So werden schmutzige Fliesenfugen und Silikonfugen wieder sauber – einfache Methoden für zu Hause
Fliesen können noch so sauber sein: Sind die Fugen grau, fettig oder dunkel verfärbt, wirkt der ganze Raum ungepflegt. Besonders in Bad, Dusche und Küche sammeln sich dort Seifenreste, Staub, Fett und Feuchtigkeit. Auch Silikonfugen können mit der Zeit Flecken entwickeln. Wichtig ist, Fliesenfugen und Silikon nicht gleich zu behandeln. Mit wenigen Haushaltsmitteln und der richtigen Einwirkzeit lassen sich viele Verschmutzungen entfernen, ohne unnötig aggressive Reiniger einzusetzen.

Fliesenfugen mit Natronpaste gründlich reinigen
Für gewöhnliche Zementfugen zwischen glasierten Keramik- oder Feinsteinzeugfliesen eignet sich eine milde Natronpaste besonders gut. Natron ist leicht alkalisch und hilft dabei, fettige und organische Ablagerungen zu lösen. Die mechanische Wirkung einer weichen Bürste unterstützt die Reinigung.
Das wird benötigt:
- 3 Esslöffel Natron, etwa 45 g
- 1 bis 2 Esslöffel lauwarmes Wasser
- 1 Teelöffel mildes Spülmittel
- eine alte, weiche Zahnbürste oder kleine Fugenbürste
- ein sauberes Mikrofasertuch
- klares Wasser
So geht es:
- Natron mit einem Esslöffel Wasser und dem Spülmittel verrühren. Falls die Mischung zu trocken ist, etwas mehr Wasser zugeben. Es soll eine streichfähige Paste entstehen.
- Die Paste dünn auf die verschmutzten Fugen auftragen. Sie muss nicht auf der gesamten Fliese verteilt werden.
- Etwa 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Die Paste dabei nicht vollständig eintrocknen lassen.
- Jede Fuge mit der angefeuchteten Bürste ohne starken Druck mehrmals entlangbürsten.
- Anschließend mit reichlich klarem Wasser abwischen und mit einem sauberen Tuch trocknen.
Die Reinigung war erfolgreich, wenn oberflächliche graue oder gelbliche Ablagerungen verschwunden sind und die ursprüngliche Fugenfarbe wieder deutlicher sichtbar wird.
Bei älteren Fugen kann eine zweite Behandlung notwendig sein. Nicht mit Metallbürsten oder scharfkantigen Werkzeugen arbeiten: Sie können die Fugenoberfläche beschädigen. Mit nur einer Zutat aus dem Küchenschrank kommt diese Methode für Fliesenfugen wie neu aus.
Bei Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin sollte die Methode zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden. Für empfindliche oder speziell versiegelte Fugen gelten die Pflegehinweise des Herstellers.
Fettige Küchenfugen mit Spülmittel vorbehandeln
In der Küche besteht der dunkle Belag häufig aus einer Mischung aus Fett und Staub. Hier genügt oft eine einfache Reinigungslösung.
500 ml warmes Wasser mit 1 Esslöffel mildem Spülmittel mischen. Ein Tuch oder eine weiche Bürste damit befeuchten und die Fugen gründlich benetzen. Fünf Minuten warten, damit sich die Fettablagerungen lösen können. Anschließend mit der Bürste bearbeiten und mit klarem Wasser nachwischen.
Bei stärkeren Ablagerungen kann danach die Natronpaste verwendet werden. Auf lackierten Flächen, empfindlichen Natursteinen und unbehandeltem Holz sollte die Lösung nicht unnötig verteilt werden. Dasselbe klebrige Fett sitzt meist auch an den Schrankfronten – dazu passt Klebriges Fett auf Küchenschränken entfernen.
Der Vorteil dieser Vorbehandlung: Das Spülmittel enthält Tenside, die Fett von der Oberfläche lösen und es anschließend leichter mit Wasser abtransportierbar machen.
Dunkle Flecken auf Silikonfugen richtig behandeln
Silikonfugen benötigen eine andere Behandlung als mineralische Fliesenfugen. Bei oberflächlichen dunklen Flecken kann 3-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung verwendet werden, sofern der Hersteller des Silikons beziehungsweise der angrenzenden Oberfläche dies zulässt.
Zuerst die Silikonfuge mit Wasser und etwas Spülmittel reinigen und trocknen. Danach eine kleine Menge 3-prozentiges Wasserstoffperoxid auf ein weißes Tuch geben und zunächst an einer unauffälligen Stelle testen. Bei guter Verträglichkeit die betroffene Stelle befeuchten, etwa 10 Minuten einwirken lassen und anschließend gründlich mit Wasser abspülen. Handschuhe tragen und Spritzer in Augen oder auf Kleidung vermeiden.
