So wird ein stark verschmutzter Fliesenboden wieder sauber – ohne stundenlanges Schrubben
Ein heller Fliesenboden kann mit der Zeit grau, stumpf und fleckig wirken. Besonders nach Renovierungsarbeiten, häufigem Betreten mit Straßenschuhen oder längerer Vernachlässigung setzen sich Staub und Schmutz auf den Fliesen und in den Fugen fest. Einfaches Wischen reicht dann oft nicht mehr. Mit warmem Wasser, einem geeigneten Reiniger und der richtigen Vorgehensweise lässt sich ein robuster Keramik- oder Feinsteinzeugboden jedoch gründlich reinigen. Wichtig ist, das Material vorher eindeutig zu bestimmen, denn Naturstein benötigt eine andere Behandlung.

Die Grundreinigung für stark verschmutzte Fliesen
Für etwa 10 bis 15 m² benötigt man einen Staubsauger oder Besen, einen Eimer, einen Wischmopp, eine weiche Bürste, Mikrofasertücher, 5 Liter warmes Wasser und etwa 20 ml mildes, pH-neutrales Reinigungsmittel. Bei der Dosierung sollte zusätzlich die Herstellerangabe des Reinigers beachtet werden.
- Trockenen Schmutz entfernen. Den gesamten Boden sorgfältig saugen oder fegen. Besonders entlang der Wände und in den Fugen dürfen keine Sandkörner zurückbleiben.
- Reinigungslösung ansetzen. 20 ml Reiniger in 5 Liter etwa handwarmes Wasser geben. Zu viel Reinigungsmittel vermeiden, da Rückstände später Schlieren verursachen können.
- Abschnittsweise reinigen. Jeweils etwa 1 bis 2 m² wischen und stärker verschmutzte Stellen mit einer weichen Bürste bearbeiten. Die Lösung 5 Minuten auf robusten Keramikfliesen wirken lassen, aber nicht antrocknen lassen.
- Mit sauberem Wasser nachwischen. Das Schmutzwasser entsorgen und den Boden anschließend mit klarem Wasser wischen. Bei sehr starkem Schmutz das Wasser zwischendurch wechseln.
- Trocknen lassen. Für gute Belüftung sorgen und den Boden etwa 30 bis 60 Minuten nicht betreten.
Der Unterschied ist nach dem Trocknen gut erkennbar: Die Fliesen wirken gleichmäßiger, lose Ablagerungen sind verschwunden und es bleiben keine klebrigen oder schmierigen Rückstände zurück. Bei sehr altem Belag führt Alter Fliesenboden wieder sauber: So verschwinden Schmutz, Grauschleier und dunkle Fugen noch einen Schritt weiter.
Hartnäckige Flecken gezielt behandeln
Einzelne dunkle Laufspuren oder fest sitzende Verschmutzungen müssen nicht zwangsläufig mit einem aggressiven Reiniger behandelt werden. Bei unglasierten oder empfindlichen Fliesen sollte zunächst immer an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
Für robuste, säurebeständige Keramikfliesen kann man 500 ml warmes Wasser mit etwa 2 ml pH-neutralem Reiniger mischen. Ein Tuch damit anfeuchten, auf den Fleck legen und 3 bis 5 Minuten einwirken lassen. Danach mit einer weichen Nylonbürste in kleinen Bewegungen bearbeiten und mit klarem Wasser nachwischen.
Keine Stahlwolle oder harte Scheuerschwämme verwenden. Sie können glänzende Oberflächen dauerhaft zerkratzen. Bei unbekanntem Bodenmaterial zuerst die Herstellerhinweise prüfen.
Verschmutzte Fugen wieder heller bekommen
Fugen sind poröser als die meisten Fliesen und nehmen Schmutz deshalb leichter auf. Für normale Verschmutzungen reicht häufig eine mechanische Reinigung mit warmem Wasser und wenig Reiniger.
500 ml warmes Wasser und 2 bis 3 ml mildes Reinigungsmittel vermischen. Die Lösung sparsam auf die Fugen geben und 5 Minuten wirken lassen. Anschließend mit einer kleinen Fugenbürste oder einer alten, sauberen Zahnbürste bearbeiten. Den gelösten Schmutz mit einem feuchten Tuch aufnehmen und zweimal mit klarem Wasser nachwischen.
Bei Silikonfugen oder beschädigten, bröckelnden Zementfugen nicht kräftig schrubben. Schwarze Flecken, die trotz Reinigung bestehen bleiben, können außerdem auf Schimmel oder tief sitzende Verfärbungen hindeuten und benötigen eine gesonderte Behandlung. Wie sich Fläche und Fuge zusammen behandeln lassen, steht in Vergraute Fliesen und dunkle Fugen? So werden sie wieder sauber.
