Rindergulasch im knusprigen Brotlaib – das herzhafte Ofengericht, das alle am Tisch begeistert
Rindergulasch im knusprigen Brotlaib – das herzhafte Ofengericht, das alle am Tisch begeistert
Außen knuspriges Brot, innen butterzartes Rindfleisch, weiche Kartoffeln und Möhren in einer kräftigen, sämigen Sauce: Dieses Rindergulasch im Brotlaib ist unkomplizierte Hausmannskost mit besonderer Präsentation. Das Fleisch schmort langsam im Ofen, bis es sich beinahe mit der Gabel zerteilen lässt. Erst zum Servieren kommt das fertige Gulasch in ausgehöhlte Brotlaibe, die kurz im Ofen erwärmt werden. Dadurch bleibt die Kruste schön kross, während die Krume etwas von der aromatischen Sauce aufsaugt. Ein gemütliches Familienessen, das beeindruckend aussieht, aber auch für Kochanfänger gut machbar ist.

Informationen praktisch
- Vorbereitung: 30 Minuten
- Ruhezeit: 0 Minuten
- Garzeit: 2 Stunden 15 Minuten
- Gesamtzeit: 2 Stunden 45 Minuten
- Portionen: 4
- Schwierigkeit: Einfach bis mittel
- Größe des Topfes: ofenfester Schmortopf mit etwa 4–5 Litern Fassungsvermögen
Zutaten
- 800 g Rindergulasch, in etwa 4 cm großen Würfeln
- 2 EL Pflanzenöl
- 200 g Zwiebeln, gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 30 g Tomatenmark
- 20 g Weizenmehl Type 405
- 600 ml Rinderbrühe
- 1 TL Salz
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 4 Zweige frischer Thymian
- 400 g kleine festkochende Kartoffeln, geschält und halbiert
- 300 g Möhren, geschält und in etwa 3 cm große Stücke geschnitten
- 4 kleine runde Brotlaibe à etwa 250–300 g
Zubereitung
- Fleisch vorbereiten und anbraten. Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Rindfleisch mit Küchenpapier trocken tupfen. Einen großen ofenfesten Schmortopf auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen und 1 EL Pflanzenöl hineingeben. Die Hälfte des Fleisches etwa 4–5 Minuten rundherum kräftig anbraten. Herausnehmen, das restliche Öl zugeben und die zweite Hälfte ebenso bräunen. Das Fleisch soll deutliche Röststellen bekommen, aber innen noch roh sein.
- Sauce ansetzen. Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren. Zwiebeln in den Topf geben und etwa 5 Minuten unter gelegentlichem Rühren weich werden lassen. Knoblauch hinzufügen und 30 Sekunden mitbraten. Anschließend das Tomatenmark einrühren und etwa 1 Minute rösten, bis es etwas dunkler wird. Mit dem Mehl bestäuben und weitere 30 Sekunden gründlich verrühren.
- Gulasch zum Schmoren vorbereiten. Nach und nach die Rinderbrühe zugießen und dabei sorgfältig rühren, damit keine Mehlklümpchen entstehen. Angebratenes Fleisch samt ausgetretenem Fleischsaft wieder in den Topf geben. Salz, Pfeffer und 3 Thymianzweige hinzufügen. Die Flüssigkeit einmal leicht aufkochen lassen. Den Topf anschließend mit einem passenden Deckel verschließen.
- Fleisch langsam schmoren. Den Schmortopf auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen und das Gulasch bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 75 Minuten schmoren. Danach vorsichtig umrühren. Zu diesem Zeitpunkt sollte das Fleisch bereits weicher geworden sein, aber noch etwas Widerstand haben.
- Kartoffeln und Möhren hinzufügen. Kartoffeln und Möhren unter das Gulasch mischen und den Topf wieder abdecken. Weitere 45–50 Minuten bei 160 °C schmoren. Das Gericht ist fertig, wenn sich das Rindfleisch leicht mit einer Gabel teilen lässt und Kartoffeln sowie Möhren weich sind, ohne zu zerfallen. Ist die Sauce noch sehr dünn, den Topf für die letzten 10 Minuten ohne Deckel in den Ofen stellen.
- Brotlaibe vorbereiten. Das fertige Gulasch aus dem Ofen nehmen. Die Temperatur auf 180 °C Ober-/Unterhitze erhöhen. Von jedem Brotlaib oben einen Deckel abschneiden und das weiche Innere vorsichtig herauslösen. Dabei rundherum etwa 2 cm Brot stehen lassen, damit die Sauce nicht ausläuft. Die ausgehöhlten Brote und ihre Deckel auf ein Backblech setzen und 8–10 Minuten erwärmen. Die Innenflächen sollen sich leicht trocken anfühlen, aber nicht dunkel werden.
