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Haushaltstipps

Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Diese einfache Methode wirkt ohne aggressive Chemie

Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Diese einfache Methode wirkt ohne aggressive Chemie

Unkraut in Pflasterfugen kommt oft schneller zurück, als man es entfernen kann. Besonders Löwenzahn, Gräser und andere robuste Pflanzen nutzen kleinste Mengen Erde zwischen den Steinen und bilden dort erstaunlich kräftige Wurzeln. Statt zu Salz oder aggressiven Hausmitteln zu greifen, gibt es eine wesentlich einfachere Methode: sehr heißes Wasser. Richtig angewendet schädigt es Blätter und Pflanzengewebe, sodass sich das Unkraut anschließend leichter entfernen lässt. Wichtig sind Temperatur, Wassermenge und eine gezielte Anwendung.

Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Diese einfache Methode wirkt ohne aggressive Chemie

Heißes Wasser gezielt gegen Unkraut in Pflasterfugen einsetzen

Heißes Wasser eignet sich vor allem für befestigte Flächen wie Pflasterfugen, auf denen keine erwünschten Pflanzen wachsen. Die Hitze schädigt die oberirdischen Pflanzenteile. Bei jungen Pflanzen kann eine Behandlung ausreichen; tief wurzelnde Arten müssen meist wiederholt behandelt werden.

Das wird benötigt:

  • etwa 0,5 bis 1 Liter sehr heißes Wasser pro größerer Unkrautpflanze
  • ein Wasserkocher oder Topf
  • eine hitzebeständige Gießkanne beziehungsweise ein Gefäß mit kontrollierbarem Ausguss
  • feste, geschlossene Schuhe
  • bei Bedarf Gartenhandschuhe

So geht es:

  1. Einen trockenen, möglichst windstillen Tag wählen. Die Pflanze sollte gut sichtbar und nicht von Regenwasser bedeckt sein.
  2. Wasser aufkochen und vorsichtig zum Einsatzort bringen. Kinder und Haustiere währenddessen fernhalten.
  3. Das heiße Wasser langsam und ausschließlich über die unerwünschte Pflanze und ihren unmittelbaren Wurzelbereich gießen. Für eine kräftige Pflanze sind ungefähr 500 ml ein sinnvoller Richtwert.
  4. Die Pflanze anschließend 24 bis 48 Stunden beobachten. Blätter und Stängel sollten deutlich erschlaffen und braun werden.
  5. Abgestorbene Pflanzenteile herausziehen. Treibt die Wurzel erneut aus, die Behandlung nach einigen Tagen gezielt wiederholen.

Das Verfahren funktioniert, weil starke Hitze Pflanzenzellen schädigt. Allerdings erreicht das Wasser bei tief wurzelnden Pflanzen nicht zwangsläufig die gesamte Wurzel. Deshalb ist ein erneuter Austrieb möglich.

Vorsicht: Kochendes Wasser verursacht schwere Verbrühungen. Nicht auf Kunststoffbeläge, hitzeempfindliche Oberflächen oder in unmittelbarer Nähe erwünschter Pflanzen gießen.

Tief verwurzeltes Unkraut zusätzlich mechanisch entfernen

Bei Löwenzahn und anderen Pflanzen mit kräftigen Pfahlwurzeln ist das vollständige Herausziehen oft zuverlässiger als eine reine Oberflächenbehandlung.

Nach Regen oder gründlichem Wässern etwa 30 bis 60 Minuten warten, damit die Erde in der Fuge weich wird. Anschließend einen schmalen Fugenkratzer oder Unkrautstecher möglichst tief neben der Wurzel einführen. Die Pflanze langsam heraushebeln, statt nur die Blätter abzureißen.

Bleiben größere Wurzelstücke im Boden, können manche Arten erneut austreiben. Deshalb möglichst viel von der Wurzel entfernen. Eine ausführliche Anleitung dazu bietet Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen: Diese einfache Methode hält die Fugen länger sauber.

Diese Methode eignet sich besonders für breite Pflasterfugen und Stellen in der Nähe von Beeten. Dort ist sie oft sinnvoller als heißes Wasser, weil benachbarte Zier- und Nutzpflanzen nicht durch Hitze geschädigt werden.

Kleine Sämlinge frühzeitig aus den Fugen bürsten

Je jünger das Unkraut ist, desto leichter lässt es sich kontrollieren. Kleine Keimlinge besitzen noch kein ausgeprägtes Wurzelsystem und können häufig mit wenig Aufwand entfernt werden.

An einem trockenen Tag eine harte Fugenbürste verwenden und zwei- bis dreimal kräftig in Längsrichtung der Fuge arbeiten. Anschließend die gelösten Pflanzenreste zusammenkehren und entsorgen.

