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Haushaltstipps

Schimmel an der Wand? So gehst du sicher vor – und verhinderst, dass er wiederkommt

Schimmel an der Wand? So gehst du sicher vor – und verhinderst, dass er wiederkommt

Schimmel an der Wand? So gehst du sicher vor – und verhinderst, dass er wiederkommt

Dunkle Flecken in einer Zimmerecke oder entlang der Fußleiste sind mehr als ein optisches Problem. Bei Schimmel reicht einfaches „Sauberwischen“ oft nicht aus: Entscheidend ist, die Feuchtigkeitsursache zu finden und zu beseitigen. Kleine, oberflächliche Stellen auf geeigneten glatten Flächen kann man teilweise selbst behandeln. Bei großflächigem, wiederkehrendem oder tief sitzendem Befall ist dagegen fachkundige Hilfe sinnvoll. Mit der richtigen Vorgehensweise vermeidest du außerdem, Schimmelsporen unnötig im Raum zu verteilen.

Schimmel an der Wand? So gehst du sicher vor – und verhinderst, dass er wiederkommt

Kleine Schimmelstellen richtig behandeln

Die folgende Methode eignet sich nur für kleine, oberflächliche Stellen auf feucht abwischbaren, nicht saugenden oder wenig saugenden Oberflächen. Stark befallene Tapeten, Gipskartonplatten oder andere poröse Materialien lassen sich häufig nicht zuverlässig durch Abwischen sanieren.

Du brauchst:

  • Einmalhandschuhe
  • gut sitzende FFP2-Maske
  • Schutzbrille
  • mehrere Einwegtücher
  • 70–80%igen Ethanol oder Isopropanol
  • verschließbaren Müllbeutel

So gehst du vor:

  1. Zuerst die Ursache prüfen. Suche nach Kondenswasser, einer undichten Leitung, feuchten Fensteranschlüssen oder einer kalten Außenwand. Ohne Beseitigung der Feuchtigkeit kann der Schimmel zurückkehren.
  2. Raum vorbereiten. Kinder und Haustiere sollten sich während der Reinigung nicht im Raum befinden. Handschuhe, Schutzbrille und FFP2-Maske anziehen. Schimmel niemals trocken abbürsten oder abschleifen, weil dadurch Sporen verteilt werden können.
  3. Kleine geeignete Flächen behandeln. Ein Einwegtuch mit 70–80%igem Alkohol befeuchten und die Stelle vorsichtig abwischen. Nicht großflächig versprühen. Bei Alkohol besteht Brandgefahr: nicht rauchen, keine Kerzen, Flammen oder Zündquellen, anschließend gut lüften.
  4. Tücher sofort entsorgen. Benutzte Tücher direkt in einen Müllbeutel geben und diesen verschließen. Die behandelte Fläche vollständig trocknen lassen.

Der sichtbare Belag sollte anschließend entfernt sein. Das allein bedeutet jedoch noch nicht, dass die Ursache behoben wurde. Kontrolliere die Stelle in den folgenden Tagen und Wochen.

Warum Essig bei Schimmelwänden nicht die beste Universallösung ist

Essig wird häufig als Hausmittel gegen Schimmel empfohlen. Für Wandflächen ist er jedoch keine pauschal empfehlenswerte Methode.

Besonders auf mineralischen und porösen Untergründen wie Putz oder bestimmten Wandbaustoffen ist die Wirkung nicht zuverlässig. Ein sichtbarer Reinigungseffekt darf außerdem nicht mit einer vollständigen Schimmelsanierung verwechselt werden.

Auch die im Ausgangstipp vorgeschlagene Kombination aus heißem Wasser, großen Mengen Essig und ätherischem Zitronenöl ist unnötig. Ätherisches Öl beseitigt die Feuchtigkeitsursache nicht und kann bei empfindlichen Personen Haut oder Atemwege reizen.

Bei einer lediglich verschmutzten, schimmelfreien und waschbeständigen Wand kann eine milde Reinigung sinnvoll sein. Bei echtem Schimmel sollte dagegen zuerst geklärt werden, warum die Wand feucht ist.

Verschmutzte, aber schimmelfreie Wände schonend waschen

Nicht jeder dunkle Wandbelag ist Schimmel. Fett, Staub und Nikotin können ebenfalls Verfärbungen und Gerüche verursachen.