- Füllen und sofort servieren. Den verbliebenen Thymianzweig von den Blättchen befreien. Das Gulasch noch einmal abschmecken und gleichmäßig auf die vier heißen Brotlaibe verteilen. Dabei darauf achten, dass jede Portion genügend Fleisch, Kartoffeln, Möhren und Sauce enthält. Mit den frischen Thymianblättchen bestreuen und die Brotdeckel leicht schräg auflegen. Sofort servieren, solange die Brotkruste noch knusprig ist.
Tipps für das Gelingen
- Das Fleisch portionsweise anbraten: Liegen zu viele Fleischwürfel gleichzeitig im Topf, tritt Wasser aus und das Fleisch kocht statt zu bräunen. Kräftige Röststellen sorgen für mehr Geschmack.
- Nicht zu heiß schmoren: Bei 160 °C wird das Rindfleisch langsam zart. Eine deutlich höhere Temperatur lässt die Flüssigkeit unnötig schnell verdampfen.
- Gemüse später hinzufügen: Kartoffeln und Möhren brauchen wesentlich weniger Zeit als das Fleisch. So bleiben sie in schönen, appetitlichen Stücken.
- Brot nicht zu dünn aushöhlen: Ein Rand von ungefähr 2 cm schützt den Laib davor, durchzuweichen oder beim Befüllen aufzureißen.
- Erst unmittelbar vor dem Essen füllen: Je länger die Sauce im Brot steht, desto weicher wird dessen Boden.
Varianten und Substitutionen
Ein großer Brotlaib: Statt vier kleinen Broten kann ein großer runder Bauernbrotlaib von etwa 1–1,2 kg verwendet werden. Er eignet sich besonders gut, wenn das Gulasch gemeinsam am Tisch serviert werden soll.
Mehr Kartoffeln statt Brotinnerem: Wer besonders sättigende Portionen möchte, kann die Kartoffelmenge auf 500 g erhöhen. Die Garzeit verändert sich dadurch normalerweise nicht.
Weniger dicke Sauce: Das Weizenmehl kann auf 10 g reduziert werden. Die Sauce bleibt dadurch flüssiger und zieht stärker in das Brot ein.
Ohne Knoblauch: Die beiden Knoblauchzehen können ersatzlos weggelassen werden. Das Gulasch schmeckt dadurch etwas milder, die Zubereitung bleibt ansonsten unverändert.
Getrockneter statt frischem Thymian: Die 4 frischen Zweige lassen sich durch etwa 1 TL getrockneten Thymian ersetzen. Diesen bereits zusammen mit Salz und Pfeffer in die Sauce geben.
Conservation
Übrig gebliebenes Gulasch sollte getrennt vom Brot aufbewahrt werden. Nach dem Essen zügig abkühlen lassen und in einem verschlossenen Behälter höchstens 2–3 Tage im Kühlschrank lagern. Zum Einfrieren eignet sich das Gulasch ebenfalls; luftdicht verpackt kann es etwa 3 Monate eingefroren werden. Im Kühlschrank auftauen und anschließend im Topf unter gelegentlichem Rühren vollständig durcherhitzen. Bereits mit Sauce gefüllte Brotlaibe lassen sich dagegen schlecht aufbewahren, weil das Brot weich wird.
Häufige Fragen
Warum wird mein Rindfleisch nicht zart?
Meist braucht es einfach länger. Je nach Fleischstück können zusätzliche 20–30 Minuten Schmorzeit notwendig sein. Genügend Flüssigkeit im Topf lassen und bei niedriger Temperatur weiterschmoren, bis sich das Fleisch leicht mit der Gabel zerteilen lässt.
Kann ich das Gulasch am Vortag vorbereiten?
Ja. Das vollständig gegarte Gulasch abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Am nächsten Tag langsam im Topf vollständig erhitzen. Die Brotlaibe jedoch erst unmittelbar vor dem Servieren aushöhlen, erwärmen und befüllen.
Wie verhindere ich, dass das Brot durchweicht?
Die Brotwand ausreichend dick lassen und den ausgehöhlten Laib vor dem Befüllen 8–10 Minuten im Ofen erwärmen. Vor allem sollte das heiße Gulasch erst kurz vor dem Servieren eingefüllt werden.
Muss das Gulasch wirklich im Brot serviert werden?
Nein. Das Gulasch funktioniert auch ohne Brotlaib als klassisches Schmorgericht. In diesem Fall einfach direkt aus dem Schmortopf servieren; an der Garzeit und den Mengen des Gulaschs ändert sich nichts.
