Deftiger Sauerkrauttopf mit Bratwurst, Kasseler und Kartoffeln aus dem Ofen
Deftiger Sauerkrauttopf mit Bratwurst, Kasseler und Kartoffeln aus dem Ofen
Dieser herzhafte Sauerkrauttopf ist genau das Richtige für ein gemütliches Familienessen: würziges Sauerkraut, saftige Bratwürste, Kasseler, geräucherte Wurst und kleine Kartoffeln garen gemeinsam in einem großen Bräter. Dabei nimmt das Kraut die kräftigen Aromen des Fleisches auf, während die Kartoffeln weich und die Würste außen appetitlich gebräunt werden. Wacholderbeeren und Lorbeer sorgen für den typisch würzigen Geschmack, ohne das Gericht zu überladen. Die Vorbereitung ist unkompliziert, denn nach kurzem Anschwitzen kommt fast alles zusammen in den Ofen. Ein rustikales, sättigendes Gericht, das sich auch für Gäste gut vorbereiten lässt.

Informationen praktisch
- Vorbereitung: 25 Minuten
- Ruhezeit: keine
- Garzeit: 65 Minuten
- Gesamtzeit: ca. 1 Stunde 30 Minuten
- Portionen: 6
- Schwierigkeit: einfach
- Bräter: ca. 32–35 cm Durchmesser oder etwa 5 Liter Fassungsvermögen
- Backofen: 190 °C Ober-/Unterhitze oder 170 °C Umluft
Zutaten
- 1.000 g Sauerkraut, abgetropft
- 1 große Zwiebel, ca. 150 g
- 20 g Schweineschmalz oder 20 ml neutrales Pflanzenöl
- 800 g kleine festkochende Kartoffeln
- 500 g Kasseler Nacken oder Kasseler Kotelett am Stück
- 300 g geräucherte Kochwurst, z. B. Mettenden
- 4 grobe Bratwürste, insgesamt ca. 400 g
- 250 g geräucherter Bauchspeck am Stück
- 8 Wacholderbeeren
- 10 schwarze Pfefferkörner
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Kümmel
- 300 ml Gemüsebrühe
- 150 ml naturtrüber Apfelsaft
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Backofen und Zutaten vorbereiten.
Den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze oder 170 °C Umluft vorheizen. Die Kartoffeln gründlich waschen und bei kleinen Exemplaren ganz lassen. Größere Kartoffeln halbieren. Zwiebel schälen und fein würfeln. Das Sauerkraut in einem Sieb leicht abtropfen lassen, aber nicht vollständig ausdrücken – etwas Flüssigkeit hält es beim langen Garen saftig. - Zwiebeln und Sauerkraut anschwitzen.
Das Schweineschmalz in einem großen ofenfesten Bräter bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Zwiebel hineingeben und etwa 3–4 Minuten glasig dünsten. Sie soll weich werden, aber nicht dunkel bräunen. Anschließend das Sauerkraut hinzufügen und etwa 5 Minuten unter gelegentlichem Wenden mitdünsten. Dadurch entwickelt es ein runderes Aroma. - Sauerkraut würzen.
Wacholderbeeren mit der flachen Seite eines Messers leicht andrücken. Zusammen mit Pfefferkörnern, Lorbeerblättern und Kümmel zum Sauerkraut geben. Gemüsebrühe, Apfelsaft und Senf miteinander verrühren und in den Bräter gießen. Alles gründlich vermengen. Das Kraut sollte gut feucht sein, aber nicht vollständig in Flüssigkeit schwimmen. - Fleisch und Kartoffeln einlegen.
Kasseler in zwei oder drei große Stücke schneiden. Den Bauchspeck in etwa 4 cm große Stücke teilen. Kasseler, Speck, geräucherte Kochwurst und Kartoffeln gleichmäßig auf dem Sauerkraut verteilen und leicht hineindrücken. Mit einer Prise schwarzem Pfeffer würzen. Zusätzliches Salz ist normalerweise nicht nötig, da Kasseler, Speck und Wurst bereits kräftig gesalzen sind. - Im Ofen vorgaren.
Den Bräter mit einem passenden Deckel verschließen und auf die mittlere Schiene stellen. Alles 40 Minuten garen. Nach etwa 30 Minuten prüfen, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Das Sauerkraut soll feucht und weich aussehen. Ist der Bräter ungewöhnlich trocken, genügt es normalerweise, das Kraut etwas umzuschichten, damit sich die vorhandene Flüssigkeit besser verteilt. - Bratwürste hinzufügen.
Nach 40 Minuten den Deckel vorsichtig abnehmen. Die rohen Bratwürste auf das Sauerkraut legen und leicht mit der Garflüssigkeit benetzen. Den offenen Bräter wieder in den Ofen stellen und weitere 20–25 Minuten garen. Nach etwa 12 Minuten die Bratwürste wenden. Am Ende sollten sie vollständig durchgegart und außen goldbraun sein. Die Kartoffeln müssen sich problemlos mit einem kleinen Messer einstechen lassen. - Kurz prüfen und servieren.
