Zum Inhalt springen

Traditionelle Rezepte & bewährte Haushaltstipps wie von Oma

Küche & Geschirr

Spül- und Putztücher hygienisch waschen: 60 °C und richtige Trocknung

Spül- und Putztücher hygienisch waschen: 60 °C und richtige Trocknung

Spül- und Putztücher sind täglich mit Feuchtigkeit, Essensresten, Fett und Schmutz in Kontakt. Bleiben sie anschließend nass zusammengeknüllt liegen, können sich Mikroorganismen besonders gut vermehren – oft erkennt man das zuerst am unangenehmen Geruch. Einfaches Ausspülen mit kaltem Wasser reicht dann nicht aus. Mit der richtigen Waschtemperatur, einem geeigneten Waschmittel und vor allem gründlichem Trocknen lassen sich waschbare Tücher jedoch zuverlässig hygienisch reinigen. Entscheidend ist, Material und Pflegeetikett zu beachten und vermeintliche „Hausmittel-Mischungen“ zu vermeiden.

Küchentücher voller Keime? So werden Putz- und Spültücher wieder wirklich hygienisch sauber

Die wichtigste Methode: Tücher bei 60 °C richtig waschen

Für die meisten waschbaren Baumwoll- und robusten Mikrofaser-Putztücher ist ein Waschgang bei 60 °C die praktischste Methode für den Haushalt. Temperatur, Waschmittel und Waschmechanik wirken dabei zusammen.

Das wird benötigt:

  • waschbare Spül-, Küchen- oder Putztücher
  • ein für 60 °C geeignetes Waschprogramm
  • normales Vollwaschmittel nach Herstellerdosierung
  • bei weißen, robusten Baumwolltüchern vorzugsweise pulverförmiges Vollwaschmittel
  • ein Wäscheständer oder Wäschetrockner

So geht es:

  1. Stark verschmutzte Tücher zunächst unter fließendem Wasser ausspülen und grobe Speisereste entfernen. Danach nicht stundenlang feucht im Waschbecken liegen lassen.
  2. Pflegeetikett kontrollieren. Nur Tücher, die 60 °C vertragen, entsprechend heiß waschen. Die Trommel nicht überfüllen, damit Wasser und Waschmittel alle Textilien gut erreichen.
  3. Waschmittel exakt nach Verpackungsangabe dosieren. Die benötigte Menge hängt von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Wäschemenge ab; eine pauschale Grammzahl wäre deshalb unzuverlässig.
  4. Ein vollständiges 60-°C-Programm wählen, nicht nur ein sehr kurzes Auffrischprogramm.
  5. Nach Programmende die Tücher sofort herausnehmen und vollständig trocknen lassen.

Das Ergebnis erkennt man daran, dass die Tücher sauber aussehen und nach dem vollständigen Trocknen keinen muffigen oder säuerlichen Geruch mehr aufweisen. Bleibt ein deutlicher Geruch bestehen, sollte das Tuch erneut gewaschen oder bei starkem Verschleiß ersetzt werden.

Robuste Baumwolltücher bei höherer Temperatur reinigen

Weiße Baumwoll- oder Leinentücher können teilweise bei 90 bis 95 °C gewaschen werden. Das ist allerdings nur sinnvoll, wenn das Pflegeetikett diese Temperatur ausdrücklich erlaubt. Für die normale Haushaltsreinigung ist ein solcher Kochwaschgang meist nicht bei jeder Wäsche erforderlich.

Verwende pulverförmiges Vollwaschmittel entsprechend der Dosiertabelle auf der Verpackung und wähle das vorgesehene Kochwäscheprogramm. Anschließend sofort vollständig trocknen.

Nicht anwenden bei Mikrofaser, empfindlichen Kunstfasern, beschichteten Tüchern oder Materialien, deren Etikett höchstens 30 oder 40 °C erlaubt. Zu hohe Temperaturen können Fasern verformen, die Saugfähigkeit beeinträchtigen oder das Tuch dauerhaft beschädigen.

Der Vorteil dieser Methode liegt vor allem bei besonders robusten, stark beanspruchten Textilien. Mehr Hitze ist aber nicht automatisch besser: Die Herstellerangaben des Tuchs bleiben entscheidend.

Natron gegen Gerüche – aber nicht als Desinfektionsmittel

Natron kann bei waschbaren Tüchern helfen, unangenehme Gerüche zu reduzieren. Es sollte jedoch nicht als zuverlässiges Desinfektionsmittel betrachtet werden.

Für ein geruchsbelastetes, waschbares Baumwolltuch etwa 1 Liter warmes Wasser mit 1 Esslöffel, ungefähr 15 g, Natron mischen. Das Tuch vollständig eintauchen und etwa 30 Minuten einweichen. Danach gründlich ausspülen und regulär bei der laut Pflegeetikett höchstmöglichen geeigneten Temperatur waschen.