Wichtig: Sitzen schwarze Verfärbungen tief im Silikon, ist eine Reinigung häufig keine dauerhafte Lösung. Stark verschimmeltes, poröses, rissiges oder sich ablösendes Silikon sollte vollständig entfernt und fachgerecht erneuert werden. Dauerhaft feuchte Fugen müssen außerdem auf die Ursache der Feuchtigkeit überprüft werden.
Nach dem Reinigen Feuchtigkeit konsequent reduzieren
Die beste Reinigung hält länger, wenn Fugen anschließend möglichst trocken bleiben. Besonders im Badezimmer ist stehende Feuchtigkeit ein wesentlicher Faktor für erneute Ablagerungen und mikrobielles Wachstum.
Nach dem Duschen Fliesen und Duschwände mit einem Abzieher trocknen. Wasserreste an Silikonfugen mit einem trockenen Tuch aufnehmen. Danach ausreichend lüften: Bei einem Badezimmer mit Fenster beispielsweise für etwa 5 bis 10 Minuten weit öffnen, statt das Fenster über lange Zeit nur zu kippen.
Duschvorhänge nicht dauerhaft vor feuchten Fugen hängen lassen. Auch Flaschen und Behälter sollten nicht ständig direkt auf nassen Fugen stehen.
Diese Maßnahmen entfernen zwar keine vorhandenen Flecken, erschweren aber deren schnelle Neubildung erheblich. Wie der gesamte Badezimmerboden wieder gleichmäßig wird, zeigt Schwarze Fugen und schmutzige Fliesen? So wird der Badezimmerboden wieder sauber.
Fehler, die man vermeiden sollte
Essig auf ungeeigneten Materialien verwenden: Säuren können kalkhaltige Natursteine angreifen und bei häufiger Anwendung auch mineralische Fugen beeinträchtigen. Auf Marmor, Kalkstein und ähnlichen Oberflächen sollte Essig deshalb nicht eingesetzt werden.
Reinigungsmittel wahllos mischen: Besonders Chlorreiniger beziehungsweise Bleichmittel dürfen niemals mit Essig, anderen Säuren oder ammoniakhaltigen Produkten kombiniert werden. Dabei können gefährliche Gase entstehen.
Zu kräftig schrubben: Drahtbürsten und harte Scheuerschwämme können Fugen, Silikon und Fliesenoberflächen beschädigen.
Schwarzes Silikon einfach überdecken: Befall oder Verfärbungen unter einer neuen Silikonschicht verschwinden dadurch nicht. Beschädigtes Silikon muss entfernt und die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt werden.
Reiniger zu lange einwirken lassen: Eine längere Einwirkzeit bedeutet nicht automatisch bessere Ergebnisse und kann empfindliche Materialien schädigen. Die empfohlenen Zeiten sollten eingehalten werden.
Für weitere Anwendungen
Die Natronpaste kann auch für verschmutzte keramische Fugen an Wandfliesen ausprobiert werden. Vorher immer an einer kleinen Stelle testen.
Bei Küchenfliesen sollte zuerst Fett mit warmem Wasser und Spülmittel entfernt werden. Dadurch ist anschließend deutlich weniger mechanisches Schrubben nötig.
In dauerhaft feuchten Bereichen lohnt es sich, Silikonfugen regelmäßig auf Risse, Ablösungen und dunkle Verfärbungen zu kontrollieren. Früh erkannte Schäden lassen sich leichter beheben.
Häufige Fragen
Kann ich Fliesenfugen mit Essig reinigen?
Bei säurebeständigen Fliesen mag Essig die Oberfläche reinigen, für zementhaltige Fugen und kalkhaltigen Naturstein ist er jedoch keine gute Standardlösung. Eine milde alkalische Reinigung ist hier meist die sicherere Wahl.
Wie oft sollten Fugen gründlich gereinigt werden?
Das hängt von der Nutzung ab. In Dusche und Küche ist eine leichte regelmäßige Reinigung sinnvoll, bevor sich dicke Ablagerungen bilden. Eine intensive Behandlung ist dann nur bei sichtbarer Verschmutzung nötig.
Warum bleiben schwarze Punkte im Silikon trotz Reinigung sichtbar?
Die Verfärbung kann bereits tiefer in das Silikon eingedrungen sein. Ist die Fuge außerdem porös, rissig oder löst sie sich ab, sollte sie erneuert werden, statt immer aggressiver gereinigt zu werden.
Kann man Natron und Essig zusammen verwenden?
Für diese Reinigung ist das nicht sinnvoll. Säure und Natron reagieren miteinander und neutralisieren sich weitgehend. Besser ist es, ein geeignetes Mittel gezielt und entsprechend der jeweiligen Oberfläche einzusetzen.