Den Bräter aus dem Ofen nehmen. Das Kasseler anschneiden und prüfen, ob es vollständig erhitzt ist. Bei rohen Schweinefleischprodukten sollte im Kern eine sichere Gartemperatur erreicht sein; bei bereits gegartem Kasseler genügt gründliches Erhitzen. Lorbeerblätter entfernen. Das Sauerkraut nochmals vorsichtig durchmischen und das Gericht 5 Minuten stehen lassen. Anschließend Fleisch und Würste in portionsgerechte Stücke schneiden und zusammen mit Kartoffeln und reichlich Sauerkraut servieren.
Conseils pour réussir la recette
- Sauerkraut nicht zu stark ausdrücken: Etwas Eigenflüssigkeit verhindert, dass es während der langen Garzeit trocken wird.
- Mit Salz vorsichtig sein: Geräucherte Fleischwaren und Brühe bringen bereits viel Würze mit. Erst nach dem Garen abschmecken.
- Bratwürste später hinzufügen: So bleiben sie saftig und bekommen trotzdem eine schöne gebräunte Oberfläche.
- Kartoffeln ähnlich groß wählen: Dadurch werden alle gleichzeitig gar. Größere Kartoffeln unbedingt halbieren.
- Den Bräter zunächst abdecken: Unter dem Deckel können Sauerkraut, Kasseler und Kartoffeln schonend garen, ohne auszutrocknen.
- Für mehr Bräunung: Die letzten 3–5 Minuten kann die Grillfunktion eingeschaltet werden. Dabei unbedingt dabeibleiben, da Würste schnell zu dunkel werden.
Variantes et substitutions
Mit Weißwurst oder Wiener Würstchen: Bereits gegarte Würste funktionieren ebenfalls, sollten aber erst während der letzten 10–15 Minuten hinzugefügt werden. Sonst können sie trocken werden oder aufplatzen.
Ohne Kasseler: Das Kasseler kann durch die gleiche Menge Schweinenacken ersetzt werden. Da roher Schweinenacken länger braucht, sollte er in kleinere Stücke von etwa 150–180 g geteilt und vollständig durchgegart werden.
Milderes Sauerkraut: Wer die Säure reduzieren möchte, kann das Sauerkraut kurz mit kaltem Wasser abspülen und anschließend gut abtropfen lassen. Dadurch wird der Geschmack deutlich milder.
Ohne Apfelsaft: Die 150 ml Apfelsaft können durch dieselbe Menge Gemüsebrühe ersetzt werden. Das Gericht wird dadurch weniger fruchtig und etwas herzhafter.
Mit größeren Kartoffeln: Normale festkochende Kartoffeln können verwendet werden, sollten jedoch geschält oder gründlich gewaschen und in etwa 4 cm große Stücke geschnitten werden, damit die Garzeit erhalten bleibt.
Conservation
Reste sollten nach dem Essen zügig abkühlen und innerhalb von 2 Stunden abgedeckt in den Kühlschrank gestellt werden. Dort hält sich das Gericht bei höchstens 4 °C etwa 2–3 Tage. Zum Aufwärmen Sauerkraut, Fleisch und Kartoffeln in einen Topf oder Bräter geben und vollständig durcherhitzen. Bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen. Das Gericht lässt sich portionsweise bis zu etwa 2 Monate einfrieren. Kartoffeln können nach dem Auftauen allerdings etwas weicher und körniger werden.
Questions fréquentes
Muss Sauerkraut vor dem Garen gewaschen werden?
Nein. Für einen kräftigen, typisch säuerlichen Geschmack reicht es, das Sauerkraut leicht abtropfen zu lassen. Nur wenn es sehr sauer ist oder ein besonders mildes Gericht gewünscht wird, kann es kurz abgespült werden.
Warum kommen die Bratwürste erst später in den Bräter?
Rohe Bratwürste benötigen deutlich weniger Garzeit als Kartoffeln und große Fleischstücke. Würden sie von Anfang an 65 Minuten mitgaren, könnten sie trocken werden. Durch das spätere Hinzufügen bleiben sie saftiger und bräunen besser.
Woran erkenne ich, dass die Kartoffeln fertig sind?
Eine Kartoffel mit einem kleinen Messer oder Holzspieß einstechen. Gleitet die Spitze ohne deutlichen Widerstand bis zur Mitte, ist sie gar. Sind die Kartoffeln noch fest, den Bräter weitere 5–10 Minuten im Ofen lassen.
Kann ich den Sauerkrauttopf vorbereiten?
Ja. Zwiebeln und Sauerkraut können bereits einige Stunden vorher vorbereitet und zusammen mit Gewürzen, Flüssigkeit, Kartoffeln, Kasseler und Speck in den Bräter gegeben werden. Bis zum Garen abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Die rohen Bratwürste separat gekühlt lagern und erst für die letzten 20–25 Minuten hinzufügen.