Die Kontrolle sollte während der Hauptwachstumszeit von Frühjahr bis Herbst ungefähr alle zwei bis drei Wochen erfolgen. Dadurch werden viele Pflanzen entfernt, bevor sie tiefe Wurzeln entwickeln oder Samen bilden.

Bei empfindlichen Natursteinen zunächst an einer unauffälligen Stelle testen. Keine Metallbürste verwenden, wenn dadurch die Oberfläche zerkratzt werden könnte.

Fugen nach dem Entfernen wieder auffüllen

Offene oder ausgespülte Fugen bieten neuen Samen besonders gute Bedingungen. Nach gründlicher Entfernung des Unkrauts kann es deshalb sinnvoll sein, fehlendes Fugenmaterial zu ergänzen.

Zuerst sämtliche Pflanzenreste und lockere Erde mindestens 2 bis 3 cm tief aus den Fugen entfernen. Danach ein für den vorhandenen Pflasterbelag geeignetes Fugenmaterial nach Herstellerangabe einkehren.

Dabei nicht einfach irgendeinen Sand verwenden: Pflasterkonstruktionen unterscheiden sich, und ungeeignetes Material kann die Wasserdurchlässigkeit oder Stabilität beeinträchtigen.

Das Auffüllen verhindert Unkraut nicht vollständig. Es reduziert jedoch offene Hohlräume, in denen sich Samen, Erde und organisches Material besonders leicht ansammeln können.

Fehler, die man vermeiden sollte

Salz auf Pflasterflächen streuen: Salz kann Böden und angrenzende Pflanzen schädigen und sollte nicht als selbst gemachtes Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden. Je nach Land und Einsatzort können außerdem rechtliche Einschränkungen gelten.

Essig bedenkenlos einsetzen: Konzentrierte Säuren können Pflanzen schädigen, aber auch Materialien angreifen und sind als Pflanzenschutzanwendung nicht überall zulässig. Für Pflasterfugen sind mechanische Entfernung und thermische Verfahren die bessere Wahl.

Nur die Blätter abreißen: Bei tief wurzelnden Arten bleibt die Wurzel erhalten. Bereits nach kurzer Zeit erscheint neuer Austrieb.

Kochendes Wasser großflächig verteilen: Hitze unterscheidet nicht zwischen Unkraut und erwünschten Pflanzen. Wurzeln von Rasen, Blumen oder Gemüse in unmittelbarer Nähe können ebenfalls geschädigt werden.

Zu viel Wasser auf einmal transportieren: Ein schwerer Topf mit kochendem Wasser erhöht das Verbrühungsrisiko erheblich. Lieber kleinere Mengen sicher transportieren.

Für noch bessere Ergebnisse

Kontrolliere Terrasse und Wege im Frühjahr regelmäßig. Junge Unkräuter lassen sich wesentlich leichter beseitigen als ausgewachsene Pflanzen. Bei der Frühjahrsrunde lohnt sich gleich die Reinigung eines verschmutzten Terrassendachs.

Direkt an Rasenflächen, Blumenbeeten oder Gemüsebeeten empfiehlt sich vorzugsweise die mechanische Entfernung mit einem Fugenkratzer.

Nach dem Jäten Pflanzenreste von der Fläche entfernen. Samenreife Unkräuter nicht auf einen offenen Kompost geben, wenn dort keine ausreichend hohen Temperaturen erreicht werden.

Was oft gefragt wird

Tötet kochendes Wasser Unkraut wirklich bis zur Wurzel?

Bei jungen oder flach wurzelnden Pflanzen kann eine Behandlung genügen. Tief wurzelnde Arten können erneut austreiben und benötigen eine Wiederholung oder mechanische Entfernung der Wurzel.

Wie schnell sieht man das Ergebnis?

Die Blätter können bereits innerhalb weniger Stunden erschlaffen. Nach 24 bis 48 Stunden sind behandelte Pflanzenteile häufig deutlich braun und vertrocknet.

Darf ich Salz oder Essig statt heißem Wasser verwenden?

Davon ist als pauschales Hausmittel abzuraten. Salz belastet Boden und Pflanzen, während die Anwendung von Essig als Unkrautbekämpfung je nach Produkt, Land und Fläche rechtlich eingeschränkt sein kann.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Am praktischsten ist die Behandlung während der Wachstumsperiode an einem trockenen, windstillen Tag. Kleine, junge Pflanzen sollten möglichst früh entfernt werden, bevor sie kräftige Wurzeln ausbilden oder Samen produzieren.

Geschrieben von

Margarete

Margarete ist die redaktionelle Stimme von Omas Hausrezepte. Hinter dem Namen steht unsere Redaktion: Wir sammeln traditionelle Familienrezepte und bewährte Haushaltstipps, prüfen Mengen, Zeiten und Temperaturen auf Plausibilität und schreiben sie so auf, dass sie in einer ganz normalen Küche gelingen. Was unklar bleibt, veröffentlichen wir nicht.