Zitronen-Baiser-Tarte wie vom Konditor – cremige Zitronenfüllung unter luftigem Baiser
Zitronen-Baiser-Tarte wie vom Konditor – cremige Zitronenfüllung unter luftigem Baiser
Diese Zitronen-Baiser-Tarte verbindet drei herrlich unterschiedliche Texturen: einen mürben, leicht knusprigen Boden, eine intensiv zitronige und samtig-cremige Füllung sowie eine dicke Schicht luftiges Baiser mit goldbraunen Spitzen. Die frische Säure der Zitronen gleicht die Süße des Baisers wunderbar aus. Obwohl die Tarte eindrucksvoll aussieht, lässt sie sich mit etwas Geduld auch von Anfängern gut zubereiten. Wichtig sind vor allem ein vorgebackener Boden, eine ausreichend eingedickte Zitronencreme und sauber aufgeschlagenes Eiweiß. Nach dem Abkühlen lässt sich die Tarte besonders schön in saubere Stücke schneiden.

Praktische Informationen
- Vorbereitung: 40 Minuten
- Ruhezeit: 1 Stunde 30 Minuten
- Backzeit: ca. 35 Minuten
- Gesamtzeit: ca. 2 Stunden 45 Minuten
- Portionen: 8 Stücke
- Schwierigkeit: mittel
- Form: Tarteform mit 24 cm Durchmesser
Zutaten
Für den Mürbeteig
- 250 g Weizenmehl Type 405
- 125 g kalte Butter
- 70 g Zucker
- 1 Ei, Größe M
- 1 Prise Salz
Für die Zitronenfüllung
- 150 ml frisch gepresster Zitronensaft
- fein abgeriebene Schale von 2 unbehandelten Zitronen
- 150 g Zucker
- 30 g Speisestärke
- 200 ml Wasser
- 4 Eigelb, Größe M
- 50 g Butter
Für das Baiser
- 4 Eiweiß, Größe M
- 180 g feiner Zucker
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Mürbeteig vorbereiten.
Mehl, 70 g Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen. Die kalte Butter in kleinen Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen kurz einarbeiten, bis feine Streusel entstehen. Das Ei hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig verkneten. Nicht länger kneten als nötig, damit der Boden nach dem Backen mürbe bleibt. Den Teig flach drücken, abdecken und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. - Tarteboden formen und blindbacken.
Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 3–4 mm dick ausrollen und in die 24-cm-Tarteform legen. Boden und Rand vorsichtig andrücken. Den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Mit Backpapier bedecken und mit Backgewichten beschweren. 15 Minuten backen, anschließend Backpapier und Gewichte entfernen und weitere 8–10 Minuten backen. Der Rand sollte leicht goldgelb sein. Aus dem Ofen nehmen. - Zitronencreme kochen.
Zitronensaft, Zitronenschale, 150 g Zucker, Speisestärke und Wasser in einem Topf mit einem Schneebesen glatt verrühren. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen. Nach einigen Minuten beginnt die Mischung deutlich einzudicken. Sobald eine puddingartige Konsistenz erreicht ist, den Topf von der Herdplatte nehmen. Die Masse soll glatt und glänzend sein. - Eigelb und Butter einarbeiten.
Die vier Eigelb in einer Schüssel verrühren. Etwa 3 EL der heißen Zitronenmischung langsam unter ständigem Rühren zum Eigelb geben. Danach die temperierte Eigelbmischung zurück in den Topf geben. Bei niedriger Hitze 1–2 Minuten unter ständigem Rühren erhitzen, ohne die Creme stark kochen zu lassen. Vom Herd nehmen und 50 g Butter einrühren. Die warme Zitronencreme gleichmäßig auf dem vorgebackenen Boden verteilen. - Baiser aufschlagen.
Die vier Eiweiß mit einer Prise Salz in einer absolut sauberen, fettfreien Schüssel zunächst auf mittlerer Stufe schaumig schlagen. Dann den feinen Zucker nach und nach einrieseln lassen und insgesamt etwa 5–7 Minuten weiterschlagen. Das Baiser ist fertig, wenn es dick, glänzend und stabil ist und beim Herausziehen der Rührbesen feste Spitzen bildet. Zwischen zwei Fingern sollte kaum noch grober Zucker zu spüren sein. - Baiser auf der Tarte verteilen.
