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Urlaubstrick, über den alle sprechen: Darum stellen viele vor der Abreise ein Glas Wasser in die Spüle

Urlaubstrick, über den alle sprechen: Darum stellen viele vor der Abreise ein Glas Wasser in die Spüle

Wer nach ein oder zwei Wochen Urlaub nach Hause kommt und in der Küche einen unangenehmen Geruch bemerkt, denkt schnell an verdorbene Lebensmittel. Doch manchmal kommt der Geruch aus dem Abfluss. Im Internet wird deshalb empfohlen, vor der Abreise ein Glas Wasser in die Spüle zu stellen. Das klingt verblüffend einfach – allerdings wird die Wirkung häufig falsch erklärt. Entscheidend ist nicht das Glas selbst, sondern dass der Geruchsverschluss im Abfluss genügend Wasser enthält. Mit einigen einfachen Handgriffen lässt sich die Küche sinnvoll auf eine längere Abwesenheit vorbereiten.

Urlaubstrick, über den alle sprechen: Darum stellen viele vor der Abreise ein Glas Wasser in die Spüle

Der entscheidende Schritt vor dem Urlaub: Wasser in den Abfluss laufen lassen

Unter einer Spüle befindet sich normalerweise ein Siphon. In seinem gebogenen Bereich bleibt Wasser stehen und bildet eine Barriere zwischen Küche und Abwasserleitung. Verdunstet dieses Wasser bei längerer Nichtbenutzung, können Kanalgerüche in den Raum gelangen.

Das wird benötigt:

  • etwa 1 Liter Leitungswasser
  • etwas mildes Spülmittel
  • ein sauberes Tuch
  • optional ein passender Abflussstopfen

So geht es:

  1. Entfernen Sie Essensreste aus dem Sieb und reinigen Sie den sichtbaren Bereich des Abflusses mit warmem Wasser und einigen Tropfen Spülmittel.
  2. Spülen Sie anschließend etwa 1 Liter klares Wasser langsam durch den Abfluss. Dadurch ist der Siphon sicher mit Wasser gefüllt.
  3. Warten Sie etwa 30 Sekunden und kontrollieren Sie, ob das Wasser normal abläuft. Ein sehr langsamer Ablauf kann auf eine Verstopfung hindeuten, die besser vor der Reise beseitigt wird.
  4. Wischen Sie die Spüle trocken. Bei einer längeren Abwesenheit kann ein passender Stopfen zusätzlich auf den Abfluss gelegt werden.

Das Wasser im Siphon ist der eigentliche Geruchsschutz. Ein danebenstehendes Glas Wasser ersetzt diese Sperre nicht.

Was hat es mit dem berühmten Glas Wasser in der Spüle auf sich?

Das auf sozialen Netzwerken verbreitete Glas-Wasser-Prinzip sollte man nicht mit einer technischen Lösung verwechseln. Ein offenes Glas mit Wasser, das lediglich in der Spüle steht, verhindert weder zuverlässig das Austrocknen des Siphons noch reinigt es den Abfluss.

Für eine Abwesenheit von wenigen Tagen ist ein Austrocknen eines intakten Siphons normalerweise ohnehin nicht zu erwarten. Bei mehreren Wochen, großer Hitze oder sehr trockener Raumluft kann die Verdunstung dagegen relevanter werden.

Wer den Trick übernehmen möchte, sollte deshalb nicht auf das Glas vertrauen, sondern unmittelbar vor der Abreise Wasser durch jeden selten benutzten Abfluss laufen lassen. Das gilt auch für Waschbecken, Dusche, Badewanne und Bodenabläufe.

So wird aus einem viralen Urlaubstipp eine tatsächlich sinnvolle Maßnahme.

Den Abfluss vor der Abreise richtig reinigen

Gerüche entstehen nicht ausschließlich durch einen trockenen Siphon. Fett, Seifenreste und organische Ablagerungen im Abfluss können ebenfalls unangenehm riechen.

Für die normale Reinigung reichen etwa 500 ml warmes Wasser und 1 Teelöffel mildes Spülmittel. Das Spülmittel ins Wasser geben, langsam in den Abfluss gießen und etwa 5 Minuten warten. Anschließend mit ungefähr 1 Liter warmem, klarem Wasser nachspülen.

Bei Edelstahlspülen kann das Becken danach mit einem weichen Tuch gereinigt und trocken gewischt werden.

Auf aggressive chemische Mischungen verzichten. Insbesondere Chlorreiniger beziehungsweise Bleichmittel niemals mit Essig, Zitronensäure oder anderen sauren Reinigungsmitteln kombinieren, da gefährliches Chlorgas entstehen kann.

Lebensmittelreste und Müll nicht vergessen

Ein sauberer Abfluss hilft wenig, wenn vor der Abreise organische Abfälle in der Küche zurückbleiben. Gerade bei warmem Wetter können schon kleine Mengen innerhalb weniger Tage deutlich riechen.

