Tiefer Riss in der Außenfassade? So reparieren Sie ihn sauber, bevor Feuchtigkeit größeren Schaden anrichtet
Tiefer Riss in der Außenfassade? So reparieren Sie ihn sauber, bevor Feuchtigkeit größeren Schaden anrichtet
Ein tiefer Riss oder eine abgeplatzte Stelle im Außenputz sieht nicht nur unschön aus. Durch offene Schadstellen kann Regenwasser in den Putz eindringen, besonders an wetterbelasteten Fassaden. Einfach etwas Spachtelmasse darüberzustreichen reicht bei größeren Rissen jedoch nicht. Zuerst muss geklärt werden, ob es sich um einen oberflächlichen Putzschaden oder einen möglicherweise konstruktiven Riss handelt. Bei einem begrenzten, stabilen Putzschaden lässt sich die Stelle mit geeignetem Reparaturmörtel fachgerecht schließen.

Die wichtigste Methode: Beschädigten Außenputz mit Reparaturmörtel ausbessern
Diese Methode eignet sich für örtlich begrenzte, nicht weiter wachsende Schäden in mineralischem Außenputz. Bei breiten, langen oder wiederkehrenden Rissen sollte zuerst ein Fachbetrieb die Ursache beurteilen.
Sie benötigen:
- etwa 1 kg mineralischen Fassaden-Reparaturmörtel
- Wasser nach Herstellerangabe, häufig etwa 200–250 ml pro kg Trockenmörtel
- feste Handbürste
- schmalen Spachtel
- Glättkelle
- kleinen Eimer
- Sprühflasche mit sauberem Wasser
- Arbeitshandschuhe und Schutzbrille
Schritt für Schritt
- Lose Stellen entfernen. Kratzen Sie ausschließlich lockeren, bereits abgelösten Putz vorsichtig mit dem Spachtel heraus. Anschließend Staub und Krümel mit einer festen Bürste entfernen. Tragfähigen Putz nicht unnötig abschlagen.
- Untergrund vorbereiten. Bei stark saugendem mineralischem Untergrund die Schadstelle entsprechend den Angaben des Mörtelherstellers leicht vornässen oder eine passende Grundierung verwenden. Der Untergrund darf nicht tropfnass sein.
- Mörtel anrühren. Beispielsweise 1 kg Reparaturmörtel mit der auf der Verpackung angegebenen Wassermenge mischen. Keine zusätzliche große Wassermenge zugeben, um den Mörtel leichter verarbeiten zu können: Das kann seine Festigkeit beeinträchtigen.
- Schaden füllen. Reparaturmörtel mit dem Spachtel kräftig in die Vertiefung drücken. Bei sehr tiefen Stellen kann ein mehrlagiger Aufbau erforderlich sein. Die maximale Schichtdicke und Wartezeit des jeweiligen Produkts beachten.
- Oberfläche angleichen. Die letzte Schicht bündig abziehen und ihre Struktur möglichst an den vorhandenen Fassadenputz anpassen. Danach nach Herstellerangabe aushärten lassen.
Die Reparatur ist gelungen, wenn keine Hohlräume oder offenen Risskanten mehr vorhanden sind und der neue Mörtel fest mit dem vorhandenen Putz verbunden ist. Ein leichter Farbunterschied bleibt zunächst normal und kann später mit geeigneter Fassadenfarbe ausgeglichen werden.
Kleine Haarrisse anders behandeln
Nicht jeder Fassadenriss muss tief mit Mörtel ausgefüllt werden. Sehr feine, oberflächliche Haarrisse im Oberputz benötigen eine andere Behandlung als eine mehrere Millimeter breite Schadstelle.
Reinigen Sie zunächst einen etwa 10 cm breiten Bereich rund um den Riss mit einer trockenen Bürste. Ist der Riss stabil und ausschließlich oberflächlich, kann ein ausdrücklich für Außenfassaden geeigneter, überstreichbarer Rissfüller verwendet werden.
Tragen Sie ihn gemäß Herstellerangabe auf und entfernen Sie überschüssiges Material sofort. Die übliche Trocknungszeit kann je nach Produkt, Temperatur und Schichtdicke von mehreren Stunden bis über einen Tag reichen.
Keinen gewöhnlichen Innenraum-Acrylspachtel verwenden, wenn dieser nicht ausdrücklich für Außenanwendungen zugelassen ist.