Gegen einen stumpfen Film nach dem Wischen
Manchmal ist der Boden sauber und sieht trotzdem matt aus. Häufig liegt das an einer Überdosierung des Reinigungsmittels oder daran, dass immer wieder mit bereits verschmutztem Wasser gewischt wurde.
In diesem Fall zunächst nur 5 Liter klares, warmes Wasser verwenden. Den Boden einmal gründlich wischen, anschließend das Wasser wechseln und ein zweites Mal nachwischen. Den Mopp dabei regelmäßig gründlich ausspülen und auswringen.
Nach dem Trocknen sollte sich der Boden nicht klebrig anfühlen und gleichmäßiger aussehen. Mehr Reiniger würde hier genau das Gegenteil bewirken.
Bei hochglänzenden Fliesen kann abschließendes Trockenreiben mit einem sauberen Mikrofasertuch Wasserflecken reduzieren. Bei strukturierten Oberflächen ist das normalerweise nicht notwendig.
Essig nur dort einsetzen, wo er wirklich geeignet ist
Essig wird häufig als universeller Bodenreiniger empfohlen, ist das aber nicht. Säure kann Naturstein wie Marmor, Kalkstein oder Travertin angreifen. Auch zementhaltige Fugen sollten nicht regelmäßig mit konzentrierter Säure behandelt werden.
Wer das Material seines Bodens nicht sicher kennt, sollte deshalb auf Essig und Zitronensäure verzichten und einen pH-neutralen Reiniger verwenden.
Essig darf außerdem niemals mit chlorhaltigen Reinigern oder Bleichmitteln gemischt werden, da dabei gesundheitsschädliche Gase entstehen können. Reinigungsmittel grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren und die Herstellerhinweise beachten.
Fehler, die man vermeiden sollte
Zu viel Reiniger verwenden: Eine hohe Dosierung hinterlässt häufig einen klebrigen Film. Dadurch kann der Boden sogar schneller wieder schmutzig aussehen.
Schmutzwasser weiterverwenden: Ist das Wasser grau oder deutlich trüb, sollte es gewechselt werden. Sonst verteilt man gelösten Schmutz erneut auf den Fliesen.
Mit harten Werkzeugen schrubben: Stahlwolle und aggressive Scheuerschwämme können Glasuren und glänzende Oberflächen zerkratzen.
Säuren auf unbekanntem Material verwenden: Besonders kalkhaltiger Naturstein kann dauerhaft matt oder fleckig werden.
Verschiedene Reiniger mischen: Haushaltsreiniger sollten grundsätzlich nicht miteinander kombiniert werden, wenn dies nicht ausdrücklich vom Hersteller vorgesehen ist.
Für ein dauerhaft sauberes Ergebnis
Nach der Grundreinigung reicht bei normaler Nutzung meist regelmäßiges Saugen und feuchtes Wischen mit sehr sparsam dosiertem Reiniger. So können sich Schmutzschichten gar nicht erst aufbauen. Wer das in eine feste Routine bringen möchte, findet in dem einfachen Wochenputzplan eine gute Vorlage.
Im Eingangsbereich hilft außerdem eine ausreichend große Fußmatte, Sand und Straßenschmutz abzufangen. In Küche und Bad sollten verschüttete Flüssigkeiten möglichst sofort aufgenommen werden, bevor sie antrocknen oder in Fugen eindringen.
Was oft gefragt wird
Kann man stark verschmutzte Fliesen mit heißem Wasser reinigen?
Lauwarmes bis warmes Wasser reicht normalerweise aus. Sehr heißes Wasser ist nicht notwendig und kann bei bestimmten Beschichtungen oder Materialien problematisch sein.
Warum sehen Fliesen nach dem Wischen noch stumpf aus?
Oft sind Reinigungsmittelreste die Ursache. Ein- bis zweimaliges Nachwischen mit klarem Wasser kann den Film entfernen.
Darf man Essig auf jedem Fliesenboden verwenden?
Nein. Auf Marmor, Kalkstein, Travertin und anderen säureempfindlichen Materialien sollte Essig nicht verwendet werden. Auch Fugen können durch häufige Säurebehandlung geschädigt werden.
Wie oft sollte ein Fliesenboden gründlich gereinigt werden?
Das hängt von der Nutzung ab. Regelmäßiges Saugen und leicht feuchtes Wischen verhindert starke Ablagerungen. Eine intensivere Grundreinigung ist sinnvoll, sobald sich trotz normaler Reinigung sichtbare Schmutzfilme oder hartnäckige Laufspuren bilden.