Das Baiser sofort auf die noch warme Zitronenfüllung geben. Von außen nach innen verstreichen und darauf achten, dass das Baiser am gesamten Rand Kontakt mit dem Teig hat. Dadurch zieht es sich beim Abkühlen weniger stark zusammen. Mit einem Löffel dekorative Spitzen und Wellen formen. - Goldbraun fertigbacken.
Die Ofentemperatur auf 170 °C Ober-/Unterhitze reduzieren. Die Tarte etwa 8–10 Minuten backen, bis die erhöhten Baiserspitzen goldbraun werden. Das Baiser sollte überwiegend hell bleiben und nur an den Spitzen karamellfarben aussehen. Die Tarte anschließend aus dem Ofen nehmen und etwa 60 Minuten bei Raumtemperatur abkühlen lassen. Danach noch mindestens 30 Minuten kühl stellen, bevor sie angeschnitten wird.
Tipps für eine perfekte Zitronen-Baiser-Tarte
Den Boden wirklich vorbacken: Die Zitronenfüllung ist feucht. Ein ausreichend vorgebackener Mürbeteig verhindert, dass der Boden später weich und teigig wird.
Frischen Zitronensaft verwenden: Für 150 ml werden je nach Größe ungefähr 3–4 Zitronen benötigt. Frischer Saft liefert einen deutlich klareren Zitronengeschmack.
Die Zitronencreme ständig rühren: Speisestärke dickt beim Erhitzen schnell an. Regelmäßiges Rühren verhindert Klümpchen und Anbrennen am Topfboden.
Eiweißschüssel fettfrei halten: Schon kleine Mengen Eigelb oder Fett können verhindern, dass das Eiweiß richtig steif wird.
Zucker langsam einarbeiten: Wird der gesamte Zucker auf einmal hineingegeben, kann das Baiser schwer und instabil werden.
Vor dem Anschneiden warten: Warme Zitronencreme ist noch weich. Nach dem Abkühlen wird die Füllung deutlich schnittfester und die einzelnen Schichten bleiben schöner sichtbar.
Varianten und Substitutionen
Limetten-Tarte: Die 150 ml Zitronensaft können vollständig durch frisch gepressten Limettensaft ersetzt werden. Das Aroma wird kräftiger und etwas herber.
Zitrone und Orange: Verwende 100 ml Zitronensaft und 50 ml Orangensaft. Die Füllung wird milder und weniger säuerlich.
Dünnere Baiserschicht: Wer weniger Süße möchte, kann die Baisermenge auf 3 Eiweiß und 135 g Zucker reduzieren. Die obere Schicht wird entsprechend flacher.
Kleine Tartelettes: Der Teig und die Füllung reichen je nach Formgröße für etwa 8 kleine Tartelettes. Die Blindbackzeit reduziert sich dabei ungefähr auf 10–12 Minuten plus wenige Minuten ohne Backgewichte.
Aufbewahrung
Die vollständig ausgekühlte Zitronen-Baiser-Tarte sollte wegen der Eier und der feuchten Füllung im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 2 Tagen gegessen werden. Am besten locker abdecken, ohne das Baiser zu zerdrücken. Einfrieren ist nicht empfehlenswert, da die Zitronencreme nach dem Auftauen Wasser verlieren und das Baiser weich werden kann. Die Tarte wird kalt oder leicht temperiert serviert und sollte nicht wieder aufgewärmt werden.
Häufige Fragen
Warum wird meine Zitronenfüllung nicht fest?
Die Mischung wurde wahrscheinlich nicht ausreichend erhitzt. Die Speisestärke muss unter ständigem Rühren so lange erhitzt werden, bis eine deutlich dicke, puddingartige Creme entsteht.
Warum bildet das Baiser kleine Flüssigkeitstropfen?
Das kann durch Feuchtigkeit, nicht vollständig gelösten Zucker oder Temperaturunterschiede entstehen. Den Zucker deshalb langsam einrieseln lassen und das Baiser ausreichend lange schlagen.
Kann ich die Tarte am Vortag vorbereiten?
Ja. Geschmacklich funktioniert das gut. Frisch zubereitet ist das Baiser allerdings am schönsten, da es während längerer Kühlschranklagerung Feuchtigkeit aufnehmen kann.
Woran erkenne ich perfekt geschlagenes Baiser?
Es sollte sehr glänzend und so stabil sein, dass beim Herausziehen des Schneebesens feste Spitzen stehen bleiben. Die Masse darf nicht flüssig vom Schneebesen laufen.