Bei größeren Schäden Armierungsgewebe berücksichtigen
Wenn der Putz auf einer breiteren Fläche beschädigt ist oder ein Riss an einer Materialverbindung liegt, reicht einfaches Zuschmieren möglicherweise nicht aus.
Nach Entfernung loser Bestandteile wird zunächst eine geeignete Armierungsmasse aufgetragen. Ein alkalibeständiges Glasfaser-Armierungsgewebe wird faltenfrei in die frische Masse eingebettet und anschließend vollständig überdeckt. Die erforderliche Überlappung und Gesamtschichtdicke richtet sich nach dem verwendeten Fassadensystem; häufig werden Gewebebahnen etwa 10 cm überlappt.
Diese Methode verteilt Spannungen besser als eine reine punktuelle Spachtelung. Sie ist jedoch kein Mittel, um konstruktive Bewegungen des Gebäudes zu beheben.
Bei einem Wärmedämmverbundsystem sollten ausschließlich miteinander kompatible Systemkomponenten verwendet werden.
Die reparierte Stelle vor Regen und Frost schützen
Reparaturmörtel braucht geeignete Bedingungen zum Abbinden. Arbeiten Sie möglichst bei trockenem Wetter und beachten Sie den Temperaturbereich auf der Verpackung. Bei vielen mineralischen Produkten liegt die zulässige Verarbeitungstemperatur ungefähr zwischen +5 und +30 °C.
Direkter Schlagregen auf frischem Mörtel kann die Oberfläche auswaschen. Starke Sonne und Wind können dagegen zu schnelles Austrocknen verursachen.
Schützen Sie die Reparatur deshalb während der vom Hersteller angegebenen Abbindezeit vor Niederschlag und extremen Wetterbedingungen. Eine Plane darf dabei nicht direkt auf der frischen Oberfläche liegen.
Fassadenfarbe erst auftragen, wenn der Reparaturaufbau ausreichend ausgehärtet beziehungsweise überstreichbar ist.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Einen unbekannten Riss sofort zuspachteln: Wenn sich der Riss weiter bewegt, wird die neue Reparatur erneut aufbrechen. Ursache und Verlauf sollten zuerst beurteilt werden.
Auf staubigem Untergrund arbeiten: Mörtel haftet schlecht auf losem Material. Gründliche Reinigung ist deshalb entscheidend.
Zu viel Wasser in den Mörtel geben: Eine sehr dünne Mischung lässt sich zwar leichter verteilen, kann aber die Produkteigenschaften verschlechtern.
Bei Frost reparieren: Niedrige Temperaturen können das Abbinden mineralischer Baustoffe erheblich beeinträchtigen.
Beliebige Materialien kombinieren: Reparaturmörtel, Grundierung, Armierungsmasse und Fassadenfarbe müssen zum vorhandenen Untergrund beziehungsweise Fassadensystem passen.
Für noch bessere Ergebnisse
Fotografieren Sie einen auffälligen Riss mit einem Maßstab daneben und kontrollieren Sie ihn über mehrere Wochen. Dadurch lässt sich erkennen, ob er sichtbar breiter wird.
Kontrollieren Sie gleichzeitig Dachrinne und Fallrohr in der Nähe. Dauerhaftes Wasser an der Fassade kann Putzschäden verschärfen.
Bei einer strukturierten Fassade sollte die Struktur der letzten Reparaturschicht vor dem vollständigen Abbinden vorsichtig an den vorhandenen Putz angepasst werden.
Fragen häufig gestellt
Wann kann ich einen Fassadenriss selbst reparieren?
Bei einem kleinen, klar begrenzten und stabilen Putzschaden ist eine Reparatur häufig möglich. Die verwendeten Produkte müssen zum vorhandenen Fassadenaufbau passen.
Wann sollte ein Fachmann den Riss prüfen?
Wenn der Riss breiter wird, sehr lang ist, diagonal durch das Mauerwerk verläuft, mehrfach wiederkehrt oder zusätzlich Türen und Fenster klemmen, sollte die Ursache fachlich beurteilt werden.
Kann ich normalen Innenspachtel verwenden?
Nein. Außenflächen benötigen witterungsbeständige Produkte, die ausdrücklich für den jeweiligen mineralischen Untergrund und Außenbereich zugelassen sind.
Wie lange muss Reparaturmörtel trocknen?
Das hängt von Produkt, Schichtdicke, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Halten Sie sich an die Herstellerangabe; tiefere Reparaturen benötigen normalerweise deutlich länger als dünne Oberflächenschichten.