Den Mülleimer vollständig leeren und anschließend mit etwa 1 Liter warmem Wasser und 1 Teelöffel Spülmittel auswischen. Danach mit klarem Wasser nachwischen und vollständig trocknen lassen.

Auch das Abflusssieb kontrollieren. Reiskörner, Gemüsestücke, Kaffeesatz und andere Speisereste sollten in den Rest- beziehungsweise Bioabfall nach den örtlichen Vorgaben und nicht in den Abfluss gelangen.

Feuchte Schwämme und Spültücher ebenfalls nicht zusammengeknüllt in der Spüle liegen lassen. Auswaschen, gut ausdrücken und so aufhängen, dass sie vollständig trocknen können.

Auch selten benutzte Abflüsse kontrollieren

Besonders wichtig sind Abflüsse, die bereits vor dem Urlaub nur selten benutzt werden. Dort kann der Wasserstand im Geruchsverschluss schon niedrig sein.

Lassen Sie bei Waschbecken, Dusche und Badewanne jeweils ungefähr 30 bis 60 Sekunden Wasser laufen. Bei einem Bodenablauf kann – sofern dessen Bauart einen wassergefüllten Geruchsverschluss besitzt – vorsichtig etwa 0,5 bis 1 Liter Wasser eingefüllt werden.

Riecht ein Abfluss trotz gefülltem Siphon weiterhin stark, liegt möglicherweise eine Verschmutzung, Undichtigkeit oder ein Problem mit der Abwasserinstallation vor. Dann ist eine Reinigung beziehungsweise fachliche Überprüfung sinnvoller als weitere Hausmittel.

Fehler, die man vermeiden sollte

Nur ein Glas Wasser in die Spüle stellen: Das sieht zwar nach dem bekannten Urlaubstrick aus, schützt den Siphon aber nicht zuverlässig vor dem Austrocknen.

Speiseöl in den Abfluss gießen: Öl wird manchmal als Verdunstungsschutz empfohlen, gehört jedoch nicht in die Kanalisation. Es kann Ablagerungen und Verstopfungen begünstigen.

Chemikalien miteinander mischen: Besonders Säuren und chlorhaltige Reiniger dürfen niemals kombiniert werden. Die entstehenden Gase können gefährlich sein.

Essensreste im Sieb lassen: Schon kleine Mengen organischen Materials können während einer längeren Abwesenheit unangenehme Gerüche entwickeln.

Eine bestehende Verstopfung ignorieren: Läuft das Wasser bereits langsam ab, sollte die Ursache möglichst vor der Reise behoben werden.

Für längere Abwesenheiten

Bei mehreren Wochen Abwesenheit alle vorhandenen Geruchsverschlüsse unmittelbar vor der Abreise mit Wasser auffüllen. Selten genutzte Bodenabläufe dabei nicht vergessen.

Den Geschirrspüler leer und sauber hinterlassen und die Hinweise des Herstellers für längere Stillstandszeiten beachten.

Wer nach der Rückkehr Kanalgeruch feststellt, sollte zuerst einige Minuten Wasser durch den betroffenen Abfluss laufen lassen. Verschwindet der Geruch nicht, ist eine andere Ursache wahrscheinlich.

Was oft gefragt wird

Funktioniert das Glas Wasser in der Spüle wirklich?

Nicht in der häufig dargestellten Form. Ein frei stehendes Glas Wasser verhindert keine Gerüche aus dem Abfluss. Entscheidend ist ausreichend Wasser im Siphon.

Wie lange bleibt Wasser im Siphon?

Das hängt von Bauform, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung ab. Bei normal genutzten Abflüssen ist das selten problematisch; bei längerer Abwesenheit kann Verdunstung jedoch eine Rolle spielen.

Soll ich vor dem Urlaub Essig in den Abfluss geben?

Das ist für den eigentlichen Geruchsschutz nicht notwendig. Ein sauberer Abfluss und ein mit Wasser gefüllter Siphon sind wichtiger. Außerdem können säureempfindliche Materialien durch Essig beschädigt werden.

Was tun, wenn es nach dem Urlaub trotzdem riecht?

Zuerst reichlich Wasser laufen lassen und den Abfluss reinigen. Bleibt der Kanalgeruch bestehen oder kehrt schnell zurück, sollte der Siphon beziehungsweise die Abwasserinstallation auf Verschmutzungen, Undichtigkeiten oder andere technische Probleme überprüft werden.

Steigt trotzdem Geruch aus dem Abfluss, finden Sie unter verstopfter Abfluss: mit einfachen Hausmitteln wieder frei die passenden Schritte. Eine sanftere Variante ohne Rohrreiniger beschreibt diese Methode gegen Ablagerungen, und wenn das Becken selbst gelitten hat, hilft die Anleitung für ein Spülbecken voller Fett.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.