Mülleimer riecht unangenehm? So wird er gründlich sauber und bleibt länger frisch
Mülleimer riecht unangenehm? So wird er gründlich sauber und bleibt länger frisch
Ein Mülleimer kann selbst mit regelmäßig gewechselten Müllbeuteln schnell unangenehm riechen. Flüssigkeiten laufen am Beutel vorbei, Lebensmittelreste setzen sich am Boden fest und besonders unter dem Deckel entstehen klebrige Ablagerungen. Für die normale Grundreinigung braucht es keine aggressive Chemie. Warmes Wasser und Spülmittel entfernen den eigentlichen Schmutz meist zuverlässiger als komplizierte Hausmittel-Mischungen. Bei hartnäckigen Gerüchen kann Natron anschließend trocken eingesetzt werden. Entscheidend ist vor allem, den Behälter nach der Reinigung vollständig trocknen zu lassen.

Die Grundreinigung: So wird ein verschmutzter Mülleimer wieder sauber
Für Kunststoff-Innenbehälter und viele haushaltsübliche Abfalleimer genügt eine einfache Spülmittellösung. Sie löst Fett und Lebensmittelreste, ohne unnötig aggressive Substanzen einzusetzen.
Du brauchst:
- 1 Liter warmes Wasser
- 10 ml Handspülmittel, etwa 2 Teelöffel
- 1 weiche Spülbürste
- 1 Mikrofasertuch
- sauberes Wasser zum Nachspülen
- ein trockenes Tuch
- optional 2 Esslöffel Natron gegen verbleibende Gerüche
Schritt für Schritt
- Mülleimer vollständig leeren. Lose Krümel und Rückstände mit Küchenpapier entfernen. Herausnehmbare Inneneimer separat reinigen.
- Reinigungslösung ansetzen. 1 Liter warmes Wasser mit 10 ml Spülmittel vermischen. Kein kochendes Wasser verwenden, da sich manche Kunststoffteile dadurch verformen können.
- Innenflächen reinigen. Die Lösung im Behälter verteilen und Boden, Wände, Ecken sowie die Unterseite des Deckels mit einer weichen Bürste bearbeiten. Bei angetrockneten Rückständen die Lösung 10 bis 15 Minuten einwirken lassen und anschließend erneut bürsten.
- Gründlich nachspülen. Alle gelösten Rückstände und Spülmittelreste mit sauberem Wasser entfernen. Danach mit einem trockenen Tuch möglichst viel Feuchtigkeit aufnehmen.
- Offen trocknen lassen. Deckel geöffnet lassen, bis sämtliche Flächen vollständig trocken sind. Erst danach einen neuen Müllbeutel einsetzen.
Der Mülleimer ist sauber, wenn keine klebrigen Stellen mehr vorhanden sind und nach dem Trocknen kein deutlicher Abfallgeruch zurückbleibt.
Natron gezielt gegen verbleibende Gerüche einsetzen
Natron kann bestimmte Gerüche binden, sollte aber nicht als Ersatz für die eigentliche Reinigung verstanden werden. Organische Rückstände müssen zuerst entfernt werden.
Nach der Reinigung den Mülleimer vollständig trocknen lassen. Anschließend etwa 2 Esslöffel beziehungsweise 30 g Natron auf den trockenen Boden des Innenbehälters streuen. Bei einem kleinen Badmülleimer genügt etwa die Hälfte.
Das Natron kann einige Stunden im leeren Behälter bleiben. Danach ausschütten oder auswischen und einen frischen Müllbeutel einsetzen.
Bei Haustieren und kleinen Kindern sollte loses Pulver nicht frei zugänglich stehen. Natron außerdem nicht auf empfindlichen Aluminiumoberflächen als scheuerndes Reinigungsmittel verwenden.
Wichtig: Natron und Essig nicht gleichzeitig als vermeintlich besonders starken Reiniger einsetzen. Beide reagieren miteinander und neutralisieren einen erheblichen Teil ihrer jeweiligen Eigenschaften. Das starke Aufschäumen sieht zwar eindrucksvoll aus, macht die Kombination aber nicht automatisch zu einem besseren Reinigungsmittel.
Verdünnten Essig bei geeigneten Oberflächen separat verwenden
Bleibt nach der normalen Reinigung ein Geruch zurück, kann bei säurebeständigen Kunststoffflächen verdünnter Haushaltsessig ausprobiert werden.
Mische 100 ml weißen Haushaltsessig mit 400 ml Wasser. Ein Tuch damit anfeuchten und den bereits gereinigten Innenbehälter auswischen. Etwa 5 Minuten einwirken lassen und anschließend mit klarem Wasser nachwischen. Danach vollständig trocknen lassen.
Vorher an einer unauffälligen Stelle testen und die Herstellerhinweise beachten.
Essig nicht auf Marmor, Kalkstein oder anderen säureempfindlichen Materialien verwenden. Auch bestimmte Metalle und empfindliche Beschichtungen können ungeeignet sein.
Vor allem gilt: Essig niemals mit Chlorbleiche oder chlorhaltigen Reinigungsmitteln mischen. Dabei können gefährliche Gase entstehen.
Deckel, Rand und Pedal nicht vergessen
Gerüche kommen überraschend häufig nicht vom Boden, sondern von Spritzern unter dem Deckel und an den oberen Rändern.
Für diese Bereiche reichen 500 ml warmes Wasser und 5 ml Spülmittel. Ein Mikrofasertuch darin anfeuchten, gut auswringen und Deckel, Rand sowie Griff sorgfältig abwischen. Schmale Fugen lassen sich mit einer kleinen weichen Bürste erreichen.
Bei einem Treteimer das Pedal ebenfalls reinigen. Die Mechanik selbst jedoch nicht mit Wasser fluten.
Die Spülmittellösung anschließend mit einem zweiten, leicht angefeuchteten Tuch entfernen und alles trockenreiben. Diese kleine Reinigung dauert nur wenige Minuten und kann zwischen zwei Grundreinigungen durchgeführt werden.
Gerüche von Anfang an reduzieren
Die wirksamste Methode gegen einen stinkenden Mülleimer besteht darin, Flüssigkeit und Lebensmittelreste gar nicht erst längere Zeit im Behälter stehen zu lassen.
Undichte Müllbeutel sofort wechseln. Besonders bei Fleisch-, Fisch- oder stark feuchten Lebensmittelresten sollte der Müll zeitnah entsorgt werden. Im Sommer kann das deutlich häufiger notwendig sein.
Nach einem ausgelaufenen Beutel den Behälter nicht einfach mit einem neuen Sack abdecken. Die verschmutzte Stelle zuerst reinigen und trocknen.
Ein passender Müllbeutel, der über den oberen Rand reicht, reduziert zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Abfälle zwischen Beutel und Innenwand gelangen.
Fehler, die du vermeiden solltest
Essig und Natron gleichzeitig mischen: Das Aufschäumen wird häufig als besonders starke Reinigung interpretiert. Für die normale Reinigung ist eine gezielte, getrennte Anwendung sinnvoller.
Essig mit Chlorreiniger kombinieren: Diese Kombination ist gefährlich und muss unbedingt vermieden werden.
Zu viel Wasser in elektrische Mülleimer geben: Modelle mit Sensor, Batterie oder automatischem Deckel dürfen nicht einfach ausgespült werden. Elektronische Teile entsprechend der Herstelleranleitung reinigen.
Einen noch feuchten Behälter schließen: Eingeschlossene Feuchtigkeit begünstigt erneut unangenehme Gerüche.
Nur Duftstoffe verwenden: Ein angenehmer Duft beseitigt keine Lebensmittelreste. Erst reinigen, dann gegebenenfalls Gerüche behandeln.
Für noch bessere Ergebnisse
Bei Küchenmülleimern lohnt sich eine kurze Reinigung sofort nach ausgelaufenen Flüssigkeiten, statt bis zum nächsten regulären Putztag zu warten.
Herausnehmbare Kunststoffbehälter lassen sich meist einfacher separat reinigen. Bei Edelstahlgehäusen sollte die Außenseite mit einem weichen Tuch und einem dafür geeigneten milden Reiniger behandelt werden.
Auch der Stellplatz verdient Aufmerksamkeit: Verschmutzungen unter und hinter dem Mülleimer können ebenfalls die Ursache eines vermeintlichen Mülleimergeruchs sein.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein Küchenmülleimer gereinigt werden?
Sichtbare Verschmutzungen und ausgelaufene Flüssigkeiten sofort entfernen. Eine gründliche Reinigung ist zusätzlich regelmäßig sinnvoll; wie häufig, hängt davon ab, welche Abfälle darin landen.
Kann ich nur Essig zum Reinigen benutzen?
Bei Fett und klebrigen Lebensmittelresten ist Spülmittel meist die bessere Grundlage. Verdünnter Essig kann anschließend bei geeigneten, säurebeständigen Oberflächen ergänzend verwendet werden.
Warum riecht der Mülleimer nach dem Putzen immer noch?
Kontrolliere Deckelunterseite, Rand, Fugen und den Bereich unter dem Behälter. Bleibt der Geruch bestehen, obwohl alles sichtbar sauber ist, den Eimer nochmals reinigen und vollständig offen trocknen lassen.
Darf Natron dauerhaft unter dem Müllbeutel liegen?
Eine kleine Menge kann bei einem trockenen, dafür geeigneten Innenbehälter verwendet werden. Wird das Pulver jedoch feucht oder mit ausgelaufenen Flüssigkeiten verschmutzt, sollte es entfernt und der Behälter erneut gereinigt werden.
