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Bad & Sanitär

Tief sitzender Schimmel in Silikonfugen: Kompressen-Methode und Fuge richtig erneuern

Schimmel auf Silikonfugen im Bad entfernen: So werden die Fugen wieder sauber

Wenn Wischen und Sprühen längst nichts mehr bringen

Am Anfang ist es nur ein grauer Schatten unten in der Duschecke. Ein paar Wochen später zieht sich ein schwarz gesprenkeltes Band über die gesamte Silikonfuge, und nach jeder Reinigung ist es zwei Tage später wieder da. Dann liegt der Schimmel nicht mehr obenauf, sondern ist in die weiche Oberfläche hineingewachsen. Für diesen fortgeschrittenen Fall gibt es genau zwei Wege: eine lange Behandlung unter Abdeckung – oder den Austausch der Fuge. Dieser Beitrag zeigt beide Wege und vor allem, woran Sie erkennen, welcher der richtige ist.

Tief sitzender Schimmel in Silikonfugen entfernen und die Fuge erneuern

Warum Schimmel in Silikon hineinwächst

Sanitärsilikon ist elastisch und nimmt im Dauerbetrieb feine Risse und Mikroporen auf. Seifenreste und Hautfett bleiben darin hängen, Wasser steht in der waagerechten Fuge über der Duschwanne besonders lange. Unter diesen Bedingungen setzt sich der Pilz nicht nur auf der Oberfläche fest, sondern besiedelt die oberste Materialschicht. Deshalb hilft dort mehr Druck nicht weiter – nur mehr Zeit oder ein neues Material.

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Ist die Verfärbung noch frisch und nur oberflächlich, sind die milderen Mittel meist ausreichend. Welche davon wofür taugen, haben wir im Vergleich der Hausmittel für Duschfugen gegenübergestellt.

Die Kompressen-Methode mit Wasserstoffperoxid

Der entscheidende Unterschied zur normalen Reinigung ist die Abdeckung: Nur wenn das Mittel nicht verdunstet, wirkt es lange genug, um in die oberste Silikonschicht einzudringen.

Dafür benötigen Sie

  • ca. 100 ml Wasserstoffperoxid 3 %
  • Wattepads, Küchenpapier oder saugfähige Kosmetiktücher
  • Frischhaltefolie
  • Alte Zahnbürste
  • Mikrofasertuch
  • Einweghandschuhe

Die Anleitung im Detail

  1. Trocknen Sie die Silikonfuge sorgfältig ab. Auf einer nassen Fuge verdünnt sich die Lösung sofort und verliert an Wirkung.
  2. Tränken Sie Küchenpapier oder Wattepads mit dem 3%igen Wasserstoffperoxid und legen Sie sie als durchgehenden Streifen direkt auf die verschimmelte Fuge.
  3. Decken Sie den Streifen lückenlos mit Frischhaltefolie ab und drücken Sie die Ränder an, damit nichts verdunstet.
  4. Lassen Sie die Kompresse 1 bis 2 Stunden liegen. Bei starkem Befall darf sie auch über Nacht bleiben, solange sie feucht ist.
  5. Nehmen Sie Folie und Papier ab, bürsten Sie die Fuge in Längsrichtung mit einer weichen Zahnbürste ab, spülen Sie mit klarem Wasser nach und trocknen Sie alles gründlich.

Bei hartnäckigen Stellen dürfen Sie den Vorgang ein zweites Mal wiederholen. Bleibt das Ergebnis danach unverändert, hat die Behandlung ihre Grenze erreicht.

Der Test nach dem Trocknen: gereinigt oder durchgewachsen?

Beurteilen Sie das Ergebnis erst, wenn die Fuge vollständig trocken ist – feuchtes Silikon wirkt immer dunkler, als es ist.

  • Die Fuge ist gleichmäßig hell: Der Befall saß nur oberflächlich, die Behandlung hat gereicht.
  • Es bleiben scharf begrenzte schwarze Punkte: Der Pilz sitzt im Material. Weitere Reinigungsversuche bringen erfahrungsgemäß kaum noch etwas.
  • Das Silikon ist rissig, porös oder löst sich an einer Kante: Hier gelangt bereits Wasser dahinter. Die Fuge gehört unabhängig von der Farbe erneuert.

Silikonfuge erneuern – Schritt für Schritt

  1. Schneiden Sie das alte Silikon mit einem Cuttermesser oder Fugenhobel an beiden Kanten ein und ziehen Sie den Strang in einem Stück ab.
  2. Entfernen Sie alle Reste gründlich. Neues Silikon haftet nicht auf altem, und in jedem Rest bleibt der Schimmel zurück.
  3. Reinigen Sie die offene Fuge und lassen Sie sie vollständig durchtrocknen. Planen Sie dafür lieber einen Tag ohne Duschen ein.
  4. Kleben Sie beide Fugenkanten mit Malerkrepp ab, damit die neue Fuge eine saubere Linie bekommt.
  5. Tragen Sie Sanitärsilikon mit fungizidem Zusatz gleichmäßig auf, ziehen Sie es mit einem Fugenglätter oder einem in Seifenwasser getauchten Finger ab und entfernen Sie das Klebeband sofort danach.
  6. Halten Sie die auf der Kartusche angegebene Aushärtezeit ein und benutzen Sie die Dusche in dieser Zeit nicht.

Sitzt der dunkle Belag nicht in der Fuge selbst, sondern in den Laufschienen und Profilen der Kabine, führt ein anderer Weg zum Ziel: Dort geht es vor allem um die Reinigung von Schienen, Dichtungen und Profilen.

Was beim Erneuern oft schiefgeht

  • Silikonreste stehen lassen: Die neue Fuge haftet schlecht und löst sich nach kurzer Zeit wieder.
  • Auf feuchten Untergrund spritzen: Eingeschlossene Feuchtigkeit ist die beste Startbedingung für neuen Schimmel unter der Fuge.
  • Über die alte Fuge drüberspritzen: Der Befall bleibt darunter erhalten und arbeitet sich wieder nach außen.
  • Zu früh duschen: Vor dem vollständigen Aushärten reißt die frische Fuge an den Kanten auf.
  • Mit der Metallbürste vorbehandeln: Jeder Kratzer im Silikon ist eine neue Angriffsfläche.

Was oft gefragt wird

Wie lange darf eine Kompresse liegen bleiben?

Ein bis zwei Stunden sind der Regelfall. Länger schadet dem Silikon in der Regel nicht, bringt aber nur dann noch etwas, wenn die Auflage durchgehend feucht bleibt.

Kann ich Wasserstoffperoxid auf jeder Silikonfuge anwenden?

Für weiße und helle Sanitärfugen ist eine 3%ige Lösung meist unproblematisch. Testen Sie farbiges oder graues Silikon zuerst an einer verdeckten Stelle, etwa hinter der Duschtür.

Wie lange hält eine neu gezogene Silikonfuge?

Das hängt vor allem von der Belüftung und davon ab, ob die Fuge nach dem Duschen abtrocknet. Kontrollieren Sie sie regelmäßig auf feine Risse und bessern Sie kleine Schäden früh aus.

Muss ich die ganze Fuge erneuern oder reicht ein Stück?

Sauberer ist es, den kompletten Strang bis zur nächsten Ecke zu ersetzen. Stückweise Reparaturen ergeben Stoßstellen, an denen sich Wasser und Schmutz erneut sammeln.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.