark keimende Kartoffeln solltest du aussortieren.

Wird Solanin beim Kochen unschädlich?

Nein. Erhitzen zerstört Solanin nicht zuverlässig. Ein Teil kann ins Kochwasser übergehen, weshalb dieses nicht weiterverwendet werden sollte.

Was passiert, wenn man eine problematische Kartoffel gegessen hat?

Mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Bei deutlichen Beschwerden nach dem Verzehr wende dich an medizinisches Fachpersonal oder den Giftnotruf.

Können Kinder Kartoffeln mit Schale essen?

Das BfR empfiehlt besonders für kleine Kinder geschälte Kartoffeln. Für Kartoffeln mit Schale sollten grundsätzlich nur frische, unversehrte Knollen verwendet werden.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.