Diese Vorbehandlung eignet sich besonders für Tücher, die trotz Ausspülens muffig riechen. Natron hilft bei der Geruchsneutralisierung und kann Verschmutzungen anlösen; die eigentliche hygienische Reinigung übernimmt anschließend der Waschgang. Gegen sichtbare Flecken im Gewebe hilft zusätzlich Küchentücher voller Flecken? So werden Geschirrtücher und Putzlappen wieder hygienisch sauber.

Bei empfindlichen oder speziell beschichteten Materialien zuerst an einer unauffälligen Stelle testen. Natron außerdem außerhalb der Reichweite kleiner Kinder und Haustiere aufbewahren.

Nach jeder Benutzung richtig trocknen

Die einfachste Maßnahme beginnt schon lange vor der nächsten Maschinenwäsche. Ein feuchtes, zusammengefaltetes Spültuch bietet ungünstige hygienische Bedingungen und entwickelt wesentlich schneller unangenehme Gerüche.

Nach jeder Verwendung das Tuch gründlich mit Wasser ausspülen, kräftig auswringen und vollständig ausgebreitet aufhängen. Ideal ist ein luftiger Platz, an dem beide Seiten trocknen können. Nicht feucht im Spülbecken, in einem Eimer oder zusammengeknüllt auf der Arbeitsplatte liegen lassen.

Bei täglicher Verwendung in der Küche sollte ein Tuch regelmäßig gewechselt werden – bei Kontakt mit rohem Fleisch, Fisch, Ei oder stark verschmutzten Flächen besonders konsequent. Für solche Arbeiten sind getrennte Reinigungstücher sinnvoll, damit Verunreinigungen nicht auf andere Küchenbereiche übertragen werden. Dasselbe gilt für die Unterlage: So wird ein Holz-Schneidebrett wieder sauber: Flecken, Gerüche und Verfärbungen richtig entfernen.

Fehler, die man vermeiden sollte

Essig und Chlorreiniger mischen: Das darf niemals gemacht werden. Dabei können gefährliche Chlorgase entstehen.

Feuchte Tücher liegen lassen: Wärme und anhaltende Feuchtigkeit begünstigen Geruchsbildung und mikrobielles Wachstum. Tücher deshalb immer ausgebreitet trocknen.

Jedes Tuch bei 90 °C waschen: Mikrofaser und andere Kunstfasern können dadurch beschädigt werden. Immer zuerst das Pflegeetikett prüfen.

Nur mit heißem Wasser ausspülen: Ausspülen entfernt sichtbaren Schmutz, ersetzt aber keinen gründlichen Waschgang mit Waschmittel.

Mehr Waschmittel als empfohlen verwenden: Eine Überdosierung verbessert das Ergebnis nicht automatisch und kann Rückstände in Textilien und Waschmaschine hinterlassen.

Für weitere Anwendungen

Für Bad und Küche am besten getrennte Tücher verwenden, damit Schmutz nicht zwischen unterschiedlichen Bereichen übertragen wird.

Mehrere waschbare Tücher bereithalten. So kann ein benutztes Tuch direkt trocknen beziehungsweise in die Wäsche gegeben werden, während ein sauberes verfügbar ist.

Auch Schwämme und Bürsten regelmäßig kontrollieren. Wenn sie dauerhaft riechen, beschädigt sind oder sich nicht mehr vernünftig reinigen und trocknen lassen, sollten sie ersetzt werden.

Häufige Fragen

Muss ein Küchentuch täglich gewechselt werden?

Nicht grundsätzlich, aber häufig benutzte und dauerhaft feuchte Tücher sollten sehr regelmäßig gewechselt werden. Nach Kontakt mit problematischen Lebensmittelresten oder starken Verschmutzungen sollte das Tuch nicht einfach weiterverwendet werden.

Reichen 60 °C für Putztücher?

Für viele waschbare Haushaltstücher ist ein vollständiger Waschgang bei 60 °C mit geeignetem Waschmittel eine sinnvolle hygienische Reinigungsmethode. Voraussetzung ist, dass das Pflegeetikett diese Temperatur erlaubt.

Kann ich Essig statt Waschmittel verwenden?

Essig ersetzt kein Waschmittel und sollte nicht als universelles Desinfektionsmittel für Textilien betrachtet werden. Säure kann außerdem bestimmte Materialien und Bauteile beeinträchtigen. Für die regelmäßige Reinigung sind ein geeignetes Waschmittel und die zulässige Waschtemperatur die verlässlichere Wahl.

Kann man einen feuchten Spüllappen in der Mikrowelle desinfizieren?

Davon ist abzuraten. Unterschiedliche Materialien, Metallbestandteile oder ungleichmäßige Feuchtigkeit können zu Überhitzung und Brandgefahr führen. Ein kontrollierter Waschgang ist wesentlich sicherer und gleichzeitig für mehrere Tücher geeignet.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.