Bei abwaschbarer Dispersionsfarbe kannst du zunächst an einer versteckten Stelle testen:

  • 1 Liter lauwarmes Wasser
  • 5 ml mildes, farbloses Spülmittel
  • weiches Mikrofasertuch

Das Tuch in die Lösung tauchen und sehr gut auswringen. Die Wand von unten nach oben abschnittsweise abwischen, damit keine langen Schmutzwasserläufer entstehen. Danach mit einem zweiten, nur leicht mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen.

Die Wand anschließend bei guter Luftzirkulation trocknen lassen.

Diese Methode eignet sich für normalen Schmutz, nicht als Behandlung eines ausgeprägten Schimmelbefalls. Bei Tapeten und nicht waschbeständigen Farben immer zuerst die Materialverträglichkeit prüfen.

Feuchtigkeit senken, damit der Schimmel nicht zurückkommt

Die nachhaltigste Maßnahme findet häufig nicht beim Putzen, sondern beim Raumklima statt.

Ein digitales Hygrometer hilft bei der Kontrolle. Als alltagstauglicher Orientierungsbereich gelten in Wohnräumen häufig etwa 40–60 % relative Luftfeuchtigkeit. Dauerhaft hohe Feuchtigkeit begünstigt Kondensation an kalten Wandflächen.

Nach Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen sollte überschüssige Feuchtigkeit möglichst schnell nach draußen gelangen. Mehrmals täglich kräftiges Stoßlüften ist in vielen Situationen sinnvoller, als Fenster stundenlang nur zu kippen.

Große Möbel nicht vollständig an kalte Außenwände pressen. Einige Zentimeter Abstand können die Luftzirkulation hinter dem Möbelstück verbessern.

Bildet sich trotz vernünftigem Lüften immer wieder Feuchtigkeit an derselben Stelle, sollte nach einem baulichen Problem gesucht werden.

Fehler, die du vermeiden solltest

Schimmel trocken abbürsten: Dabei können zahlreiche Partikel und Sporen in die Raumluft gelangen.

Einfach darüberstreichen: Farbe verdeckt das Problem nur. Bleibt die Wand feucht, kann der Befall erneut auftreten.

Essig als Lösung für jede Wand verwenden: Untergrund und Ursache entscheiden darüber, welche Sanierung erforderlich ist.

Reinigungsmittel mischen: Insbesondere chlorhaltige Reiniger niemals mit Essig oder anderen Säuren kombinieren, da gefährliche Gase entstehen können.

Großen Befall selbst behandeln: Je größer und tiefer der Schaden ist, desto wichtiger wird eine professionelle Beurteilung.

Für ein dauerhaft besseres Ergebnis

Kontrolliere besonders Außenwände, Fensterlaibungen und Bereiche hinter großen Möbeln regelmäßig. Dort fällt Kondensationsfeuchtigkeit häufig zuerst auf.

Ein Hygrometer kostet wenig und macht unsichtbare Feuchtigkeit messbar. Steigt die Luftfeuchtigkeit regelmäßig deutlich an, können Lüftungs- und Heizgewohnheiten gezielt angepasst werden.

Nach einem Wasserschaden oder bei einer undichten Leitung sollte nicht gewartet werden, bis sichtbarer Schimmel entsteht. Die Ursache muss repariert und das betroffene Bauteil fachgerecht getrocknet werden.

Fragen häufig

Kann ich starken Schimmel einfach mit Essig entfernen?

Nein. Besonders bei starkem oder wiederkehrendem Befall reicht Essig nicht aus. Die Feuchtigkeitsquelle und gegebenenfalls befallene poröse Materialien müssen berücksichtigt werden.

Wann sollte ich einen Fachbetrieb einschalten?

Bei größerem Befall, wiederkehrendem Schimmel, feuchten Bauteilen, unbekannter Ursache oder stark befallenen porösen Materialien sollte der Schaden fachkundig beurteilt werden.

Kann ich eine schimmelige Wand nach der Reinigung direkt streichen?

Erst wenn die Ursache beseitigt, befallenes Material gegebenenfalls saniert und die Wand vollständig trocken ist. Einfaches Überstreichen eines aktiven Befalls löst das Problem nicht.

Warum kommt Schimmel immer an derselben Stelle zurück?

Dann besteht meist weiterhin eine Feuchtigkeitsquelle. Möglich sind Kondensation an einer kalten Wand, Wärmebrücken, unzureichende Luftzirkulation, eine Undichtigkeit oder Feuchtigkeit im Bauteil. Solange diese Ursache bestehen bleibt, kann auch eine gründlich gereinigte Wand erneut befallen werden.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.