sauber: Diese einfache Methode löst Kalk und Seifenreste
So werden Duschfliesen und Fugen wieder sauber: Diese einfache Methode löst Kalk und Seifenreste
Im Bad entstehen auf Fliesen und Fugen erstaunlich schnell Kalkflecken, Seifenreste und ein grauer Schmutzfilm. Besonders in der Dusche lagern sie sich dort ab, wo nach dem Duschen Wasser stehen bleibt. Mit einer passenden Reinigungslösung, etwas Einwirkzeit und der richtigen Bürste lässt sich vieles entfernen, ohne aggressive Reiniger einzusetzen. Entscheidend ist allerdings, die Methode an das Material anzupassen. So werden Fliesen und Fugen gründlich sauber, ohne Oberflächen oder Dichtungen unnötig zu beschädigen.

Die Hauptmethode: Duschfliesen mit verdünntem Essig reinigen
Für gewöhnliche glasierte Keramik- oder Feinsteinzeugfliesen eignet sich verdünnter weißer Haushaltsessig besonders bei sichtbaren Kalkablagerungen. Die enthaltene Säure löst mineralische Rückstände. Für Naturstein wie Marmor oder Kalkstein ist Essig dagegen ungeeignet, weil Säure die Oberfläche angreifen kann.
Benötigt werden:
- 250 ml weißer Haushaltsessig mit etwa 5 % Säure
- 750 ml lauwarmes Wasser
- 1 Sprühflasche
- 1 weicher Schwamm oder ein Mikrofasertuch
- eine kleine weiche Bürste für unempfindliche Fugen
- klares Wasser zum Nachspülen
So geht es:
- Zuerst lose Verschmutzungen entfernen und die Fliesen kurz mit klarem Wasser abspülen. Anschließend 250 ml Essig mit 750 ml Wasser mischen.
- Die Lösung auf verkalkte Keramikfliesen sprühen. Stark durchnässte Zementfugen und Silikonfugen möglichst nicht dauerhaft mit Essig behandeln.
- Die Mischung etwa 5 bis maximal 10 Minuten einwirken lassen. Sie sollte nicht vollständig auf der Oberfläche eintrocknen.
- Kalkflecken mit einem weichen Schwamm bearbeiten. Unempfindliche Fugen können vorsichtig mit einer weichen Bürste gereinigt werden.
- Alles gründlich mit klarem Wasser abspülen und anschließend trockenreiben.
Die Wirkung erkennt man daran, dass der matte Kalkschleier verschwindet und die Fliesen wieder gleichmäßiger wirken. Bei älteren Ablagerungen ist eine zweite Anwendung meist sinnvoller als eine wesentlich stärkere Essiglösung.
Wichtig: Essig niemals mit Chlor- oder Bleichmitteln mischen. Dabei können gefährliche Gase entstehen. Reinigungsmittel außerdem außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.
Fugen mit Natron oder Haushaltsbicarbonat reinigen
Sind vor allem die Fugen grau und verschmutzt, ist eine milde Natronpaste häufig die bessere Wahl. Dafür 3 Esslöffel Natron mit etwa 1 Esslöffel Wasser vermengen. Das Wasser langsam zugeben, bis eine streichfähige Paste entsteht.
Die Paste dünn auf robuste, zementäre Fugen geben und 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Anschließend mit einer weichen Fugen- oder Zahnbürste ohne starken Druck schrubben. Danach gründlich mit Wasser abspülen und trocknen.
Natron wirkt leicht alkalisch und unterstützt die Entfernung von fettigen Seifen- und Schmutzrückständen. Es ist jedoch kein Mittel zur Sanierung von tief sitzendem Schimmel.
Auf empfindlichem Naturstein, beschichteten Oberflächen und unbekannten Materialien sollte die Paste zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden. Silikonfugen nicht aggressiv abbürsten, da ihre Oberfläche beschädigt werden kann.
Seifenreste mit mildem Spülmittel entfernen
Nicht jeder matte Belag in der Dusche ist Kalk. Häufig handelt es sich um eine Mischung aus Hautfett, Shampoo und Seifenresten. In diesem Fall genügt oft ein mildes Spülmittel.
1 Liter warmes Wasser mit 1 Teelöffel mildem Spülmittel mischen. Ein Mikrofasertuch oder einen weichen Schwamm darin anfeuchten und die Fliesen von oben nach unten reinigen. Bei stärkeren Ablagerungen die Lösung etwa 5 Minuten auf der Fläche belassen und anschließend nachwischen.
Danach unbedingt mit sauberem Wasser nachspülen, damit kein neuer Seifenfilm zurückbleibt.
Diese Methode ist besonders praktisch für die regelmäßige Reinigung und im Allgemeinen materialschonender als eine saure Kalkbehandlung. Bei Naturstein trotzdem zuerst die Pflegehinweise des Herstellers beachten.
Nach jeder Dusche 60 Sekunden vorbeugen
Die einfachste Methode gegen hartnäckige Ablagerungen beginnt direkt nach dem Duschen. Mit einem Gummiabzieher das Wasser von den Wandfliesen von oben nach unten abziehen. Armaturen und stark benetzte Ecken anschließend mit einem trockenen Tuch abwischen.
Das dauert kaum länger als eine Minute, reduziert aber die Wassermenge, die auf den Oberflächen verdunstet. Dadurch bleiben weniger Mineralien aus dem Leitungswasser zurück.
Danach das Badezimmer gut lüften. Bei einem Fenster sind mehrere Minuten kräftiges Stoßlüften sinnvoll; vorhandene Abluft sollte ebenfalls genutzt werden. Feuchtigkeit sollte nicht über Stunden im Badezimmer stehen bleiben.
Gerade Fugen und Silikonbereiche profitieren davon, möglichst schnell wieder abzutrocknen.
Fehler, die man vermeiden sollte
Essig auf Marmor oder Kalkstein verwenden: Säure kann kalkhaltigen Naturstein dauerhaft matt und rau machen. Hier ausschließlich einen für den jeweiligen Naturstein freigegebenen Reiniger benutzen.
Essig mit Chlorreiniger kombinieren: Diese Kombination ist gefährlich, weil giftiges Chlorgas entstehen kann. Reinigungsmittel grundsätzlich nicht wahllos miteinander mischen.
Mit einer harten Metallbürste schrubben: Dadurch können Fugen, Beschichtungen und Oberflächen beschädigt werden. Eine weiche Kunststoffbürste reicht normalerweise aus.
Reiniger zu lange einwirken lassen: Mehr Einwirkzeit bedeutet nicht automatisch bessere Reinigung. Säurehaltige Lösungen sollten insbesondere auf Fugen nicht eintrocknen.
Schwarze Silikonfugen einfach überstreichen oder dauerhaft schrubben: Sitzt Schimmel tief im Silikon, kann ein Austausch der betroffenen Dichtfuge erforderlich sein.
Für noch bessere Ergebnisse
Bei einer Glasduschwand kann dieselbe verdünnte Essiglösung gegen Kalk geeignet sein, sofern der Hersteller keine säureempfindliche Beschichtung angibt. Danach gründlich abspülen und trockenpolieren.
Duschköpfe und verchromte Armaturen sollten dagegen nicht lange in Säure eingeweicht werden. Besonders Beschichtungen und empfindliche Metalle können Schaden nehmen.
Wer wenig Zeit hat, erzielt mit konsequentem Abziehen nach jeder Dusche oft mehr als mit einer seltenen, aggressiven Grundreinigung.
Kurz beantwortet
Wie oft sollten Duschfliesen gründlich gereinigt werden?
Bei normaler Nutzung reicht meist eine gründlichere Reinigung etwa einmal pro Woche. Wer nach jeder Dusche Wasser abzieht, kann starke Kalkablagerungen deutlich reduzieren.
Kann ich Essig und Natron zusammenmischen?
Für diese Reinigung ist das nicht sinnvoll. Säure und Natron reagieren miteinander und neutralisieren sich weitgehend. Besser ist es, je nach Verschmutzung gezielt entweder einen sauren Kalkreiniger oder eine Natronpaste einzusetzen.
Was hilft gegen schwarze Stellen im Silikon?
Oberflächliche Verschmutzungen lassen sich reinigen. Sind schwarze Flecken jedoch tief in die Silikonfuge eingedrungen oder löst sich das Silikon bereits, sollte die Dichtfuge fachgerecht erneuert werden.
Wie verhindere ich, dass die Fugen schnell wieder dunkel werden?
Nach dem Duschen Wasser abziehen, nasse Ecken trocknen und den Raum ausreichend lüften. Je schneller Fliesen und Fugen trocknen, desto ungünstiger sind die Bedingungen für dauerhafte Feuchtigkeit und erneute Verschmutzungen.
Für den Boden im Bad gibt es den Beitrag über schwarze Fugen und schmutzige Fliesen am Badezimmerboden. Wände und Fugen behandelt diese Anleitung für schmutzige Badezimmerfliesen, und speziell in der Dusche helfen die Schritte gegen vergilbte und stark verschmutzte Duschfliesen